ÄgyptologieNewsPaper
Redaktion und Texte (sofern nicht anders erwähnt): Gitta Warnemünde
  Januar 2007
28.Januar 2007
Der "Punt-Hafen" Marsa Gawasis bei Safaga

Schon seit 2001 gräbt eine Mission der Universitätten Neapel, Rom und Boston gemeinsam am Roten Meer im Wadi Gawasis. Das Areal erntpuppt sich mehr und mehr als der antike Hafen der Ägypter, von dem aus sie ihre Expeditionen ins legendäre Wihrauchland Punt, das irgendwo in der Gegend von Eritrea/Ostsudan vermutet wird, starteten. Bereits in den letzten Jahren fand man Steinanker, Taue, Holzplanken und weitere maritime Hinterlassenschaften, darunter auch eine Stele mit dem Namen Amenemhet's III., also aus dem Mittleren Reich, aber auch Gefäße u.ä. aus dem Neuen Reich. Die Artefakte waren in von Menschenhand geschaffenen Höhlen untergebracht. Es scheint sich dabei um ein Geflecht größeren Ausmaßes zu handeln, denn während der letzten Kampagne im Dezember 2006 stieß man, nachdem 3 m Sand weggeräumt worden waren, wiederum auf eine große Höhle. Darin befanden sich Steinanker und zwei große Zedernholzplanken sowie Lehmziegel und Reste von Gipsputz, die einst am Eingang angebracht waren. Nördlich des Eingangs befindet sich eine Vorkammer, von der aus man in zwei Räume gelangt, beide 12 x 4 m groß. Eine südliche Vorkammer führt zu einem weiteren, in den Fels gehauenen Raum. Die links und rechts des Eingangs befindlichen Nischen deuten auf einen Tempel hin. In einer Höhle fanden sich zwei Steuerruder aus Zedernholz, der einzige bisher in Ägypten gefundene komplette Ausrüstungsgegenstand eines Schiffes. Die zusammen mit den Rudern gefundenen Gefäßscherben aus der frühen 18. Dynastie lassen vermuten, dass hier Teile freigelegt worden sind, die mit der großen Punt-Expedition der Hatschepsut in Verbindung stehen. Darstellungen zur Expedition befinden sich in ihrem Tempel in Theben-West.
Egypt State Information Service
Archaeogate mit ausführlichen Grabungsberichten und Fotos

26. Januar 2007
Den pharaonischen Apothekern auf der Spur

Wissenschafter der Universität Manchester beteiligen sich an einem Gemeinschaftsprojekt, das Pflanzen des Sinai mit den in antiken Gräbern gefundenen pflanzlichen Rückständen vergleichen wird, um deren Ursprung zu ergründen. Noch heute nutzen die Beduinen des Sinai heimische Heil- und Nutzpflanzen. Es ist möglich, dass auch die Flora des Sinai von der ägyptischen Medizin vereinnahmt wurde. Immerhin existierten entsprechende Handelsrouten schon seit frühester Zeit. Unterstützt wird das Projekt "Pharmacy in Ancient Egypt" vom Katharinenkloster, das sich auf dem Sinai befindet. Die Kenntnisse der dort ansässigen Mönche sind von großem Wert; sie werden außerdem Samen der einheimischen Pflanzenwelt zur Verfügung stellen.
Manchester Evening News
BBC News
University of Manchester

23./24. Januar 2007
Die falschen Kanopen Ramses' II.

