ÄgyptologieNewsPaper
Redaktion und Texte (sofern nicht anders erwähnt): Gitta Warnemünde
  Mai 2007
28. Mai 2007
Bowling im alten Ägypten

Es wird gemeldet, dass eine ägyptisch-italienische Grabungsmission in Qum Mady im Fayoum eine Struktur aus ptolemäischer Zeit fand, die an einen Bowlingsaal erinnert. Der mit Kalksteinfliesen ausgelegte Boden verfügt über eine Bahn von 20 cm Höhe, die in einem Loch von 12 x 12 cm Größe endet. Es fanden sich auch zwei Kugeln aus Stein. Der Ort der Ausgrabung soll nach Abschluss aller archäologischen Arbeiten touristisch vermarktet werden, d.h. Besuchern offen stehen.

RIA Novosti suggeriert den Fund in einem Artikel vom 28.05.2007 als aktuell - er ist es aber nicht. Schon im Februar 2004 ging die Story durch die Medien.


21. Mai 2007
Update zum Fund des Henu-Grabes in Deir el-Bersheh

Die belgische Mission unter Leitung von Harco Willems hat dankenswerterweise sehr zügig eine Online-Publikation mit einer Reihe wunderbarer Fotos zum Grabfund erstellt:

The Tomb of Henu

Das Grab des Henu befand sich innerhalb eines bereits bekannten, geplünderten Grabkomplexes (Uky) und wurde bei routinemäßigen Arbeiten zufällig entdeckt. Neben den schon erwähnten Holzstatuetten - die Korn mahlenden Frauen trugen echte, gut erhaltene Miniatur-Leinenschurze - fanden die Ausgräber auch hölzerne Sandalen sowie eine Statue des Grabherren. Unter dem Kopf seiner Mumie befand sich eine Kopfstütze. Die Titel des Henu lauten "Leiter der Domäne und Einziger Höfling"; er wird Beamter der Provinzadministration gewesen sein.

Der Sarg ist mit einer typischen Dekoration versehen: ein umlaufender hieroglyphischer Text und ein Textband auf dem Deckel sowie ein Paar Udjat-Augen.


20. Mai 2007
Belgier fanden zufällig Grab eines Höflings in Deir el-Bersheh

Belgische Archäologen der Leuven Catholic University um Harco Willems stießen während ihrer Arbeit  in Deir el-Bersheh auf ein intaktes Grab und legten es frei. Es gehört einem gewissen Henu aus der 1. Zwischenzeit. Man fand die offensichtlich unversehrte, noch eingewickelte Mumie des Grabinhabers in einem hölzernen Sarg. Im Grab befanden sich außerdem hervorragend gearbeitete, naturalistisch bemalte hölzerne Statuetten von Ziegelmachern, Frauen beim Bierbrauen und Kornmahlen sowie ein Bootsmodell.

reuters.com


10. Mai 2007
Houdin's Pyramiden-Bautechnik nicht wissenschaftlich fundiert

Ägyptische, amerikanische und deutsche Experten kamen zu dem Schluss, dass die von Jean-Pierre Houdin vorgeschlagene Bauweise der Pyramiden weder wissenschaftlich fundiert noch praktikabel erscheint. Die Basis für die Theorie sei unzulänglich, schreibt der Egypt State Information Service.


09. Mai 2007
Spanien stellt 15 Mio. Euro für Entwicklung des Pyramidenplateaus zur Verfügung

Etwas ungläubig liest man ganz aktuell beim Egypt State Information Service, das Spanien 15 Mio. Euro für das Entwicklungsprojekt "Pyramiden-Plateau" zur Verfügung stellt, obwohl Kulturminister Faruk Hosni die letzte Etappe des Projekts - so war es zumindest seinerzeit in der Presse zu lesen - bereits vor mehr als vier Jahren angeschoben hatte. Nun wird berichtet, die erste Etappe sei Mitte Juni dieses Jahres fertiggestellt, so dass man nunmehr die zweite in Angriff nehmen könne. Die erste Phase hatte die Errichtung einer 20 (!) m - ein Schreibfehler? - hohen Betonmauer beinhaltet, heißt es. Als gäbe es noch nicht genug Betonmauern auf dieser Welt.

09. Mai 2007
Wiege der Medizin stand in Ägypten

Das KNH Centre for Biomedical Egyptology der Universität Manchester gelangten zu der Überzeugung, dass die Ursprünge der modernen Medizin im alten Ägypten zu suchen sind. Beim Studium ägyptischer Papyri identifizierten die Wissenschaftler Substanzen, die noch heute als Heilmittel gelten und auch in der modernen Medizin weiterhin Anwendung finden. Diese Ehrenrettung der altägyptischen Medizin gegenüber der landläufigen Meinung, erst die Griechen hätten hier die Pionierarbeit geleistet, ist dankenswert. Für denjenigen jedoch, der sich jemals mit der altägyptischen Medizin auseinandergesetzt hat, sind die Erkenntnisse aus Manchester wenig überraschend.

medical-tribune.de
eurekalert.org


05. Mai 2007
2.200 Jahre Alter Hafen in Dahab (Sinai) freigelegt

Ägyptische Archäologen legten auf dem Südsinai am Roten Meer einen alten Seehafen frei. Das Areal hat eine Länge von 38 m und eine Breite von 40 m. Man fand außerdem Strukturen, bei denen es sich um antike Lagerräume handeln könnte. Die Arbeiten vor Ort werden fortgesetzt. Man hofft, die Ruinen daraufhin sicherer identifizieren zu können.

