ÄgyptologieNewsPaper
Redaktion, Texte und Abbildungen (sofern nicht anders erwähnt): Gitta Warnemünde
  Juli 2008
31. Juli 2008
Detaillierter Artikel zum zweiten Sonnenboot des Cheops

Wie schon am 19.07.2008 gemeldet, soll nun auch das zweite Sonnenboot des Cheops, von dessen Existenz man bereits seit über 50 Jahren weiß, das jedoch bisher an seinem Begräbnisplatz belassen wurde, gehoben werden. Zuvor konnte man bereits einen Blick in die Grube werfen, und zwar mit Hilfe einer Miniatur-Kamera, die die Bilder liefert. Al Ahram-Weekly bringt dazu in Ausgabe 908  noch einmal einen längeren Artikel mit Details.
29. Juli 2008
Zwei Ägypter ausgezeichnet für Abgabe von Artefakten

Die ägyptische Antikenbehörde hat zwei Ägypter geehrt, die zwei beim Umbau ihres Hauses entdeckte antike Fundstücke bei der zuständigen Behörde abgeliefert hatten. Beide erhielten zum Dank jeweils die Summe von 5.000 LE (gut 600 Euro). Die gefundenen Stücke sollen aus der 26. Dynastie stammen, aus der Zeit des Königs Amasis. Sie werden gegenwärtig restauriert.

news.trendaz

27. Juli 2008
Israelische Archäologen identifizieren aus Amarna-Briefen bekannten Ort in Palästina

Von einer kanaanitischen Königin namens Belit-nesheti existieren mehrere Keilschrifttafeln, in denen sie den ägyptischen König um Hilfe bittet, da die Apiru sich anschickten, ihr Land zu überfallen. Sie schreibt u.a. "Die Apiru haben an Ajalon und Zorah geschrieben, und zwei Söhne von Milkilu (König von Gezer) wurden schon zu Tode geprügelt. Ich muss den König (von Ägypten) über diese Tat informieren". In einem anderen Brief berichtet sie, dass bereits eine der von ihr regierten Städte den Apiru zum Opfer gefallen sei. Sie bittet den König, ihr Land vor den Apiru zu schützen, ehe es zu spät ist. Welches Land von Belit-nesheti regiert wurde, bleibt in der Korrespondenz leider offen.

Israelische Archäologen der Tel Aviv University sind sich nun allerdings sicher, dass sie bei ihren Grabungen in Tel Beit Shemesh auf einen der beschriebenen Orte gestoßen sind. Sie legten komplette Mauerzüge frei, die während eines Großfeuers in der Mitte des 14. Jahrhunderts v. Chr. eingestürzt waren. Mehr als 200 verstreut gefundene Ziegel zeigen ebenfalls Brandspuren. In einem der Räume stieß man auf über 30 Krüge; der Raum dürfte als Lagerraum gedient haben. Aber er wurde wohl auch für Rituale genutzt, wie Funde eines Libationsgefäßes, von Trinkbechern und Öllampen vermuten lassen. Viele bronzene Pfeilspitzen zeugen von einem Abwehrkampf. Ein großes ägyptischen Siegel mit dem Namen Amenophis' III. spricht dafür, dass dieser Kampf entweder am Ende der Regierungszeit dieses Königs oder während der Regentschaft seines Nachfolgers Amenophis IV./Echnaton stattgefunden haben muss. Wegen dieser und anderer bereits seit Beginn der Grabungen in 1990 gefundenen Artefakte stellen die Wissenschaftler den Zusammenhang zwischen Belet-nesheti und Tel Beit Shemesh her. Falls sie Recht haben, zeigt sich hier auf faszinierende Weise die Realität in Kanaan, wie sie in den Amarna-Briefen beschrieben ist.

haaretz 

24. Juli 2008
Mumien wieder "entkleidet"

Nachdem das Manchester Museum vor einiger Zeit (siehe Artikel aus Mai 2008) aus Pietätsgründen die dort ausgestellten Mumien nur noch bedeckt gezeigt hatte, sind sie nun wieder unverhüllt zu besichtigen. Man kam damit dem Wunsch der Mehrheit der Besucher nach, die sich entsprechend geäußert hatte.

manchestereveningnews

24. Juli 2008
Rege Handelsbeziehungen im 7. vorchristlichen Jahrhundert

Das 2.600 Jahre alte Grab einer Frau an der italienischen Adria nahe Ancona legt Zeugnis ab für regen Warenaustausch rund um das Mittelmeer. Zu den mehr als 650 Grabbeigaben gehören Stücke aus Ägypten, von Rhodos, dem griechischen Festland, aus Palästina und Anatolien. Von besonderem Wert sind fünf glasierte Keramikanhänger aus Ägypten, wahrscheinlich Amulette.

