ÄgyptologieNewsPaper
Redaktion, Texte und Abbildungen (sofern nicht anders erwähnt): Gitta Warnemünde
  September 2008
30. September 2008
Vortrag über Funde in Tell el-Borg

Dr. James Hoffmeier, Ausgräber in Tell el-Borg, auf dem nördlichen Sinai gelegen und wahrscheinlich zum antiken Horusweg gehörig, berichtete in einem Vortrag über seine Arbeit. Der Schwerpunkt lag auf den Funden aus der Amarnazeit. Bereits seit 1999 führt das Team Ausgrabungen an den Strukturen eines militärischen Außenpostens durch, auch um herauszufinden, was sich hier während der Amarnazeit abgespielt haben mag. In der Senke mit den antiken Strukturen fand man gebrannte Ziegel, die eigentlich erst aus römischer Zeit bekannt sind. Zu den bedeutendsten Funden gehören jedoch Scherben von Weinkrügen, die den Namen Echnatons tragen; die Krüge müssen also unter diesem König  befüllt worden sein. Damit, so Hoffmeier, hätte man von diesem Areal Belege für insgesamt sieben aufeinanderfolgende Könige, einschließlich Echnaton und Tut-anch-Amun (und  Anch-Cheperu-Re = Semenchkare gemäß Report 2001). Das hieße, die Festung wäre auch während der Amarnazeit in Betrieb gewesen. Dies widerspräche den gängigen Annahmen, Ägypten sei zur Zeit Echnatons isoliert gewesen.

Weitere Details über das Projekt sind auf der Tell el-Borg Homepage nachzulesen. Man findet dort Grabungsreports aus den Jahren 2000 bis 2007 sowie einen Artikel aus dem Magazin "Egyptian Archaeology" zum Download.

udallasnews

30. September 2008
Schädel aus englischem Vorgarten zurück in Ägypten

Al Ahram-Weekly berichtete im Juli dieses Jahres in einer kurzen Notiz von zwei Schädeln, die ein Brite als Souvenir aus Ägypten mitgebracht und in seinem Vorgarten vergraben hatte. Der neue Besitzer des Grundstücks war bei Gartenarbeiten zunächst auf einen der beiden Schädel gestoßen und hatte die Behörden alarmiert. Diese gruben daraufhin auch den zweiten Schädel aus und ließen beide von einem Experten der Oxford University untersuchen, der ihr Alter auf gut 2.000 Jahre schätzte. Der Vorbesitzer des Grundstücks gab inzwischen zu, dass er die Mitbringsel als Teenager in Ägypten käuflich erworben und später in seinem Garten "bestattet" hatte. Inzwischen sind sie wieder in Ägypten, sollen dort restauriert und anschließend ausgestellt werden.

iht.com
BBC News

25. September 2008
Informationsdienst Wissenschaft - idw - Pressemitteilung der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg

"Magie und Ritual"
Jan Assmann spricht öffentlich bei Konferenz "Ritualdynamik" in Heidelberg


Die Ruprecht-Karls-Universität lädt zu dem Vortrag des Ägyptologen Professor Dr. Dr. Jan Assmann am 30. September 2008, 19.00 Uhr, in die Neue Universität ein. Die Internationale Konferenz "Ritualdynamik und Ritualwissenschaft" (29.9. - 2.10. 2008) wird eine der größten geisteswissenschaftlichen Konferenzen, die je an der Universität Heidelberg stattfanden

