ÄgyptologieNewsPaper
Redaktion, Texte und Abbildungen (sofern nicht anders erwähnt): Gitta Warnemünde
  Mai 2008
30. Mai 2008
Funde in Taposiris Magna

Eine Alabasterbüste der Kleopatra sowie eine Maske, die eventuell Markus Antonius zugeschrieben werden kann, wurden im Tempel von Taposiris Magna entdeckt. In diesem Bereich vermutet der SCA das bisher noch verlorene Grab des berühmten antiken Liebespaares (siehe auch Artikel vom 24.04.2008). Weiterhin konnten 22 Münzen mit dem Bildnis der Kleopatra sowie eine bronzene Statue der Göttin Aphrodite geborgen werden. In unterirdischen Schächten befinden sich auch menschliche Überreste, von denen Zahi Hawass (SCA) vermutet, sie würden von frühen Christen stammen, die hier vor dem Zugriff der Römer verborgen wurden.

National Geographic

29. Mai 2008
Mumie Thutmosis I. soll per DNA-Analyse identifiziert werden

Der SCA plant, Mumien einem DNA-Test zu unterziehen, um diejenige von König Tuthmosis I., Vater der Hatschepsut, zu identifizieren. Eine bisher für die sterbliche Hülle des Königs gehaltene Mumie muss wohl einer anderen Person zugeordnet werden; verschiedene Umstände, z.B. das ermittelte Alter, sprechen gegen Tuthmosis I. Es steht nunmehr ein anderer "Kandidat" auf dem Prüfstand, dessen DNA möglicherweise mit dem Erbgut der Mumie verglichen werden soll, die für Hatschepsut gehalten wird. Um welche männliche Mumie es sich dabei handelt, wird nicht mitgeteilt. Sie soll jedenfalls aus einem Grab im Tal der Könige stammen und zwecks Untersuchung eigens von Luxor nach Kairo geflogen worden sein. Die Tests finden im Ägyptischen Museum Kairo statt, das seit kurzem über ein modernes Labor verfügt.

welt
AP

29. Mai 2008
Weitere Festungsanlage am Horusweg entdeckt

Der Egypt State Information Service berichtet über den Fund einer Festungsanlage am sogenannten Horusweg auf dem Sinai. Die Abmessungen der Anlage betragen 500 x 200 m. Bereits vor einem Jahr konnte berichtet werden, dass die Festung Tharo aus der 18. Dynastie, ebenfalls am Horusweg gelegen, vollständig ausgegraben worden ist. Bei den jetzt gefundenen Ruinen scheint es sich um eine weitere Festungsanlage zu handeln, die auch als militärisches Hauptquartier diente.

abc
pr-inside
AP

27. Mai 2008
Versunkene Schätze vor Elephantine

Wie schon berichtet, sind ägyptische Archäologen derzeit damit befasst, mögliche im Nil untergegangene Artefakte vor Elephantine und auch andernorts zu bergen. National Geographic meldet nun den Fund des Portikus vom Chnum-Tempel, der jedoch wegen der enormen Größe erst später geborgen werden soll. Lediglich ein Block - ein Foto befindet sich auf der Homepage von National Geographic - wurde gehoben. Er trägt Inschriften, die von der 22. bis zur 26. Dynastie reichen könnten. Der Block selbst ist jedoch wohl älter und könnte wiederverbaut worden sein.

21. Mai 2008
"Nackte" Mumien bedeckt

Um Beschwerden von Besuchern Rechnung zu tragen, hat sich das Manchester Museum entschieden, die zum Teil seit 120 Jahren "nackt" in der Ausstellung befindlichen Mumien zu bedecken. Gleichzeitig wird getestet, ob diese Art der Präsentation beim Publikum ankommt. Während es hier und da massive Kritik an dieser Entscheidung hagelte, zeigt sich Zahi Hawass (SCA) zufrieden: "Das Bedecken von Mumien ist eine sehr wichtige Entscheidung, und zwar aus ethischen, nicht aus religiösen Gründen." und weiter "Wir möchten doch auch nicht, dass unsere sterbliche Hülle nach unserem Tod nackt zur Schau gestellt wird. Wie können wir uns erlauben, Körper auf diese Weise  auszustellen und zu betrachen?"