Die Ausgräber entnehmen dem Befund, dass der Handel im 7. Jahrhundert v. Chr. ein weitaus größeres Netz umfasste als bisher angenommen. Das Grab sei auch deshalb von außerordentlicher Wichtigkeit, da es bisher das einzige aus dieser Zeit ist, das in der Gegend gefunden wurde.

Ansa

21.07.2008
Informationsdienst Wissenschaft - idw - Pressemitteilung Universität Leipzig
Älteste Bibel der Welt online

Der erste Teil des Codex Sinaiticus, der weltweit ältesten überlieferten Bibel, wird öffentlich zugänglich gemacht. Unter www.codex-sinaiticus.net sind dann alle Blätter abrufbar, die in der Universitätsbibliothek Leipzig aufbewahrt werden, zusammen mit anderen, die im Besitz der British Library London sind. Die Freischaltung der Webseite am 24. Juli 2008 ist der erste
entscheidende Schritt einer Unternehmung, alle Teile der Bibel - sie befinden sich weltweit an vier verschiedenen Orten - über das Internet zugänglich zu machen.

Durch die einmalige Kooperation zwischen der British Library, dem Katharinenkloster auf dem Sinai, der Universitätsbibliothek Leipzig und der Russischen Nationalbibliothek in St. Petersburg wird bis zum Abschluss des Projekts im Juli 2009 der gesamte Text der Handschrift für jedermann zugänglich gemacht. Die nach neuesten Standards erstellte interaktive Webseite wird am 24. Juli 2008 freigeschaltet und gibt einen ersten Teil der Heiligen Schrift allen Bibel-Lesern und Wissenschaftlern auf vorher nie dagewesene Weise in die Hand.

Jede hochaufgelöste Fotografie der Manuskriptseiten wird durch eine vollständige Transkription des griechischen Textes ergänzt, die auch alle über die Jahrhunderte dort versammelten Korrekturen enthält. Ausgewählte Bücher und Stellen werden auch in deutschen und englischen Übersetzungen zugänglich gemacht. Alle Textelemente sind miteinander verlinkt, und das Anklicken eines Wortes in der Transkription wird durch die Markierung im Manuskript unterstützt. Besucher der Webseite können verschiedene Ansichten wählen: Standardlicht oder Seitenlicht zur besseren Verdeutlichung der physischen Eigenschaften des Pergaments.

Zu den freigeschalteten Seiten gehören ab dem 24. Juli 2008 sämtliche 43 Blätter (86 Seiten) der Universitätsbibliothek Leipzig, ergänzt um 67 Blätter aus der British Library. Neben den Psalmen und dem Markus-Evangelium - zwei der sowohl historisch wie aktuell wichtigsten Texte der Bibel -, wird der Codex Sinaiticus ab dem 24. Juli 2008 in der Online-Edition die folgenden biblischen Bücher enthalten: Erstes Buch der Chronik, Zweites Buch Esra, die Bücher Ester,Tobit,Jeremia und die Klagelieder Jeremias.

Ulrich Johannes Schneider, Direktor der Universitätsbibliothek Leipzig, betont die Bedeutung der virtuellen Gesamtedition: "Die 43
Leipziger Blätter gehören zu den ersten, die im Katharinenkloster auf dem Sinai als Teil einer sehr frühen Bibel identifiziert wurden und 1844 nach Leipzig gelangten. Die Geschichte der Entdeckung durch Konstantin von Tischendorf war zugleich die Geschichte der Fragmentierung dieser Handschrift, und eben diese Geschichte kommt nun an ihr Ende. Mit der Online- Edition hat die internationale Zusammenarbeit ihr höchstes Ziel erreicht. Es wird ein äußerst wertvoller Text in allen überlieferten Teilen der interessierten Weltöffentlichkeit übergeben."

Der Codex Sinaiticus stammt aus der Mitte des 4. Jahrhunderts und ist nach heutigem Wissen die älteste existierende christliche Bibel mit vollständigem Neuen Testament. Überliefert sind mehr als 800 Seiten und über 40 Fragmente, die alle nach Abschluss des Projektes im Juli 2009 über die Webseite konsultiert werden können.

