ÄgyptologieNewsPaper
Redaktion, Texte und Abbildungen (sofern nicht anders erwähnt): Gitta Warnemünde
  Oktober 2011

28. Oktober 2011
Diebesgut sichergestellt

Schmuggler hatten in der Wüste südlich von Sakkara verschiedene Objekte (ein anthropoider Holzsarg, zwei Holzstatuen des Ptah sowie sieben Fragmente einer Scheintür) im Sand vergraben. Die Touristen- und Antikenpolizei spürten das Versteck auf. Die Artefakte sollen restauriert und anschließend wieder an den Herkunftsort, die Nekropole von Sakkara, verbracht werden.
english.ahram



26. Oktober 2011
Krebs bei Mumienuntersuchung nachgewiesen

Die in einem Lissaboner Museum aufbewahrte Mumie eines bei seinem Tod etwa 51-60 Jahre alten Mannes - sie wird auf die Zeit um 250 v.Chr. datiert - konnte kürzlich einer Computertomographie unterzogen werden; die Untersuchung fand bei Imagens Médicas Integradas S.A. in Lissabon statt. Die CT-Aufnahmen zeigen Läsionen in Wirbelsäule, Beckenknochen und den proximalen (zur Körpermitte hin gelegenen) Extremitäten, die als Metastasen gedeutet werden; als Krankheitsherd wird eine Tumor in der Prostata angenommen. Dieser Befund an der Mumie aus der Ptolemäerzeit wäre demnach der zweitälteste Nachweis für Prostatakrebs im Altertum; älter ist bisher lediglich die sterbliche Hülle eines Skythen aus der Zeit um 700 v.Chr. mit ähnlichem Krankheitsbild.
sciencemag
aerzteblatt



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Pressemitteilung des Deutschen Archäologischen Instituts
24. Oktober 2011
DAI stellt sich neuen Herausforderungen - Dr. Friedrich Lüth übernimmt neues Amt in Berlin


Fragen des Kulturgüterschutzes und des site managements spielen mittlerweile in der Archäologie weltweit eine zentrale Rolle. Sie können im Rahmen von Forschungsprojekten nur über internationale Kooperationen und die Einwerbung von Drittmitteln erfolgversprechend angegangen werden. Das Deutsche Archäologische Institut schätzt sich deshalb glücklich, mit Dr. Friedrich Lüth einen herausragenden Kollegen für einen einschlägigen, neu zu begründenden Arbeitsbereich an der Zentrale in Berlin gewonnen zu haben. An der Römisch-Germanischen Kommission in Frankfurt hat Dr. Friedrich Lüth als Erster Direktor nicht nur die internationale Vernetzung im Bereich archäologischer Verbundforschung mit zahlreichen Drittmittelprojekten, sondern auch die internationale Diskussion zu Fragen des cultural heritage nicht zuletzt in seiner Funktion als Präsident der European Association of Archaeologists (EAA) mit großem Erfolg vorangetrieben. Ab dem 1. November 2011 wird er diese Kompetenzen für das gesamte Deutsche Archäologische Institut in der Zentrale in Berlin einbringen.

Weitere Informationen finden Sie unter
http://www.dainst.org/de/pressrelease/dr-friedrich-l%C3%BCth-%C3%BCbernimmt-neues-amt-berlin?ft=all

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23. Oktober 2011
Amerikanisch-Ägyptisches Absichtserklärung gegen Antikenschmuggel

Die Unterzeichnung der obigen Erklärung wird demnächst erfolgen. Sie soll der Zusammenarbeit und der Abstimmung der relevanten Sicherheitsmaßnahmen beider Länder dienen und somit zur Verbesserung der Aufklärungsquoten beim Antikenschmuggel beitragen. Dazu gehören auch Schulungsmaßnahmen für ägyptisches Sicherheitspersonal der Antikenbehörde in Häfen und an Flughäfen. Die USA wollen die Ägypter außerdem finanziell beim Aufbau einer Sicherheitsstrategie für archäologische Stätten, Museen und Landesgrenzen unterstützen.
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Pressemitteilung der Julius-Maximilians-Universität Würzburg
21. Oktober 2011
Ein ägyptischer Tempel in Würzburg


Pyramiden, Sarkophage, Mumien: In Ausstellungen über Ägypten geht es meistens um diese Themen. Erstmals in Deutschland befasst sich nun eine Ausstellung mit den riesigen Tempelanlagen des Landes am Nil – im Martin-von-Wagner-Museum der Universität in der Würzburger Residenz.