telegraph
AHN
AFP

20. Mai 2008
Wissenschaftliche Weihen für Indy

Das Archaeological Institute of America (AIA) hat Harrison Ford in seinen Vorstand gewählt. Seine Verkörperung des Indiana Jones habe maßgeblich dazu beigetragen, eine breite Öffentlichkeit für archäologische Entdeckungen zu interessieren, meint Brian Rose, Präsident des AIA. Man sei hocherfreut, dass Ford die Wahl angenommen hat und nunmehr dem Verwaltungsrat des Instituts angehöre, heißt es in der entsprechenden Verlautbarung vom 16.05.2008 auf der AIA-Webseite. Das AIA-Magazin ARCHAEOLOGY widmet dem jüngsten Indiana-Jones-Film "Das Königsreich des Kristallschädels" und der dem Stoff zugrundeliegenden Historie einen Leitartikel, von dem auch eine Online-Version existiert.

18. Mai 2008
Seltener lexikaler Papyrus für kurze Zeit in Halle zu besichtigen

Im Archäologischen Museum Halle wird ausschließlich am kommenden und am darauffolgenden Donnerstag eine Rarität ausgestellt; danach geht sie aus konservatorischen Gründen wieder ins Archiv. Es handelt sich um einen Totenbuchpapyrus, dessen Rückseite in drei Kolumnen Reste eines mythologischen Lexikons trägt. Dieser Text wurde zufällig anlässlich der Neubearbeitung einer Papyrussammlung durch die Universitäten Jena, Halle-Wittenberg und Leipzig gefunden (Papyrusportal). Dabei handele es sich um die weltweit älteste ägyptische Handschrift lexikaler Art, sagt Hanns-Werner Fischer-Elfert, Direktor des Ägyptologischen Instituts Leipzig, nach einer Meldung von derstandard.de. Alle anderen seien rund 300 Jahre jünger. Im Text werden Natur und Götter zueinander in Beziehung gesetzt:

Was das Gold angeht: Das ist der Leib des Re
Was das Silber angeht: Das sind die Knochen des Re
Was den Lapislazuli angeht: Das ist der Kopfputz / Haar des Re
Was den Türkis angeht: Das sind die Zähne des Osiris
Was den Malachit angeht: Das ist das Auge des Re (andere Tradition: Das ist das Horusauge)

Was die Zeder angeht: Das ist Osiris
Was den Moringabaum angeht: Das ist Horus, das ist Thot
Was die Sykomore angeht: Das ist Nut
Was den Christdorn angeht: dito

Meerkatze: Das ist Re
Ichneumon: dito
Kater: dito
Katze: Das ist das Auge des Re
Ibis: Das ist Thot
Reiher: Das ist Re.
Weiblicher Geier: Das ist das Auge des Re.
(Quelle: H.W. Fischer-Elfert in aMun, Zeitschrift der Fördervereine der Ägyptischen Museen Berlin, Hildesheim, Leipzig und München, Ausgabe 01/2008)

Daraus ließe sich eine längere Tradition für diese Sichtweise ableiten, als bisher angenommen, meint Fischer-Elfert. Das Dokument ist in der Datenbank des Papyrus-Projekts online  zu betrachten.

18. Mai 2008
DAIK: Stephan Seidlmayer wird Nachfolger von Günter Dreyer

Das Deutsche Archäologische Institut entschied in seiner Ordentlichen Jahressitzung vom 8. bis 10. Mai 2008 über die Nachfolge für den derzeitigen Ersten Direktor der Abteilung Kairo, Günter Dreyer. Die Wahl fiel auf Professor Dr. Stephan J. Seidlmayer. Seidlmayer ist seit 1998 Leiter des Altägyptischen Wörterbuchs der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften und seit 2003 Professor an der Freien Universität Berlin. Seine Feldarbeit erstreckt sich u.a. auf Elephantine, die Residenznekropole von Dahschur und die Felsinschriften bei Aswan.

