ÄgyptologieNewsPaper
Redaktion, Texte und Abbildungen (sofern nicht anders erwähnt): Gitta Warnemünde
  August 2011

25. August 2011
SCA entwickelt Planungsstrategie

In mehreren Meetings wurde über den Bau neuer Gebäude sowie über die finanzielle Ausstattung des SCA gesprochen. Aktuell soll es um eine Umschuldung gehen, die den SCA in die Lage versetzt, an den Einkünften aus Eintrittsgeldern der Besucher von antiken Stätten zu partizipieren.
youm7


19. August 2011
Gefährliche Substanz in Hatschepsuts Flakon

Der Flakon der Königin Hatschepsut, der in der Ausstellung des Ägyptischen Museums der Universität Bonn ausgestellt ist, enthält kein Parfüm, wie man ursprünglich annahm (siehe Beitrag vom 15.03.2009). Vielmehr befand sich darin eine Lotion oder ein Medikament, mit der die Königin möglicherweise ein Hautkrankheit behandelt hatte. Die Behandlung war allerdings recht gefährlich, denn die Substanz enthält, wie man jetzt feststellte, u.a. Benzo(a)pyren, einen der krebserregendsten Stoffe überhaupt. Möglicherweise starb die Königin durch eine langjährige Verabreichung der nun analysierten Salbe, denn „Wir wissen schon lange, dass Hatschepsut Krebs hatte und vielleicht sogar daran gestorben ist“, sagt Michael Höveler-Müller. „Jetzt kennen wir möglicherweise auch die eigentliche Ursache." Krebs (oder Diabetes) als Todesursache hatte auch Zahi Hawass in seiner Pressemitteilung vermutet.
uni-bonn

Zu diesem Thema melden sich allerdings auch Kritiker zu Wort. Es sei nichts bewiesen, solange man im Körper dem Mumie nicht den gleichen krebserregenden Stoff gefunden habe, sagt Forscherin Paula Veiga. Es sei nicht einmal sicher, dass Hatschepsut und ihre Familie, wie verschiedentlich angenommen, wirklich an einer Hautkrankheit litten, denn eine Dermatose wurde bisher nicht nachgewiesen, obwohl die Haut der Königin im Gesicht und im Nacken angegriffen erscheint. Für dieses Erscheinungsbild könnten ebenso gut bestimmte Harze verantwortlich sein, die zur Mumifizierung verwendet wurden. Der Flakon wurde ebenfalls unter die Lupe genommen. Röntgenaufnahmen sollen zeigen, dass er aus zwei Teilen besteht (der Hals scheint eingesetzt, siehe Röntgenbild); Ähnliches wurde in Ägypten bislang nicht gefunden. Man könnte es demnach sogar mit einer Fälschung zu tun haben, meint Veiga.
discovery



18. August 2011
SCA unter neuer Leitung

Mohamed Abdel Fatah ist neuer Generalsekretär des SCA. Abdel Fatah war "Head of the Ancient Egyptian Antiquities Sector" beim SCA. Zuletzt war er Leiter des Museumssektors und Direktor der Antiken in Oberägypten.
english.ahram



18. August 2011
Altägyptisches Haargel

Forscher der University of Manchester fanden bei der Untersuchung von 18 Mumien heraus, dass die Haare der meisten Probanden mit anderen Mitteln behandelt worden waren als die zur Mumifizierung üblicherweise verwendeten Harze o.ä. Es handelt sich um eine fettige Substanz, die die Haarpracht der Verstorbenen wohl in Form halten sollte. Die Mumien sind zwischen 2.300 und 3.500 Jahren alt; die Personen kamen im Alter von vier bis 58 Jahren zu Tode.
newscienntist


16. August 2011
Nofretete-Streit Ergebnis einer "Erbfeindschaft"?

In ihrem Buch "Nofretete. Eine deutschfranzösische Affäre 1912 –1931" betrachtet die Autorin Bénédicte Savoy die Querelen um die Rückgabe der Nofretete-Büste aus einem ganz unerwarteten Blickwinkel. Das Objekt sei Anfang 1913 mit dem Segen der von Franzosen geleiteten Antikenverwaltung in Ägypten nach Deutschland gegangen. Nach den Gräuel des Ersten Weltkrieges dann hätte man die Rückführung gefordert, allerdings nicht aus juristischen, sondern aus moralischen Gründen. Treibende Kraft der Forderung war Pierre Lacau, damals Leiter der ägyptischen Antikenbehörde. Eine Melange aus Eifersüchteleien in der internationalen Welt der Ägyptologie und Abscheu gegen die deutschen Kriegstreiber hätte schon zu dieser Zeit den Grundstein gelegt für die bis heute von Zeit zu Zeit aufflammenden Restitutionsforderungen.
zeit-online (Rezension)

