ÄgyptologieNewsPaper
Redaktion, Texte und Abbildungen (sofern nicht anders erwähnt): Gitta Warnemünde
  November 2012
28. November 2012
Bergung des zweiten Sonnenbootes in Giza schwierig

Das Heben der zweiten Cheops-Barke in Giza (siehe auch Beitrag vom 16.02.2012) erweist sich als äußerst diffizil. Einige der in 13 Schichten in der Bootsgrube gestapelten hölzernen Planken sind so stark erodiert, dass sie zu Staub zerfallen und für die Rekonstruktion ersetzt werden müssen. Inzwischen hat man sich bis zur ersten Schicht durchgearbeitet und die insgesamt 1.224 Teile analysiert. Dabei wurde festgestellt, dass in diesem Falle verschiedene Holzarten verwendet wurden - im Gegensatz zum ersten Sonnenboot des Cheops, dessen Teile ausschließlich aus Zedernholz bestanden. Alle geborgenen Objekte werden in das neue Grand Museum verbracht, wo auch die Rekonstruktionsarbeiten stattfinden sollen.
hebdo.ahram (französisch)
Google-Übersetzung ins Deutsche



21. November 2012
Königsstatue in Armant gefunden

In Armant (Hermonthis), einem Kultort des Month südlich von Luxor, legten französische Ausgräber die Granitstatue eines Königs frei; der Kopf fehlt zur Zeit noch. Aufgrund stilistischer Merkmale lässt sie sich auf das Neue Reich datieren.
suedkurier
english.ahram



14. November 2012
Grabkammer Tutanchamuns nachgebildet

Im Conrad Hotel an Nilufer in Cairo wurde eine dort aufgebaute Nachbildung der Grabkammer Tutanchamuns unter Teilnahme von verschiedenen Offiziellen, darunter Catherine Ashton als Vertreterin der EU, enthüllt. Nach der Ausstellung im Conrad wird das Objekt zunächst eingelagert, bis sich ein Platz für die dauerhafte Aufstellung gefunden hat. Die Nachbildung wurde von Factum Arte hergestellt; sie ist ein Geschenk der Factum Foundation an Ägypten.
pastpreservers



10. November 2012
Weiterer ägyptischer Fund in Jerusalem

Wie bereits mit Beitrag vom 30.10.2012 berichtet, finden derzeit südlich des Tempelberges in Jerusalem Ausgrabungen statt, bei denen bereits eine kleine Bes-Figurine zutage gefördert wurde. Jüngster ägyptischer Fund ist ein skaraboides Siegel, wohl aus der Zeit um 1000 v.Chr.
popular-archaeology


08. November 2012
Eine ägyptische Scherbe in Köln

Die Ausstellung "ZeitTunnel" im Römisch-Germanischen Museum von Köln zeigt eine Reihe von archäologischen Funden, die beim U-Bahn-Bau zutage gefördert worden waren. Darunter befindet sich auch eine Scherbe, etwa so groß wie eine früherer Fünfmarkmünze. Die Scherbe trägt ein Blattmotiv, das ihren Ursprung als ägyptisch ausweist. Das Behältnis, zu dem das Fragment gehörte, war vermutlich von den Römern Anfang des ersten nachchristlichen Jahrhunderts nach Köln gebracht worden. Wahrscheinlich waren darin Datteln transportiert worden, die in Gefäßen dieser Art versandt wurden.
dradio



05. November 2012
Zwei neue Funde aus dem Delta

In Tell el-Hebua, der antiken Festung Tjaru und Ausgangspunkt des Horusweges, fanden ägyptische Ausgräber das Fundament der Toranlage sowie ein ca. 1 m hohes Fragment einer achteckigen Säule mit Titulatur und Epitheta von Ramses II. Antikenminister Mohamed Ibrahim plant, das Gelände von Tell el-Hebua irgendwann auch für Besucher zu öffnen.

Ramses II. zwischen zwei Gottheiten
Quelle: Tell Basta Project
In Tell Basta (Zagazig) legte die dort in den Ruinen des Großen Tempels der Bastet arbeitende deutsch-englisch-ägyptische Grabungsmission des Tell-Basta Project eine knapp 2,50 m hohe Triplestatue frei. Sie zeigt Ramses II., flankiert von zwei Gottheiten. Die Gruppe wurde im Zugangsbereich des Tempels gefunden. Unklar ist, wie sie dorthin gelangte. Mögliche Szenarien sind eine Verschleppung an diese Stelle vom Tempel aus oder ihre Aufstellung vor dem Pylon bzw. in einem Tempel, der sich an den Großen Tempel anschloss. Genau lässt sich allerdings schon sagen, dass das Objekt in das Zugangsareal gelangte, als Letzteres bereits zerstört bzw. teilweise zerstört war und offen lag. Dieses kann in einer Zeitspanne von der Römerzeit bis ins Mittelalter geschehen sein. Die Statue ist inzwischen im Open-Air-Bereich des Museums vor Ort aufgestellt worden.
luxortimesmagazine
Blog Tell Basta Project