Höchste Anerkennung hat sich Jan Assmann als Ägyptologe, als Religions- und Kulturwissenschaftler erworben. Seine wegweisenden Arbeiten zur Entstehung des Monotheismus haben die Ägyptologie zu einer führenden Kulturwissenschaft gemacht, und ihn zum wohl weltweit bekanntesten Vertreter seines Faches. Mit seinen Forschungen  hat er einen wichtigen Beitrag zu unserem kulturellen Selbstverständnis geleistet. Assmanns Konzept der Mnemohistorie, der Gedächtnisgeschichte, spürt den Pfaden der Überlieferung, dem Diskursgedächtnis der Kulturen, von der Gegenwart bis hin zu den Ursprüngen in der Vergangenheit nach. Zum Forschungsgegenstand wird, wie man sich der Vergangenheit erinnert. Dieses kulturelle Gedächtnis ist durch die Möglichkeit bedingt, Erinnerungen zu fixieren, nicht nur in schriftlicher Überlieferung, sondern durch zahlreiche Kulturelemente, welche die Ideengeschichte als Orientierungspunkte überdauern. So erweist sich, was zuweilen als modernes Produkt der Aufklärung oder als revolutionär neue Sichtweise erscheint, gedächtnisgeschichtlich hinterfragt oft nur als archaisches Versatzstück. Das Hinterfragen kultureller Grundsätze ist eines von Assmanns Leitmotiven.

1938 geboren, studierte Assmann Ägyptologie, Archäologie und Gräzistik in München, Heidelberg, Paris und Göttingen. Nach seinem Stipendiat der Deutschen Forschungsgemeinschaft am Deutschen Archäologischen Institut in Kairo habilitierte er sich 1971 und war von 1976 bis zu seiner Emeritierung 2003 Professor für Ägyptologie in Heidelberg. Heute ist Jan Assmann Honorarprofessor an der Universität Konstanz, Mitglied zahlreicher Akademien und Kuratorien weltweit, mehrfacher
Ehrendoktor und Träger bedeutender Auszeichnungen. Sein publizistisches Werk umfasst allein mehr als hundert Buch- Nennungen. Zu seinen Veröffentlichungen gehören "Die Mosaische Unterscheidung oder Der Preis des Monotheismus" (2003), "Monotheismus und die Sprache der Gewalt" (2006) und "Thomas Mann und Ägypten" (2006). Ein großer Wurf, beseelt durch seine lebenslange Liebe zur Musik, ist sein Buch "Die Zauberflöte - Oper oder Mysterium" (2005), das Mozarts Oper als öffentliches Ritual der ägyptophilen Freimaurerkulte interpretiert.

Ort: Neue Universität, Am Universitätsplatz, 69117 Heidelberg
Zeit: 19.00 Uhr
Der Eintritt ist frei.

Rückfragen bitte an:
Alexandra Heidle, M.A., Geschäftsführerin SFB 619 "Ritualdynamik"
Tel.  06221 548847, Fax 548799 - heidle@uni-heidelberg.de - http://www.rituals-2008.com
Irene Thewalt
Tel. 06221 542310, Fax 542317 - presse@rektorat.uni-heidelberg.de

Die gesamte Pressemitteilung erhalten Sie unter: http://idw-online.de/pages/de/news279899
Kontaktdaten zum Absender der Pressemitteilung stehen unter: http://idw-online.de/pages/de/institution5
Informationsdienst Wissenschaft e.V. - idw - http://idw-online.de

24. September 2008
Büste Ramses' II. in Tell Basta gefunden

Bei Routinegrabungen stießen Archäologen auf eine monumentale Granitbüste, die wahrscheinlich Ramses II. darstellt. Der Kopf ist 76 cm hoch, die Nase ist abgebrochen, der Zeremonialbart fehlt. Man hofft, bei der Fortsetzung der Grabungsarbeiten noch weitere Fragmente der Statue zu finden. Der Fund sei von Bedeutung, da er auf einen Tempel des Königs in dieser Gegend hinweise, meint SCA-Chef Zahi Hawass. Das Gebiet von Tell Basta befindet sich momentan in einer Entwicklungsphase; ein Museum und ein Besucherzentrum seien bereits im Bau, ließen ägyptische Offizielle verlauten.