„KultOrte: Mythen, Wissenschaft und Alltag in den Tempeln Ägyptens.“ So heißt die Ausstellung, und sie verfolgt ein klares Ziel: Sie will die Besucher wegführen von Mumien, Pyramiden und anderen gängigen Ägypten-Bildern – und stattdessen zeigen, womit sich die moderne Ägyptologie wirklich befasst. Nämlich mit Fragen wie: Was ist in den Tempeln abgelaufen? Was haben die Hieroglyphen und Bilder zu bedeuten, mit denen die Wände der Tempel so reichlich bedeckt sind?

Privatdozent Martin Stadler vom Lehrstuhl für Ägyptologie der Universität Würzburg hat die Ausstellung mit seinem Kollegen Daniel von Recklinghausen von der Universität Tübingen konzipiert. Bei der Gestaltung wirkte ein Team vom Fachbereich Design der Hochschule Niederrhein in Krefeld mit: Professorin Susanne Specht und Diplom-Designer Didier Gehlen, außerdem die Studierenden Sonja Friedrich, Michel Holzky und Joshua Paulussen.

Fein gearbeitetes Kultbild eines Falken: Es stand im Allerheiligsten eines altägyptischen Tempels und wurde täglich mit Opfern versorgt.
Foto: Friedhelm Albrecht - Quelle: idw
Rasselinstrument zur musikalischen Gestaltung des Tempelkultes: Dieses so genannte Sistrum trägt den Kopf der Göttin Hathor.
Foto: Peter Neckermann - Quelle: idw


Durch fünf Tore in den Tempel
Die Designer der Ausstellung haben das Raumkonzept eines altägyptischen Tempels modern interpretiert. Der Besucher durchschreitet – wie seinerzeit der Priester, der täglich den Kult im Tempel ausführte – zuerst fünf Tore. Diese Eingangssituation ist mit weißen Stoffbahnen nachgestellt, auf denen der Besucher erste Informationen über den Tempelkult bekommt. Hier musste der Priester unter anderem Sprüche rezitieren und sich reinigen. Erst dann durfte er zum Allerheiligsten weitergehen, also zum Kultbild des Gottes, dem der Tempel geweiht war.

Der zweite Raum vermittelt eine Ahnung davon, wie gewaltig die Säulenhalle eines Tempels sein konnte: Zwei Säulenteile, völlig mit Hieroglyphen bedeckt und teils mit Videoprojektionen bespielt, sind hier in Originalgröße nachgebildet. Mit wenigen Exponaten angedeutet ist die so genannte Prozessionsstraße, die zum Kultbild führt.

Figur eines Falken als herausragendes Exponat
Am Kultbild des Gottes – im Fall der Würzburger Ausstellung die Figur eines Falken – verrichtete der Priester die Kulthandlungen. Unter anderem wusch er das Kultbild, bekleidete es und brachte ihm Opfergaben. „Der Falke ist das herausragende Stück unserer Ausstellung“, so Martin Stadler. Denn weltweit seien insgesamt nur eine Handvoll Kultbilder aus altägyptischen Tempeln erhalten.

100 Exponate auf 240 Quadratmetern
Rund um den Tempel im Kleinformat können die Besucher Exponate betrachten, die mit dem Kult in Verbindung stehen. Einen vergoldeten Kultlöffel etwa, der vermutlich zum Verbrennen von Weihrauchkügelchen benutzt wurde. Oder ein Sistrum, ein Rasselinstrument zur musikalischen Gestaltung des Kultes. Insgesamt zeigt die Ausstellung „KultOrte“ auf 240 Quadratmetern rund 100 Exponate aus Tübingen, Stuttgart, New York und natürlich aus der Würzburger ägyptischen Sammlung.

