ÄgyptologieNewsPaper
Redaktion, Texte und Abbildungen (sofern nicht anders erwähnt): Gitta Warnemünde
  November 2009
24. November 2009
Treffen Friederike Seyfried mit Zahi Hawass bestätigt
Das von Zahi Hawass in einer Presseverlautbarung (siehe unten 04.11.2009) erwähnte Treffen mit der Berliner Museumsdirektorin am 08.12.2009 zum leidigen Thema Nofretete wurde nun offensichtlich auch von deutscher Seite bestätigt, wie bei welt.de zu lesen ist.

Informationsdienst Wissenschaft - idw
Pressemitteilung  der
Eberhard Karls Universität Tübingen
18.11.2009

Neues Akademien-Langzeitprojekt an der Universität Tübingen
In das Akademienprogramm 2010 der Union der Deutschen Akademien der Wissenschaften wurde ein langfristiges Forschungsvorhaben der Heidelberger Akademie der Wissenschaften an der Universität Tübingen aufgenommen. Unter dem Titel "Der Tempel als Kanon der religiösen Literatur Ägyptens" wird eine von Prof. Dr. Christian Leitz, Institut für die Kulturen des Alten Orients, Abteilung Ägyptologie, geleitete Forschungsstelle an der Universität Tübingen eingerichtet. Ziel des
Forschungsvorhabens wird die inhaltliche Erschließung der sogenannten Tempeltexte sein, die das größte und bei allen zeitlichen und geographischen Unterschieden zusammengehörenden Textkorpus Altägyptens darstellen. Das besondere an diesem Korpus ist neben dem Umfang und dem häufig hervorragenden Erhaltungsbestand, dass sich nahezu alle Inschriften und Darstellungen noch an ihren ursprünglichen Ort befinden. Das Projekt ist auf zunächst zwölf Jahre angelegt und wird mit über 300 000 Euro pro Jahr gefördert.

Dieses ägyptologische Forschungsprojekt ist damit das zweite Großprojekt der Heidelberger Akademie im Bereich
Archäologie/Altertumswissenschaften, das an der Universität Tübingen angesiedelt ist: Bereits im vergangenen Jahr startete das Projekt "The Role of Culture of Early Expansion of Humans".

Nachdem im Jahr 332 v. Chr. Alexander der Große Ägypten erobert und 306 sein ehemaliger General Ptolemaios die Dynastie der Ptolemäer begründet hatte, setzte schon unter den ersten Herrschern überall im Land ein gewaltiges Bauprogramm ein, das im großen Stil durchgeführt wurde und über 400 Jahre lang bis in das 2. nachchristliche Jahrhundert andauern sollte. Die Tempel wurden in bis dahin nicht gekanntem Umfang mit Inschriften versehen, die mannigfaltige Aufschlüsse zu Kult- und Festgeschehen, religiöser Topographie, Mythen und Göttergruppen, Baugeschichte und Raumfunktionen bieten. Auch wenn der größte Teil dieser Bauwerke nicht mehr erhalten ist, so sind mittlerweile doch schon mehr als 10.000 Seiten hieroglyphischer Text aus diesen von manchen als Bibliotheken aus Stein bezeichneten Tempeln publiziert. Zu den bekannten fünf großen Tempeln (Dendara, Esna, Edfu, Kom Ombo und Philae) gesellt sich als sechster der von Athribis, der seit einigen Jahren von einem deutsch-ägyptischen Team unter Tübinger Leitung (Christian Leitz, Rafed El-Sayed, Yahya El-Masry) freigelegt und publiziert wird.



Der Tempel von Edfu
Der Götterfeind Seth wird als winziges Nilpferd von Horus von Edfu harpuniert. Links und oben einige Zeilen des sogenannten Horusmythos von Edfu.

Foto: Christian Leitz, Universität Tübingen
Quelle: IDW
Kom Ombo
Das Kultrelief auf der Rückseite des Tempelumgangs mit einem langen Hymnus an die Hauptgötter des Tempels. Darunter gefesselte und zu opfernde Feinde.

