ÄgyptologieNewsPaper
Redaktion, Texte und Abbildungen (sofern nicht anders erwähnt): Gitta Warnemünde
  Juli 2009
30. Juli 2009
40 Jahre Grabungen der Waseda-Universität in Ägypten
Al-Ahram Weekly würdigt in der Online-Ausgabe 958 die Grabungstätigkeit japanischer Archäologen und berichtet über die Jubiläumsausstellung im Ägyptischen Museum Kairo mit Exponaten, die bisher dem Publikum nicht zugänglich waren, wie z.B. ein Fayence-Armband Amenophis' III., eine Stele mit Darstellung des opfernden Thutmosis' IV., ein Fayence-Sistrum mit dem Namen des Amasis, die Terrakotta-Statue eines ruhenden Löwen mit dem Namen des Cheops, zwei Fayence-Ringe, die den Namen von Tutanchamun und seiner Gemahlin Anchesenamun tragen, einen goldenen Ring mit Udjat-Auge aus der Amarnazeit und vieles mehr. Eine Kuriosität bildet ein Ostrakon mit rätselhafter Aufschrift in roter und schwarzer Tinte. Es ist kein zusammenhängender Text zu erkennen, jedoch zeigen Parallelstücke aus Deir el-Medina ähnliche Aufzeichnungen. Man nimmt an, dass sie individuelle Bezeichnungen für Arbeiter wiedergeben, deren Anwesenheit bei den Grabbauarbeiten auf diese Weise dokumentiert wurde.
Die japanischen Wissenschaftler waren es auch, die moderne Technologien wie Bodenradar in die ägyptische Archäologie einführten. Auf diese Weise hatten sie u.a. das zweite Sonnenboot des Cheops in Giza aufgespürt.
Zu den Projekten der Waseda-Universität gehören Malqatta-Süd (Strukturen eines Ziegelgebäudes, das möglicherweise einen Sedfestbau Amenophis' III. darstellt, siehe Foto), die thebanische Nekropole und dort u.a. das Grab Amenophis' III. im West-Valley, die Nekropole von Abusir, wo u.a. die Reste eines von Chaemwaset, Sohn Ramses' II., errichteten Ziegelbaus gefunden wurden,  und in Dahschur eine Nekropole aus dem Neuen Reich.

Informationsdienst Wissenschaft - idw - Pressemitteilung der Friedrich-Schiller-Universität Jena:
29.07.2009

Papyri in Deutschland weltweit finden
6. Deutscher Papyrologentag vom 30. Juli bis 1. August an der Universität Jena

Jena (29.07.09) Eine Heiratsurkunde aus dem Jahr 267 v. Chr. gehört zu den herausragenden Dokumenten der Papyrussammlung der Universität Jena, die über 2.000 Fragmente beinhaltet. Das Pikante dieses alten Dokuments: Es belegt die Geschwisterheirat zweier Griechen im alten Ägypten - und beweist, wie rasch sich die eingewanderten Griechen an der inzestuösen Pharaonen-Tradition orientierten.

Der "Inzest-Papyrus" aus der Sammlung der Universität Jena.
Quelle: http://papyri.uni-leipzig.de/ via IDW
Doch die wenigsten dokumentarischen Papyri haben solche Aufsehen erregenden Inhalte. "Sie sind jedoch wichtig zur Durchdringung des Wirtschaftslebens, der Verwaltungsstrukturen und manchmal sogar des politischen Lebens", weiß Prof. Dr. Rainer Thiel von der Friedrich- Schiller-Universität Jena. Der Lehrstuhlinhaber für Klassische Philologie/Gräzistik organisiert den 6. Deutschen Papyrologentag, der vom 30. Juli bis 1. August an der Friedrich-Schiller-Universität und damit zum ersten Mal in Jena stattfindet (Beginn: Donnerstag ab 17 Uhr im Senatssaal des Universitätshauptgebäudes). Zu dem alle drei Jahre stattfindenden Treffen, das die "Emil und Arthur Kießling-Stiftung für Papyrusforschung" fördert, werden rd. 50 Papyrusexperten aus Deutschland, Österreich, Italien und den USA erwartet. "Ich freue mich auf den Erfahrungsaustausch unter Kollegen", sagt Thiel "und darüber, dass Jena zu den Orten gehört, die die Papyrologie in Deutschland mit trägt".

Denn die Papyrologie gehört in Deutschland zu den Kleinen Fächern. Umso wichtiger sei es, dass "die Papyrologie international stark
vernetzt ist". Möglich macht das - neben Tagungen und Forschungsaufenthalten bei Kollegen - die Digitalisierung der Papyri, die im letzten Jahr einen Höhepunkt feiern konnte: Im Oktober 2008 ist das Deutsche Papyrusportal offiziell eröffnet worden. Das Portal, das neben den dokumentarischen Papyri einen Schwerpunkt der Jenaer Tagung bilden wird, hat seine Wurzeln in einem Digitalisierungsprojekt des Universitätsverbundes Halle-Jena-Leipzig. 2002 begann in Jena das Scannen, Erschließen und Aufbereiten der Papyrussammlung in Zusammenarbeit von Altertumswissenschaftlern und der Thüringer Universitäts- und Landesbibliothek (ThULB). Aus dem Pilotprojekt erwuchs "das Wissen um die wichtigsten Daten, die in eine zentrale Datenbank übertragen wurden", erläutert Thiel. Aus dieser Basis und verwandten Projekten erwuchs das Deutsche Papyrusportal, das die zentrale Oberfläche bildet, "von der aus in allen digitalisierten deutschen Sammlungen recherchiert werden kann", erläutert Thiel, der auf den Erfahrungsaustausch zu diesem modernen Werkzeug seines Fachs gespannt ist. Auch auf den Vortrag von Holger Essler am Samstag (9.00 Uhr im Hörsaal 250 des Unihauptgebäudes) ist Thiel neugierig. Essler wird über "Die Verteilung der Ankäufe des Deutschen Papyruskartells" sprechen. Das Kartell hatte Anfang des 20. Jahrhunderts die Aufgabe, Papyri zentral anzukaufen und so einen Wettbewerb der Länder, der die Preise für die historischen Dokumente nach oben getrieben hätte, zu verhindern. Prof. Thiel interessiert sich nicht nur dafür, ob dieses Modell auch heute funktionieren könnte. Der Jenaer Altertumswissenschaftler möchte v. a. mehr über das System wissen, mit dem die angekauften Fragmente dann auf die Sammlungen verlost wurden: Denn zahlreiche Jenaer Dokumente gehen auf diese Verlosungen zurück - aber auch viele Lücken, die die wissenschaftliche Arbeit erschweren. Dank des neuen Papyrusportals können nun solche Lücken rascher und einfacher geschlossen werden. Denn noch, davon ist der Jenaer Experte überzeugt, bleiben viele Geschichten zu erzählen, wenn die Fragmente richtig zusammengefügt werden.

