ÄgyptologieNewsPaper
Redaktion, Texte und Abbildungen (sofern nicht anders erwähnt): Gitta Warnemünde
  April 2008
30. April 2008
Gestohlenes Relief wird nicht versteigert

Im Londoner Auktionshaus Bonhams sollte ein Relief unter den Hammer kommen, das offensichtlich aus dem Grab der Mutirdis (26. Dynastie) im Assasif entwendet worden war. Dies muss in jüngerer Zeit geschehen sein, denn auf Fotos aus den 1970er Jahren war das Relief noch an Ort und Stelle. Das Fehlen war nicht aufgefallen, bis es im Verkaufskatalog von Bonhams auftauchte. Die ägyptische Antikenverwaltung verhinderte die Versteigerung und das Aktionshaus nahm das Stück umgehend aus dem Angebot. Als Verkäufer wird ein australischer Privatsammler genannt. Bis zur endgültigen Klärung verbleibt das Relief bei Bonhams; es steht jedoch nicht mehr zum Verkauf.

Ein derzeit in den Niederlanden befindlicher, ebenfalls illegal außer Landes geschmuggelter Uschebti wartet derweil schon auf seine Rückkehr nach Ägypten.

derstandard
daylistaregypt

25. April 2008
Kein Beton in Pyramiden

Nachdem im November 2006 durch die Presse ging, die Pyramiden seien nicht mit massiven Steinblöcken, sondern mit "Betonquadern" errichtet worden, haben Spezialisten von der Universität Athen genaueste Analysen des Baumaterials des Sphinx in Giza, des nahegelegenen "Osirisschachtes", des Taltempels von Cheops und Chephren, vom Osireion und dem Sethostempel in Abydos sowie aus Qasr el-Sagha im Fayoum vorgenommen. Im Kalkstein fanden sie zahlreiche Muschelfossilien, wie sie nach Aussage der Wissenschaftler nur in gewachsenem Stein vorkommen.

discovery-news

24. April 2008
Das versunkene Grab von Kleopatra und Antonius

In einer Pressekonferenz kündigte Zahi Hawass an, das zur Zeit mit Grundwasser zugespült vermutete Grab von Kleopatra und Antonius freilegen zu wollen. Es soll sich im Tempel von Taposiris Magna (dem Osiristempel?) befinden, ca. 30 km von Alexandria entfernt. Man stieß dort bereits auf Münzen mit dem Bildnis der Kleopatra. Außerdem wurde ein Tunnelsystem gefunden, das es noch zu untersuchen gilt. Die Erforschung soll im November intensiviert werden, wenn die Trockenlegungsarbeiten beendet sind.

adnkrnonos

22. April 2008
Frühchristliche Kirche und Palast im Sudan entdeckt

Polnische Wissenschaftler der Universität Warschau entdeckten in der Gegend des Dorfes Selib am rechten Nilufer zwischen dem dritten und vierten Katarakt Reste einer Kirche mit einer für die Gegend ungewöhnlichen Bauweise. Auf einem rechteckigen Unterbau wurde ein rundes Bauwerk aus gebrannten Ziegeln mit einem Durchmesser von 8 m errichtet. Es besteht kein Zweifel, dass es sich um eine Kirche handelte, denn man fand Steinreliquien und Altarfragmente. Runde Gebäude sind in Nubien bisher nur als Öfen bekannt. In 1 km Entfernung zu dieser Kirche fand man Strukturen eines 900 qm großen Bauwerks. Die Archäologen vermuten, dass es sich um die Reste eines Palastes aus meroitischen Zeit handelt. Scherben von feinster Keramik sprechen ebenfalls dafür. Um das mögliche Palastgebäude erstreckte sich offenbar ein großes Areal von Wohnbauten. Dies spreche für die Bedeutung von Selib in meroitischer Zeit, meint Dr. Bogdan Zurawski, Leiter der polnischen Expedition.

naukawpolsce

20. April 2008
Klimawandel bedroht auch antike Stätten in Ägypten

Bei npr werden einige Fakten und bereits heute spürbare Folgen des globalen Klimawandels behandelt. Durch das von Wissenschaftlern vermutete Ansteigen des Meeresspiegels zwischen 30 und 90 cm bis zum Ende des Jahrhunderts sind nicht nur unschätzbare antike Monumente gefährdet, es wird sich auch auf den Ackerbau auswirken. Bereits heute sind Anbauflächen im Nildelta durch Übersalzung kontaminiert, war die Menge der Getreideernte reduziert.

