Ein Dokument schreibt Geschichte

Der 1259 v.Chr. geschlossene Friedensvertrag zwischen Ramses II, Pharao von Ägypten, und Hattusili III, König der Hethiter
 

Hätte die moderne Verwaltung einen Stammbaum, er würde mit den Ägyptern beginnen, denn kein anderes Volk hat sie in früher Zeit schon so perfektioniert. Wen wundert es da, dass wir ihnen (und natürlich den Hethitern) auch den ersten schriftlichen Staatsvertrag der Menschheitsgeschichte verdanken.
Die Schlacht bei Kadesch um 1274 v.Chr. zwischen den Ägyptern und den Hethitern, in Ägypten propagandistisch als großer, allein durch den Herrscher erzielter Sieg ausgeschlachtet, war wohl eher ein unentschiedener Kampf, wenn nicht gar eine Niederlage für die Ägypter. Die endgültige Beendigung der Kampfhandlungen zwischen beiden Völkern wurde schließlich vertraglich besiegelt.

Ramses II, kämpfend auf seinem Streitwagen
Relief in Abu Simbel
 

Die Namenskartuschen Ramses II

Der Wortlaut des Friedensvertrages zwischen Ramses II und Hattusili III
Gegenüberstellung des babylonischen und des ägyptischen Textes

Abschrift aus:
Der Vertrag zwischen Ramses II. von Ägypten und Hattusili III. von Hatti
von Elmar Edel
erschienen 1997 im Gebr. Mann Verlag, Berlin, ISBN 3-7861-1944-9
hier veröffentlicht mit freundlicher Genehmigung des Herausgebers,
der Deutschen Orient-Gesellschaft e.V.


Vorspann
Angabe des Datums

Jahr 21, erster (Monat) der Saatzeit
unter der Majestät des Königs von Ober- und Unterägypten
Wasmuaria satepnaria, Sohnes des Re, Riamasesa mai-amana,
dem für immer und ewig Leben gegeben ist,
geliebt von Amun-Re, von Harachte,
von Ptah, der sich südlich von seiner Mauer befindet, dem Herrn von Anchtawi,
von Mut, der Herrin von Ischru, und von Chons-Neferhotep,
der auf dem Horusthron der Lebenden
wie sein Vater Harachte für immer und ewig erschienen ist.
An diesem Tag befand sich seine Majestät in der Stadt Pi-Riamasesa mai-amana
und tat, was sein Vater Amun-Re, Harachte,
Atum, der Herr der beiden Länder, der Heliopolitaner;
Amun von Riamasesa mai-amana; Ptah von Riamasesa mai-amana
und Seth, der groß an Kraft, der Sohn der Mut, loben,
dem entsprechend, daß sie ihm eine Unendlichkeit von Sed-Festen
und eine Ewigkeit von friedlichen Jahren geben mögen,
indem alle Flachländer und alle Bergländer für immer unter seine Sandalen geworfen sind

Ankunft der Boten

Da kamen der Königsbote, Stellvertreter der Wagentruppe Nemti,
der Königsbote [.....]
[der Königsbote .....]
[der Bot]e [des] Landes [Hatti] N[erikaili (und) Tili-]tessup,
der [B]o[te] zwei[ter Klasse] von Hatti Ria[massi (und)
[der Bot]e [des Landes Kark]amis Pijassili
mit der Silbertafel, [die] der Großfürst von Hatti, Hattusili,
zum Pharao, er lebe, sei heil und gesund, bringen ließ,
um Frieden zu erbitten [bei der Majestät des Königs von Ober- und Unterägypten,
Wasmuaria] satepnaria, Sohn des Re, Riamasesa mai-amana, 
dem für immer und ewig Leben gegeben ist wie seinemVater Re jeden Tag

Abschrift des Vertrages in ägyptischer Übersetzung

Abschrift der Silbertafel, die der Großfürst von Hatti, Hattusili,
zum Pharao, er lebe, sei heil und gesund, 
durch die Hand seines Boten Tili-tessup und seines Boten Riamassi bringen ließ
um den Frieden zu erbitten bei der Majestät [des Königs von Ober- und Unterägypten,]
[Wasmua]ria [satepna]ria, Sohnes des Re, Riamasesa mai-amana,
des Stieres unter den Herrschern,
der seine Grenzen nach Belieben in jedem Land festsetzt.


Der Vertrag
Babylonischer Text
Hieroglyphischer Text
Überschrift des Vertrages auf der Silbertafel


§ 1A
Überschrift im engeren Sinne

[Der Vertrag, den R]iamas[esa mai-]amana, der Großkönig, der König [des Landes Ägypten,] [auf einer Silbertafel geschlossen hat] mit Hattusili, [dem Gro]ß[könig], dem König des Landes Hatti, seinem Bruder, für [das Land Ägypten und das Land Hatti], um so (auch ) [großen] Friede[n] und große [Brüder]schaft zwischen ihnen für i[mmer] zu stiften.



§ 1B
Absender-Adressat als Vertragspartner

S[o] (sagt) Riamasesa mai-amana, der Großkönig, der König des Landes Ägypten, der Hel[d a]ller Länder der Sohne des Minmuria, des Großkönigs, des Königs des Landes Ägypten, des Helden, der Enkel des Minpahtaria, des Großkönigs, des Königs des Landes Ägypten, des Helden, zu Hattusili, dem Großkönig, dem König des Landes Hatti, des Helden, dem Enkel des Suppiluliuma, des Großkönigs, des Königs des Landes Hatti, des Helden

Überschrift des Vertrages auf der Silbertafel


§ 1A+B
Überschrift, vermengt mit Absender-Adressat-Angabe

Der Vertrag, den der Großfürst von Hatti, Hattusili, der Starke, der Sohn des Mursili, des Großfürsten von Hatti, des Starken, der Sohn des Suppil[uliu, des Großfürsten von Hatti, des Star]ken, auf einer Silbertafel geschlossen hat für Wasmuaria satepnaria, Großkönig von Ägypten, den Starken, den Sohn des Minmuria, des Großkönigs von Ägypten, des Starken, den Sohn des Sohnes des Minpahtaria, des Großkönigs von Ägypten, des Starken

§ 1C
Zweck des Vertrages

Siehe, ich habe jetzt [gu]te Brüderscha[ft] und guten Frieden zwischen uns für immer gestiftet, um so (auch) guten Frieden und gute Brüderschaft zwi[schen] dem Lande Ägypten und dem Lande Hatti für immer [zu stiften]

§ 1C
Zweck des Vertrages

Der gute Friedens- und Brüderschaftsvertrag,
der guten Frieden [zwischen uns für immer] stiftet, (und)
[der gute Brüderschaft] [zwischen]uns [für] immer [stiftet].

