ÄgyptologieNewsPaper
Redaktion und Texte (sofern nicht anders erwähnt): Gitta Warnemünde
  September 2007
29. September 2007
Atomwissenschaftler auf der Spur der "echten" ägyptischen Farbgestaltung

Die Originalfarben ägyptischer Malereien hätten im Laufe der Jahrtausende durch chemische Reaktionen ihr Erscheinungsbild verändert und würden deshalb möglicherweise nicht mehr den Intentionen der ägyptischen Künstler und Handwerker entsprechen, meinen polnische Wissenschaftler vom Institute for Nuclear Studies in Swierk. Durch moderne Atomphysik sollen nun Partikel der alten Farben analysiert werden, um den Malereien vielleicht ihr "altes Gesicht" zurückzugeben.

naukawpolsce


29. September 2007
Minenräumung bei Karkemisch

Ein 6.000 qm großes Gelände nahe der antiken Stadt Karkemisch soll von Minen befreit werden, um dort anschließend mit archäologischen Grabungen beginnen zu können. Der japanische Thronfolger Prinz Tomohito Mikasa hat sich bei den türkischen Behörden persönlich für die mit japanischen Mitteln finanzierte Aktion eingesetzt und schließlich deren Erlaubnis erhalten. Man wird schätzungsweise anderthalb Jahre für die Säuberung des Gebiets in der türkisch-syrischen Grenzregion benötigen. Karkemisch war in der Bronzezeit ein bedeutender Ort, letztes Bollwerk des Mitannireiches westlich des Euphrat, das schließlich von den expandierenden Hethitern erobert wurde. Die Ergebnisse der angekündigten Grabungen dürfen daher mit großer Spannung erwartet werden.

turkishdailynews


29. September 2007
Erstes Textilmuseum in Ägypten

Mit 20 Mio. Ägyptischen Pfund soll in Old Cairo ein Museum entstehen, in dem textile Exponate aus über 3.000 Jahren, von der pharaonischen Zeit bis hin zur Zeit Mohammed Alis, zur Ausstellung kommen werden.

Egypt State Information Service


28. September 2007
Politische Verstimmung um griechisches Alexander-Museum

Griechenland möchte Alexander dem Großen in dessen Geburtsstadt Pella ein eigenes Museum einrichten. Es ist vorgesehen, dort Fundstücke auszustellen, die die Archäologie im letzten Jahrhundert zu Tage gefördert hat. Pikant wird das Vorhaben durch Unstimmigkeiten zwischen Mazedoniern (Frühere Jugoslawische Republik Mazedonien FYROM) und Griechen. Alexander war kein Grieche, sondern Makedonier, und Pella war einst Hauptstand des antiken makedonischen Reiches, das sich zu einem großen Teil über das Gebiet der FYROM erstreckte. Infolgedessen nimmt Mazedonien den großen Feldherrn als historische Gestalt für sich in Anspruch. In den Museumsplänen seines südlichen Nachbarn Griechenland sieht es einmal mehr Bestrebungen zur Destabilisierung seiner Unabhängigkeit.


Oberteil einer Statuette Alexanders aus Priene
(Antikensammlung Berlin)


