ÄgyptologieNewsPaper
Redaktion, Texte und Abbildungen (sofern nicht anders erwähnt): Gitta Warnemünde
  Juli 2010

21. Juli 2010
Boden des Karun-Sees soll nach antiken Hinterlassenschaften untersucht werden


Ein Expertenteam hat damit begonnen, den Boden des Karun-Sees im Fayum mit Hilfe von Radarmessungen zu untersuchen. Man hofft, am Seeboden große Basaltfelsen orten zu können. Satellitenbilder der Nasa - vor fünf Jahren aufgenommen - stützen die Hoffnung. Basalt aus dieser Gegend könnte eventuell flußaufwärts transportiert und zum Bau der Pyramiden in Giza verwendet worden sein.

news.yahoo

physorg



Informationsdienst Wissenschaft - idw
Pressemitteilung des Deutschen Archäologischen Instituts
21. Juli 2010
Neue Präsidentin des Deutschen Archäologischen Instituts gewählt


Die Generalversammlung hat heute Prof. Dr. Friederike Fless als erste Frau zur künftigen Präsidentin des Deutschen Archäologischen Instituts (DAI) gewählt. Fless wird am 1. April 2011 Prof. Dr. Hans-Joachim Gehrke nachfolgen, der das Institut seit März 2008 leitet und nun in den Ruhestand geht. Friederike Fless studierte Klassische Archäologie, Kunstgeschichte und Alte Geschichte in Trier, Würzburg und Mainz. 1992 wurde sie mit einer Arbeit zum Thema „Opferdiener und Kultmusiker auf stadtrömischen historischen Reliefs“ an der Johannes-Gutenberg-Universität in Mainz promoviert. Nach ihrer Assistenz am Archäologischen Institut Mainz erhielt sie 1993 das Reisestipendium des DAI. Es folgte eine weitere Assistenz am Institut für Klassische Archäologie in Köln, wo sie sich zum Thema „Überlegungen zu den Formen der Aneignung und der Funktion attisch-rotfiguriger Vasen im 4. Jh. v. Chr.“ habilitierte. Seit 2003 ist Friederike Fless ordentliche Professorin am Institut für Klassische Archäologie der Freien Universität Berlin, wo sie seit 2004 Sprecherin des Interdisziplinären Zentrums Alte Welt sowie seit 2007 des Exzellenzclusters 264 TOPOI ist.

Mit Friederike Fless übernimmt nach Helmut Kyrieleis, Präsident von 1988-2003, wieder eine Klassische Archäologin und erstmals in der Geschichte des DAI eine Frau die Leitung eines der weltweit größten archäologischen Forschungsinstitute. Frau Fless gehört zu den renommiertesten Vertreterinnen ihres Faches, auch im internationalen Maßstab. Sie steht für ein breites Spektrum an Forschungsschwerpunkten, von der archäologischen Feldforschung bis hin zu ikonographischen und bildwissenschaftlichen Fragestellungen. Besonders charakteristisch ist ihr Interesse am Umfeld archäologischer Befunde und Materialien, an Problemen ethnischer Identitäten, interkultureller Berührungen und räumlicher Gestaltung, einschließlich geoarchäologischer Perspektiven. Hiervon zeugen zahlreiche Publikationen, etwa zum Kontext der griechischen Expansion im Schwarzmeergebiet. In letzter Zeit hat sie ihre methodische Breite und ihre Organisationskraft ganz besonders im Aufbau und in der Leitung des Exzellenzclusters TOPOI unter Beweis gestellt, das sie ganz maßgeblich geprägt hat.

Dem Deutschen Archäologischen Institut ist Friederike Fless schon seit langem sehr eng verbunden: Seit 2004 ist sie korrespondierendes Mitglied, seit 2006 ordentliches Mitglied. 2005 trat Fless außerdem dem wissenschaftlichen Beirat für die Herausgabe des Archäologischen Anzeigers des DAI bei. Vor vier Jahren schließlich wurde sie in die Zentraldirektion des Instituts gewählt. Sie gehört dem Engeren Ausschuss und dem Stipendienausschuss an. Auf Grund ihrer fachlichen Souveränität, ihres Ansehens auch jenseits der Grenzen ihres Faches sowie ihrer wissenschaftsorganisatorischen Kompetenzen ist die Zentraldirektion des DAI überzeugt, dass sie eine Präsidentin gewählt hat, die – mit ihrer eigenen persönlichen Note – den Kurs des DAI halten wird. Die Konkretisierung und die weitere Ausgestaltung der übergreifenden Forschungsprojekte innerhalb des DAI wie in der internationalen Kooperation wird dabei eine der Hauptaufgaben der neuen Präsidentin sein.
Deutsches Archäologisches Institut