Seit 1905 ist der Louvre in Paris im Besitz von vier blau glasierten "Vasen", auf denen mehrfach der Name Ramses' II. zu finden ist. Bis Mitte der 70er Jahre hielten die Experten die Gefäße für die Kanopen des großen Königs, denn eine Untersuchung hatte ergeben, dass sich darin Leinenmaterial mit organischen Rückständen, in einem sogar ein Herz befindet. Die Anzahl sprach ebenfalls dafür. Erst bei der Untersuchung der Mumie des Ramses im Jahre 1976 wurde festgestellt, dass sich dessen Herz noch an Ort und Stelle befand. Eine erneute Untersuchung war also vonnöten. Es stellte sich schließlich heraus, dass die Gefäße ursprünglich wertvolle Salbe enthielten und daher für den Götterkult vorgesehen waren; der Amun-Re und Mut gewidmete Text bekommt so auch einen Sinn. Ab der Dritten Zwischenzeit wurden sie dann tatsächlich als Kanopen wiederverwendet. Das Leinenmaterial stammt aus dieser Zeit, das menschliche Herz aus der ptolemäischen Periode. Das Foto zeigt Ramses II. in seinem Tempel in Abydos beim Salben einer Statue des Min. Die linke Hand hält ein Salbgefäß ähnlich den Pariser "Vasen". 
Louvre
Discovery News

23./24. Januar 2007
Hieroglyphische Pyramidentexte in semitischer Sprache

Professor Richard Steiner von der Yeshiva Universität in New York fand in einigen Sprüchen der Pyramidentexte aus der Pyramide des Unas (um 2300 v.Chr.) Passagen, die semitischen Text in syllabischer Schreibung wiedergeben. Es handelt sich um einen magischen Spruch zur Abwehr von Schlangen, der nach Steiners neuer Deutung in einer Sprache der frühen Kanaaniten abgefasst wurde. Man kann daraus schließen, dass nicht nur ein Austausch von Gütern zwischen Ägypten und Palästina stattfand, sondern dass kanaanitische Priester auch ihre Kenntnisse in Magie nach Ägypten exportierten. Dies könnte zu ganz neuen Erkenntnissen in Bezug auf die frühen Beziehungen zwischen Ägypten und Palästina führen.
Jerusalempost (englischsprachiger Artikel)
n-tv (deutschsprachiger Artikel)



Pyramidentext Spruch 232 (aus der Publikation von Kurt Sethe),
aus dem Professor Steiner gemäß n-tv-Artikel vermutlich bei der Präsentation seiner Ergebnisse in Jerusalem zitierte.


22. Januar 2007
"Beerdigungsindustrie" auf Zypern

Forscher entdeckten im Südwesten Zyperns 5500 Jahre alte Nekropolen. Die Funde und Befunde lassen auf einen ausgeprägten Totenkult und eine "Beerdigungsindustrie", also die Serienherstellung von Grabbeigaben, schließen - ähnlich wie in Ägypten. Allerdings begann die Bestattungshochkultur in Ägypten erst etwa 1000 Jahre später.

Bei den zypriotischen Nekropolen handelt es sich nicht um Dorffriedhöfe, sondern um riesige Bestattungsareale, auf denen Tausende ihre letzte Ruhe fanden. Die in unmittelbarer Nähe befindlichen Strukturen von Rundhäusern enthielten eine ganze Reihe aus Stein gefertigter Statuetten, so dass man davon ausgeht, dass hier Werkstätten für Grabbeigaben untergebracht waren.
wissenschaft.de

22. Januar 2007
Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften im Orientfieber

Unter dem Motto "Europa im Nahen Osten - Der Nahe Osten in Europa" beschäftigt sich die Akademie in 2007 und 2008 mit dem Nahen Osten - vor sowohl kulturellem als auch politischem Hintergrund. Unter anderem wird eine Ausstellung mit dem Titel "Preußen in Ägypten, Ägypten in Preußen" im Berliner Museum für islamische Kunst ausgerichtet mit einer Dokumentation der Königlich-Preußischen Expedition nach Ägypten (Lepsius).
Märkische Allgemeine

20. Januar 2007
Prähistorischer Meteoriteneinschlag in Giza möglich

Polnische Geologen fanden bei einer Expedition im Bereich der Pyramiden von Giza Gestein, das auf einen urzeitlichen Meteoriteneinschlag schließen lässt. Aufmerksam wurden die Wissenschaftler zunächst nur durch kraterähnliche Strukturen, die auf Satellitenbildern sichtbar waren. Das Gestein wird nun untersucht, um eine Datierung vornehmen zu können.