20. April 2008
Das ägyptische Kulturerbe - Kampf gegen Ignoranz

Hassan Shehawy, Student der Ingenieurwissenschaften an der Universität Kairo, und Sherif Abu Al-Hadeed, Mikrobiologe, möchten der Jahrtausende alten Kultur Ägyptens im eigenen Lande einen höheren Stellenwert verleihen. Sie gründeten den "Heritage Conservation Think Tank (HCTT)", dem sich zwischenzeitlich weitere Studenten und Absolventen angeschlossen haben. Sie möchten erreichen, dass insbesondere die Kinder sich der großen Vergangenheit Ägyptens bewusster werden.  Die Gründer des "Think Tanks" stört es, dass in den Schulen diesbezüglich keine umfassende Bildung vermittelt wird. Es ginge dort mehr oder weniger um ein Auswendiglernen von Jahreszahlen - ohne jegliches Hintergrundwissen. Mit diversen Aktionen in Schulen und Kulturzentren möchte man Abhilfe schaffen.

egypttoday

19. April 2008
UNESCO-Gipfel am Fuße der Akropolis in Athen

Man war hier zusammengekommen, um über geraubte Kulturgüter und deren Rückgabe zu diskutieren. Vordergründig ging es um die Rückforderung der sogenannten "Elgin-Marbles", einen Teil des Parthenon-Frieses, der sich in England befindet. Die griechische Regierung hat die Briten mehrfach aufgefordert, die Stücke zurückzugeben. Selbstverständlich wurde auch über andere Güter diskutiert. Dem Artikel von Spiegel online ist im Großen und Ganzen nichts Neues zu entnehmen, außer diesem Hinweis: Hinsichtlich des Streites um ein befristete Ausleihen der Nofretete-Büste an die Ägypter gibt sich Hermann Parzinger, frisch gebackener  Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, verbindlich: "Unsere konservatorischen und restauratorischen Einwände gegen eine Ausleihe der Büste werden wir mit den neuesten zur Verfügung stehenden Untersuchungsmethoden nochmals überprüfen. Sollten wir hierbei zu einer neuen Einschätzung kommen, wird darüber sicher noch einmal zu reden sein."
19. April 2008
Weitere Informationen zu den Nachgrabungen im Grab Sethos' I.

Anfang des Monats wurde über die Nachgrabungen des ägyptischen SCA-Teams im Korridor des Grabes von Sethos I. berichtet (s.u. 10.04.2008). In einem Artikel von Natonal Geographic  vom 17.04.2008 ist ein wenig mehr über die Funde zu lesen. Raymond Johnson vom Oriental Institute der Universität Chicago in Luxor meint, die Krüge und die Uschebtifigur könnten während eines Sturzregens während der 21. Dynastie oder später in den Korridor hineingespült worden sein. Man könnte sich dann also auch fragen, ob sie überhaupt zur ursprünglichen Grabausstattung Sethos' I. gehörten. Von der 21. Dynastie an wären die Begräbnisse der vorangegangenen Pharaonen gestört worden, führt Johnson weiter aus. Während dieser Zeit hätte auch die Neuwicklung der von Königsmumien und ihr Verbringen in Cachettes stattgefunden, z.B. in das nahe gelegene Grab Amenophis' II. Gleichzeitig seien die typischen Schächte (tiefe Schächte, häufig hinter dem zweiten Eingangskorridor) in den Gräbern verfüllt worden, um schwere Objekte leichter heraustransportieren zu können. Dadurch konnten in späterer Zeit Sturzbäche mit Geröll und Schutt ungehindert tief in die Gräber gelangen.