05. November 2012
Die Hethiter waren als Dammbauer ihrer Zeit voraus

Einen mehr als 3.000 Jahre alten hethitischen Damm graben derzeit Archäologen in Alacahöyük in Nordanatolien aus. Die Konstruktionsweise ähnelt sehr stark der noch heute angewandten, sagt Grabungsleiter Aykut Çinaroglu, nur dass man statt Zement damals Lehm verbaute. Zur Zeit des Dammbaus gab es große Probleme mit einer Trockenperiode, die bis nach Spanien spürbar war. Während dieser Zeit wurden in Zentralanatolien elf bis dreizehn Dämme in gleicher Bauweise errichtet. In Auftrag gegeben wurden die Bauwerke seinerzeit von Puduhepa, der Gemahlin des hethitischen Königs Hattuschili III., einem Zeitgenossen Ramses II. Sie waren der Göttin Hepa geweiht.
hurriyetdailynews


04. November 2012
Bedeutende Entdeckung von Gräbern in Abusir-Süd

Die Grabungsmission der Karls-Universität in Prag unter der Leitung von Miroslav Barta stieß bei ihren Ausgrabungen in Abusir-Süd auf den Hof einer Prinzessin aus der Zeit um 2500 v.Chr. Die Grabbauer nutzten eine natürliche Stufe im Fels, um den 4 m tiefen Hof auszuschachten, der fast versteckt inmitten von höher gelegenen Mastabagräbern liegt. Die Nord- und Westwandung ist mit Kalksteinblöcken eingefasst, die Stüdwand in den Fels geschlagen. Die Ostwand bildeten ebenfalls Kalksteinblöcke, an denen ein Treppenabgang entlanggeführt wurde. Innerhalb des Hofes sind vier Kalksteinpfeiler aufgestellt, die Architrave und das Dach trugen. Die Inschrift auf den Pfeilern lautet "Leibliche Königstochter, die er liebt, die Ehrwürdige bei dem großen Gott, Scheret-Nebti". Die Anlage kann vorläufig auf die zweite Hälfte der 5. Dynastie datiert werden, was überrascht, denn die meisten Mitglieder der königlichen Familie aus dieser Zeit wurden in einer Nekropole begraben, die sich 2 km weiter nördlich befindet.
Von der süd-östlichen Ecke des Hofes verläuft ein Korridor nach Osten. An der Südwand von Hof und Korridor befinden sich Zugänge zu vier Gräbern, von denen zwei bereits untersucht werden konnten. Sie gehören hohen Beamten: einem Vorsteher der Rechtssprechung im Großen Haus, Schepes-pu-Ptah, und einem Inspektor der Palastbediensteten, Dua-Ptah. Beide Gräber gehören wahrscheinlich in die Regierungszeit von Djedkare Isesi, vorletzter König der fünften Dynastie. Die beiden anderen Gräber werden noch untersucht, jedoch gehört eines der beiden einem mit Titeln hochdekorierten Beamten namens Nefer, dessen prächtige Scheintür in situ gefunden wurde. Ein Serdab (Statuenraum) enthielt mehrere Statuen dieses Mannes; eine zeigt ihn als Schreiber. Das vierte Grab gehört einem Beamten namens Ity. Zwischen den Grabeingängen fand man drei große Kalkstein-Naoi mit erhabenen, hervorragend gefertigten Statuen, die ursprüngliche farbig bemalt waren. Die Statuten zeigen einmal einen Mann, einmal einen Mann mit seinem Sohn und einmal zwei Männer und eine Frau. Es wurden auch einige Fragmente einer Scheintür ausgegraben, die Teile des Titels und Namens der Prinzesssin Scheret-Nebti enthalten.
Die tschechischen Archäologen erwarten weitere überraschende Funde an diesem bereits jetzt äußerst ergiebigen Grabungsplatz.
Seite der Grabungsmission (zum Bericht bitte "Abusir" > "News" > "Ground breaking discoveries..." anklicken)
Report mit brillanten Fotos in tschechischer Sprache und in deutscher Microsoft-Übersetzung


03. November 2012
Archäologen kehren nach Karkemisch zurück

Nach fast einem Jahrhundert Pause wurden die Ausgrabungsarbeiten in Karkemisch wieder aufgenommen. Der geschichtsträchtige Ort am Rande von Mesopotamien hat in seiner Geschichte eine Reihe von Eroberungen erlebt, durch Mitanni, die Hetither und Assyrer, und der ägyptische König Necho II. (26. Dynastie) musste sich hier zusammen mit seinen assyrischen Alliierten den Babyloniern geschlagen geben. Nicolo Marchetti von der Universität Bologna nimmt sich gemeinsam mit türkischen Kollegen seit 2011 dieser archäologischen Stätte an, die sich in einer zur Zeit labilen Grenzregion zwischen der Türkei und Syrien befindet. 55 Hektar des Geländes liegen in der Türkei, 35 Hektar in Syrien. Frühere Funde aus der Region zeugen für die Anwesenheit von Tempeln, Palästen, Basaltstatuen und Reliefs sowie für starke Verteidigungsstrukturen. Ausgrabungen fanden dort über einen Zeitraum von 1878 bis 1920 statt und lagen seitdem brach.
popular-archaeology