idw - Informationsdienst Wissenschaft e. V. - http://idw-online.de

17. Juli 2010
Konservierung von Wadi-Gawasis-Funden

Vielen der maritimen Funde im antiken Hafen von Mersa/Wadi Gawasis am Roten Meer (siehe zuletzt Beitrag vom 14.09.2009) droht nach ihrer Bergung aus dem schützenden Sand die Zerstörung durch Pilzbefall. Cheryl Ward, Professorin an der Coastal Carolina University, wird in Kürze ein Projekt ins Leben rufen, das die Konservierung der Artefakte zum Ziel hat. Dafür wurden ihr vom Antiquities Endowment Fund (AEF) of the American Research Center in Egypt Finanzmittel in Höhe von US$ 25.000 zur Verfügung gestellt. Ward wird noch in diesem Jahr nach Ägypten reisen.
northmyrtlebeachonline

15. Juli 2010
Museumssanierung in Beni Suef

Das Museum von Beni Suef erfüllt in Bezug auf Größe und Erhaltungszustand - Grundwasser nagt an den Mauern - nicht mehr die heute erforderlichen Ansprüche, schreibt Zahi Hawass auf seiner Homepage. Das Haus soll restauriert, erweitert und mit neuer Technik ausgestattet werden.
Im selben Beitrag wird der Fund von Tempelstrukturen Ramses' II. in Ahnasia in der Nähe von Beni Suef gemeldet. Die freigelegten Tempelreste tragen die Kartuschen des Königs und einen Text, der besagt, Ramses hätte das Monument an dieser Stelle für sich selbst erbaut. Die Ausgrabungen im Tempelbreich sollen während der nächsten Kampagne fortgesetzt werden. Neben den Resten aus pharaonischer Zeit stieß man auch auf Ziegelstrukturen aus dem 5. Jhdt. sowie auf Terrakottastatuetten (Isis, Aphrodite, Horus), Gefäße und Öllampen.

12. Juli 2010
Keilschriftfragment in Jerusalem gefunden

Das 2 x 2,8 cm große Fragment soll in die gleiche Zeit datieren, aus der auch die sogenannten Amarnabriefe stammen, eine Sammlung von Tontafeln mit Korrespondenz zwischen ägyptischen Vasallen in Palästina und den Königen Amenophis III. und IV. (Echnaton). Das Stück wurde im ältesten Teil Jerusalems gefunden. Die israelischen Archäologen vermuten, dass der Adressat des Dokumentes der ägyptische König gewesen sei, dass es also Teil der Amarnakorrespondenz wäre. Es sei "aus königlichem Hause in Jerusalem", wird konstatiert. Tatsächlich existieren bereits sechs oder sieben Amarnabriefe (EA 285 bis 290, evtl. auch 291), deren Absender Abdi-Heba aus Jerusalem ist. Abdi-Heba war nach aktuellem wissenschaftlichen Kenntnisstand aber kein König, sondern ein vom ägyptischen Königshaus als Vasall in Jerusalem eingesetzter Offizier; er entstammt jedoch möglicherweise einer einheimischen Familie (Quellen: J. A. Knudtzon, "Die El-Amarna-Tafeln", 1915, und William L. Moran, "The Amarna Letters", 1992).
haaretz
n-tv

11. Juli 2010
Neue Attraktionen für Ägyptens Besucher

newsweek zählt eine Reihe von antiken Stätten auf, die innerhalb der nächsten drei Jahre für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden sollen. So soll die Eröffnung der Sphingenallee in Luxor noch in diesem Monat erfolgen. Ebenfalls in diesem Monat soll auch das Pyramidenfeld von Abusir wieder zugänglich werden. In Saqqara sollen die Gräber von Maya und Haremhab zu besichtigen sein. Außerdem soll das Innere der Djoser-Pyramide besucht werden können - eine Information, die doch einiges Erstaunen hervorruft und vielleicht mit Fragezeichen zu versehen ist. Im Dezember des Jahres wird die Knickpyramide des Snofru in Dahschur für Besucher geöffnet.