Kontakt: Prof. Dr. Rainer Thiel, Institut für Altertumswissenschaften der Universität Jena, Fürstengraben 1, 07743 Jena
Tel.: 03641 / 944840 E-Mail: r.thiel@uni-jena.de
Weitere Informationen finden Sie unter
http://www.papyrusportal.de/ - das Deutsche Papyrusportal
http://www.uni-jena.de/Papyrussammlung.html - die Jenaer Papyrussammlung

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29. Juli 2009
Mumie in Hyderabad wird konserviert
Im Andhra Pradesh State Museum befindet sich eine ägyptische, etwa 2.500 Jahre alte Mumie. Ein Schwiegersohn des Herrschers von Hyderabad hatte sie in den 1920er Jahren nach Indien gebracht und im Jahre 1930 wurde sie dem dortigen Museum übergeben. Im Laufe der Jahrzehnte stellten sich massive Beschädigungen ein, verursacht durch unsachgemäße Lagerung und fehlendes Expertenwissen. Seit Jahren hatte das Museum wiederholt um internationale sachkundige Hilfe gebeten, um die Mumie zu erhalten (siehe Beitrag vom 03.07.2007) - bisher vergeblich. Nun endlich sind Experten des SCA angereist, um sie zu untersuchen und zu konservieren. Die Mumie soll neu gewickelt und das Stopfmaterial innerhalb des Körpers ausgetauscht werden.
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Informationsdienst Wissenschaft - idw - Pressemitteilung der Freien Universität Berlin:
23.07.2009

1,55 Millionen Euro für Berliner Skulpturennetzwerk
Bundesforschungsministerium fördert Kooperationsprojekt zwischen der Antikensammlung der Staatlichen Museen zu Berlin und dem Institut für Klassische Archäologie der Freien Universität

Das Bundesforschungsministerium (BMBF) hat im Rahmen der Initiative "Übersetzungsfunktion von Geisteswissenschaften" die Förderung des Verbundprojekts "Das Berliner Skulpturennetzwerk - Kontextualisierung und Übersetzung antiker Plastik" bewilligt. Die Fördersumme beträgt 1,55 Millionen Euro. Ziel des Projekts ist es, den antiken Aufstellungskontext der Skulpturen der Berliner Antikensammlung zu rekonstruieren und daraus räumliche, funktionale und inhaltliche Zusammenhänge abzuleiten.

Teilbereiche des Projektes "Das Berliner Skulpturennetzwerk" umfassen die datenbankgestützte Erschließung aller Skulpturen sowie der
zugehörigen Archivalien und der aktuellen Grabungsdaten ebenso wie die Erfassung sämtlicher Gipsabgüsse in den Berliner Sammlungen. Alle Daten sollen innerhalb einer Online-Datenbank abrufbar sein. Ausgewählte Forschungsergebnisse werden 2011 in einer großen Ausstellung im Pergamon-Museum unter anderem durch eine interaktive 3D-Visuali-sierung der archäologischen Monumente der Stadt Pergamon einer breiten Öffentlichkeit vor-gestellt. Mit dem virtuellen 3D- Modell soll erstmals ein Forschungstool entwickelt werden, das neben einer zeitgemäßen Bestandserfassung die Rekonstruktion der bekannten Stadtanlage von Pergamon, der sie umgebenden Landschaft sowie der Aufstellungskontexte der pergamenischen Marmorbildwerke ermöglicht. Die Ausstellung dient als Grundlage für die langfristige Entwicklung neuer Präsentationskonzepte für Sonder- und Dauerausstellungen der Berliner Antikensammlung.

Das "Berliner Skulpturennetzwerk" versteht sich als Plattform für den wissenschaftlichen Austausch zwischen den Projektmitarbeitern und den zahlreichen Spezialisten, die in und außerhalb Berlins auf dem Gebiet der griechisch-römischen Skulptur forschen und wissenschaftliche Beiträge zu dem Projekt leisten.

Weitere Informationen erteilt Ihnen gern:
Prof. Dr. Andreas Scholl, Staatliche Museen zu Berlin, Antikensammlung (Verbundkoordinator), Telefon: 030/2090-5200,
E-Mail:
a.scholl@smb.spk-berlin.de
Prof. Dr. Johanna Fabricius, Institut für Klassische Archäologie, Freie Universität Berlin, Telefon: 030/838-54187,
E-Mail:
johanna.fabricius@fu-berlin.de

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19. Juli 2009
Hatschepsut-Kopf in Berlin nur eine Kopie?
Mit dieser Frage beschäftigt sich eine ganze Reihe von Print- und Online-Medien.Grund ist ein Gutachten der TU Berlin, die den Kopf, wie es zunächst hieß, untersucht hatte und dabei feststellte, dass es sich bei dem Gestein um eher modernes Material handeln könnte. Fakt ist jedoch, dass die Untersuchung an Gesteinssplittern dubioser Herkunft vorgenommen wurde, die der Ägyptologe Klaus Köller zur Verfügung gestellt hatte (diesbezügliche Pressemitteilung der FU Berlin). Es soll sich dabei um Abfall handeln, der beim Bohren entstand, als man nach dem Erwerb des Stückes im Jahre 1986 eine Halterung zum Ausstellen montieren wollte. Die von der TU untersuchten Steinsplitter wurden von Köller zwecks Materialanalyse "in einer Tüte" übergeben. Wie er in den Besitz der Tüte gelangt war, ist nicht bekannt. Der bereits früher vom SPIEGEL in derartigen Fällen zu Rate gezogene Ägyptologe und als Fälschungsexperte benannte Martin von Falck wird bei wissen.spiegel.de zitiert mit den Worten: "Das Stück steht auf der Abschlussliste." Die Analyse der Gesteinsproben dürfte hier allerdings wenig hilfreich sein, solange nicht nachgewiesen ist, dass sie tatsächlich von dem zur Debatte stehenden Objekt stammen.
ftd
finanznachrichten
tagesspiegel

17. Juli 2009
Der "Vaterschaftstest" für Tutanchamun
Mehrfach schon wurde über die Bemühungen des SCA berichtet, mit DNA-Tests herauszufinden, wer der Vater von Tutanchamun war (zuletzt am 01.06.2009). In einem Online-Artikel von expatica wird noch einmal darauf eingegangen. Hier ist erstmalig ein Termin für die Bekanntgabe der Ergebnisse genannt. Im Februar 2010 soll es soweit sein.