derstandard.at


28. September 2007
Rest in Peace? Mumienausstellung in Mannhein

Im Reiss-Engelhorn-Museum Mannheim öffnet am 30.09.2007 die Ausstellung Mumien - Der Traum vom ewigen Leben - es werden Mumien aus allen Regionen der Welt zu sehen sein - ihre Pforten. Aus diesem Anlass gab Professor Dietrich Wildung, Direktor des Ägyptischen Museums Berlin, Deutschlandradio Kultur ein Interview, das online abrufbar ist. Er kritisiert darin die Präsentation der Mumien. Der Umgang mit den Toten sei unangemessen. Speziell die Ägypter hätten zum Tod und zu ihren Verstorbenen ein ganz besonderes Verhältnis gehabt. Gerade die Mumifizierung sei sowohl darstellerisch als auch schriftlich tabu gewesen. Obwohl nicht die erste Mumienausstellung, sei die Tabuschwelle zum reinen Stillen von Sensationshunger inzwischen sehr niedrig geworden. Er wünsche sich, dass mit den Toten pietätvoller und vorsichtiger umgegangen würde, auch von den Ägyptern selbst. Letzteres bezieht sich auf die in der Presse vor nicht allzu langer Zeit vorgestellte mögliche Mumie der Hatschepsut. In der Sammlung des Ägyptischen Museums Berlin befinden sich 90 Mumien, die inzwischen alle wissenschaftlich bearbeitet sind. Wildung plädiert deshalb dafür, diese irgenwann in ihre Heimat zurückzuführen, um sie dort würdevoll zu bestatten.

Unabhängig davon äußert sich in einem Artikel von earthtimes.org der Direktor des Reiss-Engelhorn-Museums Alfred Wieczorek zur fraglichen Ausstellung seines Hauses. Sie hätte nichts mit Sensationsheischerei zu tun. Alle Exponate würden in einfachen Glasvitrinen unter gedimmter Beleuchtung ausgestellt - in Räumen, die ganz in dunkelblau gehalten sind. Man tue dies, um der Würde des Todes gerecht zu werden. Im gleichen Artikel werden auch einige Details genannt, so etwa dass CT- und Röntgenaufnahmen dem Besucher Einblick in Krankheitsbilder geben und weitere Informationen über die Verstorbenen liefern würden.


25. September 2007
Reste von ägyptischer Ansiedlung in Palästina gefunden

Bereits Mitte September erschien die Meldung, dass ein internationales Team bei Ausgrabungsarbeiten an einer philistäischen Siedlung aus der Zweiten Eisenzeit auf tieferliegende Strukturen aus der Späten Bronzezeit gestoßen ist. Man fand Lehmziegelmauerstrukturen mit einer Stärke von 2 m von 10 bis 15 m Länge, die noch bis zu 1 m Höhe anstehen. Nach erstem Eindruck handelt es sich um eine Art "ägyptisches Landgut".

Die Bauweise hätte etwas von typisch ägyptischer Architektur, meint Teammitglied Dr. Gunnar Lehmann, ebenso wie die Funde von Keramik und Amuletten. Unklar ist noch, aus welchen Erwägungen gerade in dieser Gegend ein "ägyptisches Anwesen" errichtet wurde.

Die Karte (nach K.A. Kitchen - KRI) zeigt den ungefähren Fundort der Ansiedlung.





Jerusalem Post 17.09.07
Jerusalem Post 11.09.07 (mit Foto)


24. September 2007
Weitere Details zu den neuen Funden im Grab von Tutanchamun

Anfang des Monats meldeten die Medien, man habe in einer zugemauerten Seitenkammer im Grab von Tutanchamun Körbe gefunden, von denen bisher niemand wusste und die auch von Howard Carter nicht erfasst worden waren. Nun gibt es einige weitere Informationen, worum es sich dabei handelt. Acht Körbe, jeder etwa 50 cm hoch, enthalten gut erhaltene Früchte der Doum-Palme. Außerdem lagerten in der Kammer zwanzig birnenförmige Gefäße - noch verschlossen und mit dem Siegelabdruck des Königs versehen. Es wird vermutet, dass sie Getränkereste und Samen enthalten. Aufschluss wird jedoch erst die Öffnung der Krüge bringen, die vom SCA zu einem späteren Zeitpunkt vorgenommen werden wird. Unter den Funden sollen sich auch 60 Kalksteinsiegel Tutanchamuns befinden.

spiegel.de
AFP
Reuters
derstandard.at (mit Foto)