Informationsdienst Wissenschaft - idw
Pressemitteilung des Universitätsklinikums Münster
09. Juli 2010
UKM-Radiologen untersuchen Münster-Mumie

1,65 Meter groß, zum Todeszeitpunkt ca. 30 Jahre alt, gestorben wahrscheinlich vor fast 3.000 Jahren, eindeutig männlich, Kopf und Teile der Wirbelsäule fehlen: Das sind die ersten Ergebnisse aus medizinischer Sicht der Computertomographie- Untersuchung einer komplett einbandagierten Mumie im Institut für Klinische Radiologie am Universitätsklinikum Münster (UKM). Die Mumie zählt zum Bestand des Archäologischen Museums der Westfälischen Wilhelms-Universität. Auch nach der gründlichen Untersuchung im UKM gibt die Mumie nicht all ihre Geheimnisse preis: Die Todesursache bleibt bislang unbekannt.
Eine Enthauptung als Todesursache schließt Dr. Harald Seifarth, Oberarzt der UKM-Radiologie, allerdings aus: „Dann hätte es ganz andere Verletzungs-muster gegeben. Zwar fehlen einige Elemente der Wirbelsäule. Aber diese Teile wurde höchstwahrscheinlich nach dem Tod entfernt.“ Den entscheidenden Hinweis auf das Lebensalter der Mumie brachten die Kniegelenke und die Wirbelsäule: „Es gibt kaum Anzeichen für eine Arthrose, der Mann muss daher um die 30 Jahre alt sein. Dafür spricht auch die Knochendichte.“ Hinweise zu verheilten Verletzungen fehlen ebenfalls. Deutlich erkennbar hingegen ist eine unverheilte Fraktur des Wadenbeins, die allerdings erst nach dem Tod eingetreten sein muss: eventuell bei der Einbalsamierung oder beim späteren Transport.
Die Radiologie-Experten des UKM haben die Untersuchung ehrenamtlich abends und unter strengsten hygienischen Schutzmaßnahmen durchgeführt. Die reguläre Patientenversorgung wurde nicht beeinträchtigt. Prof. Dr. Walter Heindel, Direktor des Instituts für Klinische Radiologie: „Einen solchen Patienten hatten wir natürlich noch nie. Auch aus unserer Sicht sind die Aufnahmen extrem interessant, daher haben wir in diesem Fall gerne geholfen. Die Aufnahmen sind ein schönes Beispiel dafür, was moderne Bildgebung heute leisten kann.“
Seit 1978 befindet sich die Mumie im Magazin des Archäologischen Museums der Universität, es ist eine Dauerleihgabe einer Schule aus Mülheim an der Ruhr. „Anhand der Hieroglyphen auf dem Sarkophag der Mumie wissen wir, dass sie aus dem Jahr 850 vor Christus stammen muss. Leider gibt der Sarkophag aber keine weiteren exakten Hinweise zur Person“, erklärt Prof. Dr. Dieter Salzmann, Direktor des Archäologischen Museums. Auch öffentlich gezeigt werden kann die Mumie bislang nicht, da sie sich in einem sehr schlechten Zustand befindet. Dr. H.-Helge Nieswandt, Kustos des Museums: „Die durchgeführte Untersuchung war ein wichtiger Schritt zur weiteren Erforschung. Denn die Mumie ist komplett in Leinbinden eingehüllt. Und beim Auswickeln wäre viel zerstört worden. Nun suchen wir Sponsoren, die uns bei der Restaurierung unterstützen wollen.“
Lederband entdeckt
Die CT-Untersuchung am UKM erinnerte etwas an ein Puzzle: Denn viele Knochenteile, bemalte Holzstücke und Scherben lagen am Fußende des einbandagierten Körpers herum - wahrscheinlich, weil der Sarkophag lange Zeit gestanden hat. Besonders interessant ist ein deutlich zu erkennendes Lederband, ein möglicher Hinweis auf ein Amulett oder anderes Schmuckstück. „Solche Beigaben waren in der Regel üblich. Leider haben wir kein erhaltenes Amulett finden können“, erklärt Prof. Dr. Angelika Lohwasser vom Institut für Ägyptologie und Koptologie der WWU. Aber speziell die gefunden Holzstücke können nun eine wichtige Spur sein. Anhand der CT-Bilder sind für die Ägyptologin verschiedene Szenarien denkbar: „Die Stücke könnten von Rekonstruktionen der Körperteile stammen. Bei dieser recht exklusiven Mumifizierungsvariante wurde versucht, den Körper vollständig darzustellen und einzubalsamieren. Denkbar wäre auch, dass es sich bei den Stücken um die Reste eines Mumienporträts handelt, also ein Holzbild, das auf das Gesicht gelegt und ebenfalls einbandagiert wurde. Diese wäre ein Hinweis für einen hohen sozialen Status und eine Entstehung erst in römischer Zeit.“
Aber auch ein anderes Szenario ist für Prof. Lohwasser denkbar: „Eventuell wurde bei der Einbalsamierung eine günstige Variante gewählt. In einem solchen Fall wären die Einbalsamierer nicht sehr zimperlich mit dem Körper umgegangen und hätten verschiedene Materialien einfach mit hineingelegt. Das könnte die Scherben erklären, die eigentlich nichts in einer Mumie zu suchen haben.“ Ein solches Verfahren war zeitweise durchaus üblich um die Körperform zu erhalten. So wurden etwa Leinenstücke, Sägemehl oder Schlamm eingesetzt.
Für Dr. Harald Seifarth war die Untersuchung in jedem Fall „extrem spannend und hat faszinierende Aufnahmen geliefert.“ Und vielleicht verrät die Mumie ja doch noch in Zukunft einige Geheimnisse: Denn auch Zähne wurden gefunden, die allerdings stark abgerieben sind. „Eventuell durch Sand“, spekuliert Dr. Seifarth: „Karies konnte ich jedenfalls nicht erkennen.“
Die gefundenen Zähne sind jedoch ein mögliches Indiz dafür, dass ursprünglich auch der Kopf mit einbandagiert sein musste. Sicher ist: Der Kopf fehlte schon bei Ankunft der Mumie in Münster. Diese Vermutung lässt an eine Szene wie aus einem „Indiana-Jones-Film“ denken: Hat jemand den Kopf der Mumie gestohlen und vielleicht dabei auch ein Amulett vom gefundenen Lederband gerissen? Die Experten aus Münster halten sich zurück: „Das ist reine Spekulation.“. Es sind also noch einige Geheimnisse, die die „Münster-Mumie“ für sich behält. Und auch wenn die Mumie nicht so schnell im Archäologischen Museum gezeigt werden kann: Vielleicht werden dort in Zukunft die CT- Aufnahmen aus dem UKM ausgestellt.
Stichwort Mumifizierung
Nachdem der Tod eingetreten war, musste der Leichnam sofort in eine Einbalsamierungsstätte gebracht werden. Hier wurde er von Priestern auf einen Tisch gelegt und behandelt. Der Ablauf umfasste folgende Schritte:
- Erste Waschung
- Nasale Gehirnentfernung und Auffüllen der Schädelhöhle mit Salböl
- Entnahme der inneren Organe durch einen Schnitt in den Bauch oder Verätzung der Eingeweide. Nieren und Herz verblieben im Körper.
- Zweite Waschung - Entwässerung des Leichnams mit Natron (ca. 270 kg). Dauer dieses Vorgangs: ca. 35-40 Tage
- Dritte Waschung und anschließende Salbung
- Ausstopfen der leeren Körperhülle mit Leinen, Sägemehl etc.
- Umwicklung der Mumie mit Leinenbinden (bis zu 375 m²). Dauer: ca. 15 Tage
Zuletzt wurde die fertige Mumie von den Angehörigen abgeholt und bestattet.