Ein weiterer Anlass für Untersuchungen waren geoglyphische Gebilde, also riesige Abbildungen, östlich von Kairo. Kilometerlange Kurvenlinien, ebenfalls auf einem Satellitenbild entdeckt, sollten darauf untersucht werden, ob sie von Menschenhand geschaffen wurden oder ob es sich um Naturphänomene handelt. Ein Ergebnis dazu scheint bisher nicht vorzuliegen.

Die Krakauer Geologen fanden an den Pyramiden keinen Hinweis auf "Beton" (siehe Artikel vom 30.11.2006).
Science & Scholarship in Poland

15. Januar 2007
2007 ist deutsch-ägyptisches Wissenschaftsjahr

Den feierlichen Auftakt zum deutsch-ägyptischen Jahr der Wissenschaft und Technologie bildete ein Symposium an der Universität Kairo. Mit dem gemeinsamen Forschungsjahr soll eine bessere Vernetzung deutscher und ägyptischer Forscher, Universitäten und Firmen erreicht werden. Den Kern bilden sechs Forschungsnetzwerke in den Fachgebieten Materialwissenschaften, Wasser, erneuerbare Energien, Biotechnologie, Gesundheitsforschung sowie Geistes- und Sozialwissenschaften.
Deutschlandradio


13. Januar 2007
Aufenthaltsdauer in TdK-Gräbern wird reglementiert

Um dem Verfall der Gräber im Tal der Könige Einhalt zu gebieten, hat der ägyptische Antikendienst beschlossen, die Aufenthaltsdauer von Besuchergruppen in den Gräbern zu beschränken. Durch das gerade erst eröffnete Informationszentrum am Eingang zum Tal sollen sich Besucher dann eingehend über die Gräber informieren können. Der Antikendienst folgt damit einem Vorschlag des Theban Mapping Project von Kent Weeks, das diese Maßnahme in seinem Masterplan vorsieht.
xinhuanet.com

11. Januar 2007
Ägypter auf Malta?

Zwei Mitglieder das Ägyptologischen Gesellschaft von Malta halten es für möglich, dass die auf Malta gefundenen ägyptischen Artefakte nicht durch Händler dorthin gelangt sind, sonder durch die alten Ägypter selbst. Bisher war davon ausgegangen, dass die Phönizier ägyptische Handelsware nach Malta brachten. Die gefundenen Stücke datieren jedoch aus einer Zeit, die weit vor der Ankunft der Phönizier liegt. Zum Beispiel sei die Statue einer ägyptischen Triade aus dem Neuen Reich 1713 auf einem verlassenen archäologischen Areal gefunden worden. Dokumentiert hat sie Richard Lepsius, der 1842 auf Malta einen Zwischenstopp einlegte. Unterhalb einer maltesischen Villa aus der Mitte des 17. Jahrhunderts fand man vier Grabstelen, die die Ägyptologien Margaret Murray untersuchte und in die 12. Dynastie datierte. Auch andere Funde lassen die beiden maltesischen Wissenschaftler vermuten, dass sie direkt von den Ägyptern stammen und nicht aus zweiter Hand auf die Insel kamen. Sie meinen außerdem, dass auch Funde von Fayence-Perlen aus der 18. Dynastie in den Tempeln von Tarxien (Malta) für diese Theorie sprechen.

Teil der prähistorischen Tempelanlage von Tarxien auf Malta

12. Januar 2007
Abklatsche aus dem Grab des Chaemhet (TT57)

Das Griffith Institute hat auf seiner Webseite 140 Papierabklatsche aus dem Grab des Chaemhet in Theben publiziert. Sie zeigen zum Teil Szenen, die im Original seit langem zerstört sind (zu Chaemhet siehe auch "Kunstwerk des Monats März 2002" des Ägyptischen Museums Berlin)