§ 2
Vorgeschichte des Vertrages

So (spricht er): Siehe, was das Verhältnis des Großkönigs, des Königs des Landes Ägypten, [und des Großkönigs], des Königs des Landes Hatti, seit jeher angeht, so wollte der Gott [durch einen Vertrag au]f ewig nicht zulassen, daß Feindschaft zwischen ihnen entsteht.

§ 2
Vorgeschichte des Vertrages

Früher, (schon) von Ewigkeit her, was das Verhältnis zwischen dem Großkönig von Ägypten und dem Großfürsten von Hatti angeht, so ließ der Gott durch einen Vertrag <auf ewig> nicht zu, daß Feindschaft zwischen ihnen entsteht. In der Zeit des Muwatalli aber, des Großfürsten von Hatti, meines Bruders da kämpfte er mi[t Riamasesa mai-amana], dem Großkönig von Ägypten. Nachdem Muwatalli, der Großfürst von Hatti, mein Bruder, zu seinem Schicksal geeilt war, setzte sich Hattusili als Großfürst von Hatti auf den Thron seines Vaters.

Allgemeine Freundschaftserklärung


§ 3
Ramses hat den Vertrag wieder aufgenommen

Siehe, Riamasesa mai-amana, der Großkönig, der König des Landes Ägypten, <befindet sich in dem Vertrag> <um> das Verhältnis entstehen <zu lassen>, d[as der Sonnengott geschaffen hat, un]d das der Wettergott geschaffen hat für das Land Ägypten und das Land Hatti in ihrem Verhältnis von Ewigkeit her, (und) um zwische[n ihnen n]iemals Feindschaft entstehen zu [las]sen. Fürwahr, Ri[amases]a, mai-amana, der Großkönig, der König des Landes  Ägypten], hat sich verbündet durch den Vertrag auf der Silbertafel mit [Hattusi]li, dem Großkönig, dem König des Landes Hatti, seinem Bruder, v[om heutigen Ta]ge [an], um zwi[schen uns für] immer guten Frieden und gute Brüderschaft zu stiften, indem er mi[t mir] verbrüdert ist, <indem er mit mir friedlich ist,| indem ich mit ihm verbrüdert bin (und) indem ich mit ihm für i[mmer] friedlich bin.

[Siehe, w]ir machen [unsere] Brüderschaft (und) unseren [Frie]den, indem er besser ist als die Brüderschaft [und) der Friede von früher, die es im Land Ä[gypten und im Lan]d Hatti gab. Siehe Riamasesa mai-amana, der Großkönig, der König des Landes Ägypten, befindet sich in gutem Frieden (und) in guter Brüderschaft mit [Hattusili], dem Großkönig, dem König des Landes Hatti. Siehe, die Söhne des Riamasesa mai-amana, des Großkönigs, des Königs des Landes Ägypten, sind friedlich (und) verbrü[dert] [mit] den Söhnen des Hattusili, des Großkönigs, des Königs des Landes Hatti für immer, indem sie sich entsprechend unserem Verhältnis [unserer Brüderscha[ft und] unseres [Frie]dens (verhalten) und indem das Land Ägypten und das Land Hatti friedlich und verbrüdert sind wie wir auf ewig.
 

Allgemeine Freundschaftserklärung


§ 3
Hattusili hat den Vertrag wieder aufgenommen

Danach aber, vom heutigen Tage an, siehe, da befindet sich Hattusili, der Großfürst von Hatti, [in] dem Vertrag, der das Verhältnis dauerhaft machen soll, das der Sonnengott geschaffen hat, und das der Seth geschaffen hat, für das Land Ägypten und das Land Hatti, um zwischen ihnen niemals Feindschaft entstehen zu lassen. Siehe, Hattusili, der Großfürst von Hatti, hat sich verbündet durch den Vertrag <auf der Silbertafel| mit Wasmuaria satepnaria, dem Großkönig von Ägypten, vom heutigen Tage an, um zwischen uns für immer guten Frieden und gute Bruderschaft zu stiften, indem er mit mir verbrüdert ist, indem er mit mir friedlich ist, indem ich mit ihm verbrüdert bin (und) indem ich mit ihm für immer friedlich bin. Nachdem Muwatalli, der Großfürst von Hatti, mein Bruder, seinem Schicksal gefolgt war, setzte sich Hattusili als Großfürst von Hatti auf den Thron seines Vaters. 

Si[eh]e, ich bin (im Bund) zusammen mit Riamasesa mai-amana, dem Großkönig Ägyptens, indem [das Verhältnis uns]eres Friedens (und) [uns]erer Brüderschaft g[ut ist]; indem es [das Verhältnis) besser ist als der (frühere Frieden (und) als die (frühere Brüderschaft, die in dem Land <Ägypten (und) in dem Land Hatti> existierte. Siehe, ich als der Großfürst von Hatti befinde mich mit [Wasmuaria satepnaria,] dem Großkönig Ägyptens, in gutem Frieden (und) guter Verbrüderung; (auch) die Enkel des Großfürsten von Hatti sollen sich verbrüdern und friedlich sein mit den Enkeln des Riamasesa [mai-amana], des Großkönigs von Ägypten, <für immer>, indem [sie] sich in unserem Verhältnis der Brüderschaft (und) [in] unserem Verhältnis [des Friedens] befinden; [(auch) das Land Ä]gypten und das Land Hatti sollen friedlich sein (und) sich verbrüdern wie wir für immer, ohne daß jemals zwischen ihnen Feindschaft aufkommt.