Öffnungszeiten, Eintritt, Rahmenprogramm
„KultOrte – Mythen, Wissenschaft und Alltag in den Tempeln Ägyptens“
20. Oktober 2011 bis 11. Februar 2012, Martin-von-Wagner-Museum der Universität Würzburg, Residenzplatz 2A. Dienstag bis Samstag von 13:30 bis 17 Uhr, Sonntag von 10 bis 13:30 Uhr. Eintritt: 5 Euro, ermäßigt 3 Euro.

Wenn die Ausstellung in Würzburg beendet ist, wandert sie weiter an die Universität Tübingen.

Zur Ausstellung gibt es ein Rahmenprogramm mit Vorträgen und Führungen. Die einzelnen Termine sind auf der KultOrte-Homepage einsehbar: http://www.aegyptologie.uni-wuerzburg.de/tempel/
Führungen für Gruppen und Schulklassen sind nach Vereinbarung möglich, Anmeldung unter T (0931) 31-82866 oder per Email an A.Carbone@uni-wuerzburg.de

Sponsoren der Ausstellung
Martin Stadler hat für die Ausstellung zahlreiche Sponsoren gewonnen. Die Unterfränkische Kulturstiftung und die Stiftung der Sparkasse Mainfranken steuern jeweils rund 10.000 Euro bei. Weitere Fördermittel kommen vom Universitätsbund, dem Klett-Verlag, dem Ägyptologie Forum Würzburg e.V. sowie vom Krick-Verlag, der Vogel Business Media und der Vogel-Stiftung Dr. Eckernkamp.

Hinweis für Journalisten / Redaktionen:
Weitere Fotos von Exponaten erhalten Sie auf Anfrage bei der Pressestelle der Universität Würzburg
T (0931) 31-82750 oder 31-82172, presse@zv.uni-wuerzburg.de

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20. Oktober 2011
SCA plant Antiquities Research Center

Um die ägyptische Archäologie zukunftsfähig zu machen, soll das Forschungszentrum sich der Fortbildung von ägyptischen Wissenschaftlern widmen und ihnen Kenntnisse nach neuesten internationalen Standards zu vermitteln.
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Pressemitteilung der Johannes Gutenberg-Universität Mainz
19. Oktober 2011
Neue Betrachtungen zur altägyptischen Heilkunde

Öffentliche Antrittsvorlesung von Univ.-Prof. Dr. Tanja Pommerening am 27. Oktober in der Alten Mensa Mit „Neue Betrachtungen zur altägyptischen Heilkunde“ überschreibt Univ.-Prof. Dr. Tanja Pommerening ihre Antrittsvorlesung an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU). Sie wird darin den Stand der Forschung zur Heilkunde im Alten Ägypten rekapitulieren und Methoden und grundlegende Sichtweisen vorstellen, die ihr dazu verholfen haben, die Erkenntnisse auf diesem Forschungsgebiet zu präzisieren und zu erweitern.

Die Vorlesung findet am Donnerstag, 27. Oktober 2011, um 16:15 Uhr im Auditorium maximum, Alte Mensa, Johann-Joachim-Becher-Weg 5, Campus der Johannes Gutenberg-Universität Mainz statt. Die Öffentlichkeit ist hierzu herzlich eingeladen.

Tanja Pommerening vertritt seit September 2010 als Universitätsprofessorin das Fach Ägyptologie an der JGU. Sie ist promovierte Ägyptologin und außerdem approbierte Apothekerin mit pharmaziehistorischer Zusatzqualifikation. Diese Kompetenzen werden in ihren Forschungen zur ägyptischen Natur- und Heilkunde, Metrologie, Wissenschaftsgeschichte und zum Mumifizierungswesen vereint. Pommerening ist u.a. Mitglied des Grabungsteams in Dayr al-Barsha der Katholieke Universiteit Leuven sowie des German Mummy Project. Ihr hochschuldidaktisches Projekt „Lehre lernen“ ist kürzlich von der JGU als besonders förderungswürdig ausgezeichnet worden; es gibt Studierenden die Gelegenheit, an einem neuen Übungsbuch zur ägyptischen Sprache mitzuwirken. Derzeit arbeitet die Wissenschaftlerin am Aufbau eines Graduiertenkollegs zum Thema „Frühe Konzepte von Mensch und Natur“.