22. September 2007
Preußen in Ägypten - Ägypten in Preußen

Ein Forschungsprojekt der Freien Universität Berlin untersucht die Königlich-Preußische Expedition Richard Lepsius' in den Jahren 1842 - 1845. Lepsius gehört zu den frühen bedeutenden Ägyptenreisenden und er hatte es sich auf die Fahnen geschrieben, alle besuchten Orte streng wissenschaftlich zu bearbeiten. Noch heute profitiert die Wissenschaft von diesem Erbe. Manches Original einer Inschrift oder Darstellung, die Lepsius akribisch kopieren ließ, ist im Laufe der Jahrhunderte verlorengegangen. Dank der preußischen Expedition jedoch existieren Zeichnungen und Abklatsche, die der modernen Ägyptologie hier und da gute Dienste leisten können. Nicht vergessen werden sollten dabei auch die vielen Stücke, die die Expedition von ihrer Reise mit nach Berlin brachte und die den Grundstock der ägyptischen Sammlung bilden. Die aus Lepsius' Reise hervorgegangene Publikation "Denkmäler aus Aegypten und Aethiopien" wurde von der Universität Halle dankenswerterweise digitalisiert und steht somit auch einem breiten Interessentenkreis zur Verfügung.


"Kaisers Geburtstag" auf der Großen Pyramide von Giza
(aus dem Digitalisierungsprojekt der Uni Halle)
Inschrift Lepsius'
am Eingang der Großen Pyramide von Giza



In der Zeit vom 30. November 2007 bis zum 3. Februar 2008 wird sich die Ausstellung Preußen in Ägypten im Pergamonmuseum, Museum für islamische Kunst, mit Lepsius' Werk beschäftigen.

Die Onlineausgabe des Tagesspiegel würdigte Lepsius am 21.09.2007 in einem Artikel.


22. September 2007
Richtfest im Neuen Museum Berlin

Das Neue Museum auf der Berliner Museumsinsel soll ab 2009 die ägyptische Sammlung der Staatlichen Museen beherbergen und damit die Interimslösung - ein Teil der Stücke ist derzeit im Alten Museum ausgestellt - beenden. Das alte Gebäude wurde dort wo es möglich war wieder hergerichtet, während man komplett zerstörte Abschnitte durch "Neubauten" ersetzte. Es war nicht die Intention der Architekten, den Museumsbau im "alten Glanz" wiedererstehen zu lassen. Dafür hätte vieles nach altem Vorbild neu aufgebaut werden müssen und ein fader Disney-Beigeschmack wäre nicht zu vermeiden gewesen. Die Mischung aus alt und modern ist jedoch nicht jedermanns Sache; sie findet keine ungeteilte Zustimmung. Trotz alledem wurde am gestrigen Freitag Richtfest gefeiert.

Berliner Zeitung
Die Welt


22. September 2007
Die neuen Funde im Luxortempel

derstandard.at hat ein erstes Foto des Fundes publiziert. Es zeigt Säulen-/Pfeilerabschlüsse mit aufliegendem Architrav/Türsturz.


20. September 2007
Zufallsfund im Luxortempel






Nach Meldungen von news.xinhuanet.com und science.monstersandcritics.com stießen Restauratoren bei Arbeiten an der Abu el-Haggag Moschee (siehe Foto), die im Mittelalter über dem zu der Zeit verschütteten Hof Ramses' II. erbaut wurde, auf Pfeiler, Türstürze und Reliefs aus dem Neuen Reich.

SCA-Chef Zahi Hawass bestätigte den Fund. Demnach seien darunter bedeutende Reliefs, die u.a. Ramses II. bei der Präsentation von zwei dem Tempel zu stiftenden  Obelisken vor Amun-Re zeigen. Einer der beiden Obelisken befindet sich noch heute an Ort und Stelle, der andere in Paris. Eine andere Darstellung zeigt den König im Ornat mit weißer Krone. Auch Inschriften scheinen zum Vorschein gekommen zu sein.