Im selben Artikel wird noch einmal darauf hingewiesen, dass - wie ebenfalls schon berichtet - das ägyptische Archäologenteam in der Nähe des Grabes von Merenptah nach dem Grab Ramses' VIII. forscht. Es gäbe antike Graffiti, die auf ein Grab in diesem Areal schließen lassen.

18. April 2008
Mumie Hatschepsuts endgültig identifiziert?

In einer Pressemeldung von prcenter.de heißt es heute, dass die der Hatschepsut zugeordnete Mumie nun endgültig als die sterbliche Hülle der Königin identifiziert wurde. Sie sei eine der ersten Mumien, die im neuen molekularbiologischen DNA-Analytik Labor Ägyptens im Museum Kairo untersucht wurden. "Der positive Nachweis, dass einer der beiden Mumien [aus KV 60] Hatschepsut ist, konnte auf zwei Wegen erreicht werden. Zum einen führte ein positiver Vaterschaftstest zur Mumie ihres Vaters zur Bestätigung der vermuteten Verwandtschaft. Zum anderen ergab die mt-DNS-Typisierung einer Probe, die Hatschepsuts Großmutter mütterlicherseit zugeordnet wird, eine ununterscheidbare mtDNS-Sequenz. Dies ist ein starker Hinweis, dass die beiden weiblichen Personen, Großmutter und Enkelin, in mütterlicher Linie verwandt sind", heißt es. Sollte sich dies bestätigen, dann wäre auch die bisher als unsicher angesehene Zuordnung der Mumie Thutmosis' I. geklärt. Bei der erwähnten Großmutter dürfte es sich wohl, wie schon wiederholt gemeldet, um Ahmes-Nefertari handeln.

Siehe dazu auch Der Fall Hatschepsut aus Juli 2007 und Die Mumien der Hatschepsut - ein Problemfall aus Dezember 2007.


17. April 2008
Kolossalstatue in Kom el-Hettan aufgerichtet

AFP veröffentlicht erste Fotos einer wieder aufgerichteten Statue Amenophis' III. in Kom el-Hettan. Dabei handelt es nicht um eine der beiden Sitzstatuen vom 2. Pylon, über die im März berichtet wurde, sondern um eine monumentale Standschreitfigur. Die Aufrichtung weiterer Monumente soll im Laufe der kommenden Jahre erfolgen. Die beiden Sitzstatuen sollen bereits 2009 in aufrechter Position zu besichtigen sein. Auch die inzwischen 84 freigelegten Sachmet-Statuen werden spätestens in fünf Jahren wieder an ihrem Platz stehen.

Auch wenn große Flächen des Tempels Amenophis' III. inzwischen überbaut und überlagert sind, werden die Besucher doch in absehbarer Zeit sich ein Bild von den gigantischem Ausmaßen des Bauwerks machen können.


17. April 2008
Frühchristiliche Papyri aus Ägypten in der Österreichischen Nationalbibliothek

Große Teile der Bibliothek des "Weißen Klosters" bei Sohag (Mittelägypten) befinden sich in der Österreichischen Nationalbibliothek in Wien. Das frühchristliche "Weiße Kloster" wurde wahrscheinlich Anfang des 4. Jhs. gegründet. In einer vom 18.04. bis zum 14.11.2008 dauernden Ausstellung des Wiener Papyrusmuseums soll u.a. aufgezeigt werden, welche Literatur für Mönche zugänglich war und ob es Zusammenhänge mit der altägyptischen Tempeltradition gibt.

viennaonline

Informationsdienst Wissenschaft - idw - Pressemitteilung Gerda Henkel Stiftung, Dr. Anna-Monika Lauter
17.04.2008


Rekordsumme für die Historischen Geisteswissenschaften
Gerda Henkel Stiftung bewilligt in 2007 über 6,7 Millionen Euro