Foto: Christian Leitz, Universität Tübingen
Quelle: IDW

Beabsichtigt ist in dem Akademieprojekt eine schrittweise inhaltliche Erschließung dieses größten und bei allen zeitlichen und
geographischen Unterschieden doch zusammengehörenden Textkorpus Altägyptens. Diese Tempeltexte gehören bislang - trotz großer Anstrengungen einzelner - zu den am meisten vernachlässigten Bereichen der Ägyptologie. Das Einzigartige an diesem Korpus ist neben dem Umfang und dem häufig hervorragenden Erhaltungszustand nicht zuletzt die Tatsache, dass sich im Gegensatz zu meist aus dem Handel stammenden Papyri nahezu alle Inschriften und Darstellungen noch an ihrem ursprünglichen Anbringungsort befinden.

Das neue Projekt der Heidelberger Akademie der Wissenschaften an der Universität Tübingen hat sich drei große Ziele gesetzt:
  1. Eine Klassifizierung, d.h. eine Form-, Motiv-, Struktur- und Inhaltsanalyse des überaus vielfältigen Textmaterials: Hier wird eine umfassende Datenbank erstellt als Arbeitsgrundlage für die weitere Arbeit, die vor allem eine Herausarbeitung der einzelnen Gattungen beabsichtigt, welche der Eigenbegrifflichkeit ägyptisch religiöser Texte Rechnung trägt.
  2. Die Analyse der Texte, die auf verschiedene Weise erfolgen wird: Ein erstes Feinziel ist hier die Funktionsbestimmung der Texte unter Berücksichtigung ihres Anbringungsortes. Dabei geht es um die Wechselbeziehungen von Text und Architektur. Ein zweites Feinziel ist die Verankerung dieser Texte innerhalb der Tradition der religiösen Literatur Ägyptens. Es sollen Antworten gefunden werden auf die Frage, ob es Vorläufer dieser Texte in inhaltlicher, formaler und funktionaler Hinsicht gibt. Das dritte und letzte Feinziel betrifft ein in der Ägyptologie weitgehend vernachlässigtes Feld: Die Erschließung der altägyptischen Philologie, die sich auch mit der symbolisch/allegorischen Ausdeutung der Hieroglyphen beschäftigen wird.
  3. Eine Gesamtdeutung der Texte, die sich mit der Art der Kodifizierung der religiösen Traditionen Ägyptens in den Tempeln der griechisch-römischen Zeit beschäftigt. Selbst wenn man auf Grund der aufs Ganze gesehenen wenigen Paralleltexte in den verschiedenen Tempeln wohl nicht von einem Kanon religiöser Texte im Sinne einer allgemeinen Verbindlichkeit reden kann, so soll doch der Frage nachgegangen werden, ob es nicht auf einer höheren Ebene der Funktion eine Verbindlichkeit im Bereich der Tempeldekoration gegeben hat. Diese noch herauszuarbeitende überregionale Verbindlichkeit soll kontrastiert und dadurch deutlicher sichtbar gemacht werden durch die Bestimmung der lokalen Eigenheiten der unterschiedlichen Kultzentren Ägyptens, soweit diese eben noch durch die erhaltenen Tempeltexte greifbar sind.
Kontakt:
Prof. Dr. Christian Leitz, Abteilung für Ägyptologie, Institut für die Kulturen des Alten Orients (IANES)
Schloss Hohentübingen, 72070 Tübingen
Tel.: (07071) 29-78529
E-Mail: christian.leitz@uni-tuebingen.de
Prof. Leitz nimmt zur Zeit eine Gastprofessur im Ausland wahr und ist nur über E-Mail zu erreichen.

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Pressemitteilung der
Universität Wien
17.11.2009

Sensationelle Ausgrabung: Altbabylonisches Siegel in Ägypten gefunden
Im 17. Jahrhundert v. Chr. geriet Ägypten in die Abhängigkeit einer fremden Dynastie aus Vorderasien: Die Hyksos brachten vom
nordöstlichen Nildelta aus ganz Ägypten in ihre Abhängigkeit. Die Hauptstadt dieser Fremddynastie wurde von Manfred Bietak, Ägyptologe an der Universität Wien, bereits 1966 entdeckt. 2005 fanden Bietak und sein Team schließlich einen ausgedehnten Palastbezirk der Hyksos-Zeit. Bei ihrer gerade beendeten Herbstgrabung stießen sie nun auf ein Siegel aus der altbabylonischen Zeit. Bisher ist nicht viel über Herkunft, Kultur- und Ereignisgeschichte der Hyksos in Ägypten bekannt. Sie regierten zwischen 1640 und 1530 v. Chr. von ihrer Hauptstadt Auaris im östlichen Nildelta aus Ägypten, bis die Pharaonen der 17./18. Dynastie die Hyksos besiegten und die Hauptstadt eroberten. Univ.-Prof. Dr. Dr. hc. Manfred Bietak, Vorstand des Instituts für Ägyptologie der Universität Wien, arbeitet gemeinsam mit Dr. Irene Forstner-Müller, der neu ernannten Leiterin des Österreichischen Archäologischen Instituts in Kairo, und einem großen Team seit 2005 an der Freilegung dieses vorderasiatischen Palastes des Hyksos Chian auf einem Ruinenhügel namens Tell el-Dab'a im Nordosten Ägyptens.

