ÄgyptologieNewsPaper
Redaktion und Texte (sofern nicht anders erwähnt): Gitta Warnemünde
  April 2007
30. April 2007
SCA möchte weitere Stücke für Eröffnung des Grand Egyptian Museum ausleihen

Der Egypt State Information Service meldet, dass Ägypten für die Eröffnung des neuen Ägyptischen Museums in Giza im Jahre 2011 den Stein von Rosette (British Museum London), die Büste der Nofretete (Ägyptisches Museum Berlin), die Statue des Hemiunu (Roemer-Pelizaeus-Museum Hildesheim), den Zodiac von Dendera (Louvre Paris) und die Büste des Anchaf (Museum of Fine Arts Boston) ausleihen möchte.

Die Wünsche der ägyptischen Antikenbehörde wurden - nach allem was bekannt ist - bisher  nur über die Presse publiziert. Es wäre vielleicht an der Zeit, sie auch formal auf den Weg zu bringen.


29. April 2007
Ägyptische Einrichtung soll für künftige DNA-Tests gerüstet werden

Mit finanzieller Hilfe von National Geographic Network soll Ägypten ein modernes Labor erhalten, um künftig selbst in der Lage zu sein, DNA-Tests an Mumien durchzuführen. SCA-Chef Hawass gibt zu, bisher entschiedener Gegener von DNA-Tests gewesen zu sein, weil es in Ägypten an Equipment fehlt. Derartige Test seien von "unspezialisierten Ausländern durchgeführt worden, denen es nur um den eigenen Ruhm ginge". Er erinnert an die Untersuchung einer Kindermumie in Saint Louis, bei der eine europäische Herkunft festgestellt wurde. Zur Erinnerung: die Mumie des sieben oder acht Monate alten Jungen stammte aus einer Zeitspanne von 30 v. Chr. bis 130 n. Chr.. Es wurde eine europäische Herkunft mütterlicherseits festgestellt, was für das griechisch-römische Ägypten alles andere als überraschend ist.

Egypt State Information Service


29. April 2007
Rettungsgrabungen im Tempel Sethos' I. in Qurna

Jane Akshar berichtet am 28.04.2006 in ihren Luxor News von den aktuellsten Bemühungen eines Teams um Rainer Stadelmann, den durch Grundwasser gefährdeten Tempel zu stabilisieren. Die Restaurierung des Monuments durch das Deutsche Archäologische Institut Kairo liegt erst wenige Jahre zurück. Das Resultat (Foto) der seinerzeit durchgeführten Arbeiten wird leider immer wieder durch Grundwasser, aber auch durch permanent nachwachsenden, zerstörerisch wirkenden  Kameldorn gefährdet. Jane zeigt eine ganze Reihe von Fotos, die die Situation und die derzeit stattfindenden Maßnahmen eindrucksvoll widerspiegeln.


29. April 2007
Al-Arish National Museum vor Eröffnung

Auf dem Sinai steht das Al-Arish National Museum kurz von seiner Eröffnung. Auf 2.500 qm wird die Geschichte des Sinai präsentiert. 1.500 ausgesuchte Exponate aus acht Museen (Ägyptisches Museum, Koptisches Museum, Islamisches Museum , Zitadellenmusem - alle Kairo, Griechisch-Römisches Museum Alexandria, Sinai Historical Museum Taba, Port Said Museum, Beni Suef Sammlung in Aschmonein) erwarten den Besucher. Ausserdem kommen Funde vom Sinai und aus dem Ostdelta (Qantara, Tell Basta), die den einstigen Horus-Weg repräsentieren, zur Ausstellung. Der Horus-Weg war eine der wichtigsten und am meisten frequentieren Routen von Ägypten in die Levante. Entlang der Strecken standen Festungen, die den Weg kontrollierten. Nicht weniger als 50 Armeen sind hier entlang marschiert. Thutmosis III. zog hier ebenso in die Schlacht wie später Ramses II. In umgekehrter Richtung erreichten die Hyksos Ägypten und die Besetzer aus Assyrien, Persien, Mazedonien und Rom nutzen die Route ebenfalls als Einfallstor, das auch bei der späteren Eroberung durch die Araber eine Rolle spielte.

Das Museum zeigt dreidimensionale Karten des Sinai mit den Orten der antiken Schlachten sowie den Horus-Weg selbst, einer Darstellung am Tempel von Karnak nachempfunden. Gezeigt werden Stücke aus prädynastischer, pharaonischer und griechisch-römischer Zeit. Besonderen Raum nehmen Artefakte aus der Zeit der Hyksos ein. Das obere Stockwerk ist dem Sinai und der Handwerkskunst gewidmet.

Al Ahram-weekly (sehr detaillierter und interessanter Artikel)


28. April 2007
Tschechische Ausgrabungen haben in Ägyten Tradition

In einem Online-Interview vom 22.04.2006 von radio.cz in deutscher Sprache berichtet der Direktor des Ägyptologischen Instituts der Pager Karlsuniversität, Ladislav Bares, von den jahrzehntelangen Arbeiten tschechischer Ägyptologen und Archäologen in Abusir und deren Ergebnissen und Erfolgen.


26. April 2007
Bundestagsausschuss gegen Ausleihe der Nofretete

Der Kulturausschuss des Bundestages teilt die von Kulturstaatsminister Bernd Neumann und den Fachleuten vorgebrachten Bedenken, die aus konservatorischer Sicht gegen einen langen Transport der Büste mit schwer kalkulierbaren Unwägbarkeiten  sprechen. Dies teilte der Vorsitzende des Ausschusses Hans-Peter Otto mit.

freiepresse.de


26. April 2006
"Der Schatz des Tutanchamun"

Es mutet an wie ein verspäteter April-Scherz: Im englischen Kintbury ist ein Mann im Besitz eines Ringes, der eventuell Tutanchamun oder einer Person aus seiner nächsten Umgebung gehört hat. Der Vater des derzeitigen Besitzers hatte ihn im Jahre 1987 nach einem Wirbelsturm am Strand der Isle of Wight gefunden. Elisabeth O'Connel von der ägyptologischen Abteilung des British Museum meint, dass die Inschrift tatsächlich vermuten lässt, der Ring sei um Tutanchamun herum zu datieren. Die einzige Erklärung des für derartige Artefakte sehr unüblichen Fundplatzes könnte ein im frühen 20. Jahrhundert untergegangenes Schiff sein, das ägyptische Antiquitäten an Bord hatte. Ob das Stück wirklich echt ist, bleibt abzuwarten.