Reuters
Inquirer
AFP (mit Foto)

22. September 2008
Medinet Habu mit modernster Technik dokumentiert

Die erste Phase der Dokumentation von Medinet Habu mit modernster Technik (fotografische Aufnahmen aus der Höhe sowie 3D-Aufnahmen) durch den SCA ist abgeschlossen. Der ägyptische Antikendienst ist dabei, ein Forschungsprojekt durchzuführen, das sowohl die antiken Monemente als auch die Topografie der archäologischen Stätten unter die Lupe nimmt. Dies soll mit Hilfe von Luftaufnahmen und 3D-Technik erfolgen. Eingeschlossen in das Projekt sind Monumente in Luxor, das Tal der Könige, die Pyramiden sowie Saqqara. Auf dieser Basis sollen auch 3D-Modelle entwickelt und topografische Karten erstellt werden.

dailystaregypt

20. September 2008
"Mr. Mummy" wieder in Aktion

Bob Brier (Mr. Mummy) möchte eine weibliche ägyptische Mumie des Museum of World Treasure (Wichita/Kansas) näher untersuchen. Die sogenannte "geflochtene Dame", so genannt wegen ihrer Haartracht, könnte in ein 3.000 Jahre altes Mordkomplott verwickelt gewesen sein, in das auch ein Pharao involviert war. Näheres wird nicht genannt - leider. Sollte es sich vielleicht um Ramses III. handeln? Jedenfalls möchte Brier Zähne, Knochen und Fingernägel der Mumie eingehend untersuchen. Außer der Tatsache, dass die Frau an einer Rückgratverkrümmung litt, ist bisher kaum etwas über sie bekannt.

wibw.com

16. September 2008
Der Tempel Ramses' II. in Heliopolis

Unter der Überschrift "Pharaoh's temple discovered" berichtet heraldsun.com über einen Tempel in Ain Shams, einem Stadtteil Kairos. Man hätte auch Teile einer riesigen Statue Ramses' II. gefunden sowie große Kalksteinblöcke. Es dürfte sich dabei jedoch  um einen älteren Fund handeln. Bereits im Februar/März 2006 wurde darüber berichtet.

Ein seinerzeit von Dr. Dietrich Raue, DAIK, verfasster Onlineartikel ist im Netz leider nicht mehr verfügbar. Eine kurze Beschreibung ist jedoch im Jahresbericht 2006/2007 des DAIK (PDF 6,8 MB) zu finden.

Das obige Foto zeigt das Open-Air-Museum in Ain Shams (Heliopolis) mit dem Obelisken Sesostris' I. im Zentrum

16. September 2008
Alexandrias neues Unterwassermuseum

Zum Projekt des alexandrinischen Unterwassermuseums (siehe unten Artikel vom 03.09.2008) veröffentlicht nationalgeographic einen Artikel sowie eine virtuelle Abbildung des Museums. Das futuristische Gebäude soll möglicherweise in der Nähe der Bibliotheca Alexandrina entstehen und auch Fragmente beherbergen, die dem berühmten Paros, dem antiken Leuchtturm von Alexandria zugeordnet werden.

Auch Al-Ahram Weekly nimmt sich in Ausgabe 915 des Themas an und fasst die bisherigen archäologischen Anstrengungen in der Bucht von Alexandria sowie die historischen Hintergründe zusammen.

15. September 2008
Museum für Rosetta

Die Stadt Rosetta soll ein Antiken-Museum erhalten. Außerdem sollen die im Jahre 2002 begonnenen Arbeiten zur Renovierung der historischen Gebäude (Moscheen, Häuser und Bäder) beendet werden.