Griffith Institute Sqeezes

12. Januar 2007
Die "afrikanischen Spuren" Ägyptens

Anfang des Monats veröffentlichte die Deutsche Welle ein Interview mit Professor Dr. Dietrich Wildung anlässlich der Übergabe des Amun-Tempels in Naga an die sudanesische Regierung. Professor Wildung erwähnte die "afrikanischen Wurzeln" Ägyptens und es war unklar, was wohl gemeint sein könnte. Ich hatte Gelegenheit, ihn persönlich zu fragen. Eine Schweizer Mission entdeckte in Kerma Strukturen von Siedlungen aus dem Mesolithikum (zwischen 8000 und 6000 v. Chr.) und dem Neolithikum (zwischen 6000 und 3500 v.Chr.), die einen hohen Entwicklungsstand zeigen. Sie könnten den Aufgang der ägyptischen Kultur beeinflusst haben.

Vom Kraal zur Königsstadt (Bericht der Schweizer Archäologen im PDF-Format)

11. Januar 2007
Stele des Bak-en-Chons liefert neue Erkenntnisse zur Chronologie

Wie vermutet oder besser erhofft gibt der Text auf der jüngst in Luxor ausgegrabenen Stele des Bak-en-Chons wichtige Details zur Chronologie der 19./20. Dynastie. Al-Ahram weekly berichtet davon in der jüngsten Ausgabe. Der Stelentext weise nicht nur auf zunehmende Macht der thebanischen Priesterschaft hin, sondern gebe auch Auskunft über die Regierungsdauer des Gründers der 20. Dynastie, Sethnacht. Er korrigiere die Geschichte der 20. Dynastie, meint Zahi Hawass, Chef des SCA. Nach Aussage des Leiters der oberägyptischen Antikenverwaltung, Mansour Boyarek, ist die Stele datiert. Sie wurde im 4. Regierungsjahr des Königs Sethnacht für Bak-en-Chons angefertigt. Die bisherige Chronologie gesteht Sethnacht eine Regierungszeit von lediglich drei Jahren zu. Die Regierungszeit Sethnacht's beträgt also mindestens vier Jahre. Folglich muss wohl auch die Bautätigkeit am Amun-Tempel in Karnak anders bewertet werden; danach wurden einige Bauwerke noch unter Sethnacht begonnen und durch Ramses III., seinen Sohn und Nachfolger, fertiggestellt.

10. Januar 2007
Die Restaurierung der frühdynastischen Ziegelmauer in Abydos

Nachdem die erste Meldung zu diesem Projekt noch recht vage war, veröffentlicht die Online-Ausgabe der Herald Tribune nun einen sehr ausführlichen Bericht zu den Arbeiten mit vielen hervorragenden Fotos in einer Slideshow. Die Mauer gehört zu dem riesigen Grabkomplex des Chasechemui in Schunet el-Zebib, Abydos. Mehr als 250.000 Lehmziegel, vor Ort angefertigt nach antikem Vorbild, wurden gelegt. Es soll keine Rekonstruktion à la Walt Disney vorgenommen werden, sondern eine Erhaltung und Stabilisierung der Mauer in einer Form, die die fast 5000 Jahre alte Geschichte widerspiegelt. Die hohe, dicke Doppelmauer hatte ursprünglich vier monumentale Tore und eine geweißte Fassade. Das meiste ist im Laufe der Jahrtausende verloren gegangen, aber die verbliebenen Ruinen sind imposant genug. Die offene Anlage macht einen einladenden Eindruck, jedoch ist nicht zu klären, ob der Komplex einst für die Öffentlichkeit zugänglich war. Innerhalb der Mauern wurden Spuren von vier Kapellen gefunden. Jede war explizit einem König gewidmet. Der Pyramidenkomplex des Djoser, eine Generation später errichtet, zeigt große Ähnlichkeit mit dem Begräbnisplatz des Chasechemui.