Gegenseitiges Nichtangriffsversprechen


§ 4A
Ramses soll Hatti nicht angreifen
Vgl. § 4B Hier.

Ria[mases]a mai-amana, der Großkönig, der König des Landes Ägypten, soll niemals das Land Hatti angreifen, um irgendetwas aus i[hm] wegzunehmen.

§ 4B
Hattusili soll Ägypten nicht angreifen
Vgl. § 4A Hier.

Und Hattusili, der Großkönig, der König des Landes Hatti, soll niemals das Land Ägypten angreifen, um irgend[etwas] aus ihm wegzunehmen.

§ 5A+B
Ramses und Hattusili erneuern den früheren Vertrag

§ 5A
Ramses erneuert den Vertrag
Vgl. § 5B Hier.

Siehe, die für die Ewigkeit festgelegte Ordnung, die der Sonnengott und der Wettergott für das Land Ägypten und das Land Hatti geschaffen haben, um keine Feindschaft zwischen ihnen zuzulassen. Siehe, Riamasesa mai-amana, der Großkönig, der König des Landes Ägypten, hat sie wiederaufgenommen, um Frieden zu schaffen von diesem Tage an. Siehe, das Land Ägypten und das Land Hatti sind befriedet und verbrüdert auf ewig.

§ 5B
Hattusili erneuert den Vertrag
 <vgl. § 5A> 
Entfällt

Gegenseitiges Nichtangriffsversprechen


§ 4A
Ramses soll Hatti nicht angreifen
Vgl. & 4B Bab.

ohne daß <Hattusili>, der Großfürst von Hatti, jemals das Land Ägypten angreift, um irgendetwas aus ihm wegzunehmen.

§ 4B
Hattusili soll Ägypten nicht angreifen
Vgl. § 4A Bab.

ohne daß Wasmuaria satepnaria, der Großkönig von Ägypten, jemals das Land Hatti angreift, um irgendetwas aus ihm wegzunehmen.

§ 5A+B
Hattusili und Ramses erneuern den früheren Vertrag

§ 5A
Hattusili erneuert den Vertrag
Vgl. § 5B Bab.

Was den festgelegten Vertrag angeht, der hier zur Zeit des Suppiluliuma, des Großfürsten von Hatti bestand, und ebenso den festgelegten Vertrag, der zur Zeit des Muwatalli, des Großfürsten von Hatti, meines Bruders, bestand, so habe ich ihn wiederaufgenommen;

§ 5B
Ramses erneuert den Vertrag
Vgl. § 5A Bab.

Siehe, (auch) Riamasesa mai-amana, der Großkönig von Ägypten, hat [den Vertrag] wieder aufgenommen, (und) von diesem Tag an ist es, daß er mit uns zusammen handelt. Wir haben ihn wiederaufgenommen, (und) nach diesem festgelegten Verhältnis ist es, daß wir handeln.

Defensivbündnis gegen äußere und innere Feinde


§ 6
Ramses soll Hattusili gegen äußere Feinde unterstützen
Vgl. § 8 Hier.

Und wenn ein auswärtiger Feind gegen das Land Hatti zieht, und Hattusil[i, der König des Landes Hatt]i, schickt zu mir mit den Worten: "Komm zu mir zu meiner Hilfe gegen ihn!", so soll Ri[amasesa ma]i-amana, der Großkönig, der König des Landes Ägypten, seine Truppen und seine Wagen senden, und sie sollen [seinen Feind] erschlagen [und er soll de]m Lande Hatti [Ge]nugtuung verschaffen.

§ 7
Ramses soll Hattusili gegen innere Feinde unterstützen
Vgl. § 9 Hier.

Und wenn Hattusili, der Großkönig, der König des Landes Hatti, auf Unterta[nen] von sich [zornig sein sollte], nachdem sie sich gegen ihn vergangen haben, und du dem Riamasesa mai-amana, dem Großkönig, dem König des Landes Ägyp[ten, des]halb schickst, dann soll Riamas[esa m]ai-amana seine Truppen und seine Wagen schicken, und die sollen alle vernichten, auf die er zornig ist.

Defensivbündnis gegen äußere und innere Feinde


§ 6
Hattusili soll Ramses gegen äußere Feinde unterstützen
Vgl. § 8 Bab.

Wenn ein auswärtiger Feind gegen die Länder des Wasmuaria satepnaria, des Großkönigs von Ägypten zieht, und der zum Großfürsten von Hatti schickt,  mit den Worten: "Komm mit mir als Verstärkung gegen ihn!", so soll der Großfürst von Hatti [zu ihm als Verstärkung kommen,] [und d]er Großfürst von Hatti soll seinen Feind erschlagen. Aber wenn der Großfürst von Hatti nicht (selbst) gehen will, so soll er seine Truppen und seine Wagen schnellstens kommen lassen und seinen Feind erschlagen.

§ 7
Hattusili soll Ramses gegen innere Feinde unterstützen
Vgl. § 9 Bab.

Oder wenn Riamasesa mai-amana, [der Großkönig von Ägypten], auf Untertanen von sich zornig ist, nachdem sie ein anderes Vergehen gegen ihn verübt haben, und er auszieht, um sie zu erschlagen, so soll der Großfürst von Hatti (im Bunde) mit ihm alle [vernichten,] [auf die] sie zornig sein werden.

§ 8
Hattusili soll Ramses gegen äußere Feinde unterstützen
Vgl. § 6 Hier.

