ÄgyptologieNewsPaper
Redaktion, Texte und Abbildungen (sofern nicht anders erwähnt): Gitta Warnemünde
  September 2011


26. September 2011
Touristische Ziele in Oberägypten vorübergehend geschlossen

Zur Untermauerung der Forderungen von ägyptischen Archäologen wurden verschiedene archäologische Stätten im südlichen Oberägypten geschlossen, darunter die Tempel von Abu Simbel, der Tempel in Wadi es-Sebua und das Nubische Museum in Assuan. Insgesamt rund 16.000 Mitarbeiter fordern von der Antikenbehörde feste Arbeitsverträge. Die Behörde sagt, sie könne lediglich 6.000 beschäftigen. Den Protestierenden reicht das nicht.
english.youm7



23. September 2011
Ägyptische Behörden verweigern Hawass Ausreise

Ein für den 06.10.2011 angesetzter Vortrag von Zahi Hawass am Midland College in Texas musste abgesagt werden. Hawass erhielt von den ägyptischen Behörden keine Ausreisegenehmigung.
mywesttexas


20. September 2011
Nachfolger von Zahi Hawass legt das Amt nieder

Mohamed Abdel Fatah war erst im August als neuer Chef der Antikenbehörde SCA gekürt worden (siehe Beitrag vom 18.08.11). Nun ist er zurückgetreten. Als Gründe gab er mangelnden Spielraum und die andauernden Proteste der ägyptischen Wissenschaftler an; es gäbe Leute, die diese Proteste künstlich anheizen würden. Er habe mehrfach Gespräche mit Protestierenden geführt und ihnen zugesagt, ihre Forderungen in einem angemessenen Zeitraum zu erfüllen. Es hätte jedoch keinen Sinn gehabt, man habe ihm gar nicht zugehört, sagte er in einem Interview mit english.ahram. Eine Intervention durch Premierminister Sharaf mit dem Angebot, Abdel Fatah zum Minister zu befördern, blieb erfolglos.
sueddeutsche
derstandard



12. September 2011
UNESCO hilft Ägypten

Die UNESCO will Restaurierungen in den Nekropolen von Memphis (Giza, Abusir, Dahschur und Sakkara) unterstützen und dabei behilflich sein, Ausbildungsgänge für Kuratoren für das neue National Museum zu installieren. Ende des Monats werden von der Organisations bevollmächtigte Technikspezialisten und internationale Berater den Stand der Restaurierungsarbeiten an der Djoser-Pyramide begutachten. Mit der Ausbildung von Kuratoren soll so bald wie möglich begonnen werden, wobei sich die vermittelten Kenntnisse am Niveau der internationalen Standards orientieren werden.
english.ahram



09. September 2011
Antikendealer in der Provinz Minya festgenommen

Die Polizei machte zwölf Personen dingfest, die versucht hatten, aus illegalen Grabungen stammende Artefakte zu verkaufen - es ist von zehn Granitstatuen, zwölf Metallstatuen, einer Statue auf einer Basis aus schwarzem Granit und von vier Skarabäen die Rede. Die Dealer hatten große Summen an Bargeld bei sich und waren im Besitz eines gestohlenen Pkws mit libyschen Kennzeichen. Letzterer sollte die Polizei auf eine falsche Fährte locken.
youm7



04. September 2011
Gute Neuigkeiten aus dem Tal der Könige?

Kate Phizackerley berichtet in ihrem Blog anhand ihrer Aufzeichnungen über einige Informationen von der Ancient World Tours Conference, und zwar hinsichtlich möglicher Fortschritte beim Aufspüren eines neuen Grabes, KV 64. Gerüchte von der Existenz eines solchen Grabes machen seit längerem die Runde (als Beispiel siehe Beitrag vom 13.02.2009). Stephen Cross, der im Tal der Könige gearbeitet hat, war einer der Referenten auf der Konferenz. Nach seiner in ihren Grundzügen bereits bekannten Theorie (siehe Beitrag vom 28.12.2008) gibt es gute Gründe dafür, dass außer dem erst 2006 entdeckten KV 63 noch ein weiteres Grab bisher unentdeckt geblieben ist. Sowohl KV 62 als auch KV 63 und KV 55 seien unberührt gewesen, weil sie unter einer Schicht von Sediment lagen, das durch Sturzfluten herabgespült worden war. Cross identifizierte eine Felsformation, die eine ähnliche Sedimentablagerung aufweist. Bodenradaraufnahmen von dem fraglichen Areal lassen mit Kalksteinsplittern gefüllte Hohlräume vermuten. Cross wurde gefragt, ob nunmehr Grabungen geplant seien. Es gäbe noch keine Genehmigung, meinte er, da die Umstrukturierung des SCA noch nicht vollends abgeschlossen sei. Allerdings habe er schon mit einem erfahrenen englischen Ägyptologen gesprochen, der bereit sei, die Grabungsleitung zu übernehmen; außerdem stünden entsprechende finanzielle Mittel bereits zur Verfügung. Bei der Frage, wer der Besitzer dieses "neuen" Grabes sein könnte, hielt sich Cross, der keine Ägyptologe, sondern Geologe ist, bedeckt.
Es bleibt zu hoffen, dass es über kurz oder lang möglich sein wird, eine Grabungsmission im Tal der König zu etablieren, die den Bodenanomalien auf den Grund geht.



04. September 2011
Grabungsmissionen wieder vor Ort

Nach neunmonatiger Pause haben 75 ausländische Teams ihre Grabungstätigkeit in Ägypten wieder aufgenommen; das entspricht 25 % aller äusländischen Missionen, die in der Vergangenheit über das ganze Land verteilt gegraben, konserviert, restauriert oder dokumentiert haben. Mohamed Ismail vom SCA berichtet, dass alle 300 Teams aus dem Ausland, die vor der Revolution tätig waren, wieder zu den gewohnten Zeiten ihre Kampagnen starten werden. Zu den bereits arbeitenden Wissenschaftlern gehören u.a. die Deutschen in Assiut, die Amerikaner in Mit-Rahina, die Japaner in Sakkara, die Franzosen im Fayum und die Polen im Delta. Aufgrund der wiederhergestellten Stabilität in Ägypten hätten diverse neue Missionen aus Amerika, Italien und Deutschland Grabungslizenzen beim SCA beantragt, sagt Ismail. Dabei handelt es sich u.a. um Anfragen für Grabungen im Delta sowie in der West- und Ostwüste.
english.ahram
almasryalyoum



02. September 2011
Ägyptische Antiken weiter im Visier des illegalen Antikenhandels
Der Schwarzmarkt für Antiquitäten ist weiterhin und sogar verstärkt auf ägyptische Artefakte fokussiert. Zu dieser Auffassung kommen Experten. Trotz einiger Erfolge bei der Zerschlagung von Schmugglerringen und der Sicherstellung von Diebesgut sei bisher nur die Spitze des Eisberges sichtbar geworden. Eine Rote Notfalliste mit gefährdeten ägyptischen Kulturobjekten, die Auktionshäusern und Händlern an die Hand gegeben wurde, umfasst keine einzelnen Stücke, sondern ganze Kategorieren, auf die es die internationale Antikenmafia abgesehen hat. Auch die Alarmstimmung hinsichtlich Raubgrabungen und Plünderungen ist in Ägypten mitnichten abgeklungen. Salima Ikram, Professorin für Ägyptologie an der American University in Cairo, weist mit Nachdruck noch einmal darauf hin, welcher Schaden nicht zuletzt auch für die Wissenschaft entsteht, wenn Plünderer einzelne Objekte stehlen und damit aus dem Zusammenhang reißen.
almasryalyoum