newburytoday.co.uk


25. April 2007
Alles so schön bunt hier...

Im Hamburger Museum für Kunst und Gewerbe läuft noch bis zum 01.07.2007 eine Wanderausstellung unter dem Titel "Bunte Götter". Dabei wird das Publikum vielleicht ein wenig verstört an den Exponaten vorbeiflanieren, die ihm grellbunt entgegenleuchten. Es ist lange bekannt, dass die Kunst der klassischen Antike mitnichten marmorbleich daherkam. Statuen, Friese und Reliefs waren mit kräftigen Farben bemalt und sahen deshalb wahrscheinlich weit weniger elegant aus als die antiken Fundstücke sich heute präsentieren - zumindest für unseren modernen Geschmack. Die Hamburger Ausstellung befasst sich mit der klassischen griechischen Antike und passt eigentlich nicht so recht hierher. Das stimmt aber nur zum Teil. Denn - auch die Ägypter liebten das Spiel mit Farben. Wer heute die steingewordene Archaik ägyptischer Monumente bewundert, sollte eins nicht vergessen: Tempelwände waren weiß getüncht und die edlen Reliefs vielfarbig coloriert. Diese Zeichnung von Champollions Künstler Rosellini mag vielleicht in der Farbwahl nicht ganz der Historie entsprechen, dürfte ihr aber nahe kommen. Man denke sich einen schneeweißen Pylon mit farbenprächtigen monumentalen Darstellungen des Pharao beim Erschlagen der Feinde. Für manchen Ägyptomanen eine geradezu grauenhafte Vorstellung.
(Zeichnung aus "I Monumenti dell Egitto e della Nubia" Ippolito Rosellini, 1832)


25. April 2007
Hermann Parzinger wird wahrscheinlich Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz

Die Position des Präsidenten der Stiftung wird zum 1. März 2008 vakant, wenn der derzeitige Präsident Klaus-Dieter Lehmann aus dem Amt scheidet. Diverse Medien berichten darüber, dass Hermann Parzinger, zur Zeit Präsident des Deutschen Archäologischen Instituts, bereits jetzt als sein Nachfolger gehandelt wird, obwohl das letzte Wort über die Neubesetzung erst in etwa 6 Wochen gesprochen wird. Hermann Parzinger studierte Vor- und Frühgeschichte und war von 1995 bis 2003 Leiter der Eurasienabteilung des Deutschen Archäologischen Instituts, bevor der die Präsidentschaft des Instituts übernahm. Einem breiten Publikum wurde er jüngst bekannt durch seine sensationellen Funde von Skythengräbern mit wertvollen Grabbeigaben und einer "Eismumie" in Eurasien nahe der russisch-mongolischen Grenze. Viele der Stücke werden vom 06.07. bis zum 01.10.2007 in einer Ausstellung im Berliner Gropiusbau zu bewundern sein.

Zeit-News
welt.de


22. April 2007
Damm gegen Hochwasser in Karnak gefunden

Bei einer archäologischen Inspektion in Karnak fanden ägyptische Ausgräber die Reste eines Schutzdammes gegen das Nilhochwasser. Der aus großen Sandsteinblöcken aus Gebel el-Silsila in Form einer Mauer errichtete Schutzwall hatte eine Länge von 400 m und war 7 m hoch. Verstreut liegende Blöcke zeigen Dekorationen über einen Zeitraum von der 25. bis zur 29. Dynastie, so dass man davon ausgehen kann, dass die Mauer während dieser Zeit erbaut wurde. Der Online-Report von dailystaregypt.com  spricht von der Fertigstellung zur Zeit Nektanebos' (wahrscheinlich Nektanebos I.). Damit wäre man jedoch bereits am Anfang der 30. Dynastie.


22. April 2007
Statement der Museumskommission zur "Nofretete-Affäre"

Die Museumskommission der Stiftung Preußischer Kulturbesitz äußerte sich nun erstmals zur weltweiten Reise-Debatte. Wörtlich heißt es gemäß einem Artikel der Online-Ausgabe der Frankfurter Rundschau "Die Forderung von entwicklungspolitischen Organisationen, Nofretete für einige Monate in Ägypten auszustellen, schade dem berechtigten Anliegen, Bewusstsein für Raubkunst zu schaffen und damit deutlich zwischen legal Erworbenem und illegaler Aneignung zu unterscheiden". Dem ist kaum etwas hinzuzufügen. In der Antiken Welt 2/2007 (Printversion) wird dieses hochbrisante und wirklich wichtige Anliegen unter dem Titel "Beutekunst und Grabraub" ebenfalls thematisiert.

Es ist sehr zu begrüßen, dass sich mit der Museumskommission nun auch andere Institutionen der unseligen Reisedebatte annehmen. Der Schlagabtausch verläuft seit Tagen ein wenig eingleisig "Kampagne versus Berliner Museum" und ist der Tragweite nicht angemessen.

19. April 2007
Die Restaurierung des Pyramidenkomplexes von Djoser in Saqqara

Neben der bekannten Stufenpyramide und den noch erhaltenen bzw. wieder errichteten Ruinen rund um die Pyramide existieren noch weitere bedeutende Strukturen. Unter der Pyramide befindet sich ein Netzwerk von Kammern und Gängen, das insgesamt 6 km lang ist. Aber selbst diese sehr verworren und verwinkelt angelegte Grabkammerkonstruktion konnte Grabräuber nicht davon abhalten, die Grablege zu plündern. Eine der beeindruckendsten Kammern ist die Ostkammer, die als jenseitiger Königspalast angenommen wird. Hier haben versierte Handwerker Panelen aus blauen Fayence-Kacheln angebracht, die an eine Schilfmatte erinnern sollten. An der südlichen Wand ist der König bei verschiedenen rituellen Handlungen dargestellt. Der nördlich der Pyramide angelegte Totentempel ist fast völlig zerstört. Am südlichen Ende des großen Hofes vor der Stufenpyramide findet man das sogenannte Südgrab, dessen Kammern eine ähnliche Dekoration in blauer Fayence zeigen wie im Jenseitspalast unter der Pyramide. Das nebenstehende Foto zeigt einen Wellenhenkelkrug aus Alabaster - eines von einer großen Anzahl der in den unterirdischen Kammern der Stufenpyramide gefundenen Gefäße (jetzt im Museum Kairo).

