ÄgyptologieNewsPaper
Redaktion, Texte und Abbildungen (sofern nicht anders erwähnt): Gitta Warnemünde
  November 2010

29. November 2010
Der Hundefriedhof von Saqqara

Eine Mission der Cardiff University Wales untersucht derzeit die Hundenekropole unter dem Anubis-Tempel in Saqqara, wo nach Aussage des Grabungsleiters Paul Nicholson in der Spätzeit Tausende mumifizierter Hunde bestattet worden waren. Wie an anderen Tierkultstätten waren auch hier in einer Zeit, als das eigentliche Pharaonenreich schon im Niedergang begriffen war, unzählige Tiere getötet, mumifiziert und schließlich bestattet worden. Einige der sterblichen Überreste stammen von Welpen, die gewaltsam zu Tode gebracht wurden. Neben ägyptologischen und archäologischen Erkenntnissen erhofft man sich bei der Untersuchung der Skelette auch neue Einblicke in die Entwicklungsgeschichte der verschiedenen Hunderassen.
spiegel



28. November 2010
Arsinoe II., weiblicher Pharao




Schon 200 Jahre vor Kleopatra VII. beherrschte ein weiblicher ptolemäischer Pharao Ägypten, Arsinoe II. Zu dieser Überzeugung ist eine Wissenschaftlerin der Universität Göteborg gekommen. Indiz ist für sie eine Darstellung der Königin mit einer Krone wie sie später auch Kleopatra trug. Sie zeige an, dass Arsinoe II. Ägypten gleichberechtigt mit ihrem Bruder und Gatten regierte und noch zu Lebzeiten vergöttlicht wurde.



Königin Arsinoe II im Philaetempel
Photo: Maria Nilsson

idw-online


25. November 2010
Vierhundert Gräber aus der Spätzeit in Giza

An der sogenannten "Krähenmauer" (AERA "The Wall of the Crow") in Giza haben Archäologen die Gräber entdeckt, in denen offensichtlich Personen der untersten Bevölkerungsschicht beigesetzt worden waren. Nach den Untersuchungen der sterblichen Überreste waren diese Menschen unterernährt und litten an Blutkrankheiten; auch Knochenbrüche wurden festgestellt, wobei diese vermehrt bei den männlichen Personen diagnostiziert wurden. Die Menschen waren ohne oder mit nur spärlichen Beigaben bestattet worden; sie dürften zu den Ärmsten der Armen gehört haben.
unreportedheritagenews



23. November 2010
Reste von Mumiengirlanden in Zürich

Anlässlich eines Umzuges fanden Botaniker der Universität Zürich in ihrem Institut Teile der Mumiengirlande Ramses' II. und der Nessichonsu (21. Dynastie). Die Planzenreste stammen aus der Cachette in Deir el-Bahari. Der Botaniker Georg Schweinfurth hatte sie wissenschaftlich bearbeitet und seine Arbeit schließlich verschiedenen Museen übergeben, darunter auch das Botanische Museum in Berlin-Dahlem, wo sich heute u.a. eine Rekonstruktion der Mumienhülle Ramses' II. einschl. Girlande befindet. Die Stücke in Zürich schienen seither in Vergessenheit geraten zu sein, ehe sie nun wieder zum Vorschein kamen.
focus


22. November 2010
Reste des memphitischen Ptah-Tempels überschwemmt

Die ohnehin spärlichen Reste des Ptah-Tempels aus der Zeit Ramses' II. im einstigen Memphis, heute Mit Rahina, werden von Abwässern überschwemmt. Es wird bemängelt, dass die Abwasserleitungen nie gesäubert wurden, so dass auch in manchen Wohnhäusern das Ab- und Grundwasser stand, das mit Eimern entfernt werden musste. Außerdem seien häufig Abwasserrohre zerstört worden, um Bauland zu gewinnen. Durch die Entsorgung von Waschwasser nahe des Tempelgeländes hat sich bereits ein kleiner See gebildet.
almasryalyoum


21. November 2010
Antike Schätze in ägyptischer Bank verwahrt

Die Al Ahly Bank übergab dem SCA 200 antike Objekte, die sie seit dem frühen 19. Jhdt. im Verwahrung gehabt hatte. Sie hatten offensichtlich ausländischen Kunstsammlern gehört, die etwa zu dieser Zeit ihren Wohnsitz in Ägypten hatten. Da inzwischen keine Ansprüche gegenüber der Bank geltend gemacht wurden, entschloss man sich zur Rückgabe an die Antikenbehörde.
drhawass.com


15. November 2010
Zwölf Sphingen in Luxor freigelegt

Im Zuge der Restaurierung der Sphingenallee in Luxor wurden im letzten Sektor der Allee die Fragmente von zwölf Sphingen aus der Zeit Nektanebos' I. freigelegt. Die aus Sandstein vom Gebel Silsileh gefertigten Skulpturen gehören nicht zum bisher bekannten Nordsüdverlauf der Prozessionsstraße, sondern scheinen eine weitere Straße gesäumt zu haben, die von Ost nach West in Richtung Nil verlief; ihre Gesamtlänge betrug etwa 600 m.
Offizielle Pressemitteilung als PDF-Download siehe SCA
drhawass.com
nationalgeographic