10. Januar 2007
Amun-Sanktuar des Hatschepsut-Tempels soll rekonstruiert werden

Die am Tempel der Hatschepsut arbeitende polnische Mission unter Dr. Miroslaw Barwik wird das auf der dritten Terasse in Mittelachse des Tempels befindliche, als Nische gestaltete Heiligtum des Amun rekonstruieren. Obwohl nicht allzu viele der ursprünglichen Blöcke erhalten sind, hat man genug Material, um eine Rekonstruktion vorzunehmen. Einen Anhaltspunkt gibt ein vor 100 Jahren von Edouard Neville aufgefundener Ebenholz-Naos. Seine Abmessungen passen zur Nische, in der wahrscheinlich eine Statue des Gottes Amun gestanden hat. Die Anlage ist so gestaltet, dass zu bestimmten Zeiten das Sonnenlicht ins Innere des Sanktuars fällt.
Science & Scholarship in Poland

10. Januar 2007
Informationsdienst Wissenschaft - idw - Pressemitteilung - Heidelberger Akademie der Wissenschaften, Dr. Johannes Schnurr,

Die Vermessung der Vergangenheit - Großer Abschlusskongress "Archäometrie"

Kolloquium an der Heidelberger Akademie der Wissenschaften vermittelt Fortschritte des Faches - Universität Heidelberg führt Forschungen seit Sommer 2006 weiter

In den letzten Jahren gelangen dem noch recht jungen Forschungszweig "Archäometrie" Erfolge, die weltweit von sich reden machten. Zum ersten Mal wurde es dank neu entwickelter Messverfahren möglich, viele prähistorische Fundstücke und Sedimente physikalisch genau zu datieren. Ob es sich um trojanische Scherben, bronzezeitliche Siedlungsreste im Kraichgau oder um die Bestimmung der berühmten Nasca-Linien in Peru handelte, Archäologen und Geisteswissenschaftler ganz unterschiedlicher Disziplinen erhielten bei ihren Forschungsprojekten durch die Archäometrie unerwartete naturwissenschaftliche Unterstützung. "Wie kaum einer anderen Disziplin gelang uns damit ein Brückenschlag zwischen den Natur- und den Geisteswissenschaften", so Prof. Dr. Günther Wagner, bis zum Juni 2006 Leiter der Forschungsstelle "Archäometrie" der Heidelberger Akademie der Wissenschaften. "Vor allem durch das Lumineszenzverfahren konnten wir archäologische Ablagerungen, Keramiken, Steine oder auch Feuerstellen und andere historische Zeugnisse in unserem Labor zeitgeschichtlich recht genau einordnen."



Trapezförmige Geoglyphe bei Palpa in Südperu aus der Nasca-Zeit vor ca. 1500 Jahren. Sie überlagert ältere Anlagen, die mit Hilfe der Lumineszenz datiert wurden. Die Länge des Trapezes beträgt rund 300 Meter

(Foto: Unkel/Archäometrie)

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Nachdem Mitte letzten Jahres die Forschungsstelle ihre Arbeit unter der Ägide der Akademie der Wissenschaften planungsgemäß einstellte, wird  die Forschung seit Juli 2006 durch die Universität Heidelberg fortgeführt. Aus Anlass der Übergabe des Labors an die Universität findet unter dem Titel "Fortschritte der Archäometrie" am Freitag, 19. Januar, sowie am Samstag, 20. Januar, in den Räumen der Heidelberger Akademie ein Abschlusskolloquium statt. Rund 100 Wissenschaftler kommen zusammen, um das mittlerweile erreichte Leistungsspektrum des Faches und seine Entwicklung während der letzten beiden Dekaden deutlich zu machen. Die einzelnen Fachvorträge beschäftigen sich mit Fragestellungen aus den Bereichen Ägyptologie, Paläoanthropologie, Archäologie, Amerikanistik, Genetik, Biologie, Physik, Materialforschung, Geoarchäologie, Chemie und anderen mehr.