Nachdem der Komplex des Djoser zunächst von frühen Archäologen und später über Jahrzehnte von dem französischen Ägyptologen Jean-Phillippe Lauer untersucht worden waren, stellen sich heute Beschädigungen ein, die dem Zahn der Zeit Tribut zollen. Die ägyptische Antikenverwaltung SCA hat sich deshalb nun zu einer Restaurierungskampagne entschlossen, die SCA-Chef Hawass mit der Rettung der Tempel von Abu Simbel vergleicht. 25 Millionen LE sollen die in drei Stufen vorgesehenen Arbeiten kosten, die auch die Konsolidierung des unterirdischen Tunnelsystems, die Beobachtung von Brüchen im Gestein, die Restaurierung der Wände und die Inspektion der natürlichen Ventilation im Südgrab umfassen werden.   Als erster Schritt - Anfang April begonnen - soll die Säuberung der Pyramide von Staub und Sand sowohl innen als auch außen erfolgen, um den Druck auf das Monument durch Gewichtsreduktion zu mildern. Von der Pyramide herabgefallene Blöcke werden eingesammelt, restauriert und möglichst wieder dort eingesetzt, wo sie eine Lücke hinterlassen haben. Andere Lücken sollen mit vor Ort gefundenem Gestein verfüllt werden. Danach wird die zweite Phase sich mit der Konsolidierung der unterirdischen Strukturen befassen. Während der dritten Phase wird der Versalzung der Kammern zu Leibe gerückt und es werden herabgefallene Fayence-Kacheln wieder an die Wände angebracht.

Al Ahram-weekly


18. April 2007
Ausführliches Interview mit Museumsdirektor Professor Dr. Dietrich Wildung

Nach Einschätzung von Wildung hatte der SCA keine andere Wahl, als in der zur Zeit weltweit publizierten Weise zu reagieren, nachdem eine private Kampagne die Lawine öffentlich losgetreten hatte. Die Organisatoren der Kampagne, ein Hamburger Verein (s.u.), hätten keine Anstalten gemacht, das Berliner Museum bezüglich eines Gedankenaustauschs zu kontaktieren.

Wildung geht auch auf die Fragilität der Büste ein. Die auf einen Kalksteinkern aufgebrachte skulptierte Gipsschicht haftet, wie Röntgenaufnahmen zeigen, nicht ganzflächig auf dem steinernen Untergrund. Wegen der dadurch entstehenden kleinen Hohlräume könnte es schon bei geringer Erschütterung zu Beschädigungen kommen. Demnach wäre ein Transport über Tausende von Kilometern unverantwortlich. Die Büste würde nur noch einmal transportiert, sagt Wildung, nämlich rund 200 m weit bis zu ihrem endgültigen Standort im Neuen Museum, das im Jahr 2009 fertiggestellt sein wird.

Kölner Stadt-Anzeiger
 


18. April 2007
Offizielle schriftlich Anforderung der Nofretete durch SCA angekündigt

In einem Interview mit dem ARD-Hörfunkstudio Kairo kündigte Zahi Hawass an, er werde die Büste der Nofretete als Leihgabe am Donnerstag, 19.04.2007, schriftlich vom Direktor der Stiftung Preußischer Kulturbesitz fordern, unter Zusicherung aller von Deutschland geforderten Garantien. Einer negativen Antwort werde er jedoch mit einer offiziellen Rückgabeforderung begegnen. Die Ausstellung der Büste in Ägypten soll möglicherweise mit der Eröffnung des Grand Museums (GEM) in fünf Jahren erfolgen. In die entsprechenden Verhandlungen müsse man jedoch bereits jetzt eintreten. Hawass äusserte die Hoffnung, dass es zu einer gütlichen Einigung kommen werde.

presseportal.de


18. April 2007
Informationsdienst Wissenschaft - idw - Pressemitteilung
Technische Universität Carolo-Wilhelmina zu Braunschweig, Dr. Elisabeth Hoffmann

Tagung "UnternehmerGeist - Geisteswissenschaften und Wirtschaft"

Was können Geisteswissenschaften und Unternehmen voneinander lernen? Welche Chancen kann eine intensivere  Zusammenarbeit eröffnen? Im Jahr der Geisteswissenschaften veranstaltet die Technische Universität Braunschweig am 23. bis 25. April eine Konferenz zum Verhältnis von Geisteswissenschaften und Wirtschaft. Zu den Referenten zählen unter anderem die Kommunikationswissenschaftler Prof. Miriam Meckel und Prof. Friedemann Schulz von Thun sowie der Schriftsteller Burkhard
Spinnen.

Wirtschaftlicher Erfolg ist keine reine Rechenfrage. Um dieses Ziel zu erreichen, müssen Unternehmen ihre Märkte und Kunden verstehen, aber auch erreichen können - und die verschiedenen Stakeholder und ihre Interessen müssen begriffen werden, um eine erfolgreiche Unternehmenskommunikation zu ermöglichen. Wie Unternehmen sich selbst verstehen und kommunizieren können und welche Konsequenzen sich aus der wechselseitigen Kommunikation mit anderen ergeben, darum geht es bei der Tagung "UnternehmerGeist - Geisteswissenschaften und Wirtschaft". Die Tagung findet im Rahmen des Wissenschaftsjahres 2007, dem "Jahr der Geisteswissenschaften", statt.

Wir weisen besonders auf zwei Höhepunkte der Konferenz hin:

den Eröffnungsempfang im Beisein von Bundesministerin Annette Schavan am Montag, 23. April, 13 Uhr, im künftigen "Haus der Wissenschaft", Pockelsstraße 11,

sowie die Podiumsdiskussion "Geisteswissenschaften und Wirtschaft" am Dienstag, 24. April, 19.30 Uhr, in der Industrie- und Handelskammer Braunschweig.

Medienvertreterinnen und -vertreter sind zu der Veranstaltung herzlich eingeladen. Bitte melden Sie sich vorab an unter Tel.-Nr. 0531 391 4122 (Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der TU Braunschweig).

Die Veranstaltung ist nach Anmeldung kostenfrei zugänglich. Nähere Informationen finden Sie im Internet.