Im Jahr der Geisteswissenschaften hat die Gerda Henkel Stiftung für die Historischen Wissenschaften eine Rekordsumme zur Verfügung gestellt: Über 6,7 Millionen Euro wurden für rund 350 Projekte aus den Disziplinen Archäologie, Geschichte, Kunstgeschichte, Rechtsgeschichte und Historische Islamwissenschaften bewilligt. Das Kurswertvermögen der seit über 30 Jahren in Düsseldorf ansässigen Stiftung stieg zugleich von 370 auf rund 386 Millionen Euro. Der nun vorliegende Jahresbericht 2007 der Stiftung stellt neue und abgeschlossene Projekte aus dem Förderprogramm vor.

ERFORSCHUNG VON KULTURDENKMÄLERN ZENTRAL
Immer wieder stehen die Erforschung und Bewahrung von Kulturdenkmälern weltweit im Zentrum der von der Stiftung geförderten Projekte. Im Berichtsjahr konnten unter der Leitung der Ägyptologin Prof. Dr. Claudia Näser (Humboldt-Universität zu Berlin) bei
rettungsarchäologischen Arbeiten im Nordsudan bedeutende Zeugnisse für das Verständnis der nubischen Kulturen und die Entstehung der afrikanischen Zivilisationen dokumentiert werden. Beim Bau des Hamdab-Staudamms wird die erforschte Region in naher Zukunft in den Fluten untergehen. Ein anderes von der Stiftung gefördertes Forscherteam aus Köln arbeitet in Ägypten daran, in der nahe dem Tal der Könige gelegenen Grabkammer des um 1320 v. Chr. verstorbenen Beamten Neferhotep mit modernsten Methoden kaum mehr lesbare Wandmalereien wieder sichtbar zu machen. Die von den Restauratorinnen Christina
Verbeek, Birte Graue und Susanne Brinkmann bearbeiteten farbenprächtigen Bilder zeigen eindrucksvoll die altägyptische
Alltagskultur.

TREND ZUR INTERDISZIPLINARITÄT
Ein deutlicher Trend zur Zusammenarbeit von Wissenschaftlern sehr unterschiedlicher Disziplinen zeichnet sich bei vielen großen
Forschungsprojekten der Gerda Henkel Stiftung ab: Der Zeithistoriker Prof. Dr. Sönke Neitzel (Universität Mainz) und der Sozialpsychologe Prof. Dr. Harald Welzer (Kulturwissenschaftliches Institut Essen) untersuchen gemeinsam auf der Grundlage britischer Abhörprotokolle von Kriegsgefangenen, wie deutsche und italienische Soldaten den Zweiten Weltkrieg erlebt haben. Äußerst erfolgreich gestartet ist auch ein bereits in 2006 bewilligtes Projekt zum "Hamburger Feuersturm" von 1943, das von Historikern der Hamburger Forschungsstelle für Zeitgeschichte und Psychoanalytikern des Universitätsklinikums  Hamburg-Eppendorf getragen wird.

ERSTMALS OPERATIVE INITIATIVEN
Unter dem Stichwort "Soforthilfemaßnahmen im nicht-europäischen Ausland" hat sich die Gerda Henkel Stiftung im vergangenen Jahr erstmals operativen Initiativen zugewandt. Gemeinsam mit dem Auswärtigen Amt wurde die Sanierung eines vom Verfall bedrohten königlichen Pavillons in der afghanischen Hauptstadt Kabul in Angriff genommen. Mit diesem auch aus kunsthistorischer Perspektive lohnenden Projekt setzt die Stiftung einen deutlich neuen Akzent, der in den kommenden Jahren weiter ausgebaut werden soll.

