ÄgyptologieNewsPaper
Redaktion, Texte und Abbildungen (sofern nicht anders erwähnt): Gitta Warnemünde
  Oktober 2013

31. Oktober 2013
Gedruckte Replik in der Eton Meyers Collection

Am Eton College wurde die Hand einer ägyptischern Mumie mit Hilfe eines 3D-Druckers in Originalfarbgebung dupliziert. Auf diese Weise ist es möglich, das fragile Original im Depot zu belassen und Besuchern trotzdem die Möglichkeit zu geben, das Objekt in allen Einzelheiten zu betrachten, da es nicht durch eine Verglasung geschützt werden muss. Siehe dazu auch Beitrag vom 12.08.2013.
engineering



28. Oktober 2013
National Geographic und Zahi Hawass unter Korruptionsverdacht

Gegen das Unternehmen, weltweit bekannt für populärwissenschaftliche Print- und TV-Publikationen, u.a. auch auf dem Gebiet der Archäologie, sollen Ermittlungen der amerikanischen Justiz laufen. Seit einem Jahrzehnt spielte Zahi Hawass scheinbar eine entscheidende Rolle, um National Geographic ständigen Zugang zu ägyptischen Antiken zu gewähren. Wegen ihrer Popularität seien diese Dreh-und Angelpunkt der Expansion des Unternehmens. Gebühren für die Dienstleistungen des Ägypters sollen $ 80.000 bis 200.000 pro Jahr betragen haben. Diese könnten nach US-Recht als illegale Schmiergelder interpretiert werden. Die Justizbehörden wollen die Aufnahme von Ermittlungen weder bestätigen noch dementieren, während National Geographic abstreitet, gegen Gesetze verstoßen zu haben. Zahi Hawass zeigt sich ebenfalls empört: "Mich kann niemand bestechen. Ich bin der berühmteste Ägyptologe." Er bestreitet nicht, Buch- oder Vortragshonorare entgegengenommen zu haben, allerdings mit Zustimmung der Regierung, wie es generell üblich sei. Mit National Geograhic habe ein ordentlicher Vertrag bestanden. Dass sich das Verfahren der Amerikaner nicht gegen Hawass richtet, versteht sich von selbst. Es kann allein um die Machenschaften des US-Unternehmens National Geographic gehen.
independent.uk



22. Oktober 2013
Grabfund in Abusir

Ein tschechisches, von Miroslav Barta geleitetes Team stieß in Abusir auf das Grab eines "Oberarztes von Ober- und Unterägypten" aus der 5. Dynastie mit Namen Schepseskafanch. Die Größe des Grabes beträgt 21 x 14 m, die Höhe der Kalksteinwände 4 m. Es hat acht Grabkammern für den Inhaber und seine Familie. Eine große Scheintür trägt Namen und Titel des Verstorbenen, der auch Priester des Re an Sonnenheiligtümern war, die verschiedene Könige der 5. Dynastie errichteten ließen.
luxortimesmagazine
theartnewspaper
english.ahram



21. Oktober 2013
Thutmosis. Bildhauer in Amarna, bestattet in Sakkara?

Der französische Ägyptologe Alain Zivie glaubt, dass ein von ihm 1996 in Sakkara entdecktes Grab eines Thutmosis die letzte Ruhestätte des Künstlers ist, der in Amarna eine weitläufige Werkstatt betrieb und dessen berühmtestes Werk die Büste der Nofretete ist. Indizien dafür sieht Zivie in der Dekoration der Grabwände und eines Doppelsarges; beide zeigen ihn und seine Gemahlin. In einer der Szenen ist eine ähnliche Malerpalette zu sehen, wie sie in der Werkstatt in Amarna gefunden wurde. Die Datierung des Grabes, wohl anhand der Stilistik ermittelt, würde auch passen. Zivie jedenfalls hat es sich zur Aufgabe gemacht, weitere überzeugende Argumente und Belege zugunsten seiner Vermutung zu finden.