Weitere Informationen:
Univ.-Prof. Dr. Tanja Pommerening
Institut für Ägyptologie und Altorientalistik
Johannes Gutenberg-Universität Mainz D 55099 Mainz
Tel. +49 6131 39-38348 Fax +49 6131 39-38338
E-Mail: tpommere@uni-mainz.de
http://www.aegyptologie-altorientalistik.uni-mainz.de/313.php
http://www.uni-mainz.de/universitaet/490_DEU_HTML.php (Porträt)

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18. Oktober 2011
Amarnabriefe online

Von den Keilschrifttafeln des Archivs von Achetaton, den sogenannten Amarnabriefen, befinden sich Objektdetails und hochauflösende Fotografien im Netz:
http://oracc.museum.upenn.edu/amarna/corpus (University of Pennsylvania)
http://amarna.ieiop.csic.es/indexg.html (Vorderasiatisches Museum Berlin)

popular-archaeology


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Pressemitteilung des Deutschen Archäologischen Instituts
16. Oktober 2011
Briefe aus der koptischen Vergangenheit... Zur Identifikation der Klosteranlage Deir el-Bachit


Im Konzessionsgebiet der Unternehmung Dra‘ Abu el-Naga des Deutschen Archäologischen Instituts Kairo in Theben-West/Oberägypten gelang einem Team der Ludwig-Maximilians-Universität München eine überraschende Entdeckung: Bei Arbeiten im Umland des auf der Hügelkuppe gelegenen Klosters Deir el-Bachit wurden 175 Ostraka geborgen, die aufgrund der Fundumstände zweifelsfrei dem Kloster zuzuordnen sind.

Das Kloster Deir el-Bachit auf einer Hügelkuppe in Theben-West/Luxor. DAI Kairo, LMU - Quelle: idw Brief an Apa Zacharias DAI Kairo, LMU
Quelle: idw

Bereits eine erste Sichtung der Texte führte zu spektakulären Ergebnissen: Außer einigen Briefen an die „Klosterväter“ Apa Zacharias (siehe rechtes Foto) und Apa Papas fand sich auch die Erwähnung eines „Topos (Klosters) des heiligen Paulos“.

Diese Ergebnisse sind insofern interessant, als eine Identifikation der Anlage von Deir el-Bachit bisher nicht möglich war. Das ist umso bedauerlicher, als es sich hierbei nicht nur um die größte monastische Anlage der Region handelt, sondern auch um die letzte noch recht gut erhaltene. Sie wird seit einigen Jahren im Rahmen zweier DFG-geförderter Projekte und im Rahmen des von der Fritz-Thyssen-Stiftung finanzierten Projekts „Zwischen Christentum und Islam“ archäologisch und epigraphisch erforscht. Die neuen Befunde sind nun in hohem Maße geeignet, diese Wissenslücke zu füllen: Beide in den Texten als Adressaten genannte Klosterväter sind bisher, wie aus bereits veröffentlichten, allerdings nicht verorteten Texten bekannt ist, ausschließlich für das seinerseits noch nicht lokalisierte, im thebanischen Raum gelegene Pauloskloster belegt. Die Identifikation der Anlage von Deir el-Bachit mit dem Pauloskloster ist damit sehr wahrscheinlich geworden.

Ein vor kurzem durchgeführter erster Abgleich der dem Pauloskloster zuzuweisenden Textbestände des British Museum, London mit den im Bereich der Anlage von Deir el-Bachit gefundenen Ostraka ergab einige zweifelsfreie Übereinstimmungen in den Handschriften der jeweiligen Texte und untermauert damit diese Zuordnung.

Diese neuen Erkenntnisse ermöglichen nicht nur neue absolute Datierungsmöglichkeiten in Bezug auf das zeitlich sonst nur schwer einzuordnende koptische Material der Region, sondern sie bieten darüber hinaus neue wichtige Informationsquellen. So steht zu erwarten, dass im Zuge der noch andauernden Projekte Einsichten in die Lebenswelt, Organisation und Vernetzung einer monastischen Landschaft von der Spätantike bis in islamische Zeit gewonnen werden können, die diese sonst häufig unbeachtete „dunkle“ Epoche weiter zu erschließen helfen.

Als Ansprechpartner stehen Ihnen die Dr. Ina Eichner (ieichner@gmx.de) und Dr. Thomas Beckh (thomasbeckh@genion.de) gerne zur Verfügung.