Informationsdienst Wissenschaft e. V. - idw - http://idw-online.de

08. Juli 2010
Zwei Gräber aus dem Alten Reich in Saqqara freigelegt

Bei ihren Grabungsarbeiten in Saqqara stießen ägyptische Archäologen, wie bereits Anfang des Jahres (siehe Beitrag vom 05.01.2010), auf weitere Gräber. Die gut erhaltenen und offenbar ungeplünderten Grabstätten stammen aus dem Alten Reich, nämlich aus der 6. Dynastie (Pepi II.). Die beiden Grabinhaber, Schendua und Chonsu, waren offenbar Vater und Sohn. Beide waren bedeutende Würdenträger und trugen ähnliche Titel. Eine in ihrer Farbigkeit wunderbar erhaltene Scheintür zeigt Schendua vor einem Opfertisch und benennt seine Titel. Auch im Grab des Sohnes Chonsu fand man die Dekoration noch in lebendigen Farben vor. Es handelt sich dabei ebenfalls um eine Scheintür mit einer darüber angeordneten Darstellung des Chonsu, die ihn in verschiedenen Funktionen zeigt. Vor der Scheintür befindet sich eine Opferplatte. Die Grabkammer des Schendua befindet sich direkt von dessen Scheintür in 20 m Tiefe; der hölzerne Sarg ist leider durch Umwelteinflüsse zerstört. Man fand jedoch noch eine Reihe von Kalksteingefäßen, davon fünf in Entenform. Letztere enthielten noch Entenknochen. Die Grabkammer ist mit einem farbigen Relief versehen; außerdem wurde dort ein Obelisk von 30 cm Höhe geborgen.
drhawass.com
Al-Ahram Weekly
spiegel