[Und wen]n ein auswärtiger Feind gegen das Land Ägypten zieht, und Riamasesa mai-amana, [der König des La]ndes Ägypten, dein Bruder, zu Hattusili, dem König des Landes Hatti, seinem Bruder, schickt, mit den Worten: "Komm zu meiner Hilfe gegen ihn!" dann soll Hattu[sili, der Köni]g des Landes Hatti, seine Truppen und seine Wagen senden und meinen Feind erschlagen.

§ 9
Hattusili soll Ramses gegen innere Feinde unterstützen
Vgl. § 7 Hier.

Und wenn Riamasesa ma[i-amana, der Köni]g [des Land]es Ägypten, auf Untertanen von sich zornig sein sollte, nachdem sie ein Vergehen gegen [ihn] verübt haben, und [ic]h zu Hattusili, (dem Großkönig), dem König des Landes Hatti, meinem Bruder, deshalb s[chick]e, dann soll Hattusil[i, der Großkönig, der König des Landes Ha]tti, meine Bruder, [seine] Truppen und seine Wagen schicken, und die sollen alle vernichten, [auf die] ich zo[rnig bin].

§ 8
Ramses soll Hattusili gegen äußere Feinde unterstützen
Vgl. § 6 Bab.

Aber [wenn ein] auswärtiger Feind gegen den Gro[ßfü]rst[en von Hatti zieht,] [und er zu Was]mua[ria] satepnatia, [d]em [Großkönig von Ägypten schickt,] [so soll er] zu ihm als Verstärkung kommen, um seinen Feind zu erschlagen. Wenn Riamasesa mai-amana, der Großkönig von Ägypten, kommen will, so soll er [kommen,] [und dem Land] Hatti Genugtuung verschaffen. Aber wenn [Wasmuari]a [satepnaria, der Großkönig von Ägypten, nicht kommen will,] [so soll er] seine [Truppen und seine] Wagen schnellstens kommen [lassen] und dem Land Hatti Genugtuung verschaffen.

§ 9
Ramses soll Hattusili gegen innere Feinde unterstützen
Vgl. § 7 Bab.

Aber wenn Untertanen des Großfürsten von Hatti sich gegen ihn vergehen, und Riamase[sa] mai-amana, [der Großkönig von Ägypten, es hört,] [so soll Wasmua]ria [satepnaria, der Groß]kön[ig von Ägypten, alle vernichten,] [auf die sie zornig sein werden].

§ 10
Ramses soll die Thronfolge des hethitischen Kronprinzen garantieren.

Und siehe, der Sohn des Hattusili, des Königs des Landes Hatti so[ll] zum König des Landes Hat[ti] gemacht werden [a]n der Stelle des Hattusili, seines Vaters, nach vielen Jahren des Hattus[ili, des Königs des Landes H]atti. [Und] wenn die Söh[ne] des Landes Hatti ein Vergehen gegen ihn verüben sollten, dann soll [Riamasesa] mai-amana Tr[uppen und W]agen zu <seiner Hilfe> schicken <und> ihm Genugtuung verschaffen.

§ 10B
<Hattusili soll die Thronfolge des ägyptischen Kronprinzen garantieren>
Entfällt

§ 10
Ramses soll die Thronfolge des hethitischen Kronprinzen garantieren

[Siehe], das [Land] Hatti (und) das Land [Ägypten] [sind (auch)] na[ch unser]em Leben [auf ewig friedlich und verbrüdert]. (Mit) anderen Worten: Ich werde mei[nem] Schicksal folgen (=sterben), aber Riamasesa mai[-amana], der Großkönig von Ägypten, [soll] ewig (=lange) leben; und  [man] soll [in] das [Land] Hatti kommen, [um zu veranlassen, daß sie meinen] Sohn [zu] ihrem Herrn [machen], um nicht zuzulassen, [daß sie si] ch [einen andern zu ihrem Herrn] machen. We[nn] sie aber [gegen ihn ein Verbrechen verüb]en, indem sie [ablehne]n, ihn sich zum Herrn einzusetzen, so soll Wasmuaria satepna[ria, der] Großkönig von Ägypten, [mit] seinem Munde niemals schweigen; er soll ko[mm]en (oder: er soll [zu] ihm ko[mm]en) und das Land Hatti [vern]ichten und dem Großfürsten [von Hatti Ge]nugtu[ung ver]schaffen [und eb]enso dem [Land Hatti].

§ 10B
<Hattusili soll die Thronfolge des ägyptischen Kronprinzen garantieren.>
Entfällt

§§ 11+12, 13+14
Auslieferung hochrangiger Flüchtlinge und von Flüchtlingsgruppen; Auslieferung einfacher Flüchtlinge

§ 11
Ramses soll hochrangige Flüchtliche und Flüchtlingsgruppen ausliefern
Vgl. § 13 Hier.

[Und wenn ein Großer] aus dem Lande Ha[tti f]lieht, oder eine Stadt aus den Länder[n des Königs des Landes Hatti,] [und zu Ri]amasesa mai-am[ana], dem Großkönig, den Köni[g des Landes Ägypten kommt,] [dann] soll sie [Ri]amase[sa mai-amana, der Großkönig, der König des Landes Ägypten] ergreifen und [sie in die Hand des Hattusili, des Großkönigs, des Königs von Hatti, ihres Herrn], geb[en.]

§ 12
Ramses soll einfache Flüchtlinge ausliefern
Vgl. § 14 Hier.

[Und we]nn ein Mensch kommt, oder zwei [Menschen, die man nicht kennt,] [und sie zu Riamasesa mai-amana kommen] um dem and[eren] Dienst zu leisten, dann [soll sie] R[iamasesa mai-amana ergreifen] [und sie in die Hand des Ha]ttusili, den Königs des Landes Hat[ti, geben].

§§ 11+12, 13+14
Auslieferung hochrangiger Flüchtlinge und von Flüchtlingsgruppen; Auslieferung einfacher Flüchtlinge

§ 11
Hattusili soll hochrangige Flüchtlinge und Flüchtlingsgruppen ausliefern
Vgl. § 13 Bab.