Siehe dazu auch Artikel Die Büste der Nofretete (PDF 1,3 MB)



14. August 2011
Stele des Wah-jb-Re (Apriës) bei Ismailia entdeckt
Eine ägyptische Grabungsmission fand in Tell el-Dafna (Daphnae), nahe Ismailia, eine in zwei Teile zerbrochene Stele - ein Teil ist 163 cm, das andere 86 cm hoch. Das mit Inschriften versehene Objekt trägt Kartuschen des Eigen-, Thron- und Horusnamens von König Apriës (26. Dynastie). Auch die Basis der Stele wurde freigelegt. In der Umgebung der Fundstelle waren bereits Gebäudereste gefundent worden, die ebenfalls in die 26. Dynastie datieren (siehe dazu Beitrag vom 01.07.2009)
english.ahram



10. August 2011
Neuer Veranstalter für den Internationalen Ägyptologen-Kongress (ICE) 2012 gesucht

Für den Kongress, der ursprünglich vom 7. bis 14.09.2012 in Kairo stattfinden sollte, muss ein neuer Veranstalter gefunden werden, nachdem sich die Ägypter als Gastgeber zurückgezogen haben.
iae-egyptology



06. August 2011
Aus Kom el-Hettan gestohlene Objekte gehen zurück nach Ägypten

Bei einer Auktion in London standen vier Granitfragmente (drei mit Darstellungen von Asiaten, eines mit Kartusche Amenophis' III.) zum Verkauf. Sie gehören zur Basis einer Statue Amenophis' III. und waren vom Gelände seines Tempels in Kom el-Hettan entwendet worden. Der Verkauf konnte rechtzeitig gestoppt werden; die Artefakte werden nach Ägypten zurückgesandt.
almasryalyoum



05. August 2011
Strukturen eines meroitischen "Palastes" entdeckt

Krzysztof Grzymski, Curator des Royal Ontario Museums, und sein Team legten im Zentral-Sudan die bisher ältesten Gebäudereste von Meroë frei, wobei bisher nur ein Teil der kompletten Anlage ausgegraben wurde. Nach Anwendung der Radiocarbonmethode konnte eine etwaige Datierung auf 900 v.Chr. vorgenommen werden. Es könnte sich um einen Palast oder um eine Administrationsanlage handeln. Nach Grzymski werden die Ausgrabungen noch Jahre dauern, zumal man außerdem nach den Resten eines Amun-Tempels sucht, den John Garstang im Zuge seiner Meroë-Grabungskampagnen von 1909 bis 1914 erwähnt, und der, falls er existiert, der älteste Amun-Tempel in dieser Gegend sein würde.
livescience



04. August 2011
Sitzstatue Amenemhets II. von Berlin nach New York...

... aber nur vorübergehend. Eine monumentale Sitzstatue von Amenemhet II., die seit vielen Jahren den Vorhof des Pergamon-Museums in Berlin zierte, wird für zehn Jahre an das Metropolitan Museum of Art ausgeliehen. Sie muss den Bauarbeiten weichen, die in den kommenden Jahren auf der Museumsinsel durchgeführt werden; von den nächsten Bauphasen des Masterplans ist auch das Pergamon-Museum betroffen.
nytimes


02. August 2011
Zusammenbruch des Alten Reiches durch Dürreperiode immer wahrscheinlicher

Wissenschaftler der St. Andrews University in Schottland haben das Sedimentbett des Tana-Sees in Äthiopien mithilfe von seismischen und Radiocarbon-Untersuchungen erforscht; der Tana-See ist die Quelle des Blauen Nil, der sich mit dem Weißen Nil vereinigt und dann als Nilstrom nach Norden fließt. Die Ergebnisse lassen vermuten, dass die großen Probleme, in denen die ägyptische Zivilisation zum Ende des Alten Reiches und in der Ersten Zwischenzeit steckte, durch eine nicht mehr beherrschbare Dürreperiode verursacht wurden.
news.scotsman

Die Erkenntnisse der Schotten bestätigen Fekri Hassan, der Ähnliches schon im April 2005 bei Geotimes veröffentlichte. Ein korrespondierendes Essay von Hassan aus dem Jahre 2007 kann hier heruntergeladen werden.