ÄgyptologieNewsPaper
Redaktion, Texte und Abbildungen (sofern nicht anders erwähnt): Gitta Warnemünde
  November 2013
24. November 2013
Grab in Assuan durch Polizeieinsatz vor Plünderung bewahrt

Nachdem die Polizei einen Alarmruf erhalten hatte, dass auf der Westbank von Assuan in der Nähe des Aga-Khan-Mausoleums Unbefugte unterwegs seien, stießen die Beamten auf ein Grab aus griechisch-römischer Zeit, an dem sich offensichtlich Diebe zu schaffen machen wollten. Sie konnten allerdings ihr kriminelles Werk nicht vollbringen und flohen beim Eintreffen der Polizisten. Das Grab enthält vier Mumien, zwei Holzsärge und weitere Artefakte. Die Objekte wurden der Antikenverwaltung von Assuan übergeben.
thecairopost
egyptindependent



21. November 2013
Beschädigung von Inschrift in der Cheops-Pyramide durch deutsche Staatsbürger
Zwei Männer aus Deutschland sind in die Entlastungskammer der Cheops-Pyramide geklettert, um Farbproben von einer Tinten-Inschrift zu nehmen, die von Pyramidenarbeitern hinterlassen worden ist. Die Proben sollten in Deutschland analysiert werden, um das Alter der Partikel festzustellen. Die Probenentnahme wurde mit einem eigenen Video dokumentiert, das für kurze Zeit im Netz kursierte. Der Vorfall sorgte in der Fachwelt (und nicht nur dort!) weltweit für Empörung. Die ägyptische Regierung sowie eine Reihe von Wissenschaftlern wollen nun alle Möglichkeiten ausschöpfen, um die Männer für ihre Tat zur Rechenschaft zu ziehen. Vollkommen zu Recht!
spiegel
focus
egyptindependent



18. November 2013
Italienische Technologie für ägyptische Papyri
Mit mobilen italienischen High-Tech-Geräten sollen hochfragile Papyri im ägyptischen Museum Kairo restauriert und konserviert werden. Ein Laser nutzt eine zerstörungsfreie Technologie, um filigrane und empfindliche Oberflächen ohne jegliche chemische Substanzen zu reinigen. Ein Spektrometer macht chemisch-physikalische Messungen und analysiert Materialien ohne Probenentnahme. Eine komplizierte Klimatisierungsmethode soll Bedingungen herstellen, unter denen die Papyri in Gräbern "überlebt" haben.
ansamed



18. November 2013
Balsamiertes Fleisch als Wegzehrung in der Jenseitswelt

Biochemiker der Universität Bristol untersuchten verschiedene Fleischrationen, die in ägyptischen Gräbern gefundenen wurden. Das wohl berühmteste der erforschten Exemplare stammt aus dem Grab von Juja und Tuja, den Eltern Amenophis' III. Hierbei handelt es sich um ein Stück Rindfleisch, das sorgfältig und hochwertig mit Fett oder Öl und mit dem Harz des Pistazienbaums balsamiert und anschließend mit Binden umwickelt worden war. Fleischbeigaben aus anderen Gräbern (Kalb, Ziege, Ente) waren ebenfalls, allerdings nur mit Tierfett einbalsamiert und in Leinenbinden gewickelt.
livescience
sueddeutsche



16. November 2013
Weitere Funde in Armant

Nach den Statuen (siehe unten) fand man nun zusätzlich fünf bekrönte Köpfe königlicher Statuen mit einer Größe von etwa 50 cm. Sie sind wahrscheinlich ins Mittlere Reich zu datieren. Man sucht nun nach im Laufe der letzten Jahre freigelegten kopflosen Objekten, zu denen die "neuen" Köpfe passen könnten.
luxortimesmagazine



16. November 2013
Ägyptische Siedlung in Gezer
Unter den Ruinen einer israelitischen Stadt aus der Zeit zwischen dem 10. und dem 8. Jhd. v.Chr. fanden amerikanisch-israelische Forscher eine weitere Ansiedlung. Sie stammt aus dem 14. Jhd. v.Chr. und scheint von Ägyptern angelegt worden zu sein, wofür auch das Auffinden eines Skarabäus' mit dem Namen von Amenophis III. spricht. Da Ägypten in der Antike einen großen Teil Palästinas kontrollierte, wäre dieser Grabungsbefund nicht verwunderlich, zumal Gezer an einer wichtigen Handelsroute lag.
lifescience
Grabungs-Webseite Tel Gezer



14. November 2013
Zur Plünderung des Mallawi-Museums
Nachdem einige Stücke aus dem geplünderten und verwüsteten Mallawi-Museum wiedergefunden werden konnten (siehe Beitrag vom 15.08.2013), ist man nach wie vor in Sorge um eines der Meisterwerke des Museums, die amarnazeitliche Statuette einer Prinzessin, die nach wie vor verschwunden ist.