17. September 2007
Korruptionsfall beim SCA

Ein hoher Beamter des SCA wurde am  vergangenen Sonnabend festgenommen. Er wird der Bestechung bezichtigt und soll sich Vorteile bei der Vergabe von Restaurierungsaufträgen verschafft haben. Die millionenschweren Aufträge sollen einige der bekanntesten antiken Monumente Ägyptens betreffen. Der Chef des SCA, Zahi Hawass, stellte sich hinter seine Behörde. Nach seiner Aussage sei der Betroffene nicht in der Position gewesen, über derartige Verträge zu entscheiden. Entscheidungen dieser Art basierten auf streng geregelten Abläufen innerhalb des SCA. Auf der anderen Seite seien 30.000 Personen in der Behörde beschäftigt. Wenn der Eine oder Andere gegen Gesetze verstößt, dann sei das ein Vorgang, der sich hier wie überall auf der Welt zutragen kann. Hawass zeigte sich verärgert darüber, dass dieser Fall den Ruf des SCA schädigen könnte. Er kündigte an, künftig schon den kleinsten Verdacht auf Korruption rigoros verfolgen.

news.bbc.co.uk


17. September 2007

Informationsdienst Wissenschaft - idw - Pressemitteilung -
Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn, Frank Luerweg,

Hightech-Hilfe für Indiana Jones

Forscher der Universität Bonn füllen kleine Metallwürfel mit Dachsknochen und "fälschen" jahrhundertealte Schmuckstücke - alles für die Wissenschaft: Zusammen mit Kollegen aus fünf Ländern wollen sie eine Methode entwickeln, mit der sie in das Innere wertvoller archäologischer Funde und historischer Kunstobjekte blicken können, ohne sie zu zerstören. Das Projekt namens "ANCIENT CHARM" wird von der Europäischen Union mit fast zwei Millionen Euro gefördert.

Die Fälschung ist haarklein dokumentiert, angefangen von den ersten Skizzen bis hin zur fertigen reich verzierten Brosche. Die "Fälscher" selbst sind spürbar stolz auf ihr Werk. "Sieht doch ganz naturgetreu aus, nicht wahr? Auch wenn wir statt einer echten Perle eine synthetische aus dem Baumarkt genommen haben", erklären der Bonner Kristallograph Professor Dr. Armin Kirfel und der Leiter der Feinmechanikwerkstatt Herbert Phiesel.

Phiesels und Kirfels Mitarbeiter im Mineralogisch-Petrologischen Institut haben die Replik aus Gold, Silber, Kupfer, Eisen und einem Almandinkristall angefertigt. Das unermesslich wertvolle Vorbild lagert im Ungarischen Nationalmuseum in Budapest. Vor mehr als vierzehnhundert Jahren mag die Brosche die Brust eines Merowinger-Fürsten geziert haben. Noch immer rätseln die Forscher, wie das Schmuckstück genau hergestellt wurde.

Wissenschaftler aus fünf europäischen Ländern versuchen momentan, diese Frage zu beantworten. In Deutschland sind die Universitäten Köln und Bonn in das Projekt namens "ANCIENT CHARM" eingebunden. Darin geht es aber um mehr: Die Projektpartner wollen eine neue Methode entwickeln, um in das Innere von wertvollen archäologischen Funden oder kunsthistorischen Objekten zu schauen, ohne sie nur im geringsten zu beschädigen. Die EU fördert die Kooperation mit nahezu zwei Millionen Euro; koordiniert wird sie von der Universität Mailand.

"Wir wollen die Stücke mit verschiedenen Verfahren durchleuchten und so im Computer ein dreidimensionales Abbild konstruieren, aus dem das Innere der Funde, also ihre Materialzusammensetzung, en Detail ersichtlich wird", erläutert Kirfel. So wurden z.B. Schmuckstücke wie Perlen früher mit einer Lehmschicht versehen, damit sie unansehnlicher aussahen und nicht geraubt wurden. Waffen waren mit Gold oder Silber verziert, doch woraus bestand ihr Kern, und wie waren sie zusammengefügt? Wie verschloss man Löcher in Bronzegefäßen, und was nahm man als Flickmaterial?

