ÄgyptologieNewsPaper
Redaktion, Texte und Abbildungen (sofern nicht anders erwähnt): Gitta Warnemünde
  Januar 2010
Informationsdienst Wissenschaft - idw
Pressemitteilung der Universität Erfurt
22.01.2010
Hieroglyphen, Mysterien, Freimaurer: Ägyptologe Jan Assmann forscht in Gotha

Auf Einladung des Forschungszentrums Gotha der Universität Erfurt (FGE) kommt der Ägyptologe und Kulturwissenschaftler Jan Assmann zu einem Forschungsaufenthalt nach Gotha. Zwei Wochen lang wird Assmann, der unter anderem Gastprofessuren in den USA, in Jerusalem und Paris inne hatte, dort auf Schloss Friedenstein forschen. Parallel dazu stellt er in einer Vortragsreihe seine jüngsten Ergebnisse zur Diskussion. Die Vorträge finden im Spiegelsaal der Forschungsbibliothek Gotha statt, Beginn ist jeweils um 19 Uhr. Erster Termin ist am Montag, 25. Januar.
"Mit Jan Assmann konnten wir einen Kulturwissenschaftler von internationalem Rang für die Gothaer Bestände interessieren", freut
sich Prof. Dr. Martin Mulsow, Direktor des Forschungszentrums Gotha. Schloss Friedenstein biete für Assmanns Forschungsinteressen viele interessante Anhaltspunkte. "Die Forschungsbibliothek besitzt einen umfangreichen Bestand zur Religionsgeschichte, der immer noch manche Entdeckungen erwarten lässt." Zugleich befindet sich auf Schloss Friedenstein eine eindrucksvolle Ägyptensammlung. Im späten 18. Jahrhundert war die Residenzstadt Gotha ein Zentrum der Freimaurer. Unter anderem lebte hier mehr als drei Jahrzehnte lang der Gründer des Illuminaten-Ordens, Adam Weishaupt. Die wissenschaftliche Erforschung antiker Mysterien im Zuge der Freimaurer-Bewegung hatte um 1800 eine Ägyptomanie ausgelöst, für die sich der Ägyptologe und Religionswissenschafter Assmann gerade auch in seinen jüngeren Arbeiten interessiert. Jan Assmann war bis zu seiner Emeritierung 2003 Professor für Ägyptologie in Heidelberg und unterrichtet heute als Honorarprofessor in Konstanz.

Vortragstermine:

Montag, 25. Januar
"Schrift und Geheimnis. Die griechische Theorie der Hieroglyphen und ihre abendländische Rezeption"

Donnerstag, 28. Januar
"Monotheismus als Arkantheologie. Ägyptische Religion bei Spencer und Cudworth"

Dienstag, 2. Februar
"Die politische Dimension der Mysterien und die Mysterientheorie der Freimauerer"

Nähere Informationen / Kontakt:
Prof. Dr. Martin Mulsow - Tel.: 0361 / 737-1700 - E-Mail: martin.mulsow@uni-erfurt.de
Weitere Informationen finden Sie unter http://www.uni-erfurt.de/forschungszentrum-gotha/

Informationsdienst Wissenschaft e. V. - idw - http://idw-online.de


22. Januar 2010
Kleines Update zur Carter-Diskussion
Auch in einem Artikel des Tagesspiegel werden noch einmal einige Aussagen aus dem Spiegel-Online-Beitrag relativiert und es wird darauf hingewiesen, dass die dort formulierten Anwürfe bereits einige Jahrzehnte alt und nicht etwa das Ergebnis brandaktueller Recherchen sind. Im Tagesspiegel wird Christian Loeben, Kestner-Museum Hannover, zitiert. Er sieht in der schräg stehenden Jagdkiste in der Vorkammer des Grabes

ein Indiz für das heimliche Eindringen Carters vor der offiziellen Öffnung.

Interessierten empfehle ich, einen Blick in die Grabraubnotizen aus dem Jahr 1923 zu werfen (Notes on the robberies), insbesondere in die Ausführungen von Alfred Lucas.