15. Juli 2009
Noch viele unentdeckte Schätze in Ägypten
Am Rande der diesjährigen Ständigen Ägyptologenkonferenz in Münster konstatierte der Ägyptologe Erhart Graefe, dass es noch viel zu entdecken gäbe in Ägypten, wenn auch nicht unbedingt so Spektakuläres wie das Grab des Tutanchamun. Allein in jüngster Zeit seien z.B. noch im Tal der Könige hervorragende Ausgrabungsergebnisse erzielt worden. Auch die Unterwasserarchäologie vor Alexandria sei erfolgreich und bei weitem noch nicht an ihre Grenzen gestoßen. Graefe beklagt die mangelhafte finanzielle Ausstattung von Ausgrabungsprojekten und äußert Befürchtungen, dass es bald nicht mehr genügend junge Wissenschaftler geben werde, die sich der Feldarbeit verschreiben. Deutsche Archäologen würden nach wie vor viele der aktuellen Grabungen leiten, jedoch befürchtet er, dass sich das - auch wegen der Strukturreform an den Universitäten - in Zukunft ändern könnte. Die neu geschaffenen Bachelor-Studiengänge könnten sich negativ auf die Fachkompetenz im Bereich der Ägyptologie/Archäologie auswirken.
Momentan gäbe es 80 praktizierende Ägyptologen in Deutschland, mehr als je zuvor, aber es hätten nur 35 von ihnen ein festes Einkommen, sagt Graefe. Der Rest hält sich mit Stipendien über Wasser. Geld verdienen könne man nur an einer Universität oder in einem Museum. Obwohl wir viel von den alten Ägyptern lernen könnten "Viele Probleme haben antike Wurzeln und man versteht sie besser, wenn man die Geschichte versteht", seien die finanziellen Mittel für Projekte im Bereich Ägyptologie/Archäologie völlig unzureichend.
earthtimes

Informationsdienst Wissenschaft - idw - Pressemitteilung des Deutsches Archäologisches Instituts:
14.07.2009
Gründung eines Vereins zur Förderung von Archäologie im Heiligen Land (DAI/DEI)
Um die Arbeit des Deutschen Evangelischen Institut für Altertumswissenschaft des Heiligen Landes (DEI), zugleich Forschungsstelle des Deutschen Archäologischen Instituts (DAI) auch in Zukunft zu sichern und durch finanzielle Unterstützung konkreter Projekte auszubauen, wird heute der "Verein zur Förderung des Deutschen Evangelischen Instituts für Altertumswissenschaft des Heiligen Landes" gegründet. Die Schirmherrschaft übernehmen Bischof Prof. Dr. Dr.h.c. Wolfgang Huber (Ratsvorsitzender der EKD) und Prof. Dr. Hans-Joachim Gehrke (Präsident des DAI). Zu den 50 Gründungsmitgliedern gehören namhafte Persönlichkeiten aus Politik und Gesellschaft, Wirtschaft und Wissenschaft, Kirche und Kultur.

Die bereits 1900 gegründete integrierte Forschungs- und Bildungseinrichtung widmet sich der Geschichte der Religionen ebenso wie der archäologischen Erforschung der Jahrtausende alten Kulturen im Nahen Osten. Mit ihrer Arbeit verbindet sie Kulturen und Religionen, ermöglicht den Austausch über Grenzen hinweg und schafft Verständnis in einer spannungsreichen Region. Träger sind die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) und die Bundesregierung (Auswärtiges Amt/Deutsches Archäologisches Institut).

Für Gründungsinitiatorin Gabriele Förder-Hoff haben Fundraising und Spendenakquise oberste Priorität: "Wir werden ein besonderes Augenmerk auf die Förderung von Projekten legen, in die die nachwachsenden Generationen eingebunden sind - zum Beispiel durch Praktika, Exkursionen, Volontariate und Stipendien." Außerdem wolle der Förderverein dazu beitragen, Menschen unterschiedlicher Nationalität, Religion und Profession den Zugang zur Arbeit des Instituts zu ermöglichen. Dadurch, hofft Förder-Hoff, könnten Menschen "den interkulturellen Dialog vor Ort ganz praktisch im Rahmen des wissenschaftlichen und kulturellen Austausches leben und erleben." Die ersten Projekte stehen bereist fest: die dringend notwendige Sanierung des Grabungshauses der gemeinsamen Ausgrabung von DEI und DAI in Gadára/Jordanien und die touristische Erschließung der Altgrabung unter der Erlöserkirche in Jerusalem.


Im Rahmen des Gadara Region Project arbeitet das DEI zusammen mit dem Biblisch-Archäologischen Institut Wuppertal auf dem Tall Zira'a (5,88ha) in Jordanien. Der über 5000 Jahre durchgängig besiedelte Hügel ist die Hauptquelle für die Erforschung der menschlichen Besiedlung des nördlichen Transjordanien und seiner überregionalen Beziehungen vom mittleren 4.Jt.v.Chr. bis zum 19.Jh.n.Chr.
Foto: DEI - Quelle IDW
Im Jahr 1982 bezog das DEI sein neues Haus auf dem Gelände der Auguste Victoria-Stiftung auf dem Ölberg. Gleichzeitig befindet sich hier eine Forschungsstelle des DAI.
Foto: DEI - Quelle IDW
Professor Dr. Dr. Dr. h.c. Dieter Vieweger steht seit Dezember 2005 als Direktor an der Spitze des DEI und steckt noch immer voller Ideen und Visionen, die zu verwirklichen ihm der Förderverein künftig helfen soll: "Wie das Deutsche Archäologische Institut ist auch das DEI als neutraler Partner eine der wenigen funktionierenden Brücken im Dialog der Wissenschaften. Religionen und Kulturen sowie der intensiven Begegnung von Wissenschaftlern aus Europa mit den Gastländern des DEI. Während der aktiven Arbeit im archäologischen Feld und bei der wissenschaftlichen Diskussion bietet das DEI eine ideologiefreie Zone der Begegnung und des Austauschs." Politiker suchten häufig nach Möglichkeiten, vermittelnd in die spannungsreiche Welt des Nahen Ostens einzugreifen. Das DEI, so Vieweger, sei solch ein Ort: "Hier kann man arbeiten, sich informieren und Begegnung organisieren sowie für Verständnis werben."

Hintergrundinformationen
Das Deutsche Evangelische Institut für Altertumswissenschaft des Heiligen Landes Jerusalem/Amman erhält einen Förderverein. Die
Gründung des national und international zusammengesetzten Fördervereins findet am 14. Juli 2009 im Pergamonmuseum (Berlin) statt. Die Vereinssatzung wird unterzeichnet von 50 Gründungspersönlichkeiten aus Kirche, Wissenschaft, Kultur, Politik und Zivilgesellschaft, die dem Verein künftig als "Paten" zur Seite stehen.

Begleitet wird die Gründung durch einen großen Festakt ab 19 Uhr im Altarraum des Pergamonmuseums: Zu den rund 400 geladenen Gästen gehören auch die beiden Schirmherren - der Bischof Professor Dr. Dr. h.c. Wolfgang Huber (Ratsvorsitzender der EKD) und Professor Dr. Hans- Joachim Gehrke (Präsident des Deutschen Archäologischen Instituts) - sowie der Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, Professor Dr. Dr. h.c. mult. Hermann Parzinger. Den Festvortrag hält Professor Dr. Dr. Dr. h.c. Dieter Vieweger, Direktor des Deutschen Evangelischen Instituts.

Träger sind die Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und die Bundesregierung (Auswärtiges Amt/Deutsches Archäologisches
Institut).