Anhand von Brandspuren können die Heidelberger Forscher feststellen, wann eine Feuerstelle das letzte Mal loderte. Die entnommenen Proben werden in Dunkelheit unter schwachem Rotlicht entnommen. Schon der geringste Strahl des Tageslichts hätte die "Lumineszenzuhr" nämlich wieder auf Null gestellt. Die Bohrungen in den Grotten in den Externsteinen, hier bei Licht nachgestellt, verlangten den Wissenschaftlern einiges an handwerklichem Können ab (vorn im Bild Dr. Clemens Woda, im Hintergrund Steinmetzmeister B. Herde).

(Foto: Robin Jähne)

http://idw-online.de/pages/de/image41924


"Angesichts der großen wissenschaftlichen Reputation, die die ehemalige Forschungsstelle Archäometrie genoss, ist es für die
Forschungslandschaft in Heidelberg ein überaus erfreulicher Umstand, dass diese Institution an die Universität Heidelberg übergeben werden konnte und am Geographischen Institut als eigenständiger Bereich weitergeführt wird kann. Das vormals räumlich am Max-Planck-Institut für Kernphysik beheimatete Lumineszenzlabor wird am Lehrstuhl Physische Geographie des Geographischen Institutes in neuen Laborräumen  etabliert", so Wagner. Vor wenigen Wochen wurde im Neuenheimer Feld mit den Baumaßnahmen begonnen, der Umzug in die neuen Räumlichkeiten wird voraussichtlich zu Beginn des Sommersemesters
stattfinden.

Das neu eingerichtete Labor im Geographischen Institut (Anschrift: Im Neuenheimer Feld 348, 69120 Heidelberg), wird bewusst in räumlicher Nähe zur und in wissenschaftlich engem Verbund mit der "Forschungsstelle Radiometrie" (Akademie der Wissenschaften, räumlich untergebracht am Institut für Umweltphysik) und den geowissenschaftlichen Instituten der Universität Heidelberg weitergeführt. Diese Entwicklung findet nicht zuletzt vor dem Hintergrund des in Heidelberg geplanten Master-Studiengangs "Geoarchäologie" statt, in den auch die in der Heidelberger Altstadt angesiedelten Universitätsinstitute für Ur- und Frühgeschichte und Vorderasiatische Archäologie eingebunden sind.

Datum: 19. und 20. Januar 2007
Ort: Heidelberger Akademie der Wissenschaften, Karlstraße 4, 69118 Heidelberg
Um eine Akkreditierung von Journalisten wird gebeten.

Die Veranstaltung ist nicht öffentlich.

Ausführliche Informationen unter: www.haw.baden-wuerttemberg.de/seiten/veranstaltung/termine.php
Anfahrt unter: www.haw.baden- wuerttemberg.de/seiten/kontakt/anfahrt.php

Rückfragen bitte an:

Dr. Johannes Schnurr
Referent für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
der Heidelberger Akademie der Wissenschaften
Telefon:                06221 / 54 34 00
Fax:                    06221 / 54 33 55
E-Mail:                 johannes.schnurr@urz.uni-heidelberg.de
Internet:               www.haw.baden-wuerttemberg.de
sowie
Prof. Dr. Günther Wagner
Tel.:                    06221 / 544584
Fax:                     06221 / 544997
E-Mail:                  guenther.wagner@mpi-hd.mpg.de
sowie
Dr. Michael Schwarz
Pressesprecher der Universität Heidelberg

Informationsdienst Wissenschaft e.V. - idw -
WWW: http://idw-online.de

06. Januar 2007
Restaurierung einer frühdynastischen Ziegelmauer

Der Egypt State Information Service meldet Restaurierungsarbeiten an einer 5000 Jahre alten Ziegelmauer in der Provinz Soghag. Neben ägyptischen Archäologen sind auch Wissenschaftler des Fine Arts Institute, New York, und der University of Pennsylvania an den Arbeiten beteiligt.

Der genaue Ort wird in der Meldung nicht genannt. Mit großer Wahrscheinlichkeit handelt es sich um Abydos (siehe oben Link der University of Pennsylvania).