Egypt State Information Service


15. September 2008
Antike Tonschale lässt Wissenschaftler rätseln

Der Unterwasserarchäologe Franck Goddio fand im Mai dieses Jahres vor Alexandria in 5 m Wassertiefe eine Tonschale aus der 1. Hälfte des 1. Jahrhunderts mit einem Durchmesser von 9 cm, darauf eine Inschrift mit dem Namen "Chrestou". Nun ist ein wissenschaftlicher Disput entbrannt, ob es sich dabei womöglich um die älteste Spur des Christentums handelt oder um ein relativ wertloses Artefakt. Die Inschrift in ihrer Gesamtheit "dia chrestou ogoistais" wird unterschiedlich übersetzt bzw. interpretiert.

spiegel.de

10. September 2008
Auge einer Kolossalstatue Amenophis' III. geht zurück nach Ägypten

Das Baseler Antikenmuseum wird ein 50 cm langes Auge, Teil des Kopfes einer Statue Amenophis' III., ohne Gegenleistung an die ägyptischen Antikenbehörde zurück geben. Das Fragment gehört zu einer Statue aus dem Luxor-Tempel und war Anfang der 1970er Jahre nach einem Brand im Tempel von dort entwendet worden. Nach mehreren Stationen gelangte es schließlich in die Ausstellung des Museums. Dass es sich dabei um Schmuggelgut handelte, war offensichtlich nicht bekannt. Zu dieser Erkenntnis kam man wohl erst im Jahre 2004, als Zahi Hawass die Ausstellung besuchte und das Stück wiedererkannte.

tagesanzeiger
AFP (deutsch)
AFP (englisch)

09. September 2008

Pressemitteilung
Justus-Liebig-Universität Gießen

Funktionen von Reden in antiken Geschichtswerken

Tagung über "Perspektive, Polyphonie, Performativität" vom 25. bis 27. September 2008 auf Schloss Rauischholzhausen

"... und seine Worte waren ungefähr die folgenden ..."

Wer heute zum ersten Mal ein antikes Geschichtswerk aufschlägt, wird überrascht feststellen, dass man dort häufig auf Reden von
historischen Personen stößt, die scheinbar in ihrem genauen Wortlaut wiedergegeben werden. Da jedoch bereits die antiken Historiker nur in den wenigsten Fällen Augenzeugen der von ihnen dargestellten Ereignisse waren, kann es sich bei diesen vermeintlichen Zitaten nur um mehr oder wenige plausible Rekonstruktionen - um nicht zu sagen: Erfindungen - des Autors handeln. Dennoch war diese literarische Technik, die wir heute in einem Roman, nicht aber in einer wissenschaftlichen Abhandlung erwarten würden, ein fester Bestandteil der antiken Geschichtsschreibung.

Warum dies der Fall war und welche Vorteile mit der Verwendung von Reden für die Darstellung der historischen Ereignisse verbunden waren, mit diesen und mit ähnlichen Fragen beschäftigt sich die vom Institut für Altertumswissenschaften der Universität Gießen ausgerichtete und mit internationalen Experten besetzte Tagung über "Perspektive, Polyphonie, Performativität. Funktionen von Reden in antiken Geschichtswerken", die vom 25. bis 27. September 2008 auf Schloss Rauischholzhausen, der Tagungsstätte der Universität Gießen im Ebsdorfergrund, stattfindet und zu der etwa 40 Teilnehmer erwarten werden.

Das Programm der Tagung und weitere Informationen sind auf der Homepage des Instituts zu finden. Weitere Anmeldungen nimmt der Organisator der Tagung, Dr. Dennis Pausch, entgegen.

Kontakt:
Dr. Dennis Pausch, Institut für Altertumswissenschaften, Otto-Behaghel-Straße 10, Haus G, 35394 Gießen
Telefon: 0641 99-31022, E-Mail: dennis.pausch@klassphil.uni-giessen.de

Die gesamte Pressemitteilung erhalten Sie unter http://idw-online.de/pages/de/news277283

Informationsdienst Wissenschaft e.V. - idw - http://idw-online.de

08. September 2008
Chancen für Farouk Hosni auf UNESCO-Posten

Der ägyptische Kulturminister Farouk Hosni gehört zu den Kandidaten, die sich um das höchste Amt der UNESCO, nämlich die Position des Generaldirektors bewerben. Nach einer Meldung des Egypt State Information Service rechnen sich die Ägypter Chancen für ihren Kandidaten aus. Er muss dafür 30 von insgesamt 58 möglichen Stimmen auf sich vereinigen. Hosni sagte, er habe eine Vison und eine Mission für den Fall, dass man ihn mit der Aufgabe betraut: "Ich werde Versöhnung und Koexistenz ohne Ansehen von Herkunft und Sprache in den Mittelpunkt stellen."