Informationsdienst Wissenschaft - idw
Pressemitteilung des Deutschen Archäologischen Instituts
08. Juli 2010
Neuer Glanz für größte archäologische Fachbibliothek
5,5 Mio. Euro aus Konjunkturpaket II für die Sanierung der Zentrale des Deutschen Archäologischen Instituts
Heute übergab Enak Ferlemann, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesbauminister, dem Präsident des Deutschen Archäologischen Instituts (DAI) Prof. Dr. Hans-Joachim Gehrke mit einem symbolischen Scheck 5,5 Millionen Euro Fördermittel aus dem zweiten Konjunkturpaket für die Sanierung der Zentrale des Instituts. Mit dem Geld wird das so genannte „Bittelhaus“ in Berlin-Dahlem energetisch saniert und auf den modernen Standard gebracht. Die Fassade und die gesamte Heizungs- und Beleuchtungs-anlage werden saniert und der Brandschutz verbessert. Hierdurch soll der zukünftige Energieverbrauch um 75 Prozent, die CO2-Emissionen um rund 90 Prozent reduziert werden. Das Bittelhaus ist Teil der Zentrale des DAI und beherbergt neben der größten archäologischen Fachbibliothek Berlins die Verwaltung des Instituts. Es entstand 1973 nach Plänen der Bundes-baudirektion und erhielt seinen Namen nach dem Altpräsidenten Kurt Bittel (1960–1972).
Die Mittel kommen aus dem 500 Millionen Euro schweren Teilprogramm „Grundsanierung und energetische Sanierung von Gebäuden“ des zweiten Konjunkturpaketes. Die Bauarbeiten sollen bis Ende 2011 andauern. Neben der Kernsanierung des Bittelhauses werden die weiteren DAI- Liegenschaften in Berlin (Eurasien-Abteilung, Orient-Abteilung und Zentrale) zudem teilsaniert. Bibliothek und Verwaltung beziehen für ca. eineinhalb Jahre ein Interimsquartier in der Kelchstraße 17-23 in Berlin-Steglitz. Die Bibliothek konnte ebenfalls am heutigen Tag wieder eröffnet und für den Publikumsverkehr zugänglich gemacht werden.
Aktuelle Informationen zum Stand der Umbauarbeiten und eventuellen Einschränkungen finden Sie unter www.dainst.org/umbau2010

Informationsdienst Wissenschaft e. V. - idw - http://idw-online.de
04. Juli 2010
Schepenese ist weiblich

Eine seit 164 Jahren im Besitz der Stiftsbibliothek St. Gallen befindliche Mumie wurde nach einer CT-Untersuchung nun endgültig als weiblich definiert. Man ahnte es zwar schon, jedoch fehlte bisher der letzte Beweis zur Geschlechtsspezifikation. Eine andere Erkenntnis versetzte die beteiligten Wissenschaftler allerdings in Erstaunen: In der Brust der Toten steckt ein Pflock. Dass dieser die Todesursache ist, wird aber ausgeschlossen. Weitere Untersuchungen sollen erfolgen. Die CT-Aufnahmen werden demnächst in einer Ausstellung im Historischen und Völkerkundemuseum St. Gallen zu sehen sein.
20min

01. Juli 2010
Geheimnis um Bronzetäfelchen aus Zentralisrael scheint gelöst

Ein kleines Bronzetäfelchen mit dem Abbild einer Frau, das 1997 bei Ausgrabungsarbeiten in einer kanaanäischen Stadt aus der Bronzezeit gefunden wurde, gab den Wissenschaftlern hinsichtlich Sinn und Zweck des Stückes Rätsel auf. Erst jetzt, durch ein Studium der Schlachtenszenen im Tempel Ramses' III. in Medinet Habu, konnte man es zuordnen. Es handelt sich offenbar um den Kopf eines Achsnagels von einem Streitwagen. Derartige Splinte fanden Verwendung, um die Wagenräder an der Achse zu fixieren; ihre Köpfe waren häufig dekoriert mit Darstellungen von Gefangenen, Fremdvölkern und Feinden Ägyptens. Das kanaanäische Fundstück sei von der Machart her identisch mit Achsnägeln, wie sie an den ägyptischen Tempelwänden dargestellt sind, meint Oren Cohen von der Universität Haifa.
newswise
eurekalert
heritage-key