10.000 Quadratmeter große Palastanlage
Bei den diesjährigen Untersuchungen konnte ein weitreichendes Areal der ca. 10.000 Quadratmeter großen Palastanlage freigelegt werden. Zur Überraschung der ForscherInnen entspricht der Palast nicht dem Plan eines ägyptischen Palastes, sondern reiht sich architektonisch unter die Königspaläste aus Syrien ein - dem Ursprungsland der Hyksos.
Bereits im Frühjahr fanden die WissenschafterInnen in der Füllung des Palastbrunnens der mittleren bis späten Hyksoszeit das Fragment einer babylonischen Keilschrifttafel (siehe Beitrag vom 25.05.2009) aus den letzten Dezennien des Altbabylonischen Reiches (1600-1550 v. Chr.). "Es handelte sich dabei um das bisher älteste Keilschriftdokument in Ägypten und belegt die unerwartet weit reichenden diplomatischen Beziehungen der Dynastie der Hyksos", erklären Manfred Bietak und Irene Forstner-Müller.


Siegel aus der Zeit des Königs Hammurapi
Bei Grabungen im Oktober und November dieses Jahres kam nun ein weiteres interessantes Keilschriftdokument 500 Meter westlich des Palastes aus einer wesentlich späteren Grube in umgelagerter Situation zum Vorschein: Es handelt sich um ein Siegel, das in die altbabylonische Zeit datiert und einen hohen babylonischen Beamten, vermutlich aus der Zeit des Königs Hammurapi, nennt. Es ist denkbar, dass dieser Fund aus einem darunter befindlichen Tempelbezirk stammt, der mit dem Hyksospalast zeitgleich ist.

Das Siegel aus der Zeit des König Hammurapi
Foto: Österreichisches Archäologisches Institut in Kairo
Quelle: IDW

Die beiden Keilschriftdokumente sind eine unerwartete Quelle, die beweist, dass die Briefdiplomatie und der Geschenkaustausch zwischen den Höfen von Ägypten und Altbabylonien bereits 150 Jahre früher als bisher belegt datiert. "Es sieht derzeit so aus, als ob die Hyksos das Akkadische als diplomatische lingua franca und die Ferndiplomatie in Ägypten lange vor der Zeit des Neuen Reiches eingeführt haben", so die ÄgyptologInnen.

Im Frühjahr 2010 wird die Grabung im Palast fortgesetzt. "Wir hoffen auf weitere Funde und Befunde, die Licht auf diese - aus schriftlichen Dokumenten nur sehr schütter erschlossenen - Zeit werfen können", so die beiden Grabungsleiter abschließend.

Kontakte:
O. Univ.-Prof. Dr. Dr. hc. Manfred Bietak, Vorstand des Instituts für Ägyptologie Universität Wien
1090 Wien, Frankgasse 1
T +43-1-4277-431 03, M +43-664-434 12 74
manfred.bietak@univie.ac.at

Dr. Irene Forstner-Müller, Leiterin Österreichisches Archäologisches Institut in Kairo
T +202 273 62 356, M +2010 515 03 79
irene.forstner_mueller@oeai.at

Rückfragehinweis:
Mag. Alexandra Frey, Öffentlichkeitsarbeit Universität Wien
1010 Wien, Dr.-Karl-Lueger-Ring 1
T +43-1-4277-175 31
alexandra.frey@univie.ac.at
www.univie.ac.at/175

Weitere Informationen finden Sie unter http://www.oeai.at/organis/kairo.html - Österreichisches Archäologisches Institut in Kairo