07. September 2008
Offizielle Öffnung von Abu Roasch für Besucher geplant

Die Ruine der Pyramide des Djedefre, Sohn und Nachfolger des Cheops, liegt in einem Gebiet, das für Touristen bislang entweder gar nicht oder nur mit viel Glück zugänglich war. Grund dafür ist die Tatsache, dass sie in einem als militärisches Sperrgebiet ausgewiesenen Areal lag. Das soll sich nun jedoch ändern. Nach einer Aussage von Zahi Hawass in einem Artikel von star-ecentral  sollen schon im Jahr 2009 Besucher die Möglichkeit haben, sich die Reste dieser Pyramide aus der 4. Dynastie anzuschauen, zumindest von außen bzw. oben. Eine Kletterpartie in das inzwischen weitgehend frei liegende Schachtsystem wird aber nicht gestattet sein. Vom Oberbau der Pyramide ist leider nicht mehr allzu viel zu sehen, so dass verschiedenlich angenommen wurde, sie sei nicht vollendet gewesen. Dem widerspricht Hawass. Schon die Tatsache, dass es offensichtlich Nebenpyramiden gab (der jüngste Fund einer solchen Nebenpyramide wurde im Jahre 2002 gemacht) spreche für die Vollendung des Djedefre-Grabmals. Die Bauweise der Pyramide weist einige Besonderheiten auf, wie beispielsweise die Fixierung der Kalksteinblöcke mit Granitstiften. An der Basis befand sich eine Verkleidung aus geglätteten Granitblöcken ähnlich der Mikerinos-Pyramide in Giza (siehe Abbildung). Auch die Höhe der Dejedefre-Pyramide dürfte ähnlich der des Mikerinos gewesen sein. Sie überragte die höhere Cheops-Pyramide jedoch, da sie auf einem Hochplateau angelegt worden war (Rekonstruktion der Djedefre-Pyramide). Das fehlende Kalksteinmaterial des Oberbaus wurde zum Teil für den Aufbau eines nahegelegenen Dorfes verwendet, aber auch in den Fundamenten von Alt-Kairo verbaut.

04. September 2008
Der Handelsroute des "Schiffswracks von Uluburun" auf der Spur

In den Jahren 1984 bis 1994 hoben Forscher vor der Südküste der Türkei ein Schiffswrack aus der späten Bronzezeit, das mit wertvoller Handelsfracht beladen war, darunter ein einzigartiger Skarabäus mit der Kartusche der Nofretete (siehe auch Homepage der Uluburun-Expedition). Im Gegensatz zu diesem Fund ist das ebenfalls aus dem Wrack geborgene Überbleibsel einer Maus eher unscheinbar, liefert jedoch überaus wichtige Hinweise, welche Route das antike Schiff einst genommen haben könnte. Der britische Zoologe Thomas Cucchi fand bei seinen Untersuchungen heraus, dass es sich dabei um eine syrische Spezies handelt. Da die internationale Ladung des Schiffes keinerlei Hinweise darauf zulässt, welchen Weg es einst nahm, kann man nun zumindest theoretisieren, dass es von Ägypten aus nach Griechenland unterwegs war, wobei es einen Zwischenstopp in Syrien, vielleicht in Ugarit, einlegte.