Weitere Informationen finden Sie unter
Deir el-Bachit auf der DAI-Homepage
Das Projekt auf den Seiten des Instituts für Ägyptologie und Koptologie der LMU München

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16. Oktober 2011
Petrie-Funde künftig online verfügbar

Das British Museum und das Liverpool National Museum haben damit begonnen, eine Anzahl im Besitz diverser Museen befindlichen Objekte, die W.M.F. Petrie von seinen Grabungen mitbrachte, zu katalogisieren. Dabei werden rund 13.000 Stücke aus Naukratis und weitere rund 16.000 weitere Objekte, darunter 2.000 Amulette aus Amarna, in einer Datenbank erfasst, die später online genutzt werden kann. Dabei geht es nicht nur um die reine Aufnahme der Artefakte, sondern auch um die Bereitstellung von zugehörigen Informationen.
english.ahram



16. Oktober 2011
Grundstücksinventur beim SCA

Zum ersten Mal seit dem Ende des 18. Jahrhundert wird eine umfassende Aufnahme aller Flur- und Grundstücke des SCA erfolgen. Ziel ist es, diese Gebiete einem archäologischen Survey zu unterziehen, um sie gegebenenfalls zu geschützten archäologischen Stätten zu erklären. Sollte man dabei auf Areale stoßen, auf denen sich keinerlei Antiken befinden, wird man diese veräußern. Gleiches gilt für Land, auf dem sich Artefakte befinden, die ohne Schaden entfernt werden können. Die Inventur soll schnellstmöglich in Angriff genommen werden, beginnend mit Grundstücken, die ursprünglich in privater Hand, jedoch vom SCA konfisziert worden waren.
english.ahram



15. Oktober 2011
Gestohlene Kalksteinreliefs aus Sakkara nach Jahrzehnten sichergestellt

Die ägyptische Antikenpolizei spürte zwei gut erhaltene Kalksteinreliefs auf - zwei von vier dieser Objekte, die 1986 von einem internationalen Schmugglerring aus einem Magazin in Sakkara gestohlen worden waren. Die Reliefs hatte der Ägyptologe Geoffrey Martin in den 1960er Jahren entdeckt; sie stammen aus dem Grab des Hetepka, 5. Dynastie. Obwohl der Schmugglerring aufflog und die Drahtzieher im Jahe 2002 gefasst und verurteilt wurden (siehe auch Beitrag vom 19.12.2008), blieben die Reliefs verschwunden. Bei den Stücken handelt es sich um einen Block mit der Darstellung von vier Gänsen (vgl. dazu auch die vorherige Meldung, in der - evtl. fälschlich - als Herkunftsort Abusir genannt wird) und um einen weiteren mit drei Schriftkolumnen. Nach dem Prozess gegen die Schmuggler hatte der SCA Interpol Informationen zu den gestohlenen Objekten zur Verfügung gestellt. Von dort aus wird weiter nach den beiden noch fehlenden Reliefblöcken gefahndet.
english.ahram



11. Oktober 2011
Kalksteinrelief aus Abusir wieder aufgetaucht

Ein während der Revolutionswirren aus einem Magazin in Abusir verschwundenes Kalksteinrelief - es zeigt vier Gänse - ist wieder aufgetaucht. Das Objekt soll restauriert und später eventuell im Ägyptischen Museum ausgestellt werden.
english.ahram


11. Oktober 2011
Grundwassermanagement zum Schutz der Tempel in Luxor

Nachdem die Arbeiten neun Monate geruht hatten, ist das Projekt zum Schutz der Tempelanlagen wieder angelaufen; die amerikanisch-ägyptische Mission hat ihre Tätigkeit wieder aufgenommen. Die Drainagearbeiten, bei denen das Grundwasser unter den Tempeln abgepumpt und über ein riesiges Reservoir in die öffentlichen Abwasserkanäle geleitet wird, betrifft außer den Tempeln von Luxor und Karnak auch verschiedene Anlagen auf der Westbank. Archäologen überwachen derweil die baulichen Strukturen, um etwaige sich abzeichnende Zerstörungen zu restaurieren.