Das Codex Sinaiticus Projekt wird durch Stiftungen großzügig unterstützt, u. a. von: The Arts and Humanities Research Council,
Deutsche Forschungsgemeinschaft, The Leventis Foundation und The Stavros Niarchos Foundation. weitere Informationen:

Prof. Dr. Ulrich Johannes Schneider
Telefon: 0341 97-30500
E-Mail: schneider@ub.uni-leipzig.de
www.ub.uni-leipzig.de

Weitere Informationen finden Sie unter http://www.codex-sinaiticus.net
Zu dieser Mitteilung finden Sie Bilder unter: http://idw-online.de/pages/de/image72481
Die gesamte Pressemitteilung inkl. Bilder erhalten Sie unter: http://idw-online.de/pages/de/news271500
Kontaktdaten zum Absender der Pressemitteilung stehen unter: http://idw-online.de/pages/de/institution232
Informationsdienst Wissenschaft e.V. - idw - http://idw-online.de

19. Juli 2008
Das zweite Sonnenboot des Cheops soll gehoben werden

Neben dem bereits in einem eigenen Museum auf dem Giza-Plateau ausgestellten Sonnenboot des Cheops existiert noch ein weiteres, das sich jedoch bis heute in seiner vor 4.500 Jahren angelegten Grube befindet. Auch dieses Boot soll nun gehoben werden. Vorerst können es jedoch Wissenschafter und Touristen über einen Monitor betrachten. Eine Kamera, die durch ein Loch in der Kalksteindecke der Bootsgrube geführt wurde, liefert die entsprechenden Bilder. Mit der Bergung der rund 600 Einzelteile - der Monitor zeigt kreuz und quer liegende Planken und Holzbalken - soll im November dieses Jahres begonnen werden. Das zweite Boot scheint jedoch kleiner zu sein als das im Museum befindliche und seine Teile weniger gut erhalten.

Bei dem Projekt handelt es sich um eine Kooperation des SCA mit der japanischen Waseda Universität.

AP
monstersandcritics
discovery
Egypt State Information Service
National Geographic (Video)

11. Juli 2008
Tutanchamun-Ausstellung zieht von Zürich nach München

Die Ausstellung "Tutanchamun - Sein Grab und die Schätze" wird ab April 2009 im Olympiapark München zu sehen sein. Bei den Exponaten handelt es sich nicht um Originale, sondern um eine maßstabgetreue Nachbildung des Grabes sowie um Repliken der Grabbeigaben.

aller-zeitung

11. Juli 2008
Wahrung des afrikanischen Kulturerbes: Ist Ägypten Vorreiter?

In einem Artikel von afrikanet  spricht der Verfasser bewundernd von den ägyptischen Erfolgen, seine gestohlenen und über die Welt verteilten Kulturgüter ins eigene Land zurückzuholen. In den letzten sechs Jahren waren es immerhin 3.000 Stücke, die heute wieder in Ägypten sind. Wenn man auch nicht mit allen Aktivitäten und dem verbalen Säbelrasseln des SCA und seines Generalsekretärs einverstanden sein müsse, so sei er doch erfolgreich. Dies könne ein Vorbild sein für alle Afrikaner. Ägypten stelle sich damit dem Wettbewerb der traditionellen und lange gelebten europäischen Ideologie, Westeuropa hätte das gottgegebene Recht, ja sogar die Pflicht, alle kulturellen Errungenschaften der Menschheit zu sammeln und zu hüten.

10. Juli 2008
Jüdische Tempel im alten Ägypten

Es ist wenig bekannt, dass im alten Ägypten zwei jüdische Tempel existierten. Sie sind auch nicht in der jüdischen Historie verankert wie etwa der Exodus, der sich jedoch kaum durch zeitgenössische Befunde untermauern lässt. Die Tempel, obwohl gut belegt, haben so gut wie keinen Eingang in die jüdische Tradition gefunden.