ÜBER DIE GERDA HENKEL STIFTUNG
Die Gerda Henkel Stiftung wurde 1976 von Frau Lisa Maskell zum Gedenken an ihre Mutter, Gerda Henkel, als gemeinnützige Stiftung des Privaten Rechts mit Sitz in Düsseldorf gegründet und konzentriert sich als einzige deutsche Stiftung ausschließlich auf die Förderung der Historischen Geisteswissenschaften. Die Stiftung unterstützt deutsche und internationale Forschungsprojekte und Tagungen und vergibt Forschungs- und Promotionsstipendien.

Der Jahresbericht 2007 ist auf der Homepage der Stiftung (www.gerda-henkel-stiftung.de) hinterlegt. Gerne senden wir Ihnen auf Wunsch ein Exemplar zu.

RÜCKFRAGEN AN
Gerda Henkel Stiftung
Dr. Anna-Monika Lauter
Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Telefon: 0211 936 524 0
E-Mail: lauter@gerda-henkel-stiftung.de

Weitere Informationen finden Sie unter http://www.gerda-henkel-stiftung.de
Zu dieser Mitteilung finden Sie Bilder unter http://idw-online.de/pages/de/image66151
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15. April 2008
Aufforderung an die USA zur Rückgabe von gestohlenen prädiynastischen Artefakten

Aus dem Februar dieses Jahres datiert eine Meldung, nach der ein ehemals in Ägypten stationierter Pilot der US Airforce 370 Artefakte aus einem Lager in Maadi gestohlen und außer Landes gebracht hatte. Der Egypt State Information Service berichtet nun über die Rückforderung seitens der ägyptischen Behörden an die USA. Darin ist allerdings nur noch von 80 Stücken die Rede.

14. April 2008
Es waren einmal vor 37 Millionen Jahren... "Hippofanten" im Faijum!

Wissenschaftler der Oxford University haben im nördlichen Faijum gefundene Zähne untersucht. Die fossilen Überbleibsel datieren ins Meoritherium, also in eine Zeit von vor 37 Millionen Jahren. Bei der Analyse konnte anhand chemischer Spuren festgestellt werden, dass zumindest eine Spezies von Rüsseltieren (Proboscidea) - urzeitliche Vorgänger der antiken Elefanten - in einer wasserreichen Umgebung lebte und sich von Süßwasserpflanzen ernährte. Die Tiere führten ein Dasein, das mit dem von heutigen Nilpferden vergleichbar ist. Möglicherweise verfügten sie noch nicht über einen Rüssel, jedoch über eine als Greifwerkzeug ausgebildete Oberlippe. Ihre Größe dürfte - mit einer Schulterhöhe von 74 bis 107 cm - in etwa der eines Tapir entsprochen haben.

nationalgeographic

13. April 2008
Griechischer Tempel in Alexandria freigelegt

Einer Meldung des Egypt State Information Service ist zu entnehmen, dass Archäologen einen griechischen Tempel in Alexandria freigelegt haben. Das Alter des Bauwerks wird mit 2.500 Jahren angegeben. Es stammt demnach aus einer Zeit vor der Stadtgründung und vor der Eroberung Ägyptens durch Alexander den Großen. Der Fund zeige, dass in Ägypten ansässige Griechen bereits sehr früh die ägyptischen Gottheiten in die eigenen religiösen Vorstellungen integrierten.

Auch in der Akropolis von Siwa aus dem 6. Jh. v. Chr. stieß man auf griechische Spuren, genauer gesagt auf griechische Baumarkierungen. Klaus-Peter Kuhlmann berichtete in seinem Vortrag anlässlich der 100-Jahrfeier des DAIK im November 2007 darüber. Er vermutet, dass griechische Baumeister die Akropolis in Siwa errichteten oder zumindest daran beteiligt waren.

Leider geht aus der Meldung des Egypt State Information Service nur wenig über die Beschaffenheit des Tempelfundes hervor. Es ist nicht erkennbar, welche Befunde für einen "griechischen Tempel" sprechen.