Schon heute beschießen Archäologen ihre Funde mit Strahlen, um ihren Geheimnissen auf die Schliche zu kommen. "ANCIENT CHARM" will nun mehrere Verfahren kombinieren und so die Nachteile der Einzelmethoden überwinden: Mit hochenergetischer Röntgenstrahlung ist es zwar wie mit Neutronen möglich, auch dickere Materialschichten zu durchleuchten. "Man erhält dabei aber lediglich Kontraste, die anzeigen, dass dort das Material wechselt", sagt Kirfel. "Um welchen Werkstoff es sich handelt, ist allein mit diesen Methoden nicht ersichtlich."

Dazu braucht es zusätzliche Wege: Wenn die Forscher archäologische Funde beispielsweise mit Neutronen bombardieren, können sie die Atomkerne in dem untersuchten Gegenstand anregen. "Das Fundstück emittiert dann Gamma-Strahlung, aus der man auf die chemischen Elemente schließen kann, die an dieser Stelle vorliegen", erläutert der Bonner Kristallograph. Aus der  Art und Weise, wie die Neutronen an den Atomen im Material gebeugt werden, kann man zudem Informationen über dessen Zusammensetzung und mikroskopischen Aufbau erhalten.

Das hört sich martialischer an als es ist. "Das Objekt wird dabei nicht geschädigt", beteuert Professor Kirfel. Dennoch gehen die
Wissenschaftler kein Risiko ein: Bevor sie ihre tomographischen und spektroskopischen Methoden auf unersetzliche Originale loslassen, erproben sie sie zunächst an Kopien. Das ist auch der Grund, warum Kirfel und seine Mitarbeiter sich als "Fälscher" betätigen.

Metallwürfel mit rätselhaftem Inhalt

Die Bonner Mineralogen stellen ihre Mitstreiter auch auf eine andere Weise auf die Probe: Sie bauen (ebenso wie Kollegen in Ungarn) sogenannte "Black Boxes" - das sind Metallwürfel von fünf Zentimetern Kantenlänge, die sie mit verschiedenen Materialien in unterschiedlichen Anordnungen füllen. Ihre Projektpartner sollen nun herausfinden, wie diese "Innereien" beschaffen sind - allein durch Anwendung der verschiedenen zerstörungsfreien Durchleuchtungsmethoden.

Dabei gehen Kirfel und seine Mitarbeiter mit einiger Phantasie ans Werk: So enthält einer der Würfel den Oberschenkelknochen eines Dachses, mit Leder umwickelt und von einer Hülle aus Holz umgeben. Über eine besondere schwierige Nuss, die sie ihren Projektpartnern zu knacken geben, will Kirfel noch keine Details preisgeben - schließlich sind die Untersuchungen der insgesamt 10 Bonner Boxen noch nicht abgeschlossen. "Nur soviel: Wir haben ganz unterschiedliche Objekte in ein Füllmaterial eingebettet, das Wasserstoff enthält", verrät Kirfel. "Wasserstoff erschwert die Neutronendurchleuchtung und verursacht eine starke Untergrundstreuung - das ist eine besondere Herausforderung."

Kontakt:
Professor Dr. Armin Kirfel
Mineralogisch-Petrologisches Institut der Universität Bonn
Telefon: 0228/73-2760
E-Mail: <kirfel@uni-bonn.de>

Die gesamte Pressemitteilung inkl. Bilder erhalten Sie unter:
http://idw-online.de/pages/de/news225797

Kontaktdaten zum Absender der Pressemitteilung stehen unter:
http://idw-online.de/pages/de/institution123

Informationsdienst Wissenschaft e.V. - idw - http://idw-online.de


14. September 2007
Koptisches Grab freigelegt

Bei einer Forschungsexpedition in El-Farafra und El-Bahariya fanden ägyptischen Wissenschaftler eine Grabstätte vom Ende der griechisch-römischen Zeit / Anfang der koptischen Zeit. Man fand sehr fragile Skelettteile und drei Schädel, von denen zwei weiblichen Personen zugeordnet werden. Letztere tragen noch volles Kopfhaar. Im Grab befinden sich Lehmsäulen von 3 m Länge, angeordnet zu einem Rechteck.