[Wenn ein großer <aus dem Lande Ägypten> flieht,] [und er zu dem] Großfürsten von Hatti [kommt], oder eine Stadt [aus d]enen der Länder des Riamasesa mai-amana, des Großkönigs von Ägypten, so soll sie der Großfürst von Hatti nicht aufnehmen; der Großfürst von Hatti soll sie (vielmehr) dem Wasmuaria satepnaria, dem Großkönig von Ägypten, ihrem Herrn, [- er lebe, sei heil und] gesund - bringen lassen.

§ 12
Hattusili soll einfache Flüchtlinge ausliefern
Vgl. § 14 Bab.

Oder wenn [ein] Mensch oder zwei Menschen, die man nicht kennt [aus dem Land Ägypten] fl[iehen] und in das Land Hatti kommen, um dem anderen Diener zu sein, so soll man sie nicht im Lande Hatti bleiben lassen; man soll sie (vielmehr) zu Riamasesa, dem Großkönig von Ägypten, bringen.

§ 13
Hattusili soll aus Amurru kommende hachrangige Flüchtlinge und Flüchtlingsgruppen ausliefern
Vgl. § 11 Hier.

Und we[nn ein Großer aus dem Lande Ägypten flieht] [und ins Land Amurru geht,] [od]er eine Stadt, <aus den Ländern des Königs des Landes Ägypten> und [zum König von Amurru] g[eht,] [dann soll sie Bentisina, der König des Landes Amurru, ergreifen] [und] sie zum König des Landes Hat[ti, seinem] Herrn bringen lassen, [und Hattusili, der Großkönig des Landes Hatti, soll sie zu [Riamasesa mai-]amana, dem Großkönig, den König des Landes Ägypten, [bringen lassen].

§ 14
Hattusili soll einfache Flüchtlinge ausliefern
Vgl. § 12 Hier.

Und [wenn ein Mensch flieht,] [oder zwei Menschen, die man nicht kennt,] [und sie aus dem Lande des Königs des Landes Ägy]pten [fliehen], und [ihm] ni[cht Dienst leisten wollen,] [dann soll sie [Hattusili, der Großkönig des Landes Hatti], in die Hand des Bruders [g]eben und [soll sie nicht im Lande Hatti bleiben lassen.]

§ 13
Ramses soll hochrangige Flüchtlinge und Flüchtlingsgruppen ausliefern
Vgl. § 11 Bab.

Oder wenn ein Großer aus dem Lande Hatti flieht und [zu Wasmu]aria satepnaria, dem Großkönig von Ägypten, [kommt], oder eine Stadt, oder ein Distrikt, oder [ein Bezirk(?)] [aus] denen des Landes Hatti, und zu Riamasesa mai-amana, dem Großkönig von Ägypten, kommt, so soll sie Wasmuaria satepnaria, der Großkänig von Ägypten, nicht aufnehmen; Riamasesa mai-amana, der Großkönig von Ägypten, soll sie (vielmehr) zu dem Großfürsten von Hatti bringen lassen und man soll sie nicht bleiben lassen.

§ 14
Ramses soll einfache Flüchtlinge ausliefern
Vgl. § 12 Bab.

Ebenso, wenn ein Mensch oder zwei Menschen, die man nicht kennt, <aus dem Lande Hatti> fliehen und in das Land Ägypten kommen, um anderen Diener zu sein, so soll Wasmuaria satepnaria, der Großkönig von Ägypten, sie nicht bleiben lassen; er soll sie (vielmehr) dem Großfürsten von Hatti bringen lassen.

§§ 15; 16
Auslieferung hochranginger und einfacher Flüchtlinge

§ 15
Ramses soll hochrangige und einfache Flüchtlinge ausliefern

[Und wenn ein Vornehmer aus dem Lande Hatti flieht,] [oder zwei] Menschen, und [sie dem König des Landes Hatti] ni[cht Dienst leisten wollen,] [und sie aus dem Lande des Großkönigs, des Königs des Landes H]atti [fliehen], um [ihm] n[icht mehr Dienst zu leisten,] [dann soll sie Riamasesa mai-amana ergreifen] und sie zu [Hattusili, dem Großkönig, dem König des Landes Hatti], se[inem] Bruder, bringen lassen, [und er soll sie nicht im Lande Ägypten bleiben lassen].

§ 16
Hattusili soll hochrangige und einfache Flüchtlinge ausliefern

[Und wenn] ein V[ornehmer aus dem Lande Ägypten] flieht, [oder zwei Menschen,] [und] sie in das L[and Hatti ge]hen, [dann soll Ha]ttusili, [der Groß]kö[nig, der Königs des Landes Hatti, sie ergreifen] [und sie] zu R[iamasesa mai-]amana, [dem Großkönig, dem König des Landes Ägypten, seinem Bruder, bri]ngen lassen.

§§ 15; 16
Auslieferung vornehmer und einfacher Flüchtlinge

§ 15
<Hattusili soll hochrangige und einfache Flüchtlinge ausliefern>
Entfällt

§ 15 fiel im hieroglyphischen Text weg, da sein Inhalt bereits in den §§ 11+12 des babylonischen Textes (=§§ 13+14 des hieroglyphischen Textes) enthalten war; man kann nämlich davon ausgehen, daß kabtu "Vornehmer" bedeutungsmäßig dem Begriff LU GAL "Großer" entspricht, so daß die §§ 15+16 auch nichts anderes beinhalten als die §§ 11+12 und 13+14.

§ 16
<Ramses soll hochrangige une einfache Flüchtlinge ausliefern>
Entfällt

§ 16 fiel im hieroglyphischen Text weg, da sein Inhalt bereits in den §§ 13+14 des babylonischen Textes (=§§ 11+12 des hieroglyphischen Textes) enthalten war; Begründung siehe oben.