DAI-Information zur Jahressitzung

16. Mai 2008
Caesar-Büste im Flussbett der Rhône gefunden

Französische Archäologen fanden im Flussbett der Rhône eine Büste von Julius Caesar und vermuten, dass diese Skulptur zu seinen Lebzeiten gefertigt wurde. Man geht davon aus, dass sie wohl im Jahre 46 v. Chr. entstand, dem Jahr der Gründung der Stadt Arles durch die Römer. Das Abbild dürfte somit dem tatsächlichen Aussehen Caesars zu dieser Zeit entsprechen. Wenn dies zutrifft, dann haben wir nun eine Vorstellung davon, wie der Mann aussah, mit dessen Hilfe Kleopatra das ägyptische Reich vor dem Untergang bewahren wollte.

welt (mit Foto)
nationalgeographic (mit Foto)

16. Mai 2008
Ägyptische Sammlung in Athen

Das National Archaeological Museum in Athen hat für seine ägyptische Sammlung eine neue Abteilung eröffnet. Eintausend bisher eingelagerte Stücke können nunmehr in einer Dauerausstellung besichtigt werden.

afp

16. Mai 2008
Ägyptologisches Institut und Museum der Universität Leipzig
werden nach Georg Steindorf benannt



Georg Steindorff, einer der bedeutendsten deutschen Ägyptologen des 20. Jahrhunderts und Gelehrter von internationalem Rang, wurde 1861 als Sohn jüdischer Eltern in Dessau geboren. Sein Leben und Werk sind auf das engste mit der Universität Leipzig verbunden. Nach seinem Studium in Göttingen und Berlin und einer Anstellung am Berliner Ägyptischen Museum kam Steindorff 1893 als ao. Professor nach Leipzig, wo er mehr als 40 Jahre lang, bis zu seiner Emeritierung 1934, die Geschicke des Ägyptologischen Institutes und seiner Lehrschausammlung lenkte. 1904 erfolgte seine Berufung zum ordentlichen Professor für Ägyptologie, 1918/19 amtierte er als Dekan der Philosophischen Fakultät und 1923/24 als Rektor der Universität Leipzig.

Kopf einer Sitzstatue
des Königs Chephren
Ägyptisches Museum Leipzig

Interesse an Randzonen des Pharaonenreiches geweckt
Neben akademischer Forschung, Lehre und Verwaltung war es die noch junge ägyptische Archäologie, in der Steindorff sich mit Verve und Erfolg engagierte. Seine Expedition zur Oase Siwa und ins unternubische Niltal im Winter 1899/1900 war eine Pionierleistung, die in der Ägyptologie nachhaltiges Interesse an jenen Randzonen des Pharaonenreiches weckte. Noch bedeutsamer für Leipzig waren Ausgrabungen, die Steindorff zwischen 1903 und 1910 auf dem Beamtenfriedhof des Alten Reiches westlich der Pyramiden von Gisa und in den zur Chefren-Pyramide gehörigen Tempeln, 1911 auf dem frühdynastischen Gräberfeld von Abusir und 1912, 1914 und 1930/31 in Aniba, einem unternubischen Verwaltungszentrum des Neuen Reiches, durchführte. Denn neben wissenschaftlichen Befunden brachten diese Grabungen kostbare Objekte altägyptischer Kunst zu Tage, aus denen sich nach und nach der heutige Bestand des Ägyptischen Museums formierte. Durch Ankauf und Tausch rundete Steindorff die bei seinem Amtsantritt noch äußerst bescheidene Sammlung im Lauf der Jahre so ab, dass sie, nun eine der größten ihrer Art in ganz Deutschland, nicht allein der Dokumentation der eigenen archäologischen Arbeit, sondern auch den Zielen universitärer Pädagogik und der Schaulust einer breiten Öffentlichkeit dienen konnte."Steindorfs Charakter

