Der Nil in Preussen
Die Ägyptomanie, die nach Napoleons militärisch missglücktem, ägyptologisch jedoch grandiosen Ägypten-Feldzug 1798 einen Höhepunkt erlebte in den Salons der Gesellschaft, machte auch vor Preussen nicht halt und noch heute begegnet einem hier und da die alte Verbundenheit des Nils mit Havel und Spree.
Einige alte und moderne Zeugnisse dieser besonderen Art:

Potsdam

Neuer Garten

Sommerresidenz Friedrich Wilhelms II.


Eingangsportal der Orangerie mit Sphinge nach Entwürfen von Carl Gotthard Langhans (1732-1808) und Andreas Ludwig Krüger (1743-1805). Für zwei Nischen gestaltete Gottfried Schadow (1764-1850) Antinous- Statuen. Antinous war Liebling des römischen Kaisers Hadrian. 
Er ertrank im Nil.

Pyramide, erbaut von Langhans und Krüger. Sie wurde als Kühlraum, als sogenannter Eiskeller, genutzt

Pyramideneingang,
geschmückt mit einem hieroglyphischen Fantasietext
Schlosspark Rheinsberg

Prinz Heinrich von Preussen

ruinengestaltige Pyramide mit Sphinge (1802)

Die Pyramide ist gleichzeitig das Grabmal des Prinzen
Auszug aus der von ihm selbst in französischer Sprache verfassten Grabinschrift:

"Wanderer!
Erinnere Dich, dass auf Erden Vollkommenheit nicht wohnt
War ich auch nicht der beste der Menschen
so gehörte ich wenigstens
nicht unter die Zahl der Bösen!"

Dieser Hauch einer Ähnlichkeit zu manch altägyptischem Grabtext ist sicher rein zufällig.

Schlosspark Branitz bei Cottbus

Hermann Fürst von Pückler-Muskau


Die Landpyramide von Branitz erinnert mit ihrem Unterbau an den Schuttberg der Pyramide von Meidum
Fürst Pückler-Muskau bereiste von 1834 bis 1840 den Orient, davon zwei Jahre Ägypten (1836-1838). Seine 1844 erschienen Reiseerinnerungen entwickelten sich zu einem Bestseller seiner Zeit
Die Seepyramide
Grabstätte des Fürsten und seiner Gemahlin

Einer der zahlreichen pfiffigen BSR-Slogans
 

Selbst die eher bodenständigen Saubermänner Berlins - ganz im Gegensatz zu den Spuren suchenden Archäologen vielmehr Spezialisten in der Beseitigung derselben - konnten sich dem Zauber der ägyptischen Antike nicht entziehen

Foto mit freundlicher Genehmigung der
BSR Berliner Stadtreinigungsbetriebe

Berlin-Reinickendorf

Mauergemälde eines zeitgenössischen Künstlers - vielleicht ein eingefleischter Ägypten-Fan, vielleicht aber auch ein heimatverbundener Berliner ägyptischer Herkunft


Buddy Bär Berlin Show 2001
Hunderte von fantasievoll gestalteten Bärchen zierten das Stadtbild
Die Stifter ließen sie versteigern und den Erlös einem guten Zweck zukommen


Und der eine oder andere Künstler...
 


 

"Ägypter"
von Lubos Vavro
Sponsor buddy-baer.com
Standort Georges Grosz Platz/Ku'damm


"Die Mumie" allerdings wurde dem Ägyptischen Museum vom Sponsor zum Geschenk gemacht und ziert dort jetzt den Innenhof.




...ließ sich auch von Ägypten inspirieren

"Die Mumie"
von Ralf Nepolsky
Sponsor koka36.de
Standort Uhland/Ecke Ku'damm