Egypt State Information Service


13. September 2007
"Versteckte" Texte werden lesbar

Ein neues Verfahren lässt mit Hilfe intensiver Lichtstrahlen auch solche Texte sichtbar werden, die sich auf noch verschlossenen Schriftrollen o.ä. befinden. Ein Aufrollen/Öffnen der unschätzbaren Artefakte ist dafür nicht erforderlich. In dem Online-Artikel von bbc.co.uk sagt Forschungsleiter Professor Tim Wess, es gäbe z.B. noch ungeöffnete Qumran-Rollen vom Toten Meer. Zum Verfahren wird jedoch eingangs erklärt, man könne die Lesbarkeit herstellen, da die verwendeten Tinten Eisen enthalten, und es wird von der Gewinnung desselben aus Galläpfeln gesprochen. Bleibt die Frage, ob auch andere eisenhaltige Tinten lesbar werden, die die Leute von Qumran vielleicht verwendeten bzw. ob sie Galläpfel, die an der Unterseite von Eichenblättern wachsen, kannten.


13. September 2007

Informationsdienst Wissenschaft - idw - Pressemitteilung - Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg, Dr. Michael Schwarz

Ägypten unter Fremdherrschaft

Hochkarätig und international besetztes Symposium des Ägyptologischen Instituts und des Instituts für Papyrologie in  Zusammenarbeit mit dem Internationalen Wissenschaftsforum der Universität Heidelberg vom 17. bis zum 19. September - Thema: "Ägypten zwischen äußerem Druck und innerem Zwist. Die Zeit Ptolemaios' VI.-VIII."

Die Besetzung eines Landes nach dessen militärischer Eroberung bringt nicht selten Veränderungen mit geradezu umwälzendem Charakter mit sich - insbesondere dann, wenn die neuen Herrscher in der Lage sind, ihren Einfluss über einen längeren Zeitraum auszuüben. Das war auch im Alten Ägypten so. Nach dessen Besetzung durch Alexander den Großen im Jahr 332 v. Chr. regierten die Griechen mehrere Jahrhunderte lang am Nil. Ein umfassender Austausch auf allen Ebenen bis hin zur Einführung der
Amtssprache Griechisch war die Folge. Auch zog es zahlreiche Bewohner aus Griechenland in das eroberte Königreich, um dort zu leben.

Diese nach den Herrschernamen so genannte ptolemäische Zeit im damaligen Ägypten steht nun im Mittelpunkt einer hochkarätig besetzten Tagung im Internationalen Wissenschaftsforum der Universität Heidelberg. Ins Visier genommen hat die international zusammengesetzte Gruppe von Wissenschaftlern das 2. Jahrhundert vor Christus, also die Zeit zwischen der Regierung Ptolemaios' VI. und Ptolemaios' VIII. "Ausgesprochen spannend" findet Prof. Dr. Joachim Quack diese Epoche, in der sich vieles ereignet habe: "Außenpolitisch verliert Ägypten viel von seiner Macht. Innenpolitisch ist das Nebeneinander der Geschwister Ptolemaios VI., Ptolemaios VIII. und Kleopatra II. durch ein Wechselspiel von Kooperation und teilweise offener Rivalität
geprägt, später kommt noch die beeindruckende Gestalt der Kleopatra III. hinzu."