Das Deutsche Evangelische Institut für Altertumswissenschaft des Heiligen Landes (DEI) wurde bereits 1900 gegründet und ist eine
integrierte Forschungs-, Bildungs- und Kultureinrichtung. Auch wenn der Schwerpunkt auf der Forschung liegt - als Auslands- und
kirchliches Institut, das in einer historisch-kulturell einmaligen und äußerst spannungsreichen Region tätig ist, hat es den Auftrag, in allen genannten Bereichen seinen Vermittlungsauftrag wahrzunehmen und ganz unterschiedliche Zielgruppen anzusprechen. Ihnen ermöglicht es
durch praktische Teilhabe an Exkursionen, Grabungen und Projekten ein vertieftes Verständnis der Geschichte der Religionen und Kulturen im Heiligen Land. Es ist seit seiner Gründung ein Musterbeispiel für die gelungene Brücke zwischen Kirchen und Gesellschaft und trägt damit wie kaum eine zweite Einrichtung zur archäologischen Forschung und kulturellen Vermittlung der Forschungsergebnisse im Heiligen Land, in die europäische und internationale Forschungslandschaft sowie die Kirchen der Welt bei.

Warum ein Förderverein?
Mit dem Förderverein wird das DEI ein weiteres Finanzierungsstandbein erhalten. Der Förderverein will Dienstleister und Partner für das Institut gleichermaßen werden. Mitgliedsbeiträge und Spenden sollen dazu beitragen, bauliche Maßnahmen und technische Ausstattungen im Bereich der Grabungsfelder zu verbessern (zum Beispiel die Unterbringung der Exkursions- und Grabungsteilnehmer);
die Teilhabe an den wissenschaftlichen, kulturellen und Bildungsaktivitäten des Instituts in Verbindung mit Partnern weiter auszubauen (Stipendien für Nachwuchswissenschaftler, Exkursions- und Grabungsteilnehmer); und Restaurierungsarbeiten, museale Präsentationen, virtuelle Präsentationen und andere Aktivitäten des Instituts durch zusätzliche Förderungsmöglichkeiten zu realisieren. Vordringlicher Vereinszweck ist laut Satzung deshalb die Beschaffung von Mitteln zur Förderung konkreter Vorhaben des DEI. Der Verein will seine Erträge insbesondere auch solchen Projekten zukommen lassen, in die die nachwachsenden Generationen eingebunden sind. Er will helfen, die Unterstützung von Praktika, Exkursionen, Volontariaten und Stipendien finanziell auszubauen. Er will außerdem mit seinen Mitteln dazu beitragen, Menschen unterschiedlicher Nationalität, Religion und Profession den Zugang  zur Arbeit des Instituts zu ermöglichen. Vor allem junge Menschen sollen zusätzliche Chancen erhalten, den interkulturellen Dialog vor Ort ganz praktisch im Rahmen des wissenschaftlichen Austausches zu (er-)leben.

Das erste Projekt...
Bereits im Vorfeld der Gründung haben die Initiatoren zur Sammlung für ein erstes Spendenprojekt aufgerufen: die dringend notwendige
Sanierung des Grabungshauses der gemeinsamen Ausgrabung von DEI und DAI in Umm Qais in Jordanien. Dabei handelt es sich um eine denkmalgeschützte Anlage von 1906 in Gadára (Jordanien). Das Projekt entspricht dem Anliegen des Vereins, vor allem dort zu helfen, wo institutionelle Förderungen und klassische Forschungsförderung nicht greifen. Es bietet vielen Menschen aus unterschiedlichen Ländern, Professionen, Religionen und Generationen, die sich an den Grabungen beteiligen, eine Unterkunft. Damit steht es für gelebte Praxis interkultureller Begegnung, aktive Archäologie und Bauerhalt. Die Unterstützung des Fördervereins soll es dem DEI schnell und
unbürokratisch ermöglichen, die dringenden Sanierungs- und Ausstattungsarbeiten am Ausgrabungshaus in Jordanien in Angriff zu
nehmen. Für die Durchführung der ausstehenden Arbeiten werden insgesamt noch rund 30.000 Euro benötigt.

Das nächste Projekt...
Der Gründungsversammlung wird ein zweites Spendenprojekt von den Initiatoren vorgeschlagen, das ab Jahresende 2009 realisiert werden soll: die "Bauliche Herrichtung und touristische Erschließung der Altgrabung  unter der Erlöserkirche in Jerusalem". Hier haben im Frühjahr 2009 Studenten der Fachhochschule Potsdam - mit Unterstützung des Landes Brandenburg - ein Konzept für Begehbarkeit, Erschließung und museale Aufbereitung einer archäologisch international bedeutenden Altgrabung des DEI aus den 70er Jahren erarbeitet.

Bankverbindung:
Deutsches Evangelisches Institut für Altertumswissenschaft des Heiligen Landes  - Evangelische Kreditgenossenschaft
Konto-Nummer 300 660 060 - BLZ 52060410
Spendenquittungen/Informationen zum Verein: foerdervereindei@gmx.de

Weitere Informationen finden Sie unter http://www.deiahl.de
Die gesamte Pressemitteilung inkl. Bilder erhalten Sie unter: http://idw-online.de/pages/de/news325837
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Informationsdienst Wissenschaft e.V. - idw - http://idw-online.de

11. Juli 2009
Maßnahmen des SCA zum Erhalt der Gräber in Tal der Könige
Um die Gräber durch den Besucherstrom nicht unmäßig zu belasten, erfolgt deren Öffnung bereits seit langem rotierend. Zur Zeit wird im Tal der König ein Beleuchtungssystem installiert, das ein Öffnen des Tales auch am Abend ermöglicht. Man erhofft sich dadurch, die Zahl der Besucher - zur Zeit konzentriert auf einige Stunden am Tage - besser zu verteilen. Außerdem werden die Wände mehrere Gräber, darunter auch die seit langem geschlossenen von Sethos I. und Nefertari im Tal der Königinnen, mit Spezialscannern fotografisch aufgenommen; auch zugehörige Dekorationselemente, die sich derzeit über die Museen der Welt verteilen, sollen auf diese Weise aufgenommen und anschließend digital in die Originaldekoration integriert werden. Auf dieser Basis sollen Repliken der gescannten Gräber nahe des Hauses von Howard Carter errichtet werden. Das Haus selbst soll in ein Museum umgewandelt werden und eine Cafeteria erhalten. Am 04.11.2009 sollen die diesbezüglichen Arbeiten fertiggestellt sein. Die Exponate werden sich auf den Fund des Tut-anch-Amun-Grabes konzentrieren.
Homepage Zahi Hawass

10. Juli 2009
Etruskische Aristokratin mit ägyptischer Kosmetik
Nahe eines mehr als 2.000 Jahre alten Grabes einer Etruskerin in der Nähe von Chiusi in der Toskana fanden Archäologen ein reich verziertes Kosmetikkästchen. Darin befand sich - neben Ringen, Pinzetten und Kämmen - ein Salbgefäß ägyptischer Herkunft aus Alabaster und darin noch erhalten eine Creme, deren Hauptbestandteile nach den chemischen Untersuchungen Harze und Moringaöl sind. Da Moringabäume in Italien nicht heimisch sind, wohl aber in Ägypten, hält die Archäologin Erika Ribechini das Gefäß samt Inhalt für ein Importprodukt aus Ägypten. Datiert wird der Fund auf die zweite Hälfte des 2. Jahrhunderts v. Chr.
msnbc

Informationsdienst Wissenschaft - idw - Pressemitteilung der Universitätsmedizin Mannheim

09. Juli 2009
Mannheimer Mumienforschungsprojekt mit Computertomographie unterstützt

Kooperation zwischen der Universitätsmedizin und den Reiss-Engelhorn-Museen / Mumien geben ihr Inneres preis und bleiben dennoch völlig unversehrt

In einem nicht ganz alltäglichen Bereich arbeitet die Universitätsmedizin Mannheim (UMM) jetzt mit dem German Mummy Project
der Curt-Engelhorn-Stiftung für die Reiss-Engelhorn-Museen zusammen. Die Experten des Instituts für Klinische Radiologie und Nuklearmedizin (Direktor: Prof. Dr. Stefan Schönberg) untersuchen mit einem ihrer besonders leistungsfähigen Computertomographen (CT) Mumien, die dem Mumienforschungsprojekt zur wissenschaftlichen Untersuchung von anderen Museen aus aller Welt vorübergehend überlassen werden. Auf diese Weise geben die Mumien ihr Inneres preis und bleiben dennoch völlig unversehrt.