Eine Unwägbarkeit allerdings ist dabei noch zu berücksichtigen: Es ist keineswegs gesichert, dass der Bildhauer Thutmosis aus Amarna auch tatsächlich der Inhaber des Anwesens und Schöpfer der Nofretete-Büste war. Einziger Beleg ist und bleibt bisher das Fragment einer Scheuklappe, die seinen Namen trägt. Sie wurde während der Ausgrabungen Borchardts gefunden.
news.harvard



19. Oktober 2013
Auf Beutezug in Ägypten

Unter dieser Überschrift ist auf der Webseite des Deutschlandfunks nachzulesen, wie zerstörerisch und verbrecherisch Grabräuber und Plünderer die Kulturgüter Ägyptens derzeit zunichte machen. Die ägyptische Ägyptologin Monica Hanna, wegen ihrer Verdienste soeben von Egypt Today zusammen mit sechs weiteren Personen zum "Menschen des Jahres" gekürt, berichtet über die Kraterlandschaft von Beni Suef, wo der Boden übersät ist mit Löchern von illegalen Grabungen. Nicht nur dort treiben Plünderer ihr Unwesen. Hanna sagt: "Grabräuberei ist wie eine Seuche, die das ganze Land befallen hat. Wo immer es archäologische Altertümer gibt, fangen die Menschen an zu graben und zu rauben". In Assuan sind sage und schreibe sieben bisher unbekannte Gräber geplündert worden; siehe dazu auch Beitrag vom 08.06.2013, wo allerdings von nur einem Grab die Rede ist. Dass sechs weitere betroffen sind, war mir bisher nicht bekannt. Stephan Seidlmeyer, DAI Kairo, sieht ein großes Problem in der steigenden Nachfrage von privaten Sammlern aus Europa, den USA, Asien und den Golfstaaten, die ihre Kollektionen mit ägyptischen Antiken anreichern wollen.



16. Oktober 2013
Antikenverkauf gestoppt

Das ägyptische Antikenministerium hat Einspruch gegen den vom Autktionshaus Bonhams in London geplanten Verkauf von 165 Artefakten eingelegt. Vor der Veräußerung soll geprüft werden, ob es sich möglicherweise um Diebesgut handelt. Sollte dies ganz oder teilweise nachgewiesen werden können, ist die Rückgabe an Ägypten verpflichtend.
egyptindependent


15. Oktober 2013
Weidenbach-Tagebuch in Australien wiederentdeckt
Im South Australian Museum konnte ein lange als verschollen geltendes Tagebuch von Max Weidenbach wiedergefunden. Dieser war zusammen mit seinem Bruder Ernst Teilnehmer der Lepsius-Expedition in Ägypten und Nubien in den 1840er Jahren; beide waren als Zeichner tätig. Max ging später nach Australien.


Szene aus dem Grab des Rechmire (TT 100), gezeichnet von Max Weidenbach
Quelle: Uni Halle

Das verloren geglaubte, in deutscher Sprache verfasste Tagebuch war wegen einer Namensverwechslung falsch archiviert worden. Die darin enthaltenen Aufzeichnungen umfassen Weidenbachs Zeit in Ägypten.
heraldsun



12. Oktober 2013
Objekt aus deutscher Privatsammlung kehrt nach Ägypten zurück

Eine namentlich nicht genannte deutsche Familie übergab einen marmornen Löwenkopf (19 cm hoch, 12 cm breit) aus ptolemäischer Zeit an die ägyptische Botschaft in Berlin. Von dort aus soll er nach Ägypten zurückgeführt werden. Es handelt sich um ein Erbstück; der Erblasser hatte die Rückführung verfügt.
egyptindependent


11. Oktober 2013
Schwelendes Geheimnis: Die Pyramidenbautechnik

Seit Hunderten von Jahren zerbrechen sich die Menschen darüber den Kopf, wie es vor 4.500 Jahren gelingen konnte, mit den technischen Mitteln der Zeit so großartige Bauwerke wie die Pyramiden zu errichten. Es wurden die unterschiedlichsten Theorien vorgeschlagen, um der antiken Bautechnik auf die Spur zu kommen. Ein Außenseiter, der Berliner Fechtsport-Techniker Bernhard Jerebicnik, entwickelte nun eine neue Idee, die ich in Kurzfassung so erklären würde: Der in die Höhe zu transportierende Steinblock liegt auf einem zur Schlaufe gelegten Seil; die beiden Enden des Seils sind am Rohbau der Pyramide fest verankert, während die lange Schlaufe an einer Seite des Blockes frei liegt. Diese Schlaufe wird über den Block geführt und dient als Zugvorrichtung, mit deren Hilfe die Arbeiter den Block über seine Kanten "rollen" und nach oben hieven.
berliner-zeitung mit grafischen Darstellungen und näheren Erläuterungen