Über eines der beiden Gotteshäuser, den Tempel des Onias, berichtet Josephus Flavius in seinen vor rund 2.000 Jahren entstandenen Schriften Antiquitates Judaicae und De bello Judaico und es findet auch im Talmud Erwähnung. Datiert wird dieser Tempel auf 200 v. Chr. Josephus beschreibt den Tempel von Onias einmal wie den von Jerusalem, ein anderes Mal jedoch als eine von Onias erbaute Festung mit einem 60 Ellen hohen Turm.Wer war dieser Onias? Im Hebräischen lautet sein Name Honiah und diesen Namen trugen mehrere jüdische Hohepriester. Wahrscheinlich handelt es sich um Honiah IV., der daran gehindert wurde, als Erbe das Amt seines Vaters anzutreten. Er ging daraufhin nach Ägypten und begann mit Zustimmung von Ptolemäus IV. und seiner Königin Kleopatra I., den Tempel zu Leontopolis zu errichten, in einem Gebiet nördlich des heutigen Kairo. Das war wohl um das Jahr 170 v. Chr. Ptolemaios IV. war an der Unterstützung durch Honiah interessiert, um mit ihm gemeinsam die militärische Kraft und damit die ägyptische Herrschaft im südlichen Palästina zu stärken. Im Jahre 1906 verbrachte Sir Flinders Petrie sechs Wochen in Tel el-Yehudiyeh und berichtete anschließend, er habe den Tempel des Onias lokalisiert. Er fertigte sogar ein Modell des Bauwerks nach Josephus' Aufzeichnungen an. Leider ist inzwischen beides verschollen: der Standort des Tempels und Petries Modell.

Anders verhält es sich bei dem zweiten jüdischen Tempel, der um 500 v. Chr. gegründet wurde. Er liegt auf Elephantine, gegenüber von Aswan, das von dem Propheten Hesekiel als Syene bezeichnet wird. Aramäische Papyri sprechen von der Existenz einer militärischen Kolonie von Juden, die als Söldner zunächst für die Ägypter und danach für die Perser die Bewachung der südlichen Grenze übernahmen. Diese Soldaten bauten sich ihren eigenen Tempel, und zwar vor der Ankunft der Perser im Jahre 525 v. Chr. Nach den Aufzeichnungen lebte die jüdische Kolonie dort mehr als 100 Jahre. Die Ausgrabungen von deutschen und schweizerischen Archäologen auf Elephantine brachten ein sogenanntes "aramäisches Dorf aus der 27. Dynastie" zum Vorschein, das sich jedoch offensichtlich als die Reste des jüdischen Tempels entpuppte. Es handelte sich zwar nur um ein paar Abschnitte der Mauer und einen sorgfältig gepflasterten Boden, aber diese befinden sich genau an der Position, die in den zeitgenössischen Papyri genannt wird. Die Frage ist, wie kamen die Juden nach Elephantine? Möglicherweise wurden sie um 700 v. Chr. zunächst nach Assyrien, dann nach Babylon deportiert, dort als Söldner eingesetzt und später nach Ägypten abkommandiert.

jerusalempost

07. Juli 2008
70 Jahre und kein bisschen leise

Jan Assmann, Ägyptologe, Religions- und Kulturwissenschaftler, begeht seinen 70. Geburtstag. Die Publikationen Assmann's gehen in die Hunderte und seine wissenschaftlichen Aktivitäten rund um die Ägyptologie sind ungebrochen - wie gerade kürzlich erst wieder auf dem 10. Internationalen Ägyptologenkongress in Rhodos unter Beweis gestellt.

Herzlichen Glückwunsch, Jan Assmann!

welt.de

07. Juli 2008
Al -Ahram Weekly - Ausgabe 904

Auch in dieser Ausgabe bearbeitet Al-Ahram wieder einige Themen aus dem Bereich Ägyptologie:

Der Kampf gegen Antikenraub und -schmuggel wird verschärft. Der Supreme Council of Antiquities (SCA) hat eine Institution ins Leben gerufen, das National Committee to Return Smuggled Antiquities (NCRSA), mit dessen Hilfe die weltweite Suche nach Raubgut und dessen Rückholung intensiviert werden soll. Ägyptische Diplomaten rund um den Globus werden außerdem angehalten, die Augen offen zu halten. Dazu gehört auch die Beobachtung von Auktionen u.ä. Seit der SCA im Jahre 2002 seine Anstrengungen gegen den Antikenschmuggel verstärkt hat, sind rund 3.000 Stücke an Ägypten zurückgegeben worden. Zwecks Aufspüren von illegalem Gut wurden inzwischen Vereinbarungen zwischen dem SCA und diversen Ländern unterzeichnet (Italien, Zypern, Dänemark, Kuba, Kasachstan, Jordanien, Peru, Schweiz). Es laufen Bemühungen, um entsprechende Übereinkünfte auch mit den Vereinigten Staaten, Großbritannien und Deutschland zu erreichen.