Den Auftakt einer ganzen Untersuchungsreihe machen drei ägyptische Mumien, Leihgaben aus dem Museum der Kulturen und dem Naturhistorischen Museum in Basel: eine Frau, ein Mann und ein Kind. Diese Mumien werden ab Juli 2010 im Rahmen der Ausstellung "Mummies of the World" auf eine Ausstellungstour durch die USA gehen. Seit dem 19. Jahrhundert befinden sich diese Mumien in Basel. Wie sie dorthin kamen, ist nicht bekannt. Über die Menschen selbst ist ebenfalls kaum etwas bekannt. Im Rahmen des German Mummy Project werden sie erstmals mit modernsten Forschungsmethoden untersucht und restauriert. Erste CT-Untersuchungen des Mannes und des Kindes vor 14 Tagen brachten bereits interessante Erkenntnisse zu Tage. Beispielsweise vermutete man bei der komplett bandagierten Kindermumie aufgrund der von außen sichtbaren Körpergröße ein Baby. Die CT-Untersuchung zeigte jedoch die Körperreste eines Kleinkindes, das mit "zusammengeschobenen" Beinen bandagiert wurde. Auch bei der Frauenmumie, die gestern Abend (8. Juli) untersucht worden ist, erwarteten die Forscher spannende Ergebnisse. Eine sorgfältig durchgeführte Balsamierung weist auf eine bedeutende Person hin. Diese Vermutung unterstreichen die teilweise noch vorhandenen Goldblattauflagen auf der Haut.


Die Mumie wird mit einem leistungsfähigen Computertomographen untersucht.
Foto: Rinderspacher - Quelle: IDW
Nur wenig später verfügt der Radiologe Priv.-Doz. Dr. Christian Fink über eindrucksvolle dreidimensionale Darstellungen.
Foto: Rinderspacher - Quelle: IDW
Die Basler Mumien sind der Anfang einer engen Kooperation zwischen dem German Mummy Project an den Reiss-Engelhorn-Museen und dem Universitätsklinikum Mannheim. Technisch werden die Kooperationspartner von Siemens, Niederlassung Mannheim, unterstützt. Aus Sicht des Mumienforschungsprojekts handelt es sich dabei um eine richtige Mannheim-Connection: "Wir haben hier in Mannheim die Möglichkeit, mit kompetenten Experten zusammenzuarbeiten, die uns mit neuester Bildgebungstechnik bei der Erforschung zahlreicher Mumien unterstützen," so Projektleiter Dr. Wilfried Rosendahl. In den nächsten acht Monaten wird das German Mummy Project immer wieder auf die Unterstützung der Radiologen aus dem Universitätsklinikum zurückgreifen. Im Vorfeld der Ausstellungstour durch die USA müssen noch zahlreiche Mumien untersucht werden. Insgesamt handelt es sich um zwölf Ganzkörpermumien, darunter beispielsweise peruanische Mumien aus der Schweiz oder die Vorfahren des Barons von Crailsheim aus der Familiengruft von Schloss Sommersdorf.

Die Radiologen der Universitätsmedizin Mannheim freuen sich über die durch die Firma Siemens vermittelte Kooperation mit den Reiss-Engelhorn-Museen und werten dies als Anerkennung der an der UMM vorgehaltenen CT-Expertise und -Technik. Der Geschäftsführende Oberarzt des Instituts für Klinische Radiologie und Nuklearmedizin, Privat-Dozent Dr. Christian Fink, verweist auf weitere Vorzüge dieser Zusammenarbeit: "Dieses Projekt ergänzt in idealer Weise unsere derzeitigen Forschungsaktivitäten, die sich mit neuen, so genannten Dual Energy CT-Techniken zur Verbesserung der Gewebecharakterisierung und -visualisierung beschäftigen. Diese kommen im klinischen Alltag Patienten zugute, zum Beispiel bei der Untersuchung der Durchblutung von Tumoren oder bei der Gefäßdarstellung in der CT-Angiographie."

Bei dem im Fall der Mumien zum Einsatz kommenden Computertomographen handelt es sich um ein im Jahr 2007 installiertes Gerät - das Siemens "Dual-Source Somatom Definition". Seine Bezeichnung rührt daher, dass zwei Röntgenquellen und entsprechend zwei Detektoren, die diese Strahlen aufnehmen und weiterverarbeiten, gleichzeitig eingesetzt werden. Die Energie der beiden Röntgenquellen lässt sich unabhängig voneinander verändern. Durch diesen "Dual Energy"-Effekt sind die erzeugten Bilder anatomisch deckungsgleich, erlauben aber aufgrund der unterschiedlichen Bildinformation eine verbesserte Unterscheidung verschiedener Gewebe. Aus den aufgenommenen Bildern werden mit leistungsstarken Rechnern und spezieller Software anschauliche dreidimensionale Darstellungen der untersuchten Körperpartien berechnet.

Dennoch unterscheiden sich die Voraussetzungen bei der CT-Untersuchung von Mumien grundlegend von denen bei Patienten, so Dr. Fink. "Während wir mit Hilfe modernster CT-Technik heute bei Patienten selbst das schlagende Herz bewegungsfrei darstellen können, spielen Körperbewegungen bei der Untersuchung der Mumien selbstverständlich keine Rolle." Auch die sonst verwendeten Techniken, die es erlauben, bei Patienten die CT-Untersuchung so strahlenarm wie möglich zu machen, brauchen bei den Mumien nicht verwendet zu werden. Unabhängig von dem ärztlich-fachlichen Interesse, so Dr. Fink, sei es spannend, Geheimnisse lüften zu können, die über Jahrhunderte im Verborgenen geblieben sind. Um die Patientenversorgung nicht zu beeinträchtigen, finden die gemeinsamen Studien abends statt, also zu einem Zeitpunkt, an dem die Versorgung von Notfällen ohnehin komplett von einem anderen CT-Gerät des Instituts übernommen wird.