Steindorffs Charakter und Ansichten sind nicht das, "was man jüdisch nennt"
Ungeachtet dessen, dass Steindorff sich als Student hatte taufen lassen und dem national-konservativen Lager im Parteienspektrum des Kaiserreiches und der Weimarer Republik zuneigte, standen bereits die Anfänge seiner Leipziger Karriere unter dem im zunehmend antisemitischen Klima der Zeit erhobenen Vorbehalt seiner Abstammung: So sah sein Berliner Lehrer Adolf Erman sich genötigt, Bedenken gegen seine Berufung zum ao. Professor mit dem Hinweis zu zerstreuen, Steindorffs Charakter und Ansichten seien nicht das, "was man jüdisch nennt"! Mehr noch als der Beginn war das Ende der akademischen Laufbahn Steindorffs überschattet vom inzwischen politisch arrivierten Antisemitismus des Nazistaates. Steindorffs Emeritierung am 31. März 1934 erfolgte zwar regulär, war aber verbunden mit dem Verbot weiterer Vorlesungstätigkeit. 1937 wurde ihm die seit 1907 ausgeübte Herausgeberschaft der Zeitschrift für Ägyptische Sprache und Altertumskunde entzogen. Am 29. März 1939 wanderte der 78jährige Georg Steindorff mit seiner Familie in die USA aus, wo er sich zwar vieler ihm in Freundschaft und Verehrung zugetaner Kollegen und eines breiten Lesepublikums, jedoch keines ausreichenden Einkommens erfreute. Durch die Hilfe jener Freunde und Kollegen gelang dem Hochbetagten ein Neuanfang als Mitarbeiter an der Walters Art Gallery in Baltimore; Publikationen und Vortragsreisen mussten das schmale Salär aufbessern. 1944 nahm Georg Steindorff die amerikanische Staatsbürgerschaft an; fast 90jährig starb er 1951 in North Hollywood.

Akt historischer Rehabilitation
Steindorff, Ordinarius eines der für unsere Universität damals wie heute typischen kleinen kulturgeschichtlichen Fächer, gehört zweifellos zu den Charakteren der jüngeren Leipziger Universitätsgeschichte: In seiner Person vereinen sich internationale fachliche Reputation, Engagement in der universitären Selbstverwaltung bis zum Rektorat, ein in die Breite zielendes publizistisches Engagement für die Popularisierung wissenschaftlicher Erkenntnisse und ein fast modern anmutender Impetus (samt dem Fingerspitzengefühl) zur Einwerbung privater Mittel zugunsten der Wissenschaft. Das Ägyptologische Institut der Universität Leipzig wurde in Steindorffs 40-jähriger Amtszeit maßgeblich geprägt, und das heute weit über die Grenzen von Universität und Stadt hinaus bekannte Ägyptische Museum ist das nahezu alleinige Werk Steindorffs. Wurde die in ihrer Dauer einmalige und in ihrem Erfolg so glänzende 'Ära Steindorff' der Leipziger Ägyptologie durch die Ereignisse nach 1933 abrupt und unwürdig beendet, so stellt die am 15. Mai 2008 besiegelte Verbindung seines Namens mit dem 'seines' Ägyptologischen Institutes und Ägyptischen Museums nicht allein die Würdigung der grundlegenden Verdienste Georg Steindorff dar, sie ist zugleich ein symbolischer Akt historischer Rehabilitation dieses aus Deutschland vertriebenen Gelehrten und Leipziger Bürgers.

weitere Informationen:

PD Dr. Sebastian Richter
Telefon: 0341-9737019
E-Mail: sebricht@rz.uni-leipzig.de

15. Mai 2008
Entwässerungssystem für Luxor's Westbank

Gemäß einer Mitteilung von Jane Akshar in ihren Luxor News will der SCA ein Rohrsystem von Medinet Habu bis zum Tempel Sethos' I. verlegen, um auf diese Weise für die Bodenentwässerung entlang des Wüstenrandes zu sorgen. Hier befindet sich eine Anzahl von bedeutenden Monumenten, die durch den steigenden Grundwasserspiegel gefährdet sind.