Weitere Informationen finden Sie unter
http://www.tu-braunschweig.de/unternehmergeist
http://www.abc-der-menschheit.de/
http://www.braunschweig.de/stadt-der-wissenschaft

Zu dieser Mitteilung finden Sie Bilder unter der WWW-Adresse:
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Braunschweig - Stadt der Wissenschaft 2007

http://idw-online.de/pages/de/image46897
Jahr der Geisteswissenschaften

Die gesamte Pressemitteilung inkl. Bilder erhalten Sie unter:
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Kontaktdaten zum Absender der Pressemitteilung stehen unter:
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18. April 2007
Informationsdienst Wissenschaft - idw - Pressemitteilung
Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt (Main), Dr. Anne Hardy

Die Sprache der Religion
Religion und Zukunftsdeutung / Prophetische und Orakeltexte aus dem Vorderen Orient und dem hellenistischen Griechenland

Ist Religion an der Sprache erkennbar? Unterliegen religiöse Äußerungen bestimmten sprachlichen Mustern? Welchen
sprachlichen Zeichensystemen folgen religiöse Texte und religiöse Institutionen? Diese Fragen stehen im Mittelpunkt eines neuen
Forschungsschwerpunktes am Fachbereich Evangelische Theologie der Universität Frankfurt. Am Beispiel der Traditionsliteratur des antiken Judentums und seiner kulturgeschichtlichen Vernetzung zur Zeit des Hellenismus sollen hier in den nächsten fünf Jahren die Grundmuster religiöser Sprachformen aus sprachwissenschaftlicher, literaturgeschichtlicher und anthropologischer Perspektive erarbeitet werden. Die Zeit des Hellenismus bietet sich dazu besonders an, denn im Schatten des Zuges Alexanders des Großen durch Kleinasien und den Alten Vorderen Orient und die damit einhergehende kulturelle Durchmischung von Orient und Okzident entstanden neuartige Formen religiöser Literatur.

Der neue Forschungsschwerpunkt umfasst

den Aufbau einer Forschungsstelle zur althebräischen Sprache, an der ein neues Hebräisch-Deutsches Handwörterbuch, das den lexikalischen Bestand des Biblischen Hebräisch, der althebräischen Inschriften und der Qumrantexte enthält, für Studierende erstellt wird
und
die Abfassung eines Teilbandes zur Althebräischen-frühjüdischen Literaturgeschichte, die in Verbindung mit den
Instituten für Altes Testament an den Universitäten Heidelberg, Zürich und Jena entsteht.

Flankierend dazu wird die Projektgruppe "Altorientalisch-Hellenistische Religionsgeschichte" (AHRG), die im Rahmen der
Wissenschaftlichen Gesellschaft für Theologie arbeitet und die sich gezielt um den Austausch zwischen Altorientalistik,
Bibelwissenschaften, Klassischer Philologie und Archäologie, Alter Geschichte sowie antiker Literatur- und Religionsgeschichte bemüht, ihre nächsten Jahressymposien den neuen Gattungen religiöser Literatur im Hellenismus widmen.

Die Auftakttagung dazu findet am 28. April am Fachbereich Evangelische Theologie der Johann Wolfgang Goethe-Universität statt und steht unter dem Titel "Religion und Zukunftsdeutung - Prophetische und orakelhafte Texte aus dem Vorderen Orient und aus Griechenland aus hellenistischer Zeit." Sie beginnt um 10 Uhr mit einem Stehkaffee im Campus Westend. Die vier Hauptvorträge werden gehalten von
Prof. Eva Cancik-Kirschbaum
(Lehrstuhl für Altorientalistik, Freie Universität Berlin), Prof.
Joachim F. Quack (Lehrstuhl für Ägyptologie, Universität Heidelberg),
Prof. Michael Erler (Lehrstuhl für klassische Philologie, Universität Würzburg)
und PD Stefan A. Nitsche (Kirchliche Hochschule
Neuendettelsau).

Wann?
28. April 2007, 10 bis 17 Uhr

Wo?
IG Hochhaus/Nebengebäude, Campus Westend, Raum 2.701
Grüneburgplatz 1, 60323 Frankfurt am Main

Die Teilnahme ist kostenfrei. Allerdings ist aus organisatorischen Gründen eine verbindliche Anmeldung erforderlich unter: b.moll@em.uni-frankfurt.de

Die Tagung wird finanziell durch die Burse - Gemeinnütziger Verein zur Förderung der Studentenhilfe an der Universität Frankfurt am Main unterstützt.

Informationen: Prof. Markus Witte, Fachbereich Evangelische Theologie (Altes Testament), Tel.: (069) 798-33315,
Fax: (060) 798-32036,
M.Witte@em.uni-frankfurt.de.

Weitere Informationen finden Sie unter
http://www.evtheol.uni-frankfurt.de/at/forschung/ index.html

Die gesamte Pressemitteilung erhalten Sie unter:
http://idw-online.de/pages/de/news204836

Kontaktdaten zum Absender der Pressemitteilung stehen unter:
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18. April 2007
Nofretetes Reisetauglichkeit

Die Diskussion um das Ausleihen der Nofretete-Büste entwickelt sich zu einer unappetitlichen Angelegenheit. Mit unverhohlenem Misstrauen werden die Berliner Institutionen aufgefordert, man möge ein unabhängiges Gutachten zum Zustand der Nofretete in Auftrag geben und dieses der Öffentlichkeit zugänglich machen. Weiterhin ist hier und da zu lesen, bei einer Kunstinstallation vor einigen Jahren sei man nicht so zimperlich gewesen. Es wird suggeriert, die Büste selbst hätte sich 2003 auf der Biennale in Venedig befunden. Um derart verworrene Gedankengänge wieder in geregelte Bahnen zu lenken, habe ich einen meiner alten Artikel aus der "Mottenkiste" geholt. Er ist heute nicht weniger aktuell als vor vier Jahren

Nefertiti's Body - Nofretetes Körper
Der offizielle Beitrag des ungarischen Pavillons zur Biennale in Venedig, 2003

Stellungnahme des Direktors des Ägyptschen Museums
Prof. Dr. Dietrich Wildung
Staatliche Museen zu Berlin

Der offizielle ungarische Beitrag bei der Biennale in Venedig 2003, dem bedeutendsten internationalen Ereignis des Jahres zur Gegenwartskunst, wurde in einem langen Schaffensprozess in Kooperation mit dem Ägyptischen Museum in Berlin entwickelt. Unter der Verantwortung der Präsidentin der Kunsthalle Budapest, Dr. Julia Fabenyi, und kuratiert von Zsolt Petranyi thematisiert die Künstlergruppe Kish Warsaw den Einfluss der Büste von Königin Nofretete auf das Bewusstsein der Kunst im allgemeinen und insbesondere der antiken Kunst.