Weitere Informationen finden Sie unter
http://fotoservice.umm.de - Download-Angebot von Fotos des Pressetermins
http://www.umm.de - Homepage Universitätsmedizin Mannheim
http://www.rem-mannheim.de - Homepage Reiss-Engelhorn-Museen Mannheim
Die gesamte Pressemitteilung inkl. Bilder erhalten Sie unter: http://idw-online.de/pages/de/news325198  
Informationsdienst Wissenschaft e.V. - idw - http://idw-online.de


Informationsdienst Wissenschaft - idw - Pressemitteilung der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald

09. Juli 2009
Der Codex Sinaiticus im Internet wieder vereint

Seit dem 6./7. Juli 2009 sind die vier verschiedenen Teile des berühmten Codex Sinaiticus, der ältesten vollständigen
Bibelhandschrift in griechischer Sprache, wieder vereint - als digitalisierte Dokumente. Ergänzt wird diese virtuelle Zusammenführung zukünftig durch eine ausführliche Darstellung der Entdeckungsgeschichte von Prof. Dr. Christfried Böttrich von der Universität Greifswald, die zahlreiche neu recherchierte Archivalien einbezieht.

Im März 2009 hatten die Universitätsbibliothek Leipzig, die British Library, das Katharinenkloster auf dem Sinai und die Russische
Nationalbibliothek in St. Petersburg vereinbart, ihre jeweiligen Teile der Handschrift zu digitalisieren und virtuell im Internet
zusammenzufügen.

Die Geschichte des Codex Sinaiticus begann in der Mitte des 19. Jahrhunderts und erstreckte sich über einen Zeitraum von insgesamt 15 Jahren. 1844 reiste der Leipziger Theologe Constantin Tischendorf zum ersten Mal auf den Sinai, wobei er 129 Seiten einer griechischen Bibelhandschrift fand. 43 Blätter durfte er mitnehmen; der Rest verblieb im Kloster. Einer zweite Reise im Jahre 1853, die jenen zurückgelassenen Blättern galt, blieb erfolglos. Was Tischendorf suchte, schien inzwischen verschollen zu sein. Erst seine dritte Reise von 1859, die er im Auftrag des Zaren Alexender II. unternahm, war von Erfolg gekrönt: Die restlichen Blätter, ergänzt um einen weiteren umfangreichen Bestand (alles in allem 346 Blätter), waren inzwischen wieder zusammengefügt und in der Zelle des Oikonomos aufbewahrt worden. Nach ihrem Fundort bezeichnete Tischendorf die Handschrift als Codex Sinaiticus; der erste, nach Leipzig überführte Bestand an 43 Blättern war bereits 1846 unter der Bezeichnung Codex Friderico-Augustanus veröffentlicht worden. Die beinahe quadratische, großformatige Handschrift mit ihrem charakteristischen Schriftbild von vier Textkolumnen enthält einen großen Teil des Alten Testaments, das komplette Neue Testament sowie zwei weitere frühchristliche Schriften, den Barnabasbrief und Teile einer christlichen Apokalypse, des Hirten des Hermas. Paläographisch lässt sich der Codex sicher in die Mitte des 4. Jahrhunderts n. Chr. datieren.

Tischendorf begann noch in der Nacht der Entdeckung mit der Arbeit an einer Publikation der Handschrift. Innerhalb von drei Jahren legte er, zwischen den Verlagen in Leipzig und St. Petersburg pendelnd, eine mustergültige Faksimileedition vor. Zu diesem Zweck hatten ihm die Väter des Klosters die Handschrift zunächst leihweise überlassen, wofür auch der russische Botschafter in Konstantinopel bürgte. Gleichzeitig entstand der Plan einer Schenkung an den Zaren, der jedoch aufgrund interner Auseinandersetzungen um die Neuwahl des Erzbischofs vom Sinai nicht ausgeführt werden konnte. Erst 1869 wurde die Schenkung in aller Form durch den inzwischen rechtmäßig installierten Erzbischof Kallistratos vollzogen; die Handschrift wechselte in St. Petersburg daraufhin vom Außenministerium in die Räume der ehrwürdigen Öffentlichen Bibliothek über. 1933 verkaufte die Regierung der Sowjetunion die 346 Blätter für 100.000 Pfund an die Bibliothek des Britischen Museums. Der entscheidende Erlass wurde von Stalin persönlich unterzeichnet. Ein letzter Akt der Entdeckungsgeschichte fand 1975 statt, als bei Bauarbeiten im Katharinenkloster auf dem Sinai noch einmal zwölf neue, bislang unbekannte Blätter gefunden wurden. Sie sind ein besonders wichtiger Bestandteil des gegenwärtigen Digitalisierungsprojektes.


Blatt vom "Codex Sinaiticus" (4. Jh.)
Foto: Universität Greifswald - Quelle: IDW
Katharinen-Kloster auf dem Sinai
Foto: Universität Greifswald - Quelle: IDW
Die abenteuerliche Entdeckungsgeschichte des Codex Sinaiticus war bislang mit einer Reihe von Unklarheiten behaftet. Vor allem die Person Tischendorfs geriet dabei immer wieder in das Kreuzfeuer der Kritik. Dass die Handschrift gestohlen bzw. unrechtmäßig nach St. Persburg gebracht worden sei, begründete man mit ihrem Charakter als einer Leihgabe. Von Seiten des Klosters wurde auf ein entsprechendes Dokument verwiesen, dass seit 1964 auch im Druck zugänglich ist. Das Faktum einer Schenkung indessen zog man zunehmend in Zweifel. Im Rahmen des Digitalisierungsprojektes fanden deshalb noch einmal umfangreiche Recherchen in russischen, englischen und deutschen Archiven statt, die eine Fülle neuen Materials zutage förderten. Darunter befinden sich auch die in Moskau entdeckten und 2007 publizierten Schenkungsdokumente sowie zahlreiche Schriftstücke, die eine präzise Rekonstruktion des Verkaufes nach London gestatten. Auf der Basis dieses neuen Materials hat Prof. Dr. Christfried Böttrich von der Universität Greifswald, der seit Jahren mit den Leipziger Nachlässen Tischendorfs befasst ist, die Entdeckungsgeschichte des Codex Sinaiticus neu geschrieben. Diese bislang detaillierteste Darstellung wird in Kürze auf der Website des Projektes www.codex-sinaiticus.net erscheinen (deutsch, englisch, russisch, griechisch). Damit verbindet sich auch die Hoffnung, jenen über lange Zeit schwelenden Konflikt zu überwinden und zu einer neuen, gemeinsamen Sicht auf die Umstände der Entdeckung und des Transfers dieser einzigartigen Handschrift nach Leipzig, St. Petersburg und London zu gelangen.

Bereits seit Juli 2008 waren erste Teile der Leipziger und der Londoner Blätter im Internet zu sehen. Mit der Londoner Tagung von Anfang Juli 2009 soll diese Präsentation ihren vorläufigen Abschluss finden. Für die weitere Erforschung des griechischen Bibeltextes ist damit ein Instrument geschaffen, das Modellcharakter auch für andere, aufgrund ihrer Entdeckungsgeschichte auf verschiedene Standorte verteilte Handschriften, gewinnen könnte.