§§ 17;18
Amnestie für ausgelieferte Flüchtlinge

§ 17
Ramses soll Flüchtlinge ausliefern; Hattusili soll die Ausgelieferten amnestieren

[Und wenn] ein Mensch au[s dem Lande Hatti] flieht, [od]er zwei Menschen, [oder drei Menschen,] [und sie zu ]Riamasesa mai-[amana, dem Großkönig, dem König des Landes Ägyp]ten, dem Bruder, [gehen,] [dan]n [soll sie Riamasesa] mai-amana, der Großkönig, [der König des Landes Ägypten, ergreifen] [und sie z]u Hattusili, seinem Bruder, [bringen lassen], denn s[i]e sind verbrüdert. Und ihr Vergehen soll man ihnen nicht anrechnen, [und ihre Zungen (und) ihre Augen soll man nicht herausr]eißen, und ihre Ohren [und) [ihre] Fü[ße soll man nicht abschneiden,] [und ihre Häuser mit ihren Frauen u]nd ihren Kindern [soll man nicht vernichten].

§§ 17; 18
Amnestie für ausgelieferte Flüchtlinge

§ 17
Hattusili soll Flüchtlinge ausliefern; Ramses soll die Ausgelieferten amnestieren

Wenn ein Mensch aus dem Lande Ägypten flieht, oder zwei oder drei, und sie zu dem Großfürsten von Hatti kommen, so soll sie der Großfürst von Hatti ergreifen und sie wieder zu Wasmuaria satepnaria, dem Großkönig von Ägypten bringen lassen. Was aber den Menschen angeht, den man dem Riamasesa mai-amana, dem Großkönig von Ägypten zurückbringen soll, dem soll sein Vergehen nicht angerechnet werden; man soll sein Haus, seine Frauen (und) seine Kinder nicht vernichten, [(und) man soll ihn (selbst) nicht vernichten], man soll ihn [nicht töten], man soll seine Augen, seine Ohren, seinen Mund (und) seine Füße nicht verstümmeln; man soll ihm überhaupt kein [Vergehen anrechnen].

Ramesseum
Weggebrochen...
[so soll] sie [der Großfürst von Hatti ergreifen] und sie wieder zu Wasmuaria satepnaria, dem Großkönig von Ägypten, bringen lassen.
Weggebrochen...
[man soll seine Augen, seine Ohren], [seinen Munden (und) seine Füße nicht verstümmeln]; man soll ihm überhaupt kein Vergehen anrechnen.

§ 18
Hattusili soll Flüchtlinge ausliefern; Ramses soll die Ausgelieferten amnestieren

Und wenn [ein Mensch aus dem Lande des Riamasesa, des Großkönigs, des Königs des Landes Ägypten, flieh]t, und [sie zu Hattusili, dem Großkönig], dem König des Landes H]atti, [meinem] Bruder, ge[hen,] [dann] soll sie [Hattusili, der Großkönig, der König des Landes H]atti, mei[n] Bruder, ergreifen und [sie zu Riamasesa mai-amana, dem Großkönig, dem König] des Landes Ägypten bring[en lassen], denn Riamasesa, der Großkönig, der König des Landes Ägypten, und Hattusili [sind verbrüdert.] [Und ihr Vergehen soll man ihnen nicht anrechnen,] [und ihre Zungen] (und) ihre [Au]gen soll man nicht herausreißen, und [ihre Ohren (und) ihre Füße soll man nicht abschneiden,] [und ihre Häuser m]it ihren Frauen und ihren Kindern [soll man nicht vernichten].

§ 18
Ramses soll Flüchtlinge ausliefern; Hattusili soll die Ausgelieferten amnestieren

Ebenso, wenn ein Mensch aus dem Lande Hatti flieht, sei es einer, seien es zwei, seien es drei, und sie zu Wasmuaria satepnaria, dem Großkönig von Ägypten, kommen, so soll [sie] Riamasesa mai-amana, der Großkönig [von Ägypten], ergreifen und sie zu dem Großfürsten von Hatti bringen lassen; der Großfürst [von H]atti soll ihnen [ihre] Vergehen nicht an[rechnen], [man soll sein [Haus], seine Frauen oder seine Kinder nicht vernichten, man soll ihn nicht töten, man soll seine Ohren, seine Augen, seinen Mund (und) seine Füße nicht verstümmeln, man soll ihm überhaupt kein Vergehen anrechnen.

Ramesseum
[Ebenso, w]enn [ein Mensch aus dem Lande Hatti fl[ieh[t, sei es einer], 
Weggebrochen...
der Großfürst von Hatti soll ihnen ihr Vergehn [nicht] anrechnen, man soll sein Haus, seine Frauen oder seine Kinder nicht vernichten, man soll [ihn] (selbst) nicht vernichten; man soll ihn nicht töten, [man] soll [seine Ohren, seine Augen], [seinen Munden (und) seine Füße] nicht verstümmeln, [man soll ihm überhaupt] kein Vergehen anrechnen.

§§ 19; 20
Auslieferung hochrangiger und einfacher Flüchtlinge (zusammenfassende Wiederholung der §§ 11+12 und 13+14)

§ 19
Ramses soll hochrangige und einfache Flüchtlinge ausliefern

[Und wenn ein Vornehmer aus dem Lande Hatti flieht,] [oder eine Stadt,] [und sie fliehen aus dem Lande] Hatti, und sie kommen i[ns Land Ägypten,] [und wenn ein Mensch aus dem Lande Hatti flieht,] [oder zwei Menschen,] [und sie fl]iehen aus dem Lande Hatti, [um ins Land Ägypten zu gehen,] [dann soll sie Riamasesa t]rotzdem [seinem Bruder bringen lassen.] Siehe, die Söhne [des Landes Hatti und die Söhne des Landes Ägypten sind in Frieden.]