Drainagearbeiten am Luxortempel (November 2006)


11. Oktober 2011
Anfrage: Stein von Rosette als Leihgabe nach Ägypten

Das British Museum in London hat von ägyptischer Seite eine Anfrage erhalten, zur Eröffnung des Grand Egyptian Museums in Giza den Stein von Rosette als Leihgabe zur Verfügung zu stellen. Die Anfrage wird momentan geprüft, vor allem auch vor dem Hintergrund, dass die Rückgabeforderung des Objekts seitens der Ägypter noch nicht vom Tisch ist.
english.youm7



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Pressemitteilung der Stiftung Preußischer Kulturbesitz
11. Oktober 2011
Dachverband für Archäologie gegründet


Im Rahmen des 7. Deutschen Archäologie-Kongresses fand am 4. Oktober 2011 in Bremen die Gründungsversammlung des „Deutschen Verbandes für Archäologie“ (DVA) statt. Nachdem Versuche einer verbandsmäßigen Vereinigung der deutschen Archäologie zu Beginn des 20. Jahrhunderts und erneut nach der deutschen Wiedervereinigung Anfang der 1990er Jahre jeweils gescheitert waren, entstand mit dem neuen Dachverband nun erstmals in der Geschichte der deutschen Archäologie eine Interessenvertretung für die gesamte vereins- und verbandsmäßig organisierte Archäologie, Altertumsforschung und fachverwandte Wissenschaften in der Bundesrepublik Deutschland. Mit seinen über 3.000 Mitgliedern wird der DVA ein wichtiges Sprachrohr für die Archäologie und fachverwandte Wissenschaften sein. Er wird sich in Belangen der Bewahrung des kulturellen Erbes, der archäologischen Museen, der Bodendenkmalpflege, der Universitäten und anderer Forschungseinrichtungen auf dem Gebiet der Archäologie engagieren und deren Anliegen und Interessen gegenüber der Politik und der Öffentlichkeit vertreten.

Auf der Gründungsversammlung traten dem DVA folgende Einzelverbände und Gesellschaften bei: Nordwestdeutscher Verband für Altertumsforschung e.V., West- und Süddeutscher Verband für Altertumsforschung e.V., Mittel- und Ostdeutscher Verband für Altertumsforschung e.V., Deutsche Gesellschaft für Ur- und Frühgeschichte e.V., Deutscher Archäologen-Verband e. V., Verband der Landesarchäologen in der Bundesrepublik Deutschland e. V., Deutsche Orient-Gesellschaft e.V., Deutsche Gesellschaft für Archäologie des Mittelalters und der Neuzeit e.V., Dachverband Archäologischer Studierendenvertretungen e.V., Gesellschaft für Naturwissenschaftliche Archäologie – Archäometrie sowie Archäologische Kommission für Niedersachsen e. V.

Zum Präsident des „Deutschen Verbandes für Archäologie“ wurde der Prähistoriker Prof. Dr. Dr. h.c. Hermann Parzinger gewählt. Parzinger war nach seiner Hochschulassistenz und Habilitation im Fach Vor- und Frühgeschichte an der LMU München zunächst Zweiter Direktor der Römisch-Germanischen Kommission des Deutschen Archäologischen Instituts (DAI) in Frankfurt a. M. (1990-94), anschließend Gründungsdirektor der Eurasien-Abteilung des DAI (1995-2003) und zuletzt Präsident des Instituts (2003-2008); seit 2008 ist er Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz. Er gehört zweifellos zu den renommiertesten Archäologen in Deutschland; 1998 erhielt Parzinger als bisher einziger Vertreter seines Faches den Leibniz-Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft und vor wenigen Monaten wurde er in den Orden Pour le mérite für Wissenschaften und Künste aufgenommen. Er ist Mitglied zahlreicher Akademien in Deutschland, Russland, China, Großbritannien und den USA. Seine Ausgrabungstätigkeit reicht von Spanien über die Türkei und Iran bis Zentralasien, Sibirien und die Mongolei.