Online-Information des DAIK über die Arbeit in Siwa

11. April 2008
Ägyptischer Anker vor der Küste Nordzyperns

Vor einem Jahr stieß ein Sporttaucher vor Kyrenia, einem Ort an der Küste Nordzyperns, in 20 m Tiefe auf einen ägyptischen Anker. Schon bei einer ersten kurzen Untersuchung vor Ort war zu erkennen, dass sich darauf hieroglyphische Inschriften befanden. Es bedurfte jedoch noch weiterer Tauchgänge, ehe der Anker schließlich in Begleitung eines Teams von professionellen Unterwasserarchäologen geborgen werden konnte. Man sandte das Stück nach London, wo sich Experten des British Museum der Inschriften annahmen. Die Entzifferung ist noch nicht abgeschlossen, jedoch kann man wohl bereits jetzt etwas zum Alter des Ankers sagen, das etwa 3.000 Jahre betragen soll. Außerdem will man versuchen, etwas über die Gründe herauszufinden, weshalb ein ägyptisches Schiff um 1000 v. Chr. vor der Küste Nordzyperns kreuzte. Wie aus dem Text von turkishdailynews hervorgeht, sollen noch weitere Artefakte in der Nähe des Ankers entdeckt worden sein. Nach cyprus.gov handelt es sich dabei um Wrackteile. Unklar bleibt bei beiden Meldungen, ob diese Stücke ebenfalls bereits geborgen wurden.

11. April 2008
Leihgaben auch aus deutschen Museen in Monaco

Für die Ausstellung "Königinnen in Ägypten" werden sechs deutsche Museen diverse Leihgaben zur Verfügung stellen. Berlin stellt 14 Exponate, Hannover und Leipzig je zwei und  Heidelberg und Bonn je eines. Neben den deutschen Leihgaben werden weitere Stücke aus den bedeutendsten Museen weltweit gezeigt. Die monegassische Ausstellung wird in der Zeit vom 12.07. bis zum 10.09.2008 im Grimaldi Forum in Monaco zu sehen sein. Sie umfasst insgesamt 250 Exponate.

freiepresse
ad-hoc-news

10. April 2008
Funde im Grab Sethos' I.

In dem rätselhaften tiefen Schacht des Grabes von Sethos I. fanden ägyptischen Archäologen eine Uschebitfigur aus Quarzit sowie eine Kartusche des Königs. Wo sich letztere befand, geht aus der Pressemeldung nicht hervor - vielleicht auf dem Uschebti. Im Grab fand man außerdem Krüge sowie herabgefallene Fragmente von bemaltem Verputz. Der tiefe Schacht ist nach jüngsten Erkenntnissen auf Basis der Reinigungsarbeiten wohl 136 m lang und nicht 100 m, wie von Belzoni, dem Entdecker des Grabes, dokumentiert.

ansamed

Informationsdienst Wissenschaft - idw - Pressemitteilung
Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg, Dr. Michael Schwarz, 10.04.2008

Symposium in Heidelberg: Diaspora und Identität

Hochkarätig und international besetztes Symposium zur Geschichte des Judentums in Zusammenarbeit mit dem Internationalen Wissenschaftsforum der Universität Heidelberg vom 13. bis 16. April 2008 - Thema:
"The Judeans in the Achaemenid Age: Negotiating Identity in an International Context"

Die Konferenz widmet sich einer in der gegenwärtigen religionswissenschaftlichen Forschung zentralen Fragestellung: Wie
entstehen in einer (religiösen) Gemeinschaft verbindliche Normen? Wie werden kultische und ethische Standards stabilisiert und verbreitet, auch wenn die Glaubens- bzw. Volksgruppe in einem internationalen Kontext verstreut in der Diasporasituation leben muss?