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17. November 2009
Mumienuntersuchung ergibt Diagnose: Arterienverkalkung
Bei der Untersuchung von 20 Mumien aus dem Ägyptischen Museum Kairo stellten Wissenschaftler bei sechs Probanden Arteriosklerose und Defekte im Herzgewebe fest. Aufnahmen der CT-Untersuchung ergaben Ablagerungen aus Cholesterol und Fetten, bei Älteren auch Verkalkungen. Das bedeutet, ebenso wie heute starben wahrscheinlich auch im Alten Ägypten Menschen an Thrombosen, Herzinfarkten oder Schlaganfällen. Die Wissenschaftler sind der Überzeugung, dass dieses Krankheitsbild weit verbreitet waren.
wissenschaft.de
scienceticker
sciencedaily

16. November 2009
Site Management in Giza
Auf seiner Homepage berichtet Zahi Hawass über die Fortschritte des bereits seit vielen Jahren vorangetriebenen Site Managements im Pyramidenbezirk von Giza. Eine Umfassung und eine Straße führt um das Areal herum. Pkws und Busse werden das Gelände nicht mehr befahren, sondern auf außerhalb gelegene Parkplätze verbannt. Besucher besteigen Elektrovehikel, um auf neu angelegten Wegen - offenbar Holzstege - zu den einzelnen Sehenswürdigkeiten zu gelangen. In einem Besucherzentrum werden erste Informationen zur Geschichte u. ä. vermittelt. Auch Kamele und Pferde wird man nicht mehr innerhalb der Umfassung antreffen.

10. November 2009
Tutanchamun-Grab wird restauriert
Das Getty-Conservation-Institute wird die Malereien im Grab des Tutanchamun restaurieren und konservieren. Die hohe Besucherzahl hat im Laufe der Jahre dazu geführt, dass die Wanddekoration Schäden davongetragen hat. Zunächst soll eine zweijährige Untersuchung den Status der Schädigungen ermitteln; weitere drei Jahre werden für die Durchführung der Restaurierungs- und Konservierungsarbeiten veranschlagt. Das Getty-Conservation-Institute hat eine jahrzentelange Erfahrung auf dem Gebiet der Restaurierung. In den 1980ern war es mit einem ähnlichen Projekt im Grab der Nefertari im Tal der Königinnen erfolgreich.
AFP (deutsch)
AFP (englisch)
drhawass.com

10. November 2009
Vier Schächte in Tanis freigelegt
Im Zuge der Ausgrabungen in Tanis, bei denen bereits die Überreste eines Heiligen Sees im Muttempel gefunden wurden (siehe Beitrag vom 15.10.2009), stieß das ägyptisch-französische Archäologenteam auf vier Schächte, zwei runde mit einem Durchmesser von 210 bis 220 cm und zwei quadratische. Nach Aussage von Zahi Hawass sollen sie alltäglichen Zwecken, auf die nicht näher eingegangen wird, gedient haben.
Egypt State Information Service

08. November 2009
Kambyses' untergegangene Armee
Der Historienschreiber Herodot (Mitte 5. Jahrhundert v. Chr.) berichtet, ein 50.000köpfiges Heer des Perserkönigs Kambyses (530-522 v. Chr), das die Ammonier (die Herrscher der Oase Siwa) unterwerfen sollte, sei auf dem Wege von Charga nach Siwa in einen Sandsturm geraten und spurlos verschwunden. Italienische Archäologen, die seit 1996 fünf Expeditionen in diesem Wüstengebiet durchgeführt haben, stießen südlich von Siwa auf eine große Anzahl menschlicher Gebeine sowie auf Bronzewaffen und zerbrochene Gefäße. Auch ein typisch persischer Ohrring wurde freigelegt. Die Funde lassen sich in die Zeit des Kambyses datieren. Die Forscher glauben daher, auf die Reste der vom Wüstensand verschluckten persischen Armee gestoßen zu sein, nicht zuletzt auch wegen der vorgefundenen Topografie. Es handelt sich um einen Felsen (35 m lang, 1,8 m hoch, 3 m tief), der sich geradezu anbietet, um Schutz vor einem verheerenden Sandsturm zu suchen. Die Gebeine liegen teilweise direkt an der Sandoberfläche.
news.discovery.com (mit Video und wunderbaren Fotos)
Einige Tage nach Veröffentlichung der Funde, am 12.11.2009, weist Zahi Hawass auf seiner Homepage in einer Pressemitteilung darauf hin, dass die itanlienischen Wissenschaftler, die Brüder Angelo und Alfredo Castiglioni, nicht über eine Grabungslizenz des SCA verfügen würden. Die in der Presse veröffentlichten Angaben seien unzutreffend und irreführend. Der SCA habe bereits die ägyptischen Sicherheitsbehörden unterrichtet. Außerdem seien alle nötigen Maßnahmen eingeleitet. Um diese Reaktion einordnen zu können, sollte man wissen, dass es nach den SCA-Statuten allen in Ägypten arbeitetenden Teams nicht gestattet ist, Ergebnisse ihrer Arbeit eigenmächtig zu veröffentlichen. Die Autorisierung erfolgt allein durch den SCA.
Vor einigen Jahren war man noch weniger zimperlich. Im Herbst 2003 war auf der Homepage des Egypt State Information Service, zu lesen, dass demnächst eine Serie von insgesamt sechs "Forschungstrips in die Westwüste" gestartet werden soll, um den Tourismus, speziell den Abenteuertourismus, anzukurbeln. Touristengruppen werden sich mit Genehmigung der Behörden und unter fachlicher Betreuung auf die Suche nach der sagenumwobenen Armee des persischen Fremdherrschers Kambyses begeben. Die alte Pressemitteilung aus dem Jahre 2003 wurde offensichtlich aus dem Netz genommen, denn der entsprechende Link lässt sich nicht mehr aufrufen.