Ansprechpartner an der Universität Greifswald
Prof. Dr. Christfried Böttrich - Theologische Fakultät - Lehrstuhl für Neues Testament - Am Rubenowplatz 2/3 - Greifswald
Telefon  03834 86-2507 - chr.boettrich@uni-greifswald.de
http://www-alt.uni-greifswald.de/~theol/~nt/prof__bottrich.html - Lehrstuhl für neues Testament
http://www.uni-greifswald.de/informieren/pressestelle/download-presseinformationen/pressefotos-juli-2009.html - Fotoabruf
Die gesamte Pressemitteilung inkl. Bilder erhalten Sie unter: http://idw-online.de/pages/de/news325115
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05./08. Juli 2009
Ausgrabungsgelände Museum
Bei den seit einiger Zeit laufenden Umbauarbeiten auf dem Gelände des Ägyptischen Museums Kairo stieß man, vergraben nahe der Treppe zum westlichen Eingang, auf antike Artefakte. Es handelt sich um Kalksteinbruchstücke mit hieroglyphischer Inschrift. Ein weiterer Fund einige Tage später brachte neun Stücke zum Vorschein, darunter eine Opferplatte aus Kalkstein, eine Uräusschlange aus ramessidischer Zeit sowie die Basis eines Pfeilers. Zahi Hawass vermutet, dass die Teile versehentlich im Boden landeten, als sie in der Vergangenheit von ihren Originalfundplätzen in die Magazinräume des Museums geschafft werden sollten, so der Egypt State Information Service vom 05.07.2009 und vom 08.07.2009. Bei sindhtoday ist ein Statement von Hawass mit anderem Tenor zu lesen: Gepflogenheit ausländischer Archäologen sei gewesen, Antiquitäten, die sie als "nutzlos" erachteten, im Museumsgarten zu vergraben.

01. Juli 2009
Das Fort von Daphnae
Am 29.06.2009 ging der Fund von Daphnae, ca. 15 km nordöstlich von Qantara im Nildelta, durch die Medien. Zahi Hawass liefert in seiner Pressemitteilung nunmehr weitere Details und eine Reihe sehr schöner Fotos. Die Befestigung stammt aus der 26. Dynastie. Das nordöstliche Delta hatte strategische Bedeutung für den Handel, aber auch militärisch zur Abwehr von Angreifern aus den nordöstlich an Ägypten angrenzenden Ländern. Bereits Ramses II. wählte die Gegend von Daphnae, um dort einen Militärstützpunkt zu errichten. Die jetzt ausgegrabenen Strukturen stammen aus der Zeit Psammetichs I. Neben den bereits in der ersten Pressemeldung erwähnte Funden konnte die ägyptische Grabungsmission unter der Leitung von Mohamed Abdel Maksoud ein Drainagenetzwerk freilegen, bestehend aus Tonröhren, an deren Ende in 3 m Tiefe Krüge platziert waren. Als weiteres Steinzeug wurde innerhalb der Anlage eine große Anzahl an Krügen und Verschlüssen gefunden, bei denen es sich sowohl um lokale als auch um importierte Ware handelt - Zeichen für den regen Handel mit dem Nahen Osten und mit den Griechen. Zu den Funden zählen außerdem eine weiße Platte mit demotischer Inschrift, einige Amphoren mit roter und schwarzer Dekoration, eine Gruppe von Mahlsteinen, ein Amulett in Form eines Udjat-Auges und Teile eines Alabasterbehälters für Kohlkajal. Viele Bronzepfeile belegen die militärische Funktion des Gebäudekomplexes. Im Jahre 2010 sollen die Grabungen in Daphnae fortgesetzt werden.
Homepage Zahi Hawass

Informationsdienst Wissenschaft - idw - Pressemitteilung der Eberhard Karls Universität Tübingen

01.07.2009
Böden als Archive vergangener Kulturen

Böden sind wichtige Archive, die klimatische Veränderungen und verschiedene Nutzungen durch den Menschen aufzeichnen. Geographen und Bodenkundler können viele dieser Ereignisse rekonstruieren, auch wenn sie weit zurückliegen. Dr. Dana Pietsch arbeitet in einem Oasengebiet des Jemen mit Archäologen zusammen, um den Böden Informationen über die Kultur der Sabäer sowie deren Umwelt vor rund 3000 Jahren zu entlocken.

Geographen unterstützen Archäologen bei Erforschung der sabäischen Zeit im Jemen
Die Sabäer gelten als reiches antikes Handelsvolk, das in vorislamischer Zeit vom zweiten Jahrtausend v. Chr. an im Südwesten
der Arabischen Halbinsel im Gebiet des heutigen Jemen lebte. Die sabäische Kulturepoche erforscht dort das Deutsche Archäologische Institut (DAI) in Zusammenarbeit mit Dr. Dana Pietsch und Dr. Peter Kühn vom Lehrstuhl für Physische Geographie von Prof. Thomas Scholten am Geographischen Institut der Universität Tübingen. Auf der Basis bodenkundlicher Untersuchungen in einem Oasengebiet am östlichen Rand der Wüste Ar-Rub' Al-Khali rekonstruieren die Tübinger Forscher die Umwelt der Sabäer, sammeln aber auch Bodeninformationen aus der Jungsteinzeit und der Bronzezeit. Böden verändern sich infolge klimatischer Veränderungen, durch unterschiedliche Nutzung, Verwitterungs- und Umlagerungsprozesse. Die Sedimentschichtung in den Böden kann den Forschern als eine Art Geschichtsbuch dienen. Das Projekt liefert erste Seiten dazu, unter welchen Umweltbedingungen die Sabäer in diesem Gebiet gesiedelt haben und warum sie vor rund 3000 Jahren begonnen haben, mit einer hochentwickelten Technik eine riesige Fläche von mehr als 9600 Hektar zu bewässern.

Die Geographin Dana Pietsch arbeitet seit mehr als zehn Jahren in verschiedenen Projekten im Jemen und auf der Insel Soqotra. Die aktuellen Entführungen und Morde an Ausländern im Jemen erwecken das Bild einer gefährlichen Region. "Terroranschläge, die mit traditionellen Entführungen nichts zu tun haben, werfen seit einigen Jahren einen Schatten über das Land", sagt sie. "Die Ökonomie und die Menschen im Jemen, vor allem die demokratisch gesinnten Kräfte, die das Land weiter nach außen öffnen wollen, leiden besonders unter dem zunehmend negativen Image." Im Jahr 2000 sei es noch in nahezu allen Landesteilen möglich gewesen, sich frei zu bewegen. Seit Beginn ihrer Forschungen in den Oasen Ma'rib und Sirwah sind sie und ihre Kollegen vorsichtiger, da neben traditionellen Entführungen terroristische Anschläge wahrscheinlicher geworden sind. Bewacht werden das DAI-Team und die Geowissenschaftler von Angehörigen der beiden Stämme Ashraf und Dschahm sowie dem Militär. "Ohne den Schutz der Stämme könnte man in der Region nicht arbeiten. Bei ihnen ist man relativ sicher, da es der Ehrenkodex vorschreibt, in den Stamm aufgenommene Fremde zu schützen", erzählt Dana Pietsch. Die Forscherin hat sich inzwischen an diese Verhältnisse gewöhnt. Sie hält die Berichterstattung über den Jemen in den Medien für einseitig: "Die Jemeniten sind - wenn man sie respektiert und die Gründe der wissenschaftlichen Arbeit transparent macht - ein offenes und sehr gastfreundliches Volk", sagt sie.