Das Leben im Exil gehört bis heute zu den Grunderfahrungen des Judentums, zumeist geprägt durch soziale Ausgrenzung und Verfolgung. Und es besteht kein Zweifel daran, dass solche Formen erlittener Heimatlosigkeit einen immensen Einfluss bei der Ausbildung einer eigenen Identität ausgeübt haben und noch immer ausüben. In der historischen Erforschung dieser Zusammenhänge rückt derzeit zunehmend das Persische Zeitalter (etwa zwischen dem 6. und dem 4. Jahrhundert vor Christus) in den Fokus der Wissenschaftler: zahlreiche Exilanten aus Juda lebten damals verstreut im weiträumigen Perserreich - in ganz
unterschiedlichen kulturellen und ökonomischen Kontexten. Viele Entdeckungen in der Archäologie, der Epigraphie, der historischen Linguistik, der Numismatik und den Keilschriftstudien verleihen dieser Epoche gegenwärtig neue Konturen. Ein Heidelberger Symposion will diese Einzelbefunde nun vernetzen und somit insbesondere auf die Entstehung des Judentums in dieser Zeit eine neues Licht werfen.

"Wir wollen ein rätselhaftes Phänomen aufklären: dass sich ausgerechnet in der Situation des Untergangs und der Zerstreuung die
an 'ewigen' Werten orientierte stabile Religionsgemeinschaft der Juden herausgebildet hat. Auf der Grundlage neu erschlossener Quellen wollen wir danach fragen, wie sich das Judentum in der Perserzeit ausdifferenziert hat und unter welchen Bedingungen es angesichts seiner divergierenden Lebensumstände dennoch zur Ausbildung einer an strengen Normen orientierten Identität kommen konnte", formuliert der Heidelberger Theologe Prof. Dr. Manfred Oeming die zentrale Fragestellung der von ihm organisierten Konferenz im Internationalen Wissenschaftsforum der Universität Heidelberg.

Entscheidend, so der Wissenschaftler, ist dabei insbesondere die interdisziplinäre Perspektive: Altorientalisten, Ägyptologen,
Althistoriker, Archäologen, Iranisten und Alttestamentler werden gemeinsam versuchen, das Profil der im Perserreich weit zerstreuten Judäer zu schärfen, ohne zugleich die anderen Gemeinschaften sowie die religiöse Gesamtsituation aus dem Auge zu verlieren.

Zu den Themen des Symposions mit 26 Referaten gehören das Selbstverständnis und die Gruppenidentität unter den Judäern in den unterschiedlichen internationalen Kontexten, die Beziehungen der Judäer zu den anderen Gruppen in Ägypten, Mesopotamien und der südlichen Levante, die Differenzen des Selbstbildes in größeren Städten und in ländlichen Randregionen, der Wandel des
Selbstverständnisses in der Judäischen Geschichtsschreibung und Prophetie oder auch die Bedeutung der materiellen Hinterlassenschaft, die den internationalen Handel mit der gesamten Mittelmeerwelt bezeugt. Zudem wird zu untersuchen sein, ob es ein einheitliches Recht für alle Juden des Reiches gab.

Journalisten sind als Zuhörer willkommen und wenden sich bitte vorab an Prof. Dr. Manfred Oeming. Einzelinterviews mit den Wissenschaftlern können auf Wunsch vereinbart werden.

Kontakt:
Prof. Dr. Manfred Oeming
Wissenschaftlich-Theologisches Seminar
der Universität Heidelberg
Kisselgasse 1, 69117 Heidelberg
Tel. 06221 543305
manfred.oeming@wts.uni-heidelberg.de

Dr. Ellen Peerenboom
Geschäftsführerin
Internationales Wissenschaftsforum der Universität Heidelberg
Hauptstraße 242, 69117 Heidelberg
Tel. 06221 543690, Fax 165896
iwh@uni-hd.de

Allgemeine Rückfragen von Journalisten auch an:
Dr. Michael Schwarz
Pressesprecher der Universität Heidelberg
michael.schwarz@rektorat.uni-heidelberg.de

Irene Thewalt
presse@rektorat.uni-heidelberg.de

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09. April 2008
Erneut Erkenntnisgewinn durch CT-Scan