epoc

04. September 2008
UNESCO-Unterstützung für Unterwassermuseum in Alexandria

Die UNESCO befürwortet die Anlage eines Unterwassermuseums in der Bucht von Alexandria und gibt dies offiziell auf ihrer Homepage bekannt. Das Museum, das erste dieser Art, wird sich zum Teil über, zum Teil unter der Wasseroberfläche befinden, so dass der Besucher auch die noch am Meeresboden liegenden Schätze betrachten kann. Gleichzeitig wolle man Plünderungen entgegenwirken, heißt es, denn nur unter dem Schutz der Underwater Cultural Heritage Convention der UNESCO würden die unter Wasser liegenden Kulturgüter dem internationalem Recht unterliegen.
04. September 2008
Gefährdeter Sphinx - in vielerlei Hinsicht

Während die Gefährdung des Sphinx durch Grundwasser offensichtlich in den Griff zu bekommen ist und auch morsches Gestein keine dramatischen Auswirkungen hat (Homepage Zahi Hawass), weist Al Ahram-Weekly in Ausgabe 913 auf ein anderes Problem hin: Hunderte von Tauben verschmutzen das Monument durch Fäkalien oder beschädigen es, indem sie den Kalkstein als willkommene "Mineralmahlzeit" zweckentfremden. Eine Lösung dieser Problematik scheint nicht in Sicht.

In einem Interview vom 27.07.08, das Al Ahram-Weekly auch als Quelle heranzieht, weist Zahi Hawass u. a. auf einen Fund in Saqqara hin. Man habe dort gerade die Pyramide einer Königin entdeckt, wahrscheinlich eine der Gemahlinnen des Königs Teti, sowie weitere Gräber. Man habe diese Meldung jedoch noch nicht offiziell herausgegeben. Bis heute gibt es diesbezüglich keine autorisierte Verlautbarung des SCA.

04. September 2008
Ägyptisches Handelsgut in Kanaan

Britische Archäologen beendeten jüngst ihre diesjährige Grabungssaison in Sidon. Sie gruben dort u.a. Gebäudereste und eine Nekropole mit 92 Krugbegräbnissen junger Menschen und Krieger mit Speeren, Messern und Pfeilen aus der Zeit um 2000 v. Chr. aus. Auch Reste von Opfergaben waren unter den Funden. Während der Grabungsarbeiten konnten die Wissenschaftler Artefakte sicherstellen, die einen umfangreichen Handel belegen - z. B. mit Griechenland und dem Ägypten der ausgehenden 19. Dynastie. Man stieß auf Utensilien mit hieroglyphischen Inschriften und der Signatur der Tauseret.

dailystar

03. September 2008
Nebamun-Ausstellung im British Museum

Am 2. Dezember 2008 wird im British Museum eine Dauerausstellung eröffnet, die die Malereien aus dem Grab des Nebamun, wohl Schreiber und "Buchhalter" für Getreide am Tempel des Amun in Karnak, zum Inhalt hat. Die Dekorationsszenen zeigen in lebendiger und farbenfroher Vielfalt Szenen, die - wenn auch wie oft in ägyptischen Gräbern vielleicht eher dem Wunschdenken für das Jenseits des Gabinhabers entsprungen - Einblicke in das tägliche Leben gewähren. Das Grab des Nebamun ist leider nicht mehr auffindbar und die Herkunft der 11 bemalten Fragmente, die um 1820 in den Bestand des Museums gelangten, entsprechend unklar. Die Fachwelt datiert die Szenen in die Voramarnazeit. Nebamun starb demzufolge etwa um 1350 v. Chr. In einer spektakulären Aktion sorgte das British Museum während der letzten 10 Jahre für die Konservierung der fragilen Stücke. Sie werden nun wieder dem Publikum gezeigt, zusammen mit anderen zeitgenössischen Exponaten. Die Zusammenstellung der Ausstellungsstücke und eine computeranimierte Rekonstruktion sollen dem Besucher einen Eindruck vermitteln, wie man sich die Grabkapelle vorzustellen hatte. Auch das Ägyptische Museum Berlin ist mit einer Leihgabe in der Ausstellung vertreten (siehe Foto "Wachtelfang"; ich bedanke mich bei B. Goede für den diesbezüglichen Hinweis).