§ 20
Hattusili soll Flüchtlinge ausliefern

[Und wenn Leute aus dem Lande Ägy]pten [fliehen,] um [ins Land Hatti] zu gehen, [dann soll sie Hattusili, der Großkönig des Landes Hatti, trotz]dem [seinem Bruder bringen lassen]. Siehe, H[attusili, der Großkönig, der König des Landes Hatti, und Riamasesa mai-amana, der Großkönig, der König des Landes Ägypten], dein Bruder [sind in] F[rieden...

§§ 19; 20
Auslieferung hochrangiger und einfacher Flüchtlinge; Auslieferung einfacher Flüchtlinge

§ 19
<Hattusili soll hochrangige und einfache Flüchtlinge ausliefern>
Entfällt

§ 19 fiel im hieroglyphischen Text weg, da sein Inhalt bereits in den §§ 13+14 des babylonischen Textes (=§ 18 des hieroglyphischen Textes) enthalten war.

§ 20
<Ramses soll Flüchtlinge ausliefern>
Entfällt

§ 20 fiel im hieroglyphischen Text weg, da sein Inhalt bereits in den §§ 11+12 des babylonischen Textes (=§§ 13+14 des hieroglyphischen Textes) enthalten war.

Schwurgötterliste; Fluch- und Segensformeln


§ 21
Schwurgötterliste
a) Einleitung

Weggebrochen...
Babylonische und hethitische Parallelen aus andern Verträgen:

Alle Worte des Vertrages und des Eides, die auf dieser Tafel geschrieben stehen

Die tausend Götter...
- (Die Götter, die die Herren des Eides sind,)

ich habe sie zu Zeugen gemacht ...

und sie sollen zuhören
- (sie mögen zuhören)

[und Zeugen sein]
- (und Zeugen sein)

Schwurgötterliste; Fluch- und Segensformeln


§ 21
Schwurgötterliste
a) Einleitung

Was diese Worte des Vertrages angeht, [den] der Großfürst von Hatti mit Riama[sesa mai-]amana, dem Goßkönig [von Ägypten abgeschlossen hat], [die sind] schriftlich (niedergelegt) auf dieser Silbertafel. Was diese Worte angeht:

Die tausend Gottheiten, seien es männliche Gottheiten, seien es weibliche Gottheiten aus den (Gottheiten) des Landes Hatti, und die tausend Gottheiten, seien es männliche Gottheiten, seien es weibliche Gottheiten aus den (Gottheiten) des Landes Ägypten, die sind bei mir als Zeugen, die diese Worte [hör]en:
 
 

 

§ 21
Schwurgötterliste
b) Zumeist Wettergötter
Weggebrochen...
Entsprechungen zur hieroglyphischen Liste aus anderen Verträgen:

der Sonnengott, der Herr des Himmels
die Sonnengottheit von Arinna
der Wettergott, der Herr des Himmels
der Wettergott von Hatti
der Wettergott von Arinna
der Wettergott von Zippalanda
der Wettergott von Pitterjarik
der Wettergott von Hissashapa
der Wettergott von Sarissa
der Wetterhogg von Halab
der Wettergott von Lihzina
der Wettergott von Hurma
der Wettergott von Uda
der Wettergott von Sapinuwa (oder Samuha)
[der Wettergott...]
der Wettergott von Sahpina

§ 21
Schwurgötterliste
b) zumeist Wettergötter
 
 
 

der Sonnengott, der Herr des Himmels,
die (!) Sonnengottheit der Stadt Arinna
der Seth, der Herr des Himmels
der Seth von Hatti
der Seth der Stadt Arinna
der Seth der Stadt Zippalanda
der Seth der Stadt Pit(!)riq
der Seth der Stadt Hissaspa
der Seth der Stadt Sarissa
der Seth der Stadt Halab
der Seth der Stadt Lihsina
der Seth [der Stadt Hu]r[ma]
[der Seth] [der Stadt Uda]
[der Se]th [der St]adt Sa[pinuwa] (oder Sa[muha])
[der Seth] des [Don]ners (?)
der Seth der Stadt Sahpina

§ 21
Schwurgötterliste
c) Sonstige Götter

Weggebrochen...
Entsprechungen aus anderen Verträgen

die Schutzgottheit des Landes Hatti
Zitharija
Karzis
Hapantallijas
die Schutzgottheit der Stadt Karahna
die Istar des Feldes
die Istar der Stadt Ninuwa
die Istar des Kleinviehs
Ninatta
Kulitta
Hebat, die Königin des Himmels
der Mondgott, der Herr des Eides
Herrin der Unterwelt (Eigenname der Göttin)
{die Königin des Eides}
Ishara, die Königin <des Eides>

§ 21
Schwurgötterliste
c) Sonstige Götter
 
 
 

die Astartu des Landes Hatti
der Gott von Zitharija
der Gott von Karzis
der Gott von Hapantillias
die Göttin der Stadt Karahna
die Göttin von Ser
die Göttin von Ninuwa
die Göttin von Sen
der Gott <von> Ninatta
der Gott [von Ku]litta
der Gott von Hbt, die Königin des Himmels
die Götter, <die> Herren des Eides
die Göttin, die Herrin der Erde
{die Herrin des Eides}
Ishara, die Herrin <des Eides>

§ 21
Schwurgötterliste
d) Götter von Hatti, Kizzuwatna und Ägypten; kosmische Götter
Weggebrochen...
Entsprechungen aus anderen Verträgen

die männlichen Gottheiten
(und die weiblichen Gottheiten des Landes Hatti)
...
...
die männlichen Gottheiten
(und) die weiblichen Gottheiten des Landes Kizzuwatni
[Amana]
[der Sonnengott]
[(und) der Wettergott]
die männlichen Gottheiten
(und) die weiblichen Gottheiten des <Landes> Amurru
die Berge
die Flüsse
der Himmel
die Erde
das große Meer
die Winde
(und) die Wolken

§21
Schwurgötterliste
d) Götter von Hatti, Kizzuwatna und Ägypten, kosmische Götter
 
 