In einem medizinischen Zentrum im amerikanischen Fishville NY wurde die Mumie eines Priesters des Min einem CT-Scan unterzogen. Die sterbliche Hülle wurde im späten 19. Jh. in einem Grab in Achmim entdeckt, zusammen mit hunderten anderer Mumien. Achmim war in der ägyptischen Antike das Kultzentrum des Gottes Min. Auf den seinerzeit nicht unüblichen Wegen, nämlich durch den Verkauf an Touristen, gelangten die Mumien teilweise außer Landes. Jonathan Elias, Direktor des Akhmim Mummy Studies Consortium, hat bereits 18 dieser Mumien untersucht. Die jetzt gescannte, 2.200 Jahre alte Mumie gehört einem Min-Priester mit dem Namen Shep, Sohn des Priesters Pahat, dessen Mumie sich unter den bereits examinierten befindet. Der Priester Shep war bei seinem Tod nicht älter als 30 Jahre und starb vielleicht an den Folgen eines Oberschenkelbruches. Er litt außerdem möglicherweise an einer Form der Glasknochenkrankheit. Der Zustand seiner Zähne wird als gut bezeichnet.

recordonline

04./07. April 2008
Versunkene Teile des Chnum-Tempels im Nil vor Elephantine

Im Nil vor dem Cataract Hotel fanden Archäologen in 40 m Tiefe Teile des Chnum-Tempels von Elephantine. Weiterhin wurden zwei Granitsäulen und Reste einer Kirche geborgen. Die Fragmente wurden zwecks Restaurierung  in das Magazin des Museums von Aswan verbracht. In den nächsten Monaten soll der Nil zwischen Luxor und Aswan weiter nach versunkenen Monumenten abgesucht werden - Statuen oder Obelisken, die schon in der Antike beim Transport über den Fluss verloren gingen. Die Aktion war bereits im Oktober 2007 angekündigt worden. Die jetzigen Funde sind offensichtlich das erste Resultat der Unterwasserarbeiten.

Egypt State Information Service (04.04.08)
ansamed
Egypt State Information Service (07.04.08)

Das Foto zeigt im Vordergrund den Chnum-Tempel von
Elephantine und jenseits des Nils das Cataract Hotel

02. April 2008
50 Jahre tschechische Ägyptologie

Anlässlich des 50. Jahrestages der Gründung des Tschechischen Instituts für Ägyptologie wird ein Kairo am 07.04.2008 eine Sonderausstellung im Beisein des tschechischen Präsidenten Vaclav Klaus eröffnet. Weitere Ausstellungen sind in Prag und Liechtenstein geplant. Neben der Mitwirkung bei der Rettung der Monumente in Nubien im Rahmen des UNESCO-Projekts in den 1960ern haben tschechische Wissenschaftler einen großen Anteil an bedeutenden Grabungen in Ägypten, wie beispielsweise die seit vielen Jahren laufenden Arbeiten in Abusir.

Die Arbeiten an der Mastaba des Ptahschepses, eines hohen Beamten aus der 5. Dynastie, dauern seit 10 Jahren bis heute an. Das Grab verfügte einst über Gärten, eine Bootsgrube und eine Dachterasse. Die Abbildung links zeigt einen Blick in den mit Pfeilern umstandenen Hof der Mastaba. Jeder Pfeiler trägt Reliefs mit Darstellungen des Grabherrn (Abbildung rechts).
Die jüngste Entdeckung der Tschechen in Abusir war das Grab des Priesters Neferinpu im Jahre 2006.


Die Nekropole von Abusir soll ein Open-Air-Museum werden, in dem die Besucher zwischen den Ruinen umherwandern und Archäologen bei der Arbeit beobachten können.

Fest zum Programm der tschechischem Ägyptologen gehört auch die Ausbildung einer neuen Generation von Wissenschaftlern durch die Schulung von ägyptischen Studenten. Schon vor der Gründung des Instituts hatte die Ägyptologie in der damaligen Tschechoslowakei einen festen Platz. Zum Beispiel war in den 1930ern die Karls-Universität eine der wenigen weltweit, die Demotisch lehrte.

praguepost