Suite101
huliq

03. September 2008
Grand Museum nimmt Form an

Mit 5.000 Konstruktionszeichnungen haben die Architekten dem neuen ägyptischen Museum in Giza/Kairo, dem Grand Egyptian Museum, Gestalt verliehen. Mit der Fertigstellung dieser umfassenden Dokumentation ist das ägyptische Kulturministerium nun in der Lage, die internationale Bauausschreibung zur Errichtung der Gebäude auf den Weg zu bringen.

worldarchitecturenews
02. September 2008
Neues Update auf der HP  von KV 63 / Statement von Otto Schaden

Nach glücklich überstandender Krankheit ist Schaden zuversichtlich, noch dieses Jahr wieder mit einer neuen Kampagne zu starten, die bis ins Frühjahr 2009 hinein andauern wird. Es gibt Einiges zu tun: die Restaurierungs- uind Konservierungsarbeiten an den Särgen, die Untersuchung der noch versiegelten Vorratskrüge und das spezielle Studium der gefundenen Reste von Pflanzen- und Textilmaterial. Die beträchtliche Fülle des gesamten Materials wird wohl noch eine weitere Kampagne erforderlich machen.

KV63

02. September 2008
Ehrendoktorwürde der Universität Chicago für Würzburger Hethitologen

Informationsdienst Wissenschaft - idw - Pressemitteilung Julius-Maximilians-Universität Würzburg

Die Hurriter zum Leben erweckt
"Seit Jahrzehnten ist Gernot Wilhelm eine treibende Kraft in der Altorientalistik. Fast im Alleingang hat er die gesamte Kultur der
Hurriter wieder zum Leben erweckt; außerdem hat er die Hethitologie zu einem offenen, jungen und dynamischen Fachgebiet gemacht." Das sagte Robert J. Zimmer, Präsident der Universität Chicago, als er dem Würzburger Professor am 13. Juni die Ehrendoktorwürde seiner Hochschule verlieh, den Honorary Degree of Doctor of Human Letters.

Seit 20 Jahren hat Gernot Wilhelm, Jahrgang 1945, an der Universität Würzburg den Lehrstuhl für Altorientalistik inne. Er studierte in Berlin und Münster Assyriologie, Hethitologie und Vorderasiatische Archäologie. Nach der Promotion 1969 ging er an die Universität des Saarlandes, wo er sich 1975 habilitierte. Von 1981 bis zu seiner Berufung nach Würzburg 1988 war er Professor an der Universität Hamburg.

Sein Spezialgebiet ist die Späte Bronzezeit in Vorderasien, circa 1550 bis 1200 vor Christus, ihre Sprachen, ihre Geschichte und Kultur. Seit dem Jahr 2000 ist Wilhelm ordentliches Mitglied, seit 2006 auch Vizepräsident der Mainzer Akademie der Wissenschaften und Literatur, wo er das Langzeitprojekt "Hethitische Forschungen" leitet. Zudem betreut er die Textfunde der deutschen Ausgrabungen in Hattuscha, der Hauptstadt der Hethiter in Zentralanatolien.

Wilhelm war von 1994 bis 2000 Vorsitzender der traditionsreichen Deutschen Orient-Gesellschaft zu Berlin, deren Ehrenmitglied er seit 2008 ist. Dem Deutschen Archäologischen Institut gehört er als Korrespondierendes Mitglied an. Außerdem ist er Ehrenmitglied der American Oriental Society.