21. Januar 2010
Howard Carter
Ursprünglich sollte der von Matthias Schulz bei Spiegel-Online in bester Yellow Press Manier verfasste Artikel zu Howard Carter an dieser Stelle nicht erwähnt werden, um der Verbreitung von unbelegten Behauptungen keinen weiteren Vorschub zu leisten. Inzwischen haben ihn jedoch so viele nationale und internationale Online-Medien aufgegriffen, dass fast kein Weg daran vorbeiführt. Um so erfreulicher, dass sich nun ein renommierter Ägyptologe mit rationaler Betrachtungsweise zu Wort meldet. Jaromir Malek, Leiter des Griffith Institute (Ashmolean Museum Oxford), äußert sich in der Online-Ausgabe des Hamburger Abendblatts. Er führt aus, dass bisher nur 30 % der Objekte aus dem Grab von Tutanchamun wissenschaftlich untersucht und beschrieben wurden. Für keines der Stücke, die man nun spekulativ noch zusätzlich dem Grabschatz zuschlagen möchte, existiert ein eindeutiger diesbezüglicher Nachweis. Hier lägen die wirklichen Aufgaben der Wissenschaft, bevor ernsthaft darüber diskutiert werden könne, meint Malek. Auch den Verdacht, Carter hätte das Grab bereits entdeckt, bevor er seinen Fund offiziell meldete, hält Malek für wenig logisch: [Zitat Hamburger Abendblatt] "Jeder, der schon einmal in Ägypten gearbeitet hat, weiß, dass man ein solches Geheimnis nicht für sich behalten kann." Noch absurder sei der Gedanke, Carter könne sich alleine durch den mit Steinen zugeschütteten Gang zum Grab gebuddelt, etwas aus den Kammern mitgenommen und alles wieder hinter sich verschlossen haben - ohne jegliche Hilfe, ohne dass jemand davon etwas bemerkte. Dass Carter einzelne Stücke für sich behalten hat, kann Malek zwar nicht ausschließen, ihn deshalb jedoch als Dieb zu bezeichnen, sei völlig unangemessen. Er habe nicht versucht, irgendwelche Objekte zu verkaufen.Carter war kein ausgebildeter Archäologie und hatte es schwer, sich innerhalb der Wissenschaftlerelite zu behaupten. Auch vor diesem Hintergrund findet der Tutanchamun-Ausgräber vor allem wegen der detaillierten Dokumentation des Grabes die Bewunderung Maleks. Dem kann man sich nur anschließen.
Auf der Homepage des Griffith Institute sind Carters Niederschriften und Notizen zur Dokumentation des Fundes von Tutanchamuns Grab sowie die zugehörigen Fotos zu finden: Tutankhamun: Anatomy of an Excavation. Jaromir Malek und sein Team haben die Unterlagen als Online-Publikation aufbereitet und aktualisieren diese auch laufend.

20. Januar 2010
Keine Reliquien der Heiligen Johanna
Im Jahre 1867 war in Paris auf dem Dachboden einer Apotheke ein Gefäß gefunden worden; nach dem zugehörigen Etikett sollte es sich um Knochenreste vom Scheiterhaufen der Jeanne d'Arc handeln. Diese Deklaration erwies sich 2007 als falsch, denn das Gefäß enthielt offensichtlich Teile einer ägyptischen Mumie (siehe Beitrag vom 04.04.2007). Inzwischen hat eine umfassende paläopathologische Untersuchung diesen Befund bestätigt: Die Knochen stammen von einer Katze (ein Lauf) und von einem Menschen (eine Rippe), beide datiert auf die Zeit zwischen dem 6. und 3. Jahrhundert v. Chr. Ein bei den Knochen befindliches Stück Textilgewebe stammt wahrscheinlich von einer Mumienbinde. Es wurden u.a. auch Reste von Bitumen, Baumharz und Gips nachgewiesen, also Stoffe, die in Ägypten bei der Mumifizierung zur Anwendung kamen. Unklar ist nach wie vor, weshalb sich die Teile in einem Apothekergefäß befanden. Es wird angenommen, dass sie ursprünglich zu "Mumia" verarbeitet werden sollten, ein aus Mumienteilen gewonnenes mittelalterliches Heilmittel. Wie es irgendwann im 19. Jahrhundert schließlich zur Umwidmung in Johanna-Reliquien gekommen ist, lässt sich nicht mehr nachvollziehen.
msnbc