In Kooperation mit Dr. Iris Gerlach, der Leiterin der Außenstelle Sana'a des DAI, arbeitet Dana Pietsch in den beiden antiken Oasen Ma'rib und Sirwah am Wüstenrand. Ma'rib liegt rund 130 Kilometer östlich von Sana'a, Sirwah etwa 40 Kilometer westlich von Ma'rib, beide am Rand der Wüste Ar-Rub' Al-Khali. In der Oase Sirwah werden vom DAI und der jemenitischen Behörde GOAM derzeit Tempelanlagen ausgegraben. Die Tübinger Arbeitsgruppe befasst sich mit Sedimenten und Böden in und um den berühmten Al-Maqqah-Tempel. Diese Untersuchungen tragen zur Erforschung der Bebauungsphasen bei. In der Umgebung der antiken Oase Ma'rib werden natürliche Böden und Sedimente über den gesamten Zeitraum des Holozäns seit 10.000 Jahren v. Chr. untersucht. Einerseits sollen dabei natürliche Böden von künstlichen Bewässerungssedimenten, die mindestens seit 600 v. Chr. bestehen, unterschieden werden. Andererseits soll der Übergang vom Nomadentum der Menschen und dem Regenfeldbau zur späteren Bewässerungslandwirtschaft zeitlich eingegrenzt werden. Das Gebiet um Ma'rib war einst ein Handelsknotenpunkt an der Weihrauchstraße. "Es gibt dort den weltberühmten Großen Damm von Ma'rib, dessen Vorgängerbauten aus der Zeit um 1200 v. Chr. stammen. Der Schweizer Forscher Dr. Ueli Brunner hatte bereits in den 1980er Jahren Fragen aufgeworfen, warum eine so großflächige Bewässerung notwendig wurde", berichtet die Forscherin. Gab es im Umfeld der Oase keine ausreichenden Bodenressourcen oder reichten die Niederschläge nicht mehr aus? Oder wuchs die Bevölkerung und die Größe der Karawanen in der Antike so stark an, dass viel mehr Getreide produziert werden musste?

Mithilfe eines Damms, der aus Sedimenten bestanden hat, zwei Schleusen und zwei Hauptverteilern konnten fruchtbare Feinsedimente angehäuft werden, die eine intensive Landwirtschaft über Jahrhunderte, bis mindestens 600 n. Chr., ermöglichten. Geographen und Bodenkundler der Universität Tübingen wollen die Forschungsfragen beantworten und untersuchen die ersten Spuren einer künstlichen Bewässerung: In einem Seitenwadi in vulkanischen Lavafeldern nordwestlich der Bewässerungsoase wurde vermutlich gegen Ende der Bronzezeit auf kleinen Feldern Getreide angebaut. Die Arbeitsgruppe untersucht die Ausdehnung überdeckter alter Böden und erhebt bodenphysikalische und bodenchemische Daten. Hinweise auf frühere Bodenbearbeitung und Pflanzenbau geben sogenannte Rhizolithe, verfüllte Wurzelgänge von Pflanzen. Außerdem werden Vesikelkrusten herangezogen, an deren Oberflächen das Wasser abläuft, sodass die darunter liegenden Böden weitgehend ungestört geblieben sind. "Das Mosaik der fossilen Böden im Untersuchungsgebiet ist heterogen, aber die jüngsten sandigen Ablagerungen darüber sind relativ einheitlich, was ein Zeichen der zunehmenden Austrocknung und Ausbreitung der Wüste infolge des Klimawandels sein kann", sagt Dana Pietsch.

Auch eine relative Datierung der Sedimente und Böden ist möglich. "Dafür nutzen wir einen fossilen Leithorizont, einen schmalen dunklen Streifen im Boden, der sich im gesamten Oasenumfeld immer wieder finden lässt und der organische Substanz und fossile Schnecken enthält, die mittels der AMS-14C-Methode datiert werden können", sagt die Forscherin. Die Zeitmessung, durchgeführt in der Physik der Universität Erlangen, läuft über unterschiedlich stabile Kohlenstoffatome, die die früheren Lebewesen in einem für die jeweilige Zeit typischen Verhältnis in ihre Substanz eingebaut haben. Der Leithorizont in der Oase Ma'rib ist aktuellen Untersuchungen zufolge im Frühholozän, 7000 bis 4000 v. Chr., entstanden. Die absolute Datierung der Sedimentation wird derzeit mit einer weiteren, davon unabhängigen Methode von Forschern der Universität Heidelberg vorgenommen, der sogenannten optisch stimulierten Lumineszenz (OSL). Dabei wird gemessen, wann bestimmte Mineralkörner im Boden wie Quarz und Feldspat zuletzt dem Sonnenlicht ausgesetzt waren. Quarz und Feldspat speichern sozusagen die natürliche Radioaktivität, geben sie aber bei Einstrahlung von Licht als kaltes Leuchten oder Lumineszenz ab. Die Methode liefert verlässliche Daten bis rund 150.000 Jahre zurück. Mithilfe dieser Verfahren wird auch annäherungsweise das Alter künstlicher Steinansammlungen bestimmt, bei denen es sich um bronzezeitliche bis frühsabäische Gräber handelt, von den Archäologen Turmgräber genannt. Erfasst wird das Alter der unter den Steinen liegenden Sedimente, das ein mögliches Maximalalter der Steinsetzungen wiedergibt. Andere Steinanhäufungen sind Reste früherer Tierfanganlagen.

Auch über die Geschichte des Sabäischen Reichs hinaus bleiben Fragen offen: Zur Zeit der Sabäer gab es im Hochland des Jemen zwei weitere Reiche namens Qataban (ab 800 v. Chr.) und später Himyar (ab 100 v. Chr.). Inwieweit zwischen den Reichen am Wüstenrand und dem Hochland Austausch bestanden hat und auf welchen Wegen, ist bisher nicht fundiert untersucht worden. Es sei auch nicht klar, sagt die Geographin, ob die Menschen im Jemen zuerst am Wüstenrand oder im Hochland gesiedelt haben. Am Wüstenrand sei heute aus Wassermangel nur noch Pflanzenanbau mit Tiefbrunnen möglich, so Dana Pietsch. Im Umfeld der Oase gebe es Beduinenbetrieb mit Kamelen sowie die Stadt Ma'rib mit rund 20.000 Einwohnern. Viel dichter besiedelt und intensiver bewirtschaftet sei das regenbegünstigte Hochland, das "Grüne Herz des Jemen".

Nähere Informationen:
Dr. Dana Pietsch - Geographisches Institut - Rümelinstraße 19-23 - 72070 Tübingen
Tel.: (07071) 29-77533 - Fax: (07071) 29-5391 - E-Mail dana.pietsch@uni-tuebingen.de
Der Pressedienst im Internet: www.uni-tuebingen.de/aktuell/veroeffentlichungen/pressedienst-forschung-aktuell.html
Die gesamte Pressemitteilung erhalten Sie unter: http://idw-online.de/pages/de/news323573 
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