Im Rahmen der Kunstaktion haben die Künstler einen lebensgroßen weiblichen Torso aus Bronze entworfen, der die Sinnlichkeit einer kleinen Kalkstein-Statue der Berliner Nofretete (Inventarnummer 212633) aufnimmt. Die Statue trägt ein enganliegendes Kleid. Anstelle des Kopfes lässt der Torso lediglich eine rechteckige Form frei, die die Proportionen der berühmten Berliner Büste aufnimmt. Der Körper dieses Gegenwartskunstwerks - Nofretetes Körper - ist die Botschaft des künstlerischen Konzepts. Ohne die Berliner Büste zu zeigen, ruft sie diese zugleich in Erinnerung; der besondere Aspekt der Arbeit ist die materielle Abwesenheit der jedoch virtuell anwesenden Büste. Die kopflose Bronzestatue erhält ihren fehlenden Teil durch die virtuelle Omnipräsenz eines der größten Kunstwerke der Welt - indem sich die Statue selber ohne Kopf zeigt, verweist sie auf die Büste.

Das anspruchsvolle Konzept der ungarischen Künstler, eine weltberühmte Skulptur durch ihre Abwesenheit zu zeigen, motivierte das Ägyptische Museum in Berlin dazu, an diesem ungewöhnlichen Projekt teilzunehmen und es in die Dialogserie zwischen Kunst aus der Zeit der Pharaonen und Gegenwartskunst zu stellen. Damit wird eine konzeptionelle Arbeit fortgesetzt, die während der letzten zwanzig Jahre unter dem Motto "Grenzen abbauen" durchgeführt wurde. Die Präsentation der kopflosen Bronzestatue im ungarischen Pavillon der Biennale in Venedig unterstreicht die Kraft einer Idee - der Idee von zeitloser Schönheit, wie sie durch die Büste Nofretetes dargestellt wird. Die Abwesenheit der originalen Büste verdeutlicht ihre dominante Stellung im kulturellen Gedächtnis der Welt.

Antike Kunst - insbesondere Ägyptische Kunst - wird hiermit integraler Bestandteil des künstlerischen Bewusstseins; die Moderne und die Gegenwartskunst können nicht ohne ihre bewussten oder unbewussten traditionellen Wurzeln existieren. Unter diesem Aspekt passt auch die aktuelle Ausstellung „I Faraoni" im Palazzo Grassi in Venedig, bei der Berlin und Kairo die Hauptleihgeber sind, perfekt in die Biennale. Der offizielle ungarische Beitrag auf der Biennale in Venedig ist die Verkündung der Autonomie antiker Kunst und der Gegenwartskunst und gleichzeitig das Eingeständnis des Zusammenhangs beider Epochen der Kunstgeschichte, wie er zum Bespiel von Giacometti, Klee, Modigilani, Picasso oder Bacon repräsentiert wird.

Die Bronzestatue hat die Berliner Büste nur für einen kurzen Augenblick getroffen: als integraler Bestandteil der Entstehung des Kunstwerks reiste der Torso von Budapest nach Berlin. Am Montag, den 26. Mai 2003, wurde der Torso für einige Stunden mit der Büste vereint. In diesem außergewöhnlichen Moment absoluter Stille - und unter Ausschluss der Öffentlichkeit - nur unter den Augen der Beteiligten (Künstler, Kurator, Direktor des Ägyptischen Museums und Mitarbeiter) - führte das kurze physische Zusammentreffen der beiden Kunstwerke wie erwartet zu der Erfahrung ihrer absoluten Autonomie.

Eine Dokumentation dieses Zusammentreffens von Büste und Körper antiker und moderner Kunst wird in Venedig gezeigt, und die Büste wird in Form einer permanenten Live-Video-Schaltung aus dem Berliner Ausstellungsraum in den ungarischen Pavillon auf der Biennale virtuell präsent sein.

Kopien dieser Pressemitteilung wurden anlässlich des Vortrages von Herrn Professor Dr. Dietrich Wildung am 24.06.2003 zur Verfügung gestellt. Mit der Vorführung eines Videos über die Entstehung der Kunstperformance erhielt das Publikum einen guten Einblick, um sich selbst sein Urteil zu bilden. Herr Professor Wildung war sichtlich betroffen von der in den ägyptischen Medien gegen ihn, seine Familie und nicht zuletzt das Berliner Museum entfachten Schlammschlacht.


17. April 2007
Oh Nofretete.....

Die Schöne beherrscht inzwischen alle Feuilletons und Kultursparten nationaler und internationaler Medien. Die ägyptischen Forderungen sind uralt und werden gern gebetsmühlenartig in gewissen Abständen aus der Versenkung geholt - ebenso wie der Ruf nach Herausgabe anderer Artefakte, etwa des Steins von Rosette, der sich im British Museum befindet. Vor fast genau einem Jahr mussten gar die New Yorker um ihren Obelisken im Central Park bangen, denn von Seiten des SCA gab es heftige Vorwürfe, das Monument würde nicht pfleglich genug behandelt. All diese lautstark über Nachrichtenagenturen lancierten Äußerungen waren nach einer gewissen Zeit Schnee von gestern und gegenstandslos. Man wird sehen, ob der aktuelle Fall ein ähnliches Ende findet. Die "Welt" vermutet in ihrem Artikel "Der Mann, der Nofretete wiederhaben will", die wortreichen Drohungen seien wohl mehr "ins Inland hinein" gesprochen und beruft sich auf Gerüchte aus Kairo, Hawass hätte Ambitionen, der nächste Präsident Ägyptens werden zu wollen.

Einige deutschsprachige Artikel zum Thema
tagesspiegel.de
diepresse.com
derstandard.at


17. April 2007
Informationsdienst Wissenschaft - idw - Pressemitteilung
VolkswagenStiftung, Dr. Christian Jung

Neue Förderung für die Geisteswissenschaften

Heyne-Professuren und Gervinus-Fellowships: 1,7 Millionen für Wissenschaftler in Göttingen und Osnabrück

Mit dem erstmals durch das Land Niedersachsen ausgeschriebenen Förderprogramm "Heyne&Gervinus" fördert das Land 2007 fünf Wissenschaftler an den Universitäten Göttingen und Osnabrück mit insgesamt rund 1,7 Millionen Euro. Die Mittel stammen aus dem "Niedersächsischen Vorab": Fördermittel der VolkswagenStiftung, die ausschließlich der Forschungsförderung in Niedersachsen zu Gute kommen.