19. Januar 2010
Grabungsergebnisse in Kom el-Dikka (Alexandria)
Bei einer Routinegrabung stieß ein ägyptisches Team unter der Leitung von Mohamed Abdel Maqsoud, Leiter des Antikendienstes für Unterägypten, auf die Reste eines Tempels (möglicherweise eines Bastet-Tempels) der Berenike, Gemahlin von Ptolemaios III., und auf eine Cachette mit 600 ptolemäischen Statuen. Das Grabungsareal umfasst eine Fläche von 60 x 15 m. Der Tempel war in nachptolemäischer Zeit zerstört worden und hatte als Steinbruch gedient, so dass viele der Blöcke inzwischen verloren sind. An drei verschiedenen Stellen wurden diverse Bastetfiguren gefunden, zusammen mit Kalksteinstatuetten von nicht identifizierbaren Kindern und Frauen. Außerdem fanden sich Keramik- und Bronzegefäße, Fayencefiguren verschiedener Gottheiten sowie Terrakotten der Götter Harpokrates und Ptah. Nach ersten Untersuchungen lassen sich die Tempelreste Königin Berenike zuorden; dies wäre der bisher erste ptolemäische Bastettempel, der in Alexandria gefunden wurde. Ein ebenfalls freigelegter, mit Inschriften versehener Sockel einer Granitstatue stammt aus der Zeit Ptolemaios' IV. Die neunzeilige Inschrift belegt, dass die Statue einem hohen Beamten des ptolemäischen Hofes gehörte. Maqsoud glaubt, dass sie anlässlich des Sieges des ptolemäischen Ägypten gegen die Seleukiden im Jahre 217 v. Chr. angefertigt worden ist.

Grabungsareal von Kom el-Dikka im Jahre 2003
Die Ausgräber fanden neben den ptolemäischen Hinterlassenschaften auch eine römische Zisterne, 14 m tiefe Brunnenschächte, steinerne Wasserkanäle und Überreste eines Badkomplexes sowie Scherben, die in das vierte vorchristliche Jahrhundert datiert werden können.
drhawass.com
Grabungsseite der ägyptisch-polnischen Grabungsmission in Kom el-Dikka, Bericht 2008

14. Januar 2010
Stadtentwicklung in Luxor
Der ägyptische Präsident Hosni Mubarak wird zu einer für März angesetzten Einweihung des Projekts zur Wiederherstellung der Sphingenallee erwartet. Das Projekt soll Luxor in ein Open Air Museum verwandeln. Luxor selbst soll innerhalb eines Jahres mit Überwachungskameras ausgestattet sein, um die Stadt zu sichern, und wird damit die erste Stadt Ägyptens sein, die elektronisch überwacht wird. Auch für den Umweltschutz soll etwas getan werden. Benzin und Diesel soll gegen natürlichen Treibstoff ausgetauscht und ein Programm zur Nutzung von Solarenergie vorangetrieben werden, so dass ein umweltfreundliches Luxor für Touristen attraktiver wird. Es werden auch Projekte zur Verbesserung der Fußwege, des Luxortempels, des Karnaktempels und der Sphingenalle geprüft. Langsam aber sicher entwickle sich Luxor zu einem Platz für internationale Sport- und Kulturveranstaltungen, heißt es beim Egypt State Information Service.

14. Januar 2010
Keine Mumie in der Mumie
Im Jahre 2006 durchgeführte CT-Unteresuchungen an einer Mumie aus dem Barnum-Museum in Bridgeport (USA) hatten Anlass zu Spekulationen gegeben, dass sich innerhalb der menschlichen Hülle eine weitere Mumie befindet, und zwar ein mumifizierter Vogel, was ein seltener Glücksfall wäre. Die damaligen Aufnahmen zeigten Bündel innerhalb des Körpers, von denen eines einer Vogelmumie ähnelte. Neuerliche Untersuchungen unter Verwendung modernster Technologie haben jedoch ergeben, dass es sich bei den Bündeln wohl um Organe handelt, die - wie im alten Ägypten häufig praktiziert - nach der Mumifizierung in den Körper zurückgelegt wurden.
sfgate
video
abc