Ein weiterer Artikel beschäftigt sich mit der Entdeckung der Holzsärge in Saqqara, die südlich des Aufweges zur Unas-Pyramide gemacht wurde (siehe auch Beitrag vom 26.06.2008). Bei einer Oberflächensäuberung waren ägyptischen Wissenschaftler auf das  Grab des Wadj-Mes gestoßen und auf eine Anzahl von Grabschächten an dessen Ostseite. Das Grab besteht aus einem Labyrinth von Korridoren und Tunneln, die zwar ins Nirgendwo führen, in denen sich jedoch Fragmente von Gefäßen, Sarkophagen und bemalten Blöcken befanden. Bei Wadj-Mes, einem hohen Militärangehörigen zur Zeit Ramses' II., muss es sich um eine bedeutende Persönlichkeit gehandelt haben. Dies schließe man aus den aufgefundenen Uschebtis und dem freigelegten Rest seiner Grabkapelle.Wegen des schlechten Zustands der Grabstätte wurden die weiteren Ausgrabungsarbeiten auf die nächste Kampagne verschoben. Bei der Untersuchung der Nebenschächte kamen reichlich Artefakte zum Vorschein: Kanopenkrüge, bemalte Holzgefäße, Reste von Seilen, verbrannte menschliche Knochen, Leinenfragmente und ein kleiner Sarg für einen Vogel oder ein anderes Tier. Der gut erhaltene, osirianische Sarg des Maay, Schreiber am "Platz der Wahrheit" unter Ramses II., erwies sich als leer. Von den weiteren vier osirianischen Särgen enthielt einer drei schlecht erhaltene menschliche Skelette und eine große Anzahl an Perlen von unterschiedlicher Größe, Farbe und Form. Auch Goldohrringe, Töpfe, bemalte Blöcke mit den Gesichtern von Gottheiten und Opfertische kamen zum Vorschein.

Der Titel "Schreiber am Platz der Wahrheit" oder auch "Diener am Platz der Wahrheit" ist aus ramessidischer Zeit gut bekannt. Die Grabarbeiter in Deir el-Medina, zuständig für die Königsgräber in Theben, trugen derartige Berufsbezeichnungen. Man kann daraus vielleicht schließen, dass es in Saqqara eine ähnliche Gemeinschaft gab.

Der dritte Artikel nimmt sich noch einmal der Rückkehr eines Reliefs an, das ursprünglich in einer Auktion verkauft werden sollte (siehe auch Beitrag vom 30.06.3008). Außer den bereits bekannten Details wird auch auf zwei Schädel eingegangen, die wohl aus griechisch-römischer Zeit stammen. Ein englischer Mediziner hatte sie sich 1988 als "Souvenir" aus dem Ägypten-Urlaub mitgebracht, um daran Untersuchungen vorzunehmen. Seine Frau war darüber wenig begeistert. Die Schädel wurden daraufhin kurzerhand im eigenen Vorgarten vergraben, wo man später bei Gartenbauarbeiten darauf stieß.

07. Juli 2008
Informationsdienst Wissenschaft - idw - Pressemitteilung -
Georg-August-Universität Göttingen, Marietta Fuhrmann-Koch
DFG fördert Graduiertenkolleg "Götterbilder - Gottesbilder - Weltbilder"
Für eine zweite Förderperiode erhält das Kolleg Fördermittel in Höhe von zwei Millionen Euro

Das Graduiertenkolleg "Götterbilder - Gottesbilder - Weltbilder. Polytheismus und Monotheismus in der Welt der Antike" wird seine erfolgreiche Arbeit an der Georg-August-Universität fortsetzen: Nach positiver Begutachtung hat die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) Fördermittel in Höhe von 2,01 Millionen Euro für eine zweite Förderperiode von viereinhalb Jahren bewilligt, die zum 1. Juli 2008 begonnen hat. Das im Jahr 2004 eingerichtete Kolleg, dem 15 Doktoranden und zwei Postdoktoranden angehören, wird von der Theologischen Fakultät und der Philosophischen Fakultät getragen. Das
Promotionsprogramm ist Teil der Graduiertenschule für Geisteswissenschaften Göttingen.