Wie der Direktor des Ägyptologischen Instituts, zusammen mit Prof. Dr. Andrea Jördens vom Institut für Papyrologie Veranstalter der Tagung, weiter ausführt, traten zudem einheimische Revolten und wirtschaftliche Probleme in dieser Epoche zutage, weshalb bereits antike Historiker von einer Krisenzeit sprachen. Kulturell wird vielfach von einer Verstärkung des ägyptischen Elements gesprochen; hinzu kommt ein erhebliches jüdisches Element. All das steht auf der Tagesordnung des Symposions. Und einer solchen thematischen Vielfalt kann man, so Joachim Quack, "nur durch einen breiten transdisziplinären Ansatz gerecht werden." Deshalb werden bei der Tagung Vertreter der Ägyptologie, Papyrologie und Alten Geschichte gleichermaßen vertreten sein. Neben der Neuinterpretation bereits bekannter Quellen steht die Erschließung ganz neuer Dokumente. Bisherige Forscherthesen werden auf den Prüfstand gestellt.

Journalisten sind als Zuhörer willkommen und wenden sich bitte vorab an Prof. Dr. Joachim Quack. Einzelinterviews mit den Wissenschaftlern können auf Wunsch vereinbart werden.

Kontakt:
Prof. Dr. Joachim Friedrich Quack
Ägyptologisches Institut
der Universität Heidelberg
Marstallhof 4
69117 Heidelberg
Tel. 06221 542532
Joachim_Friedrich.Quack@urz.uni-heidelberg.de

Dr. Ellen Peerenboom
Geschäftsführerin
Internationales Wissenschaftsforum der Universität Heidelberg
Hauptstraße 242, 69117 Heidelberg
Tel. 06221 543690, Fax 165896
iwh@uni-hd.de

Allgemeine Rückfragen von Journalisten auch an:
Dr. Michael Schwarz
Pressesprecher der Universität Heidelberg
Tel. 06221 542310, Fax 542317
michael.schwarz@rektorat.uni-heidelberg.de
http://www.uni-heidelberg.de/presse

Die gesamte Pressemitteilung erhalten Sie unter:
http://idw-online.de/pages/de/news225526

Informationsdienst Wissenschaft e.V. - idw - http://idw-online.de


13. September 2007
Besondere Sorgfalt der Ägypter beim Mumifizieren von Katzen

Dr. Stephen Buckley, University of York, fand heraus, dass die Ägypter bei der Mumifikation von Tierkörpern bei Katzen besondere Sorgfalt walten ließen. Bei der Balsamierung wurden zu 80 % Öle und Fette verwendet und zu jeweils 10 % Pistazien- und Koniferenharz sowie "eine Prise" Zimt. Die Ägypter wussten genau, welche Ingredienzien zur Erhaltung der Körper beitrugen. Die für das Innere verwendeten Harze hatten antibakterielle Wirkung, während die äußerlich angewandten Substanzen gegen Feuchtigkeit und Pilzbefall schützten. Auch moderne antibakterielle Produkte enthalten noch Bestandteile, die bereits die Ägypter verwendeten.

sciencedaily


07. September 2007
Würdigung von Friedrich Hinkel im Berliner Tagesspiegel

Die Autorin des Artikels über den Architekten und Sudanforscher aus Passion beschreibt Lebensweg und Lebenswerk Hinkels, der trotz manchmal widrigster Bedingungen sein Leben dem antiken Meroe und dem Sudan gewidmet hatte. Ein sehr schöner Nachruf, der auch die Probleme nicht auslässt, die ein DDR-Wissenschaftler mit der eigenen Administration und Neidern aus allen Lagern zu bewältigen hatte. Hinkel starb Mitte dieses Jahres im Alter von 82 Jahren. Er hinterlässt ein unschätzbares Erbe: Unmengen an Aufzeichnungen im Keller seines Hauses in Berlin-Weißensee - Material, das der systematischen Aufarbeitung harrt.

tagesspiegel.de
Nachruf des Ägyptischen Museums Berlin
Nachruf des DAI


05. September 2007
Stadtreste aus der Eisenzeit in Israel freigelegt

Im Rahmen des "Kinneret Regional Project" fanden Wissenschaftler Reste einer hochentwickelten Stadt, die im 1. Jahrtausend v. Chr. von ca. 2.500 Menschen bewohnt war. Der Fund widerspricht der bisherigen Lehrmeinung, dass alle großen Städte dieser Gegend um 1200 v. Chr. aufgegeben worden waren zugunsten von Bergdörfern, aus denen sich der spätere Staat Israel entwickelt hat. Der bisher vermutete Niedergang einer ganzen Region und das damit einhergehende Verlassen der Städte lässt sich nach diesem Fund nicht mehr aufrechterhalten. Es konnte allerdings festgestellt werden, dass ein Erdbeben mit anschließendem Großfeuer die Stadt betroffen hat.