05. November 2009
Schwäbisches Knowhow zur Konservierung alter Steine
Im Rahmen eines derzeit laufenden Restaurierungs- und Konservierungsprojektes (siehe auch Beitrag vom 23.03.209) soll die Stabilität der Stufenpyramide des Djoser in Saqqara verbessert werden. Im Laufe der Jahrtausende sind die Steinquader, die als Baumaterial für die Pyramide verwendet wurden, durch Umwelteinflüsse stark korrodiert. Dies führte zunehmend zu Instabilitäten; viele der äußeren Steinblöcke verloren ihren Halt und stürzten hinab. Ein Stuttgarter Steinpflegeunternehmen, das bei der Konservierung des Sphinx bereits beratend tätig war, erhielt nun den Auftrag, die Blöcke der Djoser-Pyramide zu reinigen und zu imprägnieren, so dass sie künftig vor Wind und Wetter geschützt sind. Zur Verfestigung und Imprägnierung des Steines wird ein wasserbasierter Porenfüller aufgebracht. Verfärbungen und Graffiti werden durch ein bewährtes Verfahren vor der Imprägnierung entfernt.
newsmax

04. November 2009
Gespräche wegen Nofretete zwischen Deutschland und Ägypten
Zahi Hawass lässt in der Presse verlauten, dass am 08.12.2009 der "Direktor des Bereichs für Ägyptische Antiquitäten im Berliner Neuen Museum" nach Ägypten reisen wird, um die Eigentumsrechte an der Büste der Nofretete vor Ort klarzustellen. Der Name wird nicht genannt; es könnte sich eventuell um die Direktorin der Ägyptischen Sammlung in Berlin, Friederike Seyfried, handeln. Dafür gibt es allerdings keine Bestätigung. Anlässlich dieses Besuches sollen von deutscher Seite Belege präsentiert werden, die zeigen, dass die Büste legal nach Deutschland gekommen ist. Hawass hingegen postuliert, er würde anhand von Dokumenten aufzeigen, dass das Gegenteil der Fall sei. Eines dieser Dokumente würde belegen, dass in der nach der Fundteilung angefertigten Aufstellung über die nach Deutschland gehenden Stücke kein Hinweis auf die Büste zu finden sei. "Das beweist, dass die Statue auf illegalem Weg weggeschafft wurde," fügt Hawass hinzu.
AFP

04. November 2009
Im Luxortempel gefundende Fragmente gehen nach Amarna
Bei Restaurierungsarbeiten im Luxortempel kamen sechs Reliefs zum Vorschein, die offensichtlich aus der Amarnazeit stammen. Sie sollen in Kürze nach Amarna gebracht werden, vielleicht um künftig in dem dortigen im Bau befindlichen Museum zur Ausstellung zu kommen.
abendblatt

03. November 2009
Tübinger Grabungen im Tempelgrab des Montemhet
Auf der Seite des Heritage Key findet sich ein interessantes Video von den Arbeiten im Grab des Montemhet in Theben-West unter der Leitung von Dr. Farouk Gomaa, Universität Tübingen (siehe auch Beitrag vom 01.04.2009). Leider hat man Montemhets Grabschacht nach wie vor nicht gefunden. 1988 stießen Archäologen lediglich auf die Grabkammer seines Sohnes Nesptah, von dessen imposantem Steinsarkophag der Heritage Key ein Foto veröffentlicht.