Für die Unterstützung bei der Recherche bedanke ich mich herzlich bei "Daniel Jackson"

06. Januar 2007
Das NMEC (National Museum of Egyptian Civilization) soll 2009 eröffnet werden

Auf der Homepage der UNESCO findet sich ein längerer Bericht über das neue NMEC in El Fustat, Kairo. Es ist das erste Museum seiner Art in Ägypten und soll Exponate aller Epochen beherbergen - von der prähistorischen bis in die heutige Zeit. Wichtige Objekte werden dort untergebracht werden, wie beispielsweise die derzeit im Ägyptischen Museum befindlichen Königsmumien. Es wird ein archäologischer Lehrpfad entstehen sowie eine archäobotanischer Garten und eine Open Air Arena für Konzerte, Festivals und kulturelle Veranstaltungen.

Das Projekt steht unter der Leitung der Arabischen Republik Ägypten. Die UNESCO steht mit technischer Unterstützung zur Seite.

05. Januar 2007
Klimawandel nach Vulkanausbrüchen in der Antarktis nachweisbar

Forscher der Université Joseph Fournier, Grenoble, untersuchten mit Hilfe von Eisbohrkernen die Folgen von zwei Vulkanausbrüchen des Jahres 1991. Sie wandte dabei eine neue Methode an, indem sie die Schwefelablagerungen analysierten. Auf diese Weise lassen sich historische Klimaveränderungen genauer untersuchen als bisher. Vielleicht eine Möglichkeit, bis in die Antike vorzudringen und wertvolle Erkenntnisse für die Altertumswissenschaft zu gewinnen?
Berliner Zeitung

04. Januar 2007
Fast 6000 Jahre alte Munition in Syrien

Bei Ausgrabungen in der antiken Stadt Hamoukar im äußersten Nordosten Syriens stießen Archäologen der Universität Chikago auf hart gebrannte Lehmkugeln - offenbar die Munition einer vorzeitlichen Artillerie von Schleudern, wie es in dem kurzen Artikel der Online-Ausgabe der Süddeutschen Zeitung heißt. Der Grabungsleiter spricht von dem ältesten bekannten Beispiel eines Angriffskrieges. Die Stadt Hamoukar soll vor 5500 Jahren von Uruk angegriffen, erobert und niedergebrannt worden sein.

Leider gibt der Artikel keinerlei Hinweise auf irgendwelche Funde, die antike "Schleudern" belegen. Es gibt jedoch eine Darstellung aus Ägypten, nach der die Verteidiger der syrischen Festung Dapur zur Zeit Ramses' II. mit kugeligen Gegenständen einen ägyptischen Angriff abwehren - allerdings als Wurfgeschoss (Foto).




03. Januar 2007
Der Amun-Tempel von Naga

Anfang Dezember wurde der von Berliner Archäologen und Ägyptologen unter der Leitung von Professor Dietrich Wildung und Dr. Karla Kroeper restaurierte Amun-Tempel in Naga offiziell und feierlich den sudanesischen Behörden übergeben (siehe Beitrag im Archiv Dezember 2006). In der Online-Ausgabe der Deutschen Welle gibt es einen weiteren Artikel über dieses große Ereignis. Der Sudan würde es gern sehen, wenn die Denkmäler von Naga in die UNESCO-Liste der Weltkulturerbe aufgenommen werden würden. Es gibt die große Hoffnung, dass durch diese Aufwertung Touristen angelockt werden. Derzeit jedoch fehlt es noch an Infrasturktur für solche ehrgeizigen Vorhaben.

Unter dem Titel "Wurzeln der ägyptischen Kultur liegen im Sudan" wird Wildung zitiert: "Wir entdecken hier die 'african roots' der ägyptischen Zivilisation und das wirft ein neues Bild nicht nur auf den Sudan als eine der großen antiken Kulturen, sondern auch ein verändertes Bild auf Ägypten". Welche Entdeckungen damit gemeint sein könnten, geht aus dem Artikel leider nicht hervor. Der Amun-Tempel von Naga ist es sicherlich nicht, denn der stammt aus einer späten Epoche.