Kontakt: Prof. Dr. Gernot Wilhelm, T (0931) 31-2861, gernot.wilhelm@uni-wuerzburg.de

Zu dieser Mitteilung finden Sie Bilder unter http://idw-online.de/pages/de/image74564
Informationsdienst Wissenschaft e.V. - idw -  http://idw-online.de


01. September 2008
Neuer Kopf für Amenophis III. in Kom el-Hettan

Das British Museum hat von einem im frühen 19. Jahrhundert in Kom el-Hettan - im Bereich des Tempels Amenophis' III. in Theben-West - ausgegrabenen Quarzitkopf des Königs, der zur Museumssammlung gehört, eine originalgetreue Nachbildung anfertigen lassen. Man stellte sie den Ausgräbern von Kom el-Hettan unter der Leitung von Hourig Sourouzian zur Verfügung. Mit Hilfe dieser Kopie aus colorierter Glasfaser konnte eine kürzlich vor Ort gefundene, inzwischen wieder aufgerichtete Monumentalstatue weiter vervollständigt werden.

britishmuseum (mit Fotos)

01. September 2008
SCA  möchte 70 Exponate aus dem British Museum zurück

Zahi Hawass, SCA, wird eine Delegation nach London entsenden, um 70 Exponate des British Museum zu untersuchen und mit den Briten wegen der Rückgabe an Ägypten zu verhandeln. Es soll sich dabei um Schmuggelgut handeln. Nach der Pressemeldung des Egypt State Information Service waren die Stücke offensichtlich in der Ausstellung des Museums gezeigt worden.

01. September 2008
Funde in Pyramide Sesotris II. in El Lahun











Ägyptische Archäologen haben in den Kammern der Pyramide Sesostris' II. in El Lahun (Abbildung oben) Holzfragmente gefunden, die vermutlich zu einer königlichen Barke gehören. Außerdem fand man mit Inschriften versehene Alabaster- und Keramikbehältnisse.




Offensichtlich handelt es sich bei den aktuellen Arbeiten um Nachgrabungen. Bereits in den Jahren von 1889 bis 1920 war ein Archäologenteam vor Ort und ist auch in das Kammersystem vorgedrungen. Es war dabei auf den handwerklich außerordentlich beeindruckenden Granitsarkophag gestoßen, der sich in der ebenfalls mit Granit ausgekleideten Grabkammer befand (Abbildung unten, Quelle: Lahun II, Petrie, Brunton, Murray, London 1923).

heraldsun

Ergänzend teilt der Egypt State Information Service am 02.09.2008 mit, dass der SCA Finanzmittel in Höhe von 50.000 LE bereitgestellt habe, um Grabungen im Fayoum zu intensivieren.

01. September 2008
Föten im Grab Tutanchamuns Zwillinge?

Professor Robert Conolly ist Referent einer am heutigen Tag stattfindenden Konferenz (Pharmacy and Medicine in Ancient Egypt Conference at The University of Manchester). Passend zu den angekündigten DNA-Analysen an den beiden Mädchen-Mumien im Grab Tutanchamuns wird er über seine Theorien und Ergebnisse der Untersuchungen aus den 1960er und 70er Jahren sprechen. Conolly hatte seinerzeit bereits eine Blutgruppenbestimmung für Tutanchamun und die Föten vorgenommen und diese miteinander verglichen, wobei Übereinstimmungen festgestellt wurden. Aktuell arbeitet er offensichtlich ebenfalls - gemeinsam mit den ägyptischen Behörden - an der Untersuchung der sterblichen Überreste des Königs und seiner vermutlichen Kinder.  Die Arbeitsergebnisse, durchgeführt von Catherine Hellier in Norwegen, lassen ihn zu der Vermutung kommen, es könne sich bei den Kindern um ein Zwillingspärchen handeln - trotz des Größenunterschiedes. Seines Erachtens würde eine Zwillingsgeburt besser zum jugendlichen Alter der Königsgemahlin passen als zwei Schwangerschaften. Dies untermauere dann auch die Vaterschaft von Tutanchamun. Die beabsichtigte DNA-Studie könnte dies möglicherweise bestätigen. Connolly, Professor für Physische Anthropologie an der Universität Liverpool, meint - wie Zahi Hawaa (SCA) - die Ergebnisse würden in jedem Fall wichtige Erkenntnisse zur Genealogie liefern.

Die Originalaufzeichnungen von Howard Carter mit den Fotos von Henry Burton können beim Griffith Institute eingesehen werden.

manchester.ac
telegraph
timesonline