Diese Meldung ist zwar wenig ägyptologisch, kann jedoch für die Bibel- und Chronologieforschung von einiger Bedeutung sein.

derstandard


05. September 2007
Tempel von Qasr Ibrim in Gefahr

Al-Ahram Weekly veröffentlicht in seiner Ausgabe Nr. 860 einen Artikel zum Tempel von Quasr Ibrim. Der Tempel war zur Zeit des Highdam-Baus in Aswan bereits versetzt worden, damit er nicht in den Fluten des Stausees versinkt. Nun droht dem zum UNESCO-Weltkulturerbe gehörenden antiken Bauwerk wieder Gefahr. Durch das Toshka-Projekt, ein nahegelegenes  Wüstenbewässerungsprojekt, ist der Spiegel des Nasser-Stausees erheblich gestiegen. Die Insel, auf der sich der Tempel befindet, ist schon zu fast 60 % überspült und Wasser dringt bereits in den Tempel ein. Mohamed El-Biali, Chefinspektor des SCA in Aswan, fordert eine Kommission bestehend aus Restauratoren, Forschern, Archäologen und Dokumentatoren, die das Monument restaurieren, vom Flugsand befreien und dafür sorgen, dass es vor akuten und künftigen Bedrohungen geschützt wird. Er wirbt außerdem für die Wiederaufnahme von Ausgrabungsarbeiten in der Region.
 

04. September 2007
Antikenschmuggel in Algerien verhindert

Die Gendarmerie vereitelte den Schmuggel von zwei Kunstwerken, darunter eine Statue der Nofretete aus "wertvollem Metall".

echoroukonline.com


01. September 2007
Bisher nicht registrierte Stücke im Grab des Tutanchamun

Anlässlich eines Fernsehinterviews im Grab von Tutanchamun stieß SCA-Chef Zahi Hawass zufällig auf eine zugemauerte Kammer mit diversen bisher nicht bemerkten Körben. Sie enthielten königliche Siegel und Krüge, die es nun zu untersuchen gilt. Weshalb die Behältnisse bisher unentdeckt blieben und auch offensichtlich nicht in Howard Carters akribischen Aufzeichnungen erscheinen, ist unklar. Hawass berichtete über den Fund im Vorfeld eines Vortrages in Philadelphia. Er kündigte außerdem ein Forschungsprojekt zwecks Suche nach dem Grab Ramses' VIII. an sowie die Erkundung des langen absteigenden Ganges in der Grabkammer Sethos' I.

philly.com


01. September 2007
Standen einst zwei Sphingen in Giza?

Der Ägyptologe Bassam El Shammaa ist davon überzeugt, dass es in Giza neben dem noch erhaltenen Großen Sphinx eine weitere Skulptur dieser Art gab. Seine Theorie basiert auf dem dualen System der ägyptischen Mythologie. Spruch 600 der Pyramidentexte besage zum Beispiel, dass Atum seinen Sohn Schu und seine Tochter Tefnut als Löwen und Löwin erschaffen habe und sie an die äußerste Spitze des Universum gesetzt hätte. El Shammaa's hochspekulative Theorie steht in krassem Gegensatz zu den bisherigen Erkenntnissen der Wissenschaft, die den Sphinx als Wächterfigur für den Pyramidenkomplex ansieht. Der Grund für das spurlose Verschwinden des zweiten Sphinx ist seiner Meinung nach ein Erzürnen der solaren Hauptgottheit.

timesofindia