10. Januar 2010
Früheste hebräische biblische Inschrift entziffert
Gershon Galil von der Universität Haifa ist es gelungen, eine hebräische Tinteninschrift auf einer Topfscherbe, die in das 10. Jahrhundert v.Chr. datiert wird, zu entziffern. Die Scherbe wurde vor anderthalb Jahren bei Ausgrabungen in Khirbet Qeiyafa in der Nähe des Ela-Tals gefunden (dazu siehe Beitrag vom 03.11.2008). Die Inschrift lautet:
[...]
du sollst es nicht tun, sondern dem Herrn huldigen.
Urteile über den Sklaven und die Witwe / urteile über die Weise
und den Fremden. Setze dich ein für das Kleinkind / setze dich ein für den Armen und
die Witwe. Rehabilitiere den ( wohl: sorge für Rehabilitation des) Armen durch den König.
Beschütze den Armen und den Sklaven / stehe dem Fremden bei.
Galil sieht textliche Parellen zu verschiedenen Stellen der Bibel (Bücher Jesaja, Psalmen, Exodus). Der Text würde außerdem belegen, dass bereits zu diesem frühen Zeitpunkt Schreiber sogar in der Provinz tätig waren und dass in der israelitischen Gesellschaft auch Fremde zu finden gewesen seien. Die Inschrift zeige soziale Elemente wie sie ähnlich in biblischen Texten zu finden seien und die sich von Inschriften anderer Kulturen unterscheiden würden.
Dagegen könnte argumentiert werden, dass moralische Grundsätze ähnlicher Art sehr gut aus ägyptischen Inschriften (Biografien, Totenliteratur) bekannt sind, die lange vor dem 10. Jahrhundert v. Chr. niedergeschrieben wurden.
eurekalert
newmedia

10. Januar 2010
Iranische Wissenschaftler möchten Knochenfunde von Siwa untersuchen
Eine Gruppe iranischer Archäologen plant, die der untergegangenen Armee des Perserkönigs Kambyses zugeordneten menschlichen Überreste aus der libyschen Wüste (siehe Beitrag vom 02.12.2009) zu untersuchen. Ägypten hat diesem Vorhaben zugestimmt. Obwohl Zahi Hawass die Interpretation der Entdecker für unbegründet und irreführend bezeichnet hatte, würde das Schreiben der ägyptischen Behörden an die Iraner die  Existenz der Reste der persischen Armee ausdrücklich bestätigen, sagte Hamid Baqaei von der iranischen Kulturorganisation. Die Ägypter gaben außerdem zu verstehen, dass die Funde dem ägyptischen Staat gehören.
presstv

10. Januar 2010
Gräber von Pyramidenarbeitern in Giza freigelegt
Archäologen legten in der Nähe der Pyramiden von Giza einige Gräber der 4. Dynastie frei. Die Grabinhaber gehörten zur Kolonne der Arbeiter, die die Große Pyramide des Cheops erbauten. Während der 1990er Jahre wurden bereits einige Arbeitergräber gefunden, die jedoch aus einer späteren Zeit (späte 4. und 5. Dynastie) stammten. Der jüngste Fund ist der erste, der sich in die Regierungszeit des Cheops datieren lasse, heißt es in der offiziellen Pressemitteilung des SCA. Die bedeutendste Grabstätte gehörte einem Mann namens Idu. Sie ist von rechteckiger Form - mit einer äußeren, von einer weißen Putzschicht überzogenen Lehmziegelummauerung. Im Grab befinden sich mehrere, mit Kalkstein verkleidete Schächte, jeder mit einer Nische versehen. Der obere Teil des Idu-Grabes hat eine gewölbte Form, was die Datierung in die frühe 4. Dynastie nahelegt. Westlich des Idu-Grabes wurden weitere Begräbnisstätten und Reste von Särgen gefunden, während südlich ein weiteres großes Grab mit Schächten freigelegt wurde. Die Schächte enthalten jeweils ein "gekrümmtes" Skelett (Hockhaltung?) und Topfscherben.
Der in den verschiedenen Medienberichten zu diesem Fund teilweise als Aufmacher angebrachte Hinweis, dass die Pyramidenbauer keine Sklaven waren, erübrigt sich eigentlich. Bereits seit 20 Jahren widerlegt Mark Lehner mit seinem Lost City Project das Sklavenmärchen anhand unzähliger Befunde; Unterbringung, Verpflegung und medizinische Versorgung der Pyramidenarbeiter waren von hohem Niveau - siehe dazu auch Beitrag vom 25.05.2006 über den "Speiseplan" der Arbeiter.
drhawass.com vom 10.01.2010
drhawass.com vom 13.01.2010
npr
ftd