15. Mai 2008
Auftaktveranstaltung zur "Dialogus Mundi" Reihe in Höxter

In Anwesenheit des Koptischen Bischofs für Deutschland, Anba Damian, fand auf Schloss Corvey in Höxter die Auftaktveranstaltung zu "Dialogus Mundi" statt. Zu den Referenten gehörte auch Jan Assmann, der über die "Begründung des Monotheismus" sprach. Er schlug dabei den Bogen zu Echnaton und dessen Aton-Kult. Es sei richtig, "beim Nachdenken über Monotheismus von Echnaton auszugehen", bestätigte Assmann. Ein Problem bestehe allerdings darin, zu klären, wieweit dieser Pharao "in die Geschichte fortgewirkt" habe. Echnaton sei nach seinem Tod in Vergessenheit geraten, jedoch sei durch die Auseinandersetzung der Ägypter mit der Amarna-Religion, von der es Spuren in der Bibel gäbe, eine starke monotheistische Perspektive entwickelt worden.

nw-news

08. Mai 2008
Lepsius-Zeichnungen bei Sotheby's versteigert

Im Rahmen einer Auktion kamen unter dem Thema "Natural History, Travel, Atlases and Maps" u.a. Zeichnungen von Richard Lepsius unter den Hammer. Die Werke aus den Jahren 1849 bis 1858 zeigen diverse heute längst verfallene Monumente. Auch eine Kopie der napoleonischen "Description de l'Égypte" stand, neben anderen Fotos, Karten und Zeichnungen von frühen Nahost-Reisenden, zum Verkauf.

aawsat

07. Mai 2008
Informationsdienst Wissenschaft - idw - Pressemitteilung
Universität Hamburg, Viola Griehl

Forscher der Universität Hamburg entdecken Palast der Königin von Saba

Viele Legenden ranken sich um die Königin von Saba und die Bundeslade. Forscher der Universität Hamburg konnten nun einige Geheimnisse lüften. Eine Gruppe von Wissenschaftlern um Prof. Dr. Helmut Ziegert hat während ihrer dreimonatigen Feldforschung im Frühjahr 2008 den Palast der Königin Saba aus dem 10 Jh. v. Chr. in Axum-"Dungur" (Äthiopien) gefunden. In diesem Gebäude könnte zeitweise auch die Bundeslade aufbewahrt worden sein.

Entdeckt wurde das Bauwerk unter dem Palast eines christlichen Königs. Die Untersuchung hat gezeigt, dass dieser erste Palast der Königin von Saba nach kurzer Zeit abgetragen und, ausgerichtet zum Stern Sirius, neu errichtet wurde. Die Forscher vermuten, dass Menelek, nach der Überlieferung Sohn der Königin von Saba und des Königs Salomon in Jerusalem, für die Neuerrichtung verantwortlich war. Hier wurde auch ein Altar mit zwei Basaltsäulen errichtet, nach O 18°S zum Sirius orientiert, auf dem möglicherweise vor dem Bau des ersten Tempels in Axum die Bundeslade stand. Die besondere Bedeutung dieses Altars muss über Jahrhunderte überliefert worden sein. Dies zeigen die vielen Opfergaben, die rund um diese Stelle gefunden worden sind.

Später wurde die Bundeslade im 1. Tempel am Platz der ersten Kirche "St. Maryam" aufbewahrt, nach 325 n. Chr. im 2. Tempel, nach 400 n. Chr. in dem heute noch stehenden Bau auf den Mauern jenes Tempels.

Blick auf Axum-Dungur, südl. Richtung: Palast 600-640 n.Chr.
(Ausgrabung F. Anfray 1966-68); darunter ein Palast aus dem 10. Jh. v.Chr., nach kurzer Zeit abgetragen und neu errichtet in der
Orientierung des Sirius: die Paläste der 'Queen of Sheba' und ihres
Sohnes Menelek. Südlich der Straße der gleichzeitige Stelenfriedhof
Foto: S. Ziegert
Mauerblock mit Opfer (Schaf über Mensch)
im Palast des Königs Menelek aus dem 10. Jh. v.Chr.
Foto: H. Ziegert