"Bereits in der ersten Runde ist es gelungen, junge und viel versprechende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler nach
Niedersachsen zu holen. Die neuen Forscherinnen und Forscher vertreten ein breites Spektrum der Geisteswissenschaften: Ihre Schwerpunkte reichen von den Kognitionswissenschaften bis zur Altorientalistik", so der Niedersächsische Minister für Wissenschaft und Kultur Lutz Stratmann.

Ziel des Programms ist der Ausbau geisteswissenschaftlicher Forschungsschwerpunkte an den niedersächsischen Hochschulen.
Ausgeschrieben sind die so genannten "Heyne-Professuren", um junge Wissenschaftler nach Niedersachsen zu berufen, und die "Gervinus-Fellowships", um international renommierte Gastwissenschaftler einzuladen. "Gerade die Exzellenzinitiative von Bund und Ländern zeigt, dass eine Hochschule leistungsfähige Forschungseinheiten in allen Fakultäten benötigt, um interdisziplinär arbeiten und im nationalen und internationalen Vergleich bestehen zu können", so Wissenschaftsminister Stratmann.

2007 werden folgende Professuren und Fellowships gefördert:

Hochschule

Göttingen  --Einrichtung einer Christian-Gottlob-Heyne-Professur im
Fach "Alte Geschichte":
Professor Dr. Bruno Bleckmann

Göttingen  --Einrichtung einer Christian-Gottlob-Heyne-Professur im
Fach "Altorientalistik":
Privatdozentin Dr. Annette Zgoll

Göttingen  --Einrichtung einer Christian-Gottlob-Heyne-Juniorprofessur
für Nordamerika-Studien mit Schwerpunkt "Media Studies":
Dr. Philipp Schweighauser

Osnabrück  --Einrichtung einer Christian-Gottlob-Heyne-Juniorprofessur
"Philosophie des Geistes", Institut für Kognitionswissenschaften:
Dr. Sven Walter

Osnabrück --Gervinus-Fellowship für die Universität Osnabrück,
Institut für Kognitionswissenschaft:
Prof. Robert C. Richardson, University of Cincinnati, Ohio/USA

Das Programm "Heyne&Gervinus" hat eine Gesamtlaufzeit von neun Jahren, jährliche Ausschreibungen finden in den Jahren 2006 bis 2011 statt. Für das Programm stehen insgesamt rund zehn Millionen Euro zur Verfügung. Während der Laufzeit des Programms werden bis zu zehn Heyne-Professuren, bis zu elf Heyne-Juniorprofessuren und bis zu sechs Gervinus-Fellowships gefördert.

Die Heyne-Professuren sind benannt nach Christian Gottlob Heyne (1729 - 1812); er war Professor für alte Sprachen und Geschichte in Göttingen, Bibliothekar und einer der Wegbereiter der klassischen Altertumswissenschaften und des Neuhumanismus in Deutschland und Europa. Georg Gottfried Gervinus (1803 - 1875) war Professor für Geschichte und Literaturgeschichte in Göttingen.

Kontakte

VolkswagenStiftung
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Dr. Christian Jung
Telefon: 0511 8381 - 380
E-Mail: jung@volkswagenstiftung.de

Niedersächsisches Ministerium für Wissenschaft und Kultur
Meike Ziegenmeier
Telefon: 0511 120 2603
E-Mail: pressestelle@mwk.niedersachsen.de

Informationsdienst Wissenschaft e.V. - idw - http://idw-online.de


15.April 2007
"Nofretete soll nicht auf Reisen gehen"

Das ist die Aussage von Kulturstaatsminister Bernd Neumann vom 13.04.2007. Er reagierte damit auf eine kürzlich ins Leben gerufene Kampagne Nofretete geht auf Reisen, die sich dafür einsetzt, die berühmte Büste der Nofretete an die Ägypter auszuleihen. Initiatior der Kampagne ist ein von der EU geförderter Hamburger Verein namens CulturCooperation e.V. Neumann gab als Begründung an, die Büste sei zu empfindlich für einen derartigen Transport und berief sich dabei auf die Expertise der Fachleute.

welt.de

Erwartungsgemäß hat der durch die Kampagne verursachte Wirbel inzwischen auch die ägyptische Antikenverwaltung auf den Plan gerufen. Generalsekretär  Zahi Hawass ließ über die ägyptische Nachrichtenagentur MENA verbreiten, nie wieder würde es in Deutschland eine Ausstellung mit ägyptischen Leihgaben geben, falls man sich weigere, Nofretete dem Ägyptischen Museum Kairo für drei Monate auszuleihen.

news.sawf.org
france24.com

14. April 2007
Monumente von al-Daba kein Hindernis für Kernkraftwerk

In einer Mitteilung des Egypt State Information Service dementiert Zahi Hawass, Generalsekretär der ägyptischen Antikenbehörde SCA, Aussagen, die ihm die Presse in den Mund gelegt hätte. Der SCA hätte nicht gegen den Bau eines Kernkraftwerkes opponiert. Das Werk soll in der Nähe einer Ausgrabungsstätte mit Artefakten aus griechisch-römischer Zeit entstehen. Hawass sagte, die dortigen Stücke würden in ein Lager verbracht, um restauriert und registriert zu werden. Später sollen sie in dem  geplanten griechisch-römischen Museum des Ortes zur Ausstellung kommen.