09. Januar 2010
Bleiglanz nicht zwangläufig schädlich
Die Ägypter verwendeten für ihre schwarze Augenschminke meist Bleiglanz und die Schminke diente nicht nur der Schönheit, sondern auch der Vorbeugung von Augenkrankheiten, z.B. dem auch im modernen Ägypten noch verbreiteten,durch Fliegen verursachten Trachom. Bleiglanz wurde jedoch von den alten Ägyptern auch zur Heilung verwendet. Ein Rezept aus dem Medizinischen Papyrus Ebers "für das Beseitigen von Unebenheiten" (Trachom) lautet: "Bleiglanz, roter Ocker, Ocker, rotes Natron; werde zerrieben; werde an die Außenseite der beiden Augen gegeben." (Quelle: W. Westendorf, Handbuch der altägyptischen Medizin, II, 1999). Jüngste Forschungen bestätigen und würdigen nun die Heilkunst der Ägypter. Blei in geringen Dosen erweist sich nach den Forschungsergebnissen nicht etwa als schädlich oder giftig, sondern kann durch die ihm eigene Produktion von Stickstoff das Immunsystem anregen und bei Augeninfektionen die Einflussnahme immuner Zellen vorantreiben.
berlinonline
pubs.acs

08. Januar 2010
Technologischer Fortschritt bei der Analyse von Erbmaterial
Das Max-Planck-Institut für Evolutionäre Anthropologie, Leipzig, hat einen Weg gefunden, kleinste Erbgutstücke abzuspalten und gesondert zu analysieren. Dadurch kann alte DNA vom Erbgut moderner Menschen getrennt werden. Bei allen bisherigen Methoden bestand immer die Gefahr einer Kontaminierung, was zu verfälschten Ergebnissen führen konnte. Die neue Methode könnte auch für die Untersuchung ägyptischer Mumie von großer Bedeutung sein.
berlinonline

06. Januar 2010
Ägypten Gastgeber der Konferenz zur Rückgabe von Antiquitäten
Wie Anfang Dezember 2009 angekündigt (siehe Beitrag vom 06.12.2009), wird Ägypten Gastgeber einer international besetzten Konferenz sein, auf der Vertreter aus diversen Ländern ihre Rückgabeforderungen hinsichtlich illegal außer Landes gebrachter Antiquitäten diskutieren wollen. Die Veranstaltung soll im April stattfinden, mit einer Dauer von drei Tagen. Dreißig Länder werden daran teilnehmen, darunter Griechenland, Mexiko, Afghanistan, Irak, Kambodscha und China. Gemeinsam sollen Vorgehensweisen diskutiert werden, es soll jedoch auch darum gehen, die relevante internationale Gesetzgebung auf den Prüfstand zu stellen.
AFP

05. Januar 2010
Zwei Gräber in Saqqara gefunden
In Saqqara fand eine ägyptische Grabungsmission zwei große Gäber aus der 26. Dynastie. Die Gräber sind am Rande des archäologischen Areals von Saqqara direkt in den Kalksteinfels getrieben; eines der beiden ist das größte, das je in Saqqaraa gefunden wurde. Es besteht aus einer großen, in den Fels gehauenen Halle, gefolgt von einer Reihe kleinerer Räume und Korridore. Zwei der inneren Räume waren mit Schutt angefüllt. In der sich daran anschließenden Halle stieß man auf Särge, Skelette und Gefäße. Von dieser Halle aus gelangt man über einen Korridor in einen kleineren Raum mit einem sieben Meter tiefen Grabschacht. Im nördlichen Bereich des Grabes fand sich ein Raum, in dem Tongefäße bzw. Scherben sowie weitere Särge und Falkenmumien gelagert sind. Nach dem bisherigen Stand der Untersuchungen kann die Grabanlage in die 26. Dynastie datiert werden; sie wurde jedoch einige Male wiederverwendet und wahrscheinlich am Ende der Römerzeit geplündert. An der Ostseite außerhalb der Grabanlage befinden sich zwei große Mauern, eine aus Kalkstein, die andere aus Lehmziegeln gefertigt. Das zweite freigelegte Grab enthält eine Anzahl von Gefäßen aus der Saitenzeit (26. Dynastie) und Särge, verstreut in einem versiegelten Raum.
Nach Aussage von Zahi Hawass gehörten beide Gräber wohl Personen der Mittelklasse ihrer Zeit; Namen seien bisher jedoch nicht gefunden worden.
drhawass.com
abcnews