Mauerblock über einem Opfer (Kuh mit 3 Keramikschalen, darüber ein Kalb) in einem Vorratsraum des Palastes 600-640 n.Chr.:
Traditionen des Osiris-Kults bis in christliche Zeit?
Foto: H. Ziegert
"Altar" mit Basaltsäulen S und N, Orientierung Ost, 18o Süd zum
Sirius-Aufgang im 10. Jh. v.Chr., im Palast des Königs Menelek. Rechts ein Mauerfundament des Palastes der 'Queen of Sheba', (Königin von Saba)
Foto: H. Ziegert
Prof. Dr. Ziegert und seine Mitarbeiter untersuchen seit 1999, teilweise unterstützt durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft und die C. Nordmann-Mission, in Axum den Beginn des Äthiopischen Staates und der Äthiopisch-Orthodoxen Kirche. Im Mittelpunkt der Feldforschung 2008 stand die Fragestellung: "Wie kam im 10. Jh. v. Chr. das Judentum nach Äthiopien, und wo ist die Bundeslade heute?" Die nun vorliegenden Ergebnisse weisen darauf hin, dass mit der Bundeslade und dem Judentum ein bis nach 600 n. Chr. praktizierter Sothis-Kult nach Äthiopien kam, für den die Sirius Zeichen, die Orientierung aller Kultbauten zum
Sirius-Aufgang und aufgefundene Reste von Rinder-Opfern charakteristische Merkmale sind.

Für Rückfragen:
Prof. Dr. Helmut Ziegert
Universität Hamburg
Archäologisches Institut
Tel.: (040) 428 83-2006/ 2050/ 2233
E-Mail: <ziegert@uni-hamburg.de>

Die gesamte Pressemitteilung erhalten Sie unter: http://idw-online.de/pages/de/news259113

Kontaktdaten zum Absender der Pressemitteilung stehen unter: http://idw-online.de/pages/de/institution109

Informationsdienst Wissenschaft e.V. - idw - http://idw-online.de

07.05.2008
Hightech-Radiografie im Field Museum Chicago

Im Field Museum wurde ein Röntgenverfahren mit digitaler Bildgebung von höchster Schärfe angewendet, um u.a. den Schädel einer ägyptischen Mumie zu durchleuchten. Dabei konnte auch ein bisher nicht wahrgenommener Verschleiß der Scheitellappen festgestellt werden. Die Ursache dafür könnten Parasiten, eine Anämie oder Unterernährung kurz vor dem Tod sein. Aufnahmen der Hüfte lassen vermuten, dass der Leichnam von einer 30 bis 40 Jahre alte weibliche Person stammt. Auch bei anderen Beispielen (ein peruanischer "Scheinkopf" und der Kopf einer Statue aus dem Irak),  waren die Wissenschaftler von der Leistungsfähigkeit der Anlage beeindruckt.

eurekalert (mit Fotos)
ddp

01. Mai 2008
Mehr zu den SCA-Arbeiten im Tal der Könige

Auf seiner offiziellen Homepage berichtet Zahi Hawass über die Arbeiten des SCA-Teams im Tal der Könige. Sehr zu begrüßen ist, dass auch eine Reihe von Fotos veröffentlicht wird. Hinsichtlich des langen absteigenden Schachtes im Grab Sethos' I., dessen Untersuchung zum Projekt des SCA gehört, muss angemerkt werden, dass die Länge von 136 m bereits Anfang der 1950er Jahre von Scheich Ali Abd er-Rassul festgestellt worden war, also nicht Ergebnis der jüngsten Kampagne ist. Rassul hatte seinerzeit von der Antikenbehörde die Genehmigung erhalten, nach Belzoni, Wilkinson und Carter die Freigrabung des Schachtes fortzuführen. Bei einer Länge von 136 m wurde die Arbeit aufgegeben.

Hawass berichtet auch über die Bemühungen des Teams bei der Suche nach dem Grab Ramses' VIII. nördlich, südlich und westlich des Grabes von Merenptah. Dabei legte man Graffiti wieder frei, die bereits durch Miroslav Cerny publiziert wurden; eines stammt von Userhet (18. Dynastie), der über den Grabbau für seinen Vater Amunnacht berichtet. Um das Areal zu erforschen, mussten die Archäologen große herumliegende Blöcke bewegen. Dabei stießen sie sowohl nördlich als auch südlich des Merenptah-Grabes auf stufenartig behauenen Felsuntergrund. Außerdem wurden Reste von Arbeitenhütten gefunden. Es ist geplant, zur weiteren Untersuchung des Bereiches Radar einzusetzen.