Siehe auch Artikel aus Dezember 2006

12. April 2007
Teure Sicherheit

Im Bahrain National Museum wurde am 11.04.2007 im Beisein von Sabry Abdel Aziz vom Supreme Council of Antiquities eine Tutanchamun-Ausstellung eröffnet. Die Sicherheit der Exponate hat ihren Preis. Die Vorkehrungen kosten 1,73 Mio. Dollar.

gulf-daily-news.com

11. April 2007
Brasilianer möchten sich an Grabung beteiligen

Der brasilianische Ägyptologe Antonio Brancalion jun., Professor an der Federal University of Rio de Janeiro, möchte seinen Studenten ermöglichen, vor Ort in Ägypten an Grabungen teilzunehmen. Die Ägypter hätten ihn ermutigt, so dass er nun Sponsoren sucht, um die Finanzierungslücke zu füllen. Von den rund 300.000 Dollar übernimmt der brasilianische Staat die Hälfte; für den Rest müssen andere Wege gefunden werden. Ziel des Brasilianers ist es, sich mit seinem Team der französischen Mission von Phillippe Brissaud in Tanis anzuschließen.

anba.com

11. April 2007
Keine Untersuchung der Cheops-Pyramide durch Houdin

Die ägyptische Antikenbehörde stimmt einer Untersuchung der Großen Pyramide durch Jean-Pierre Houdin nicht zu. Houdin beabsichtigte, seine Theorie vom Pyramidenbau vor Ort zu überprüfen. Das Ansinnen wurde von Zahi Hawass abgelehnt. Bei der Gelegenheit betonte Hawass noch einmal seine geplante Roboter-Untersuchung, über die - im Gegensatz zu der vor einigen Wochen getroffenen Aussage - erst innerhalb der nächsten drei Monate entschieden werden soll.

metimes.com

10.04.2007
Informationsdienst Wissenschaft - idw - Pressemitteilung
Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg, Dr. Michael Schwarz

Badisches Landesmuseum Karlsruhe und Universität Heidelberg schließen Kooperationsvertrag ab

Für die Universität Heidelberg ergeben sich hierdurch interessante neue Perspektiven für Forschung und Lehre - Einladung an die Medien zu Vertragsunterzeichnung und Pressegespräch:
Montag, 16. April 2007,
10.30 Uhr, Bel Etage, Alte Universität, Grabengasse 1, 69117  Heidelberg

Das Badische Landesmuseum Karlsruhe (BLM) und die Universität Heidelberg, vertreten durch das Zentrum für Altertumswissenschaften, schließen einen Kooperationsvertrag ab. Die Vereinbarung zielt darauf ab, eine praxisnahe Ausbildung von Studierenden altertumswissenschaftlicher Disziplinen zu gewährleisten und die Zusammenarbeit zwischen der Universität und dem Museum zu intensivieren, das ein international hervorragendes Renommee für erfolgreiche Ausstellungen zu antiken Themen genießt. Für die Universität Heidelberg ergeben sich hierdurch interessante neue Perspektiven für Forschung und Lehre.

Beide Partner laden die Medien zur Vertragsunterzeichnung mit anschließendem Pressegespräch ein.

Vertragsunterzeichner:
Für das BLM: Prof. Dr. Harald Siebenmorgen
Für die Universität Heidelberg: Prorektorin Prof. Dr. Silke Leopold

Ansprechpartner in der Universität Heidelberg:
Prof. Dr. Joseph Maran
Tel. 06221 542541
m17@ix.urz.uni-heidelberg.de

Rückfragen von Journalisten auch an:
Dr. Michael Schwarz
Pressesprecher der Universität Heidelberg
Tel. 06221 542310, Fax 542317
michael.schwarz@rektorat.uni-heidelberg.de
http://www.uni-heidelberg.de/presse

Irene Thewalt
Tel. 06221 542311, Fax 542317
presse@rektorat.uni-heidelberg.de

Die gesamte Pressemitteilung erhalten Sie unter:
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Informationsdienst Wissenschaft e.V. - idw -
http://idw-online.de


10.04.2007
Die Rinder der Etrusker

Ein italienisch-amerikanisches Biologenteam konnte aufgrund von DNA-Anlalysen eine lang gehegte Vermutung untermauern. Es fand heraus, dass die Etrusker ursprünglich aus Anatolien stammten und über das Meer nach Italien gelangten. Hier in Mittelitalien gründeten sie eine Hochkultur, die 700 (ca. 800 bis 100 v. Chr.) Jahre überdauerte. Auf die Spur der Herkunft kamen die Wissenschaftler eher zufällig. Sie hatten die DNA toskanischer Rinder untersucht und festgestellt, dass die europäischen Hausrinder von einer anatolischen Rinderart abstammten. Man nahm daraufhin auch DNA-Proben der heutigen Bevölkerung des früheren Etruskergebietes und fand dabei heraus, dass deren Abstammung ebenfalls nicht europäisch, sondern im Nahen Osten anzunehmen ist. Die Gen-Spur der Etrusker lässt sich auf europäischem Boden lediglich in Mittelitalien und auf der Insel Lemnos nachweisen. Entsprechend wird vermutet, dass sie mit ihren Tieren nicht über Land, sondern auf dem Seeweg nach Italien gelangten. Die Kultur der Etrusker ist bisher recht wenig erforscht, zumal es noch nicht gelungen ist, ihre Sprache zu übersetzen.

damals.de

10. April 2007
Die Haare des großen Ramses sind nach Kairo zurückgekehrt

Ägypten hat die in Frankreich beschlagnahmten Haare sowie Leinen- und Harzfragmente von Ramses II. nun endgültig zurück erhalten. Auch Leinenfragmente von der Mumie des Merenptah gehörten zu der illegalen Sammlung eines Franzosen. Man hatte sie von dessen Mumie entnommen, um sie ebenfalls anlässlich der Ramses-Untersuchung 1976 in Paris zu analysieren. Alle Stücke wurden in der letzten Woche durch einen Mitarbeiter der ägyptischen Altertümerbehörde in Paris entgegengenommen und nach Kairo gebracht. Sie sollen zusammen mit Schautafeln mit den Untersuchungsergebnissen von 1976 im Mumiensaal des Kairener Museums ausgestellt werden.