Prinzessinnenstatuette in ihrer Vitrine, Fotos aus dem Jahr 2004
© Isis & Osiris

Man gibt jedoch die Hoffnung nicht auf, dass die kleine Statue über kurz oder lang wieder auftauchen könnte.
telegraph



14. November 2013
Funde im Gedächtsnistempel Thutmosis' III. in Luxor (Westbank)

Die Mitarbeiter des Thutmosis III Temple Project legten im nördlichen Bereich des Tempels die unteren Teile von zwei Statuen aus schwarzem Granit frei. Eine der beiden kann durch den Namen Thutmosis' III. eindeutig zugeordnet werden. Es wurden weiterhin Fragmente eines Torbaus gefunden, mit zum Teil noch farbiger Dekoration. Auf den Bruchstücken ist auch ein wohl ramessidischer Hohepriester namens Chonsu erwähnt. Einige Fragmente tragen die Namen von Ramses II. und von Echnaton. Ein Teil des Tempels Thutmosis' III. wurde demzufolge wahrscheinlich zunächst noch von Echnaton während seiner frühen Regierungsjahre genutzt, ebenso wie später auch von Ramses II.
luxortimesmagazine
Webseite des Grabungsprojekts


12. November 2013
Statuen im Month-Tempel von Armant freigelegt

Bei den beiden Statuen aus dem Neuen Reich handelt es sich um einen Fund französischer Archäologen des IFAO und der Universität Montpellier. Die erste Statue (Grandiorit, 69 cm hoch, 48 cm breit) zeigt einen knienden Priester mit vorgesetztem Opfertisch, darauf zwei Falkenköpfe, Sinnbilder des Month. Es handelt sich um das Abbild des ersten Hohepriesters des Month von Armant, Ramose, ein Zeitgenosse Ramses' II. Ramose ist bereits durch eine Statue in Chicago (Art Institute Nr. 20264) und eine Darstellung im thebanischen Grab eines gewissen Chonsu (TT 31) als Teilnehmer an einer Prozession zu Ehren des Gottes von Armant bekannt. Die zweite Statue (Sitzstatue, Kalkstein, 92 cm hoch, 62 cm breit) stellt den königlichen Schreiber und Arzt Nebamun dar. Er trägt auf seinem Schoß eine Sitzstatue des Month, die von einem Naos umgeben ist. An den Seiten des Sitzes von Nebamun sind seine Familienmitglieder dargestellt. Eine ebenso gestaltete Statue wurde bereits 1980 in Armant entdeckt.
luxortimesmagazine
Veröffentlichung des CFEETK (französisch)



09. November 2013
Rückkehr von 90 ägyptischen Artefakten aus Israel

Die Stücke sollten auf einer Auktion in Jerusalem zum Verkauf kommen, was ägyptische Behörden jedoch verhinderten. In Kooperation mit den israelischen Behörden konnten sie zurückgeführt werden. Man versucht inzwischen, 20 weiteren Objekten auf die Spur zu kommen, die bereits verkauft worden waren.
english.alarabiya


04. November 2013
Die ägyptische Festungsanlage von Jaffa

Bereits am 30.08.2012 wurde über diesen Fund durch eine Mission der Universität Mainz in Jaffa berichtet. Bei der diesjährigen Grabungskampagne beschäftigte ein ägyptischer Torbau, der einzige bisher in Israel gefundene, aus dem 14. Jhd. v.Chr. die Archäologen. Die Gebäudeanlage war ursprünglich zweistöckig, und im eingestürzten Obergeschoss waren mächtige Balken aus Libanonzeder verbaut worden. Möglicherweise bei der späteren Eroberung der Festung wurde die Anlage niedergebrannt, denn ein Teil der Balken ist verkohlt. Man fand Pfeilspitzen und eine Speerspitze. Überraschend ist der Fund von Hirschgeweihen. Wegen der Fundlage nimmt man an, dass die Geweihe von den ägyptischen Militärangehörigen wie Trophäen an einer Seite des Torbaus angebracht worden waren. In den Ruinen fand man Samen (Gerste, Oliven- und Traubenkerne, Kichererbsen), die darauf hinweisen, dass sich in diesem Bereich auch Wohn- oder Lagerräume befanden. Die pflanzlichen Überreste stellen ein hervorragendes Material für Radiocarbonuntersuchungen dar, d.h. eine wertvolle Datierungsgrundlage.
damals
Pressemitteilung der Uni Mainz mit brillanten Fotos



03. November 2013
Diebesgut konfisziert

In einem Privathaus in Mit-Rahina, dem früheren Memphis, konnten ein Kalksteinnaos und vier Statuetten (Größe zwischen 9 und 19 cm) aus dem Alten Reich sichergestellt werden. Der Inhaber befindet sich in Gewahrsam.
english.ahram


03. November 2013
Neues von Tutanchamun

Chris Naunton, Egypt Exploration Society (EES), vermutet, dass den Balsamierern bei der Behandlung des königlichen Körpers ein verheerender Fehler unterlaufen ist. Sie hatten offenbar nicht damit gerechnet, dass eine Kombination aus bestimmten Ölen, Sauerstoff und Leinen eine chemische Reaktion auslösen könnte, die zu einem Brand führt. Die Analyse eines Gewebefragments vom Körper des Königs ergab, dass der Leichnam - bereits im Sarg liegend - Feuer gefangen haben und Temperaturen von bis zu 200 Grad ausgesetzt gewesen sein muss. Der Grund für den seltsamen Zustand der Mumie, dem nach Ansicht von Naunton bei bisherigen Untersuchungen viel zu wenig Aufmerksamkeit gewidmet worden sei, dürfte auf den Spontanbrand kurz nach dem Begräbnis zurückzuführen sein. Dies erkläre den verkohlten Eindruck.
Es wurden außerdem mit Hilfe von Computersimulationen auf Basis der auf den CT-Aufnahmen sichtbaren Verletzungen verschiedene Szenarien durchgespielt, darunter auch Streitwagenunfälle. Daraus wird gefolgert, dass den knienden Tutanchamun ein Streitwagen getroffen haben könnte, der Rippen und Brustkorb zertrümmerte und auch das Herz (das sich nicht in der Mumie befindet) schwer verletzte.
ibtimes