Parzinger bezeichnete in seiner Dankesrede die Gründung des neuen Dachverbandes als „historischen Moment“. Weiter stellte er fest: „Die Archäologie hat sich zu einer ungemein dynamischen und transdisziplinär arbeitenden Wissenschaft entwickelt, die äußerst erfolgreich Forschungsmittel einwirbt und durch ihre aktuellen Themen zum Erhalt und zur Erforschung der Bodendenkmäler weltweit großen öffentlichen Zuspruch findet. Es war deshalb höchste Zeit, ein Dach für die Archäologie in Deutschland zu schaffen, unter dem alle Verbände, Gesellschaften und Institutionen mit ihren unterschiedlichen Traditionen, Aufgaben und Zielen zusammengeführt und ihre Interessen gebündelt werden.“

In den Vorstand des „Deutschen Verbandes für Archäologie“ wurden neben Parzinger vier Vizepräsidenten gewählt: Prof. Dr. Friedrike Fless, Präsidentin des Deutschen Archäologischen Instituts, Prof. Dr. Ute Halle, Landesarchäologin der Hansestadt Bremen, Prof. Dr. Jürgen Kunow, Vorsitzender des Verbands der Landesarchäologen in der Bundesrepublik Deutschland sowie Prof. Dr. Alfried Wieczorek, Generaldirektor der Reiss-Engelhorn-Museen Mannheim. Zum Geschäftsführer wurde Prof. Dr. Mat-thias Wemhoff bestimmt, Direktor des Museums für Vor- und Frühgeschichte der Staatlichen Museen zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz, wo sich auch die Geschäftsstelle des neuen Dachverbandes befinden wird.

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09. Oktober 2011
Liste gefährdeter archäologischer Gebiete in Arbeit

Um archäologische Stätten zu erhalten und vor städtischer Bebauung zu schützen, bereitet der SCA eine Zusammenstellung aller entsprechenden Orte vor. Die Auflistung soll den archäologischen Institutionen des ganzen Landes zur Verfügung gestellt und auf der Webseite des SCA veröffentlicht werden. SCA-Generalsekretär Amin möchte damit ägyptische und ausländische Missionen ermutigen, sich hinsichtlich ihrer Arbeit (Ausgrabungen, Restaurierung, Dokumentation) für diese gefährdeten Areale zu entscheiden. Die meisten dieser Orte befinden sich im Delta und sind nicht nur durch Bebauung, sondern auch durch steigendes Grundwasser bedroht - eine Folge der Bewässerung umliegender Felder.
english.ahram



08. Oktober 2011
Herbstkampagnen ausländischer Missionen haben begonnen

Das Permanent Committee of Antiquities (PCA) hat einer ganzen Reihe von ausländischen Grabungsmissionen die Wiederaufnahme ihrer Arbeit in Ägypten bewilligt. Dazu gehören das polnische Team in Deir el-Bahari, das DAIK in Dra Abu el-Naga und in Deir el-Medina (Kartografie) sowie der Survey der Yale University in Moalla. Das American Research Center in Egypt (ARCE) führt Restaurierungsarbeiten am Chonstempel in Karnak durch und beteiligt sich an der Grundwassernivellierung. Ein belgisches Team der Universität Leuven wird Felsinschriften bei Assuan dokumentieren, reinigen und restaurieren. Auch die in der Pressemeldung nicht explizit erwähnte ägyptisch-deutsche Mission des Tell Basta-Project, hat ihre Arbeit aufgenommen.
Tell Basta Blog
english.ahram



05. Oktober 2011
Junges Begräbnis in altem Sarg

Die 2.500 Jahre alte Mumie des Jungen Psammetich, die sich seit fast 100 Jahren im Torquay Museum, Devon/England, befindet sollte einer CT-Untersuchung unterzogen werden. Die Ergebnisse - Psammetich starb mit vier Jahren, wahrscheinlich an einer Krankheit - waren relativ unspektakulär. Als aber der Sarg des Jungen genauer unter die Lupe genommen wurde, stellte sich Erstaunliches heraus: Er war rund 1.000 Jahre älter als die Mumie, d.h. er stammt aus der frühen 18. Dynastie. Der 120 cm große Sarg ist aus einem einzigen Stück Zedernholz gearbeitet und wurde mit gipsgetränkten Leinentüchern umwickelt. Die Grundfarbe ist weiß, das Gesicht ist in roter Farbe ausgeführt. Die Einlagen der Augen bestehen aus Kalkstein und Vulkanglas (Obsidian) und sind mit Bronze befestigt. Aus diesen und anderen Merkmalen schließen die Wissenschaftler, dass der Sarg ursprünglich für das Kind einer hochgestellten, eventuell sogar königlichen Persönlichkeit gearbeitet und später wiederverwendet worden war. Die Inschrift wurde dabei ebenfalls überarbeitet. Der Name des ursprünglichen Besitzers und der seiner Eltern sind leider stark beschädigt und entsprechend unleserlich.
thisissouthdevon