10. November 2010
Rückgabe von Kleinfunden aus Tutanchamuns Grabschatz an Ägypten

Das Metropolitan Museum of Art in New York gibt insgesamt neunzehn kleine Stücke, die zur Grabausstattung von Tutanchmanun gehört haben, zurück an die ägyptische Antikenbehörde. Diese Kollektion soll, bevor sie ins Museum gelangte, zum Nachlass von Howard Carter gehört haben. Unter den Artefakten sind ein kleines, nur 1,7 cm hohes Bronzefigürchen eines Hundes, ein Halskragen aus Fayenceperlen und eine 3,3 cm lange Sphinxfigur aus Lapislazuli, wohl Teil eines Armschmucks.
Offizielle Pressemitteilung als PDF-Download siehe SCA
drhawass.com


07. November 2010
Ramessidische Inschrift in Tayma/Saudi Arabien

Die Oase Tayma im Nordwesten der arabischen Halbinsel ist unbestritten von hoher historischer Bedeutung. Dies wird seit einigen Jahren durch die Arbeit eines saudisch-deutschen Grabungsteams unter Beweis gestellt. Der jüngste Fund ist eine Felsinschrift mit den Kartuschen Ramses' III., die ein Verbindungsglied zwischen der arabischen Halbinsel und Ägypten bildet. Sie bestätigt die Erkenntnisse der Wissenschaftler, dass Tayma an einer bedeutenden antiken Handelsroute liegt, die von der arabischen Westküste bis ins Nildelta führte.
Die Grabungen in Tayma sind ein Gemeinschaftsprojekt der Saudi Commission for Tourism and Antiquities, Riad, und des Deutschen Archäologischen Instituts. Ausführliche Informationen zur Geschichte und zum Projekt sind auf der Homepage des DAI zu finden.
arabnews (mit Foto)



04. November 2010
Wieder Statuenfund in Kom el-Hettan

An der Nordwestecke des Gedächtnistempels Amenophis' III. in Kom el-Hettan wurde wieder das Oberteil einer Doppelstatue gefunden. Sie zeigt den König gemeinsam mit dem Abbild des falkenköpfigen Re-Harachte.
Es wird vermutet, dass unter dem Farmland rund um das Tempelgelände noch eine ganze Anzahl von Statuen begraben ist. Die Stadt Luxor und der SCA möchten nun versuchen, den Bauern das Land abzukaufen, damit auch diese Stücke geborgen werden können. Der Tempel Amenophis' III. soll irgendwann in der Zukunft in ein Open Air Museum umgewandelt werden, in dem alle bisher dort gefundenen Stücke zur Ausstellung kommen.
SCA (mit Pressemitteilung als PDF zum Download)
luxortimesmagazine (mit Foto)


02. November 2010
Schutzmauer Thutmosis' IV. am Sphinx freigelegt
Eine ägyptische Grabungsmission stieß am Taltempel Chephrens auf ein Ziegelmauerwerk, das aus zwei Teilen besteht. Die erste Sektion ist 75 cm hoch und erstreckt sich über 86 m von Nord nach Süd entlang der Ostseite des Taltempels, die zweite ist 90 cm hoch, 46 m lang und befindet sich an der Nordseite des Tempels. Nach Aussage von Zahi Hawass sind die beiden Mauerzüge Teil einer größeren, bereits bekannten Mauer (3 m hoch, 12 m lang) nördlich des Sphinx, die von Thutmosis' IV. errichtet worden war, um die Monumentalskulptur vor Sandflug zu schützen. Zuvor hatte er Reinigungsarbeiten durchführen lassen. Seine Aktivitäten resultierten aus folgender Begebenheit: Noch als Prinz war er auf einem Jagdausflug in Giza unterwegs und legte sich am Mittag im Schatten des Sphinx, des Abbildes von Harmachis, zur Ruhe. Im Traum erschien ihm die Gottheit und versprach ihm den Thron Ägyptens, beschwerte sich jedoch darüber, dass „sich der Wüstensand ihm genähert habe“, mit anderen Worten dass er bereits sehr verschüttet sei und darauf vertraue, der Prinz werde „sein Sohn und sein Schützer“ sein. So ist es auf der berühmten Traumstele Thutmosis' IV., die er zwischen den Pranken des Sphinx errichten ließ, zu lesen.

Östlich des Chephren-Taltempels fand man ebenfalls ein Ziegelgemäuer, das nach Aussage von Hawass möglicherweise zur Pyramidenstadt Chephrens gehörte. Vor dem Tempel gruben die Archäologen einen 6 m tiefen Schacht aus, in der Hoffnung, auf Überreste aus dem Mittleren Reich zu treffen. Das war jedoch nicht der Fall. Die Grabungsarbeiten werden fortgesetzt.
drhawass.com
almasryalyoum