<die männlichen Gottheiten>
<die weiblichen Gottheiten>
<die> Berge
<(und) die> Flüsse des Landes Hatti
die <männlichen> Gottheiten
<(und) die weiblichen Gottheiten> des Landes Qizuwatna
Amun
der Sonnengott
(und) Seth
die männlichen Gottheiten
die weiblichen Gottheiten
die Berge
(und) die Flüsse des Landes Ägypten
der Himmel
die Erde
das große Meer
der Wind
(und) die Sturmwolken

§§ [22+23]; 24+25
Fluch bei Verletzung des Vertrages; Segen bei Einhaltung des Vertrages

§ 22
Fluch gegen Hattusili und die Hethiter bei Verletzung des Vertrages

[Wenn Hattusili und die Söhne des Landes Hatti diesen Vertrag nicht halten,] [dann sollen die männlichen Gottheiten (und) die weiblichen Gottheiten des Landes Hatti] [und die männlichen Gottheiten (und) die weiblichen Gottheiten des Landes Ägypten] [den Samen des Hattusili vernichten mitsamt den Söhnen des Landes Hatti];

§ 23
Segen für Hattusili und die Hethiter bei Einhaltung des Vertrages

[und wenn Hattusili und die Söhne des Landes Hatti diesen Vertrag halten,] [dann sollen die Eidesgötter sie beschützen] [und ihr Antlitz freudig machen.]

§ 24
Fluch gegen Ramses und die Ägypter bei Verletzung des Vertrages

[Und wenn Riamasesa mai -amana und die Söhne des Landes Ägypten diesen Vertrag nicht halten,] [dann sollen die männlichen Gottheiten] (und) die weibli[chen] Gottheiten [des Landes Ägypten] [und die männlichen Gottheiten (und) die weiblichen Gottheiten des Landes Hatti] [den Samen] des Riama[sesa mai-amana vernichten mitsamt den Söhnen des Landes Ägypten];

§ 25
Segen für Ramses und die Ägypter bei Einhaltung des Vertrages

[und wenn Riamasesa mai-amana] und die Söhne <des Landes> Ägy[pten diesen Vertrag halten,] [dann sollen die Eidesgötter sie beschützen] und i[hr] Antlitz [freudig machen.]

§§ [22+23]; 24+25
Fluch bei Verletzung des Vertrages; Segen bei Einhaltung des Vertrages

§ 22
<Fluch gegen Ramses und die Ägypter bei Verletzung des Vertrages>
Entfällt

Die §§ (22) (und 24) fielen im hieroglyphischen Text weg, da deren Inhalt in geraffter Form in § 27 des babylonischen Textes (=§ 26 des hieroglyphischen Textes) folgte (Fluch gegen jeden Partner bei Verletzung des Vertrages)

§ 23
<Segen für Ramses und die Ägypter bei Einhaltung des Vertrages>
Entfällt

Die §§ (23) (und 25) fielen im hieroglyphischen Text weg, da deren Inhalt in geraffter Form in § 26 des babylonischen Textes (=§ 27 des hieroglyphischen Textes) folgte (Segen für jeden Partner bei Einhaltung des Vertrages)

§ 24
<Fluch gegen Hattusili und die Hethiter bei Verletzung des Vertrages>
Entfällt

Die §§ 24 (und [22]) fielen im hieroglyphischen Text weg, da deren Inhalt in geraffter Form in § 27 des babylonischen Textes (=§ 26 des hieroglyphischen Textes) folgte (Fluch gegen jeden Partner bei Verletzung des Vertrages)

§ 25
<Segen für Hattusili und die Hethiter bei Einhaltung des Vertrages>
Entfällt

Die §§ 25 (und [23]) fielen im hieroglyphischen Text weg, da deren Inhalt in geraffter Form in § 26 des babylonischen Textes (=§ 27 des hieroglyphischen Textes) folgte (Segen für jeden Partner bei Einhaltung des Vertrages)

§ 26
Segen für jeden Partner bei Einhaltung des Vertrages
Vgl. § 27 Hier.

[Was den angeht, der diese Worte hält,] [die auf der Silbertafel stehen,] dann sollen die [großen] Götter [des Landes Ägypten] [und die großen Götter des Handes Hatti] [ihn leben lassen] [und ihn] gesund sein lassen [mitsamt seinen Häusern.] [seinem Land] [(und) seinen Dienern.]

§ 27
Fluch gegen jeden Partner bei Verletzung des Vertrages
Vgl. § 26 Hier.

[Was (aber) den angeht, der diese Worte nicht hält,] [die auf dieser Silbertafel stehen,] [dann] sollen die gr[oßen] Götter [des Landes Hatti] [und die großen Götter des Landes Ägypten] [sein Haus,] [sein Land] [(und) seine Diener vernichten.]

§ 30
Die Siegel der von Ramses ausgestellten Vertragstafel

Das Siege[l des ...
Das Siegel des [...

§ 26
Fluch gegen jeden Partner bei Verletzung des Vertrages
Vgl. § 27 Bab.

Was diese Worte angeht, die auf dieser Silbertafel des Landes Hatti und des Landes Ägypten stehen, (und) was den angeht, der sie nicht halten wird, so sollen die 1000 Götter des Landes Hatti sowie die 1000 Götter des Landes Ägypten sein Haus, sein Land (und) seine Diener vernichten.

§ 27
Segen für jeden Partner bei Einhaltung des Vertrages
Vgl. § 26 Bab.

Was aber den angeht, der diese Worte halten wird, die auf dieser Silbertafel stehen, - seien sie <Leute> aus Hatti (oder) seien sie Leute aus Ägypten - und die sie nicht außer Acht lassen werden, so sollen die 1000 Götter des Landes Hatti sowie die 1000 Götter des Landes Ägypten ihn gesund sein lassen (und) ihn leben lassen mitsamt seinen Häusern, mitsamt seinem Land (und) mitsamt seinen Dienern.