08. Oktober 2013
Kometenexplosion über der Sahara

Wissenschaftler sind sich schon seit längerem darüber einig, dass das sogenannte libysche Wüstenglas, ein von den alten Ägyptern sehr hoch geschätzter gelbich-milchiger Schmuckstein, durch große Hitzeeinwirkung entstanden ist. Das Material ist profan gesagt geschmolzener Wüstensand. Lange war allerdings strittig, ob ein Himmelskörper in der Sahara direkt auf die Erde aufgeschlagen ist. Es gibt keinerlei Spuren eines Kraters in der Gegend, wo das Wüstenglas wie in der Antike noch heute gefunden wird. Schwarze Materialeinschlüsse (black pebbles) haben Forscher nun auf die richtige Spur gebracht. Ein vor rund 28 Millionen Jahren Kurs auf die Erde nehmender Komet schlug nicht auf, sondern explodierte beim Eintritt in die Atmosphäre über der Saharaoberfläche. Der Sand schmolz auf einer Fläche von ca. 6.000 qkm. Im Laufe der Jahrmillionen verwitterte und zerbröselte diese riesige Quarzfläche zu kleinen Fragmenten, die bis in die heutige Zeit in einem bestimmten Bereich der Sahara eingesammelt werden können. Die wissenschaftliche Studie zu diesem Thema soll in den Earth and Planetary Science Letters veröffentlicht werden.
news.cnet



07. Oktober 2013
Russischen Archäologen in Ägypten geht das Geld aus

Die russische Öffentlichkeit unterstützt eine in Giza tätige archäologische Mission des Instituts für Orientstudien der russischen Akademie der Wissenschaften mit einem Betrag von $ 4.850, um verschiedene Verbindlichkeiten auszugleichen, die sich hauptsächlich wegen gestiegener Energiepreise angesammelt hatten. Die Wissenschaftler hoffen auf weitere, vor allem laufende Zuwendungen, damit sie ihre Arbeit an AR-Gräbern in Giza fortsetzen können, von denen einige schon zerstörerischen Plünderungen zum Opfer gefallen sind. Es handelt sich um die momentan einzige russische Mission in Ägypten; sie arbeitet dort seit 1996.
ria
Grabungsbericht 2012 (englisch, PDF 3,6 MB)


03. Oktober 2013
Wieder Funde in Tell Basta

Nachdem bereits im November eine Dreier-Statue Ramses' II. gefunden wurde (siehe Beitrag vom 05.11.2012), konnten die Ausgräber sich nun über ein weiteres Objekt dieser Art freuen. Es handelt sich um ein im fast unbeschädigtes Granitmonument (Sockel und Füße sind abgebrochen) mit einer Höhe von 1,95 m und einer Breite von 1,60 m. Es zeigt den König, flankiert von zwei Gottheiten: Ptah und Hathor. Es kam bei Routineausgrabungen im Osten des Großen Tempels der Bastet zum Vorschein. Im Gegensatz zum letztjährigen Fund ist diese Gruppenstatue an der Rückseite mit Inschriften versehen, darunter auch die Kartusche Ramses' II. Außerdem wurde noch die 35 cm hohe Figur eines bisher namenlosen hohen Würdenträgers aus dem Neuen Reich freigelegt. Eine Inschrift an der Rückseite besagt, dass die kleine Statue eine Stiftung für die Gottheiten Bastet, Sachmet und Harachte darstellt. Nach der im Luxortimesmagazin veröffentlichten Abbildung zu urteilen scheint es sich nicht um die komplette Figur zu handeln, sondern um ein Bruchstück.
english.ahram
luxortimesmagazine


03. Oktober 2013
Mumie in Giza beschlagnahmt

In einer gemeinsamen Aktion beschlagnehmten Antikenministerium und Touristenpolizei eine Mumie aus ptolemäischer Zeit, die offenbar aus einer illegalen Grabung in Giza stammt.
luxortimesmagazin



03. Oktober 2013
Grab des Tutanchamun wird kopiert

Ein schon seit längerem diskutiertes, aber bisher noch nicht umgesetztes Projekt sieht vor, dass von besonders gefährdeten Königsgräbern im West-Theben originalgetreue Repliken angefertigt und in der Nähe des Tals der Könige für Besucher aufgebaut werden. Die antiken Grabstätten würden für die Öffentlichkeit geschlossen. Von diesem Projekt hat man länger nichts mehr gehört. Nun scheint es wieder auf der Agenda der Antikenbehörde zu stehen.
UPI