derstandard.at
Egypt State Information Service

05. April 2007
Die gefährdeten Königsgräber

Al Ahram-weekly lässt in seiner Ausgabe 839 eine Mitarbeiterin des Theban Mapping Projects (TMP) zu Wort kommen. Sie erklärt, unter welch dramatischen Belastungen die Gräber im Tal der Könige zu leiden haben und wie Wissenschaftler versuchen, dagegen anzukämpfen. Die ohnehin schon ansehnliche Zahl der Touristen stieg mit dem Ausbau des Flughafens von Luxor weiter an. In der Hauptsaison bevölkern täglich 7.000 Besucher das Königstal. Schweiß und Staub setzen sich an den Grabwänden ab und verkrusten. Tausende von Körpern schieben sich an dekorierten Wänden und Säulen entlang und beschädigen dabei die empfindlichen Wandoberflächen. Schon vor Jahren hat man damit begonnen, schützende Glasscheiben vor den Wänden einiger Gräber anzubringen. Die Scheiben sind jedoch teilweise 2 m hoch, so dass sie zwar einerseits Schutz bieten, andererseits jedoch beim Reinigen wiederum die Dekoration gefährden. Sie müssten eigentlich ausgetauscht werden. Eine Idee ist, sich durch nur 1 m hohe Glaswände zu ersetzen, die in "Handhöhe" eines durchschnittlich großen Menschen und in einem gewissen Abstand zur Grabwand angebracht werden. Problematisch wird es allerdings werden, die alten riesigen und schweren Glaswände zu entfernen. Neben dem Schutz der Gräber vor Sturzbächen durch bereits fertiggestellte Barrieren wäre das ein weiterer Schritt zur Erhaltung der einmaligen Monumente. Das TMP arbeitet außerdem kontinuierlich an der fotografischen Aufnahme der Gräber, um am Ende eine komplette Bilddokumentation aller Gräber zur Verfügung zu haben. Allerdings sind die im Laufe der Jahrhunderte durch frühchristliche Einsiedler, Demontagen und Abklatsche verschwundenen Malereien und Reliefs unwiederbringlich verloren - es sei denn, frühe Pioniere wie Champollion und Lepsius haben sie in Form von Zeichnungen und Beschreibungen der Nachwelt hinterlassen.

05. April 2007
Eine Mumie in Jena

Bei einer Grabung an St. Michael, der Stadtkirche von Jena, fanden Archäologen das Skelett eines Mannes. Nähere Untersuchungen ergaben, dass dem Verstorbenen das Gehirn entfernt und der Schädel anschließend mit Bitumen gefüllt worden war, eine Technik, die von den alten Ägyptern bei der Mumifizierung angewendet wurde. Auch Spuren von Natron fanden sich an dem Skelett. Der etwa 35 bis 50 Jahre alte und 1,65 m große Mann war jedoch ein Mitteleuropäer aus dem 13. Jahrhundert, so dass man davon ausgeht, dass ein früher Orientreisender nach seinem Tod in Ägypten einbalsamiert und danach in seine Heimat zurück transportiert wurde.

spiegel.de
stern.de
otz.de

04. April 2007
Reliquien der Jeanne d'Arc sind Mumienteile

Die bisher für die Überreste der Heiligen Johanna nach deren Verbrennung gehaltenen Knochen wurden im vergangenen Jahr einer genetischen, anatomischen und röntgenologischen Analyse unterzogen. Dabei stellte sich heraus, dass sie von einer ägyptischen Mumie stammen, die auf das 6. bis 3. Jahrhundert v. Chr. datiert wurde. Die Reliquien waren 1867 in einem Gefäß auf dem Dachboden einer Pariser Apotheke gefunden. Das Etikett wies sie als Überreste vom Scheiterhaufen der Jeanne d'Arc aus. Sie werden heute im Museum von Chinon aufbewahrt.

networld
mdr.de

02./03. April 2007
Festung auf dem Sinai ausgegraben

Ägyptische Archäologen haben nach 10jähriger Arbeit auf dem Sinai nahe Qantara die Festung Tharo aus der 18. Dynastie offensichtlich nunmehr vollständig ausgegraben. Die Festung befindet sich an der Route zwischen Ägypten und Palästina, dem antiken "Horusweg". Das 150 qm große Bauwerk wurde auf einer früheren Militärbasis der Hyksos errichtet - Asiaten, die Ägypten in der Zweiten Zwischenzeit teilweise besetzt hielten. Die Festung mit vier Türmen aus Lehmziegeln soll in ihrer Bauweise denen ähneln, die in Reliefs an Tempelmauern in Karnak dargestellt sind. Salima Ikram, Professorin für Ägyptologie an der AUC (American University of Cairo), berichtete, man habe während der Grabungsarbeit eine "ganzheitliche" Archäologie betrieben, die auch Geologie, Klimatologie, Linguistik und Kunstgeschichte umfasst. Die Wissenschaftler fanden zudem sterbliche Überreste von Pferden - der bisher früheste Fund dieser Art.

Zur Überraschung der Archäologen fanden sich auch Spuren von Asche und Bimsstein auf dem Grabungsgelände, die die Wissenschaftler mit dem verheerenden Vulkanausbruch von Thera (Santorin) um 1500 v. Chr. und einem darauf folgenden Tsunami in Verbindung bringen.

Auf einer weiteren Grabung ganz in der Nähe der Festung wird derzeit an der Restaurierung eines römischen Theaters gearbeitet. Nach Fertigstellung soll es für Besucher zugänglich gemacht werden.

Egypt State Information Service
kazinform
nationalgeographic
cctv.com
Reuters

01. April 2007
Restaurierung der Djoser-Pyramide

Der Egypt Information Service meldet, dass die Stufenpyramide des Djoser restauriert werden soll. In drei Schritten sollen sowohl die Pyramide (vermutlich mit Grabkammer) als auch das Südgrab hergerichtet werden. Es sei das erste Mal, dass derartige Arbeiten an dem Areal durchgeführt würden, sagte Zahi Hawass (SCA).

Anfang April 2007
Der Bau der Großen Pyramide

Seit der Veröffentlichung von Jean-Pierre Houdin's Theorie (siehe auch Beitrag im März-Archiv) über den Pyramidenbau überschlagen sich alle Medien mit Artikeln zum Thema. Mittlerweile wird auch auf Ergebnisse aus 1986/87 zurückgegriffen, als der Ölkonzern Elf in der Erwartung, geheime Kammern aufzuspüren, Mikrogravitätsmessungen durchführen ließ. Kammern wurden seinerzeit nicht gefunden, jedoch soll man auf eine spiralförmige Zone mit niedriger Dichte gestoßen sein, die sich mit Houdin's innerer Rampe decken könnte. Houdin hat inzwischen weiteren fachlichen Zuspruch erfahren: die Ägyptologen Rainer Stadelmann und Bob Brier möchten ihn dabei unterstützen, seine Theorie vor Ort zu überprüfen. Voraussetzung ist allerdings, dass die ägyptische Antikenbehörde dies zulässt.

Artikel zum Thema von Bob Brier bei archaelology.org "How to Biuld a Pyramid"

Technology Review
welt.de
spiegel.de
derstandard.at