05. Oktober 2011
Deutsche Archäologen alsStabilitätsfaktoren

Nach den Erfahrungen von Stephan Seidlmayer, Direktor des Deutschen Archäologischen Instituts Kairo (DAIK), sind die Menschen in Ägypten zunehmend interessierter an der Arbeit der Archäologen und an den Zeugnissen der Vergangenheit, dieser Eindruck entsteht zumindest bei den Arbeiten des DAIK in Assuan. Durch die Demokratiebewegung ist auch das Selbstbewusstsein der nubischen Minderheit gestiegen. Diese positive Entwicklung soll nun durch einen Newsletter für die Einwohner der Region gefördert werden, der die Arbeit der Altertumsforscher transparenter macht. In anderen Krisenregionen hat das DAI ähnlich gute Erfahrungen gemacht, so z.B. im Irak. In Libyen allerdings, wo sich im hellenistischen Ptolemais eine Grabung mit deutscher Beteiligung befindet, kann momentan nicht gearbeitet werden.
Wie überall sind auch bei den Gastländern des DAI die finanziellen Mittel knapp. Um das Museum auf Elephantine finanzieren zu können, hofft man auf eine möglichst baldige Freigabe der vom deutschen Außennminister zugesagten 50 Mio. Euro aus der Transformationspartnerschaft mit Ägypten und Tunesien, eine Summe, mit der u.a. auch Bildungsprojekte unterstützt werden sollen.
zeit



04. Oktober 2011
Grab in Ain Shams gefunden

Bei Ausschachtungsarbeiten stießen Bauarbeiter in Ain Shams - dort befand sich das antike Heliopolis - auf ein spätzeitliches Grab aus der 26. Dynastie. Nach Aussage des zuständigen Inspektors des SCA soll das Grab frühem Raub zum Opfer gefallen und demzufolge leer sein und auch keine Inschriften enthalten. Die Bauarbeiter glaubten, eine Wand mit hieroglyphischer Inschrift gefunden zu haben. Es sollen nun Nachgrabungen stattfinden. Sobald sichergestellt ist, dass das Areal frei von Artefakten ist, erfolgt die Demontage des Grabes. Danach wird das Land wieder dem Eigentümer übergeben.
english.ahram



02. Oktober 2011
Neuer SCA-Generalsekretär verpflichtet

Der neue Chef des SCA heißt Mustafa Amin, bisher Leiter der Abteilung für Islamische Archäologie. Amin hatte bereits ein Treeffen mit den protestierenden wissenschaftlichen Mitarbeitern und sagte zu, alle Mitarbeiter mit Zeitverträgen, die mehr als drei Jahre für den SCA gearbeitet hätten, in feste Arbeitsverhältnisse zu übernehmen. Im ersten Schritt sollen 4.065 Zeitarbeiter mit sofortiger Wirkung einen unbefristeten Vertrag erhalten. Sukzessive sollen alle weiteren folgen. Die Protestierenden zeigten sich zufrieden und versprachen, den Ausstand zu beenden. Die Absolventen müssten allerdings noch warten, sagte Amin. Erste Priorität hätten die bereits für den SCA tätigen Leute. Amin will den SCA reorganisieren, sowohl in administrativer als auch in archäologischer Hinsicht. Megaprojekte sollen jedoch fortgeführt werden, dazu gehören das Grand Egyptian Museum, das National Museum of Egyptian Civilisation (NMEC) sowie die Sphingenallee in Luxor. Amin ernannte seinen Vorgänger im Amt, Abdel Fatah, zum Leiter des NMEC und Adel Abdel Satar zum Leiter der Abteilung für islamische und koptische Altertümer.
english.ahram

Nach einer Meldung von english.ahram vom 05.10.11 sollen nun auch 850 Absolventen, die sich beim SCA beworben hatten, eingestellt werden.