Egypt State Information Service


04. Mai 2007
Prähistorische Zeichnungen bei Kom Ombo

Eine belgische Archäologenmission fand in der Nähe von Kom Ombo Felszeichnungen von Kühen, Nilpferden, Giraffen und Fischen. Die Darstellungen werden auf ein Alter von 15.000 Jahren geschätzt. Sie unterscheiden sich nach ersten Erkenntnissen künstlerisch von bisher gefundenen steinzeitlichen Abbildungen.

Egypt State Informations Service


04. Mai 2007
Wartet bedeutendes Grab in Saqqara auf Entdeckung?

Ein Team polnischer Archäologen, geleitet von Professor Karol Myslewiec (Mediterramean Achaeology Department ant the Polish Academy of Science - PAN), stieß bei seinen Grabungen im vergangenen Jahr auf eine Felsrampe nahe der Pyramide des Djoser in Saqqara. Der Fund stellte sich als Scheineingang heraus, der offenbar Grabräuber in die Irre führen sollte. Myslewiec hat keine Zweifel, dass sich irgendwo ganz in der Nähe das Grab einer bedeutenden Persönlichkeit der 3. Dynastie befinden muss. Scheineingänge seien gängige Praxis gewesen und die monumentale Größe von Rampe und Eingang nähren seine Vermutung, ebenso wie die offensichtlich erwiesene Tatsache, dass noch 300 Jahre später dort der Opferdienst versehen wurde. Ein weiteres Indiz sieht er in einer Lehmziegelplattform, die möglicherweise durch einen der Söhne Ramses' II. errichtet worden war.

Während der kommenden Grabungen will Myslewiec sich auf die Suche nach dem "echten" Eingang machen und unzählige andere  Grabschächte untersuchen, die während der vergangenen Kampagnen gefunden wurden, so auch u.a. zwei Schächte im Grab des Ni-anch-Nefertem, einen Priester der Pyramidenbezirke des Unas und des Teti, die wahrscheinlich der Gemahlin und dem ältesten Sohn des Grabinhabers zugeschrieben werden können. Die Originalfußböden in diesem Grab scheinen intakt, so dass die beiden Schächte Grabräubern möglicherweise entgangen sind.

naukawpolsce.pap.pl


03. Mai 2007
"Younger Lady" in KV 35 laut CT-Scan nicht Nofretete

In einem Artikel in Al-Ahram Weekly erläutert Zahi Hawass die Ergebnisse von CT-Scans, die anlässlich der Untersuchung der Tutanchamun-Mumie vor einigen Jahren auch an anderen sterblichen Hüllen vorgenommen wurden. Unter anderem wurden auch die drei Mumien in der "Cachette" im Grab Amenophis' II., KV 35, untersucht.  Leider geht Hawass lediglich auf die "Younger Lady", nicht jedoch auf die anderen beiden Körper ein. Er erklärt, es könne sich bei der weiblichen Mumie nicht um Nofretete handeln, wie Joann Fletcher im Juni 2003 mutmaßte. Fletcher stützte ihre Annahme u.a. auf den "königlich" angewinkelten linken Arm, der ihrer Ansicht nach zur Mumie gehörte - er lag abgebrochen ihr zu Füßen in einem Knäuel von Leinenbinden, während der neben dem Körper befindliche linke Arm hier fälschlich abgelegt worden sein soll. Fletcher gab an, die Abmessungen des linken und des rechten Armes würden nicht zusammenpassen; auch die Dichte des Knochenmaterials zeige Unterschiede. Der CT-Scan ergab nunmehr, dass beide seitlich an der Mumie befindlichen Arme tatsächlich zusammengehören.


03. Mai 2007
Gegenstand im Schädel einer Kindermumie aus Carnegie Museum gibt Rätsel auf

Eine CT-Untersuchung an einer Kindermumie aus ptolemäischer Zeit in Pittsburg brachte einen spitzen Gegenstand zum Vorschein, der im Schädel des Kindes steckt. Unklar ist, ob er als Todesursache anzusehen ist oder ob man ihn im Mumifizierungsprozess zum Fixieren des Schädels verwendet hat. Die sterbliche Hülle gehört einem vermutlich 8 Jahre alten Kind, dessen Geschlecht bisher nicht festgestellt werden konnte. Es hat einen auffällig großen Kopf, eine Anomalie, für die man ebenfalls noch keine Erklärung hat.

canada.com
dailymail.com
sueddeutsche.de (mit einigen Fotos)


02. Mai 2007
Fenster in Ägyptischen Museen erhalten Sonnenschutz

Der ägyptische Kulturminister stimmte einem Vorhaben zu, die Fenster der Museen in Ägypten mit einem Sonnenschutzfilter zu versehen, um die empfindlichen Exponate von gefährlicher Einstrahlung zu schützen.

Egypt State Information Service