Im Mittelpunkt des Forschungsprogramms steht das spannungsreiche Verhältnis von Polytheismus und Monotheismus: Dabei geht es um die Auswirkungen der religiösen Systembildungen auf Weltbilder und Lebensentwürfe in der orientalischen und griechisch-römischen Antike. Anhand ausgewählter Fallbeispiele erforschen die Kollegiaten dabei die kultur- und geistesgeschichtlichen Wurzeln der drei monotheistischen Weltreligionen Judentum, Christentum und Islam. "Dies ist auch ein
wichtiger Beitrag zum tieferen Verständnis ihres gegenwärtigen Erscheinungsbildes. Wir wollen damit die aktuelle Debatte über die
Rolle der Religion in der Moderne befördern", betont der Sprecher des Kollegs, Prof. Dr. Hermann Spieckermann.

Wie Prof. Spieckermann betont, hat das Graduiertenkolleg in Göttingen einen exzellenten Standort. "In der Philosophischen Fakultät und der Theologischen Fakultät sind alle die Fächer versammelt, deren Expertise zur Erforschung der orientalischen und klassischen Antike notwendig ist. Wir sind international gut aufgestellt. Regelmäßig sind renommierte Wissenschaftler aus aller Welt bei uns zu Gast." An der Arbeit des Kollegs sind Ägyptologie, Altorientalistik, Iranistik, Arabistik und Islamwissenschaft, die Klassischen Philologien sowie die Religionswissenschaft und die Evangelische Theologie mit mehreren Lehrstühlen beteiligt. Die Göttinger Forscher werden von Religionswissenschaftlern der Universität Erfurt unterstützt.

Informationen im Internet können unter www.uni-goettingen.de/de/sh/55444.html abgerufen werden.

Kontaktadresse:
Prof. Dr. Hermann Spieckermann, Georg-August-Universität Göttingen, Theologische Fakultät
Platz der Göttinger Sieben 2, 37073 Göttingen, Telefon (0551) 39-7118, Fax (0551) 39-22228
e-mail: hermann.spieckermann@theologie.uni-goettingen.de Internet: www.theologie.uni-goettingen.de

Die gesamte Pressemitteilung erhalten Sie unter: http://idw-online.de/pages/de/news269371
Kontaktdaten zum Absender der Pressemitteilung stehen unter: http://idw-online.de/pages/de/institution77
Informationsdienst Wissenschaft e.V. - idw - http://idw-online.de

06. Juli 2008
Zum Fund in Abydos

Inzwischen gibt es nun auch die Bestätigung des Egypt State Information Service zu der vorgenannten Pressemeldung. Diese Information ist insofern etwas anders als die Agenturmeldungen, als nicht von einer "königlichen Begräbnisstätte" die Rede ist und der Fundort präziser angegeben wird; demnach handelt es sich um Umm el-Qaab, dessen frühdynastische Nekropole seit vielen Jahren auch vom Deutschen Archäologischen Institut Kairo bearbeitet wird.

05. Juli 2008
Nekropole des Alten Reichs in Abydos gefunden

Nach einer AFP-Meldung haben ägyptische Archäologen in der Nähe von Abydos hölzerne Särge ausgegraben, die von den Wissenschaftlern in das Alte Reich datiert werden. Das Team fand eine Art "königlicher Nekropole". Die 13 Gräber unterschiedlicher Bauart und Größe könnten hohen Beamten gehört haben oder Personen, die am Bau der Nekropole beteiligt waren. In den Särgen, die Anzahl wird nicht genannt, stieß man auf menschliche Gebeine. Außerdem fand man Objekte aus Elfenbein, bei denen es sich um Senet-Spielsteine handeln soll.

Bisher ist dies die einzige Pressemeldung zum Thema. Eine offizielle Bestätigung, etwa vom Egypt State Information Service, liegt noch nicht vor.

01. Juli 2008
Das alte Ägypten war mitnichten eine "stadtlose" Kultur

Lange wurde angenommen, die ägyptische Zivilisation unterscheide sich von der mesopotamischen, die als "Hochkultur der Städte" galt. Durch die jüngsten Funde in Edfu verliert diese Annahme einmal mehr an Substanz. Die Ausgräber von Edfu stießen auf umfangreiche städtebauliche Strukturen. Ebenso wie u.a. bereits durch die Arbeiten von Manfred Bietak in Auaris, Barry Kemp in Amarna oder Mark Lehner in Giza erschließt sich nach und nach der Alltag des pharaonischen Ägypten - jenseits der religiösen